Robert Basic beschäftigt sich wieder mit den sinkenden Linkzahlen der A-Blogger in den deutschen Blogcharts und gibt dafür mögliche Gründe an:
- Twitterer verweisen per Twitter auf Links, nicht über ihre Blogs,
- Verlinkungen auf Originalquellen außerhalb der deutschsprachigen Blogosphäre, z.B. auf Technews-Dienste wie Techcrunch,
- Verlinkungen auf Memetracker wie Rivva,
- Orientierung an den eigenen Peer-Groups,
- Ausdifferenzierung der Aufmerksamkeit in einer immer größer werdenden Blogosphäre,
- Mentalitätswandel: neue Blogger verlinken weniger, weil sie ihr Blog als Publikationsorgan begreifen.
Hinsichtlich neuer Blogs ist jedoch eher etwas anderes der Fall, wie Benedikt Köhler anhand seiner Metarolls beobachten konnte. In der Wissenschafts-Blogosphäre gewinnen die Blogs fleißig an Links. Ein anderer Kommentator meint hierzu, dass neue Blogs sich lieber unter neuen Blogs verlinken, als mit den alten Platzhirschen. Wahrscheinlich weil die gegenseitige Verlinkung besser klappt. (Kann ich bestätigen: Warte immer noch auf einen Rücklink von Jeff Jarvis, Mark Glaser und Howard Owens
)
In dieser Liste vermisse ich aber noch ein Argument: Die Nutzung der Werkzeuge differenziert sich zunehmend aus. So eignet sich das Social Bookmarking beispielsweise viel besser für das Archivieren von interessanten Fundstellen als ein Blog. (In der Frühzeit der Blogs wurden diese ja oftmals fast ausschließlich zur Pflege von Linklisten verwendet.) Gleichwohl integrieren nur wenige Blogger ihre Social-Bookmarking-Feeds auch in ihre Blogs (über die sie aber Backlinks kreiieren würden).
Ich vermute daher, dass zwar das Anwachsen sowie eine Ausdifferenzierung der Blogosphäre in viele verschiedene Teilöffentlichkeiten und eine damit einhergehende Orientierung an immer enger gefasste Zielgruppen ein Grund für das abnehmende Verlinken ist, aber auch eine zunehmend differenzierte Werkzeugnutzung, die dazu führt, dass jeder einzelne sich sein eigenes IT-Ökosystem kreiiert.
Zur Ergänzung wollte ich jetzt noch Jan Schmidt über Bloggerpraktiken zitieren, ist aber leider gerade nicht möglich, das sämtliche Paper auf dem Server im Moment nicht zu erreichen sind.
Titelbild: flickr/veganstraightedge
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>Die Nutzung der Werkzeuge differenziert sich zunehmend aus. So eignet sich das Social Bookmarking beispielsweise viel besser für das Archivieren von interessanten Fundstellen als ein Blog.
Die Frage ist aber, ob die Social Bookmarking Dienste auch noch so starkt genutzt werden, wie z.B. noch vor 6 – 10 Monaten. Meine persönliche Nutzung dieser Dienste geht mittlerweile gegen Null. Zudem ist es auf diesem Markt sehr ruhig geworden, was einer Konsolidierung nahe kommt. Zudem sind bereits seit längerem keine neuen Wettbewerber gestartet. Somit wäre es sicher interessant die Entwicklung der Dienste mal zu betrachten. Nicht nur hinsichtlich des Nutzerwachstums, als vielmehr der Entwicklung der hinterlegten Bookmarks. Aber ich schweife ab.
Pingback: 6 Links, die auch morgen noch Aufmerksamkeit verdienen
Ja, der Bamberger Server mit unseren Arbeitspapieren drauf ist down, ich hab das erst vor kurzem bemerkt – ich hoffe, dass das dortige Rechenzentrum bald in die Pötte kommt und die Sachen wieder erreichbar macht. In der Zwischenzeit sende ich auf Anfrage Paper auch gerne per Mail.
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Jau, was die Bookmark Dienste angeht und um aus dem eigenen Nähkästchen zu plaudern. Unsere Zugriffszahlen bei Infopirat steigen nach wie vor. Aber ich möchte eingehen auf
“Gleichwohl integrieren nur wenige Blogger ihre Social-Bookmarking-Feeds auch in ihre Blogs (über die sie aber Backlinks kreiieren würden).”
DAS ist allerdings eine Tatsache die mir wirklich Kopfzerbrechen macht. In unserem Fall geben wir den Leuten einen Link zu einem Widget für Ihren Blog an die Hand und noch dazu eine 80%ige Beteiligung an den Werbeumsätzen auf den Bookmarks – es spräche also wirklich nichts dagegen einen “Bookmark Roll” auf dem eigenen Blog anzubieten. Soweit ich weiss bieten andere Service wie Delicious sogar direkt WP Plugins dafür an (Eigennotiz: WP Plugin erstellen, anbieten)… Warum wird das also nicht viel häufiger genutzt?
Was ich persönlich noch ein bisschen vermisse in der Diskussion: Warum sollte ich z.B. als neuer Blogger einen Robert oder einen Don verlinken? Einen Backlink bekomme ich eh nicht und die Blogs sollen so gesehen auch schon fast jedem bekannt sein. Viel eher “digge” und verlinke ich doch bisher unbekannte Blogs?!
Was ich allerdings kritisch sehe ist die “Kanabilisierung der Bloggerszene in Deutschland”, so wie sie Frank Westphal (http://blog.rivva.de/) mal beschrieben hat (Kramkram, Mist, Link nicht zur Stelle grade!), also die Tatsache, dass wirkliche Quellen nicht mehr genannt, geschweige denn verlinkt werden. Diese Geschichte halte ich für wirklich problematisch. Ich finde, dass wir alle es zu unserer Pflicht machen sollten evt. auf die ursprüngliche (amerikanische) Quelle zu linken, aber gleichzeitig auch einen Verweis einfügen sollten “Via: Blog-xyz.de”…
Das mit den Blogroll-Links auf bekannte Blogger, die sowieso nicht zurücklinken, hatte ich ja schon angesprochen. Ja, vielleicht sollte man die Blogroll ganz bewusst für Blogs reservieren, die weniger bekannt, aber die im engeren Umfeld stehen. Ich habe z.B. die meisten derjenigen verlinkt, die irgendwie an der Studie beteiligt waren oder irgendwie kooperiert haben – wobei da noch einige Links sind, die ich reingenommen habe, weil ich die Blog-Inhalte gut finde, wie z.B. Jarvis.
Ich hatte den del.icio.us-Feed hier auch schon drin, aber der sah so grauenhaft aus, und ließ sich nicht ändern, dass ich ihn wieder rausgenommen habe. Aber hinsichtlich der Links sollte ich das doch wieder tun. Es ist einfach eine Art der Anerkennung.
Dass eure Nutzer das nicht tun, kann ich gar nicht verstehen. Vielleicht hat das was damit zu tun, dass das Bewusstsein, über Links Anerkennung zu vermitteln, immer noch nicht wirklich da ist.
Ich nehme mich beim Wort – und habe die Blogroll radikal überarbeitet. Sämtliche Interviewpartner, die sinnvoll verlinkbar sind, sind nun drin.
Christiane Schulzki-Haddouti schrieb:
Ich habe diese Bemerkung zum Anlass genommen (na ja, nicht nur, das Thema finde ich schon länger interessant), mir über den Verpflichtungscharakter gegenseitiger Verlinkungen in Bloggrolls Gedanken zu machen: Gültigkeit der Reziprozitätsnorm in der Blogosphäre oder „Verlinkst Du mich, dann…”.
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