Nochmal: Was ist Qualität im Journalismus?


Ja, ich wage eine Definition! Obgleich dies zugegebenermaßen fast nicht möglich ist.

Guter Journalismus ist diskursiv. Aber er ist nicht nur diskursiv – das heißt, er weiß, welche Debatten er führen kann, soll, muss und im Sinne einer funktionierenden partizipativen Gesellschaftsstruktur auch tut ,- er ist sich auch seiner Verantwortung bewusst. Das heißt: Er prüft die Fakten, den Hintergrund. Und das so gut wie möglich. Er hakt nach. Er ist unabhängig. Und er ist fair – gegenüber allen Beteiligten. Sonst ist er nicht glaubwürdig, authentisch. Nur so können journalistische Angebote ihren Anspruch auf Gatekeeping im vernetzten Zeitalter aufrecht erhalten.

Eine derart verstandene Diskursfähigkeit ist damit der wichtigste Qualitätsfaktor. Entsprechend sind Konzepte für journalistische Angebote, die Diskursivität unterstützen, gut. Sie sind schlecht, wenn sie weniger tun, als möglich wäre.

Auf Beispiele verzichte ich ausnahmsweise, das überlasse ich diesmal gerne unseren Lesern. ;-)

Frank Westphal wies dankenswerterweise noch auf den ausgezeichneten Beitrag von Howard Owens hin: Zehn Dinge, die Journalisten tun können, um Journalismus neu zu erfinden. Gefällt mir ausnehmend gut.

Über Christiane Schulzki-Haddouti

Freie IT- und Medienjournalistin. Hat dieses Blog 2007 im Rahmen der KoopTech-Analyse eingerichtet. Seit Beendigung des Projekts führt sie es als Multi-Autorenblog weiter. Sie führt ein persönliches Blog auf ihrer Homepage.
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