Hyperlocal

“Hyperlocal” ist neuerdings der Kampfbegriff der Lokalzeitungen. Letzlich zeichnet sich ein Dienst durch Hyperlocality aus, wenn er seinen Leser oder Nutzer an seinem Ort mit seinen Bedürfnissen erreicht.

Das klappt nur dann, wenn man weiß, was der Nutzer braucht. Daher auch der (nicht zuletzt vom Scheitern des angeblich so hyperlokalen Bürgerjournalismus-Portals Backfence geprägte) Gedanke, dass eigentlich derzeit nur Google wirklich hyperlocal ist, weil Google über die Suchanfragen weiß, was ein Nutzer sucht. Dabei sollte es doch auch die Lokalzeitung sein, die weiß, was ihre Leser interessiert. Wie wäre es jedoch mit der Lokalzeitung, die sich mit lokalen Diensten umgibt – dazu gehören natürlich Informationen über Events, Preisen, Angeboten, statistisch darstellbaren Ereignissen. Letzlich einfach Dienstleistungen, die die lokalen Bedürfnisse gut befriedigen:

  • Wo finde ich das preiswerteste Bio-Obst?
  • Wo genau sind gute Wohnlagen und entsprechende Wohnangebote?
  • Wie sind die Betreuungverhältnisse in Kindergärten, Horts, Schulen? Wie komme ich schnell an eine Tagesmutter?
  • Wo finde ich Handwerker, die eine ganz bestimmte Palette von Diensten abdecken?
  • Welche Straßen sind gerade gesperrt? Wo ist ein Stau? Wie komme ich am schnellsten von A nach B?

Alles eine Frage von gut gepflegten Datenbanken. Pure Werbeanzeigen kann man dann ja Google überlassen. Doch leider wird das Online-Zeitungsangebot derzeit nur entlang der Stärkung eigener Kompetenzen optimiert – nicht aber entlang der tatsächlichen Leserinteressen. Vielleicht wären Methoden der User-Experience-Forschung in diesem (eigentlich) hochinnovativen Umfeld angebracht.

About Christiane Schulzki-Haddouti

Freie IT- und Medienjournalistin. Hat dieses Blog 2007 im Rahmen der KoopTech-Analyse eingerichtet. Seit Beendigung des Projekts führt sie es als Multi-Autorenblog weiter. Sie führt ein persönliches Blog auf ihrer Homepage.
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