Der blaue Riese unterstützt seine Mitarbeiter im Umgang mit dem Web 2.0 – und fordert dafür ein verantwortungsvolles und einwandfreies Verhalten.
Anders als andere Unternehmen, die privates Surfen allerstrengstens verbieten, ermutigte IBM bereits 1997 seine Mitarbeiter, das Internet zu nutzen. 2005 forderte der IT-Konzern seine Mitarbeiter auf, sich mit dem Bloggen anzufreunden und gab eine kleine Handreichung dazu heraus.
Jetzt, 2008, sind es nicht nur Blogs, sondern auch Wikis, soziale Netzwerke, virtuelle Welten und Social Media im Allgemeinen und IBM hat dazu “Richtlinien” fürs richtige Verhalten, besser für die richtige Haltung des IBMers im Web 2.0 verfasst. Wobei dies kollaborativ in einem Wiki stattgefunden haben soll, wie Michael Gisiger berichtet.
Ich finde es bemerkenswert, dass IBM von seinen Mitarbeitern vor allem eines verlangt: Haltung zu zeigen. Und dazu gehört ganz wesentlich der Verzicht auf den Auftritt unter Pseudonym. Unter anderem heißt es: “IBMer sind persönlich verantwortlich für den Inhalt, den sich veröffentlichen”. Wobei IBM daran erinnert, dass diese Inhalte für eine lange Zeit öffentlich zugänglich bleiben könnten und gleichzeitig dazu ermahnt, die eigene Privatsphäre zu schützen.
Das sei jedoch nicht so verstanden, dass man auch seinen Klarnamen schützen soll – im Gegenteil: Man soll unter seinem Namen publizieren, dabei aber seine Position bzw. Rolle bei IBM per Disclaimer klären, sobald man IBM-bezogene Angelegenheit diskutiert. Falls man sich in sozialen Netzwerken zu IBM gehörig bezeichnet, sollte man sich so verhalten, wie man sich auch gegenüber Kollegen und Kunden verhält.
IBM verlangt damit von seinen Mitarbeitern, sich vor allem glaubwürdig und authentisch zu verhalten. Dazu gehört auch die nächste Regel: Man soll “in der ersten Person” schreiben. Damit mache man klar, dass man für sich und nicht für IBM spreche. Die Veröffentlichung von Interna bzw. von Privatem sollte allerdings vorher abgeklärt werden. Auch sollte man keine Partner, Kunden und Lieferanten ohne deren Genehmigung zitieren.
Wichtig auch der Tipp, mit seinen Veröffentlichungen einen Mehrwert zu bieten. Dazu gehört auch erst einmal herauszufinden, wer bereits über ein Thema geschrieben hat – und dies zu zitieren. Falls man eine Referenz erweist, sollte diese mit einem Link verbunden werden. Falls man sich irrt bzw. einen Fehler begeht, sollte man der erste sein, der ihn wieder korrigiert. Änderungen an Einträgen sollten dabei immer gekennzeichnet werden.
IBM ermahnt auch dazu, seine Leser bzw. sein Publikum zu respektieren – das heißt: keine Beschimpfungen bzw. kein “unakzeptables” Online-Verhalten. IBM verbindet dies auch mit einer ungeschriebenen Small-Talk-Regel: Keine kontroverse Themen wie Politik oder Religion in der Öffentlichkeit anpacken.
All diese Regeln sollen die Marke IBM schützen, die “am besten durch seine Mitarbeiter repräsentiert” wird bzw. von dem, was diese veröffentlichen. Diese Regeln könne man aber auch jedem ans Herz legen, der selbst eine öffentliche Rolle im Internet spielt.
Titelbild: flickr/FezRutherford
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