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Krude Thesen – NRW-Medienforum zur “Zukunft der Medien”

Von Christiane Schulzki-Haddouti • 17.April 2008 • Kategorie: Medien

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Das wird interessant: Das NRW-Medienforum diskutiert mit Frauke Gerlach, Bernd Graff, Arne Klempert, Dieter Gorny, Holm Friebe, Annet Aris, Oliver Keymis und Jürgen Krönig die Zukunft der Medien. Der Journalist Jürgen Krönig hat hierfür bereits streitbare 7 Thesen in den Raum gestellt – die sicherlich Diskussionsstoff liefern, aber teilweise doch etwas krude wirken. Am erhellendsten fand ich diesen Ausschnitt:

(…) “Dabei ist die vielbeschworene digitale Spaltung ist bereits Wirklchkeit – in den USA und Großbritannien verbringen 55% der 15 bis 19 jährigen einen wesentlichen Teil ihrer Freizeit auf Social Networks und bei Videoportalen, (zu Lasten des Fernsehens, der Schulaufgaben und des Lesens).” (sic!)

Wohlgemerkt – “zu Lasten des Fernsehens” steht an erster Stelle! Da würde ich in der Sorge um die Jugend die Prioritäten doch etwas anders setzen… Ähnlich merkwürdig auch Krönigs Vorstellung von der “Masse” im Netz:

“Die Kultureliten aber, die dank der Knappheit der Frequenzen des analogen Zeitalters einige Dekaden über bestimmen konnten, was gesehen und gehört wird, haben die Schlacht um den Einfluss verloren. Die Massen triumphieren.”

Es gäbe da noch einige Zitate mehr, die belegen könnten, wie undurchdacht diese Thesen eigentlich sind. Gleichwohl sollen sie ja nur Anstoß für eine Diskussion geben. Wie die aber dann wohl verlaufen wird? Wahrscheinlich so, wie die ebenfalls sehr merkwürdige DJV-Diskussion zu Anfang des Jahres, die mehr oder weniger ein Aneinandervorbeireden war, aber nicht wirklich vermitteln bzw. darüber nachdenken wollte, was eigentlich im Moment genau passiert und welche Handlungsoptionen durch den Medienwandel entstehen.

P.S. Hier meine 10 Beobachtungen und Thesen

Feature-Bild: Flickr/Dave Malkoff

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