Online kannibalisiert Print doch
Von Christiane Schulzki-Haddouti • 12.Dezember 2007 • Kategorie: Medien869 views • Kein Kommentar
Den von Tageszeitungen allseits beschworenen Mythos vom Nicht-Kannibalisierungsverhältnis zwischen Print und Online widerlegt ein am Freitag erscheinender Aufsatz von Castulus Kolo und Robin Meyer-Lucht über die “Erosion der Intensivleserschaft (PDF), der die Abwanderung junger Leser ins Internet als Trend erkennt:
Abonnementstageszeitung und Nachrichtensite (…) ergänzen sich nicht, sondern nehmen einander Zuwendungsressourcen.
Der Beitrag untermauert dies mit Sekundäranalysen der Allensbacher Werbeträger-Analyse (AWA) und der Computer- und Technik-Analyse (ACTA) aus den Jahren 2001 bis 2006 – und kann entsprechend eindrucksvolle Grafiken vorzeigen. Der Kernsatz lautet:
Dabei gilt für alle Altersgruppen, dass die Nutzungsintensität von Nachrichtensites höher ist, je länger die Erfahrung mit dem Internet und je komfortabler der Internetzugang ist, sowie die Intensität des Zeitungslesens umso niedriger ist, je höher die Nachfrage nach aktuellen Informationen aus dem Internet ist.
Kolo und Meyer-Lucht räumen auch mit dem Vorurteil auf, dass sich die Nutzungverschiebung nur auf die Jugendlichen bezieht:
Die Alterssegemente der 25- bis 34-Jährigen und der 35- bis 44-Jährigen “zeigen sich für die Vorteile der neuen Distributionstechnik besonders offen und bauen sie besonders stark in ihren
Informationsalltag ein.
Dank an Benedikt Köhler, der den Aufsatz als einer der ersten besprochen hat. Dazu auch eine dpa-Meldung bei heise online.
Beiträge zu verwandten Themen:
Christiane Schulzki-Haddouti ist seit 2007 auf KoopTech bloggend unterwegs, arbeitet jedoch hauptsächlich als freie IT- und Medienjournalistin.
Eine E-Mail an den Autor bzw. die Autorin schreiben | Alle Beiträge von Christiane Schulzki-Haddouti


