Schnüffel-Reader für “Freunde”

Mit neuen Feed-Readern wie Spokeo oder Friendfeed (für Facebook) kann jeder die Datenströme seiner Kontakte oder “Freunde” per Feed verfolgen. Spokeo importiert binnen weniger Minuten die Nutzerdaten aus über 30 Webdiensten wie Digg, Facebook, Flickr, Hi5, Last.fm, LinkedIn, MySpace, Slide, StumbleUpon, Twitter, Windows Live Spaces oder YouTube. Ein Klick auf die Adressbücher von Gmail, Yahoo und Hotmail genügt, um die Personen-Feeds anzulegen.

“It feels a lot like spying on your friends. The best part is that they don’t ever have to know you are keeping track of them,” schreibt Erick Schonfeld in Techcrunch. Und genau das ist es: Spionage im hübschen Web 2.0-Gewand. Nicht umsonst ist “Spokeo” eine recht offenherzige Wortvariante von “Spooks” – auf Deutsch: Schnüffler. Spokeo-Entwickler Tang betont jedoch: “We only access publicly available information on the Internet, so we don’t know anything that you don’t have access to.”

Genau hier stellt sie sich wieder, die Frage nach dem Opt-In und dem Opt-Out. In der Regel können die Nutzer sozialer Dienste nur per Opt-Out festlegen, welche ihrer Daten im Internet frei verfügbar sein dürfen. Dies setzt aber auch ein Bewusstsein darüber voraus, dass die eigenen Daten auch frei, heißt von jedem und überall weiterverarbeitet werden können – und dies nicht immer unbedingt zum eigenen Vorteil.

About Christiane Schulzki-Haddouti

Freie IT- und Medienjournalistin. Hat dieses Blog 2007 im Rahmen der KoopTech-Analyse eingerichtet. Seit Beendigung des Projekts führt sie es als Multi-Autorenblog weiter. Sie führt ein persönliches Blog auf ihrer Homepage.
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