Der Unterausschuss Neue Medien des Deutschen Bundestages hat heute die Protokolle zum Expertengespräch “Online-Journalismus” online gestellt. Damit wird ein Teil der Diskussion, wie gehofft und gefordert, transparent. Am schönsten fand ich Mercedes Bunz’ eher knappe Stellungnahme, in der sie schrieb:
Die Arbeit des Journalisten verschiebt sich. Anstelle ein Stück zu verfertigen, schiebt der Netzwerk-Journalist Debatten an und begleitet sie. Vom Produkt zum Prozess: Hier wird in Kollaboration mit dem Leser recherchiert, verbessert, diskutiert und Meinung gebildet. Und hier wird Journalismus auch kontrolliert und auf seine Qualität geprüft.
Was mir gefallen hat, ist, dass sie nicht mehr vom “Online-Journalist”, sondern vom “Netzwerk-Journalist” schreibt – der im Wesentlich dem Diskurs verpflichtet ist.
P.S. Herzlichen Dank an Andreas Bittner, der als einziger der von mir angeschriebenen Sachverständigen mich nun heute auf die Veröffentlichung hingewiesen hat. Eine ausführlichere Würdigung der Beiträge erfolgt in Bälde. Einen Überblick über weitere Kommentare und Verweise gibt Rivva. Danke also auch an seinen Entwickler Frank Westphal


Gemach gemach, irgendwoher muss die Nachricht ja auch kommen, oder? Ich habe nichts gegen Debatten, aber auch der Onlinejournalist darf, soll und muss recherchieren und eben nicht die Pressemitteilung online stellen und dann dem Leser überlassen, ob er darüber reden mag oder nicht.
Im Prinzip ist die Diskursorientiertheit doch nichts Neues, gute Zeitungen haben sich immer dadurch ausgezeichnet, anregend und gesellschaftlich relevant zu sein. Das Internet ermöglicht das nur in einem noch viel höherem Maße. Und die Recherche ist meiner Meinung nach sogar eine Grundbedingung dafür.
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