Über die (un-)mögliche Professionalisierung wissenschaftlicher Blogs

Wenn Wissenschaftler damit beginnen, ihre Gedanken und Notizen in Blogs niederzuschreiben, so bleibt das nicht folgenlos. Wissenschaftliche Blogs, die auch hierzulande zusehends populärer werden, verändern etwas – sie verändern die Wissenschaftskommunikation, die bloggenden Wissenschaftler selbst, das öffentliche Bild von der Wissenschaft und schließlich auch die Blogosphäre.

Gerade der Blogosphäre – bisweilen als “Bühne für das geistige Prekariat” geschmäht (vgl. hier) – konnte im Prinzip nichts besseres passieren, als daß sie durch wissenschaftliche Blogs bereichert wird. Nun stellt sich die große Frage, wie es mit der wissenschaftlichen Blogszene weitergeht.

Nachdenken über die Zukunft wissenschaftlicher Blogs

Denn noch sind Wissenschaftsblogs Zufalls- und Gelegenheitsprodukte. Es sind öffentliche Notiz- und Forschungstagebücher, die eher sporadisch mit Inhalten gefüllt werden, wenn andere (Lehr- und Forschungs-)Verpflichtungen noch Zeit lassen. Bislang sind wissenschaftliche Blogs ein faszinierender Spielplatz, der einzelnen Bloggern viel, dem konventionellen akademischen Zirkus allerdings wenig bedeutet.

Denn wissenschaftliche Reputation lässt sich ehrlicherweise derzeit über wissenschaftliche Blogs kaum erwirtschaften. Bis es möglicherweise soweit ist, können sich die Wissenschaftsblogger damit trösten, daß Blogs hervorragend auch zum wissenschaftlichen Identitäts- und Beziehungsmanagement geeignet sind (vgl. hier).

Ist eine Professionalisierung denkbar?

Aber wohin führt der Weg, den wissenschaftliche Blogs nehmen? Ist eine Professionalisierung (in welcher Form auch immer) wissenschaftlicher Blogs wünsch- und denkbar? Und falls ja: um welchen Preis?

Wer sich einer Antwort auf die Frage nach der künftigen Entwicklung wissenschaftlicher Blogs annähern will, der muß zunächst zwei andere (Kardinal-)Fragen beantworten können. Und zwar: “Wer schreibt?” und “Für wen?” Oder anders: Wer soll die Inhalte liefern und gibt es überhaupt ein Publikum?

Wissenschaftsblogs sind (noch) ein Nischenphänomen

Bislang sind wissenschaftliche Blogs hierzulande ein Nischenphänomen. Im Vergleich zu den USA, wo etwa allein “Scienceblogs.com” mehrere Millionen PageViews pro Monat generiert, werden die deutschsprachigen Wissenschaftsblogs (noch?) kaum von einem größeren Publikum wahrgenommen. Daß es dieses Publikum prinzipiell gibt, darüber besteht m. E. kein Zweifel.

Aktuelle Erhebungen zeigen dann auch, daß wissenschaftliche Themen bei einem nicht geringen Teil der Bevölkerung auf großes Interesse stoßen. Auf die Frage “Wie stark interessieren Sie sich in Zeitschriften für das Thema Wissenschaft und Technik?” antworteten zuletzt rund 20% aller Befragten (Datenquelle: Typologie der Wünsche), daß sie sich für solche Themen interessieren bzw. sehr interessieren.

Wie sieht das Publikum aus?

Auffallend ist, daß das Interesse bei den höheren Einkommensgruppen steigt. Bei den Befragten der höheren Einkommensklassen sind es schließlich ca. 30%, die ein hohes Interesse an Wissenschaftsthemen haben. (Beide Schaubilder: statista.org)

Interesse an wissenschaftlichen Themen

Und auch Zahlen aus Allensbach (AWA-Online) bestätigen diesen Zusammenhang: je höher das Einkommen, desto stärker das Interesse an Wissenschaft:

Interesse an Wissenschaftsthemen

Ist es nicht erstaunlich, daß im Onlinebereich diese hohe Affinität der bestverdienenden Bevölkerungsgruppen zu wissenschaftlichen Themen sich noch nicht in einem speziellen Angebot niedergeschlagen hat? Wieso liefern (fast) alle Nachrichtenportale fade Einheitskost, wenn es um Wissenschaftsberichterstattung geht?

Die Chance für Wissenschaftsblogs

Egal, denn: diese Zahlen belegen, daß es prinzipiell ein Publikum gäbe. Kein Wunder: denn wir leben unbestreitbar in einer Wissenschaftsgesellschaft. Die zentralen gesellschaftlichen Kontroversen, egal ob der Streit um die Gentechnik, die Risiken von Handystrahlung oder die Debatten um den Klimawandel, sind wissenschaftlich imprägniert. Wer sich in diese Debatten einschalten will, braucht wissenschaftliche Argumente oder wenigstens Argumente, die sich als wissenschaftlich ausgeben.

Und wo ließen sich solche Debatten lebendiger, spannender und ertragreicher führen als in wissenschaftlichen Blogs?

Und das Zielpublikum läßt sich (zumindest grob) abschätzen: es handelt sich um 20-30% der Bevölkerung, gut ausgebildet, vorrangig mit akademischen Hintergrund und höheren Gehältern. Insofern ist es fast schon tiefgestapelt, daß zum Start der deutschen Scienceblogs-Plattform als sog. Premium-Zielgruppe (“Leonardos”) nur rund 3% der Bevölkerung genannt wurden. (vgl. die Studie von Burda Research & Development)

Wenn es also das Publikum irgendwo da draußen gibt, so muß geklärt werden, wer überhaupt die Inhalte für wissenschaftliche Blogs liefert. Genügt es, um eine bestimmte kritische Masse zu erreichen und Wissenschaftsblogs “populär” zu machen, wenn Wissenschaftler gelegentlich ihre Notizen in ihren privaten Weblog schreiben?

Wer liefert den Content?

Ich halte in diesem Zusammenhang die Unterscheidung zwischen Wissenschaftlern, die bloggen und Wissenschaftsbloggern für hilfreich und notwendig. Und für ein erfolgreiches Wissenschaftsblog-Portal (vorausgesetzt, man strebt dieses Ziel an) ist, so meine These ein gesunder Mix zwischen beiden Gruppen notwendig.

Und um die beiden Gruppen nochmals klar zu spezifizieren:

  • Bloggende Wissenschaftler sind in ihrem Haupt- und Brotberuf an Universitäten oder außeruniversitären Forschungsinstituten tätig. Es sind also diejenigen, die die potentiellen Blogleser direkt am wissenschaftlichen Alltag teilhaben lassen. Diejenigen, die einen Einblick in das innere der Elfenbeintürme geben können. Bloggen ist aber für diese Gruppe eine Nebenbeschäftigung. Die Beitragsfrequenz schwankt und ist vom wechselnden Zeitbudget des einzelnen Wissenschaftlers abhängig.
  • Daneben gibt es Wissenschaftsblogger, die – meist mit journalistischem Background – aktuelle wissenschaftliche Themen kommentieren und diskutieren. Das wäre dann u.U. die Gruppe, die wissenschaftliches Bloggen quasi “professionalisiert”.

Ich denke, daß klar geworden ist, daß es a) eine hinreichend große und attraktive Zielgruppe und es b) auch die notwendigen Blogautoren gibt. Doch die letzte Frage, die sich anschließt lautet: wie kann es gelingen, das Publikum auf “Wissenschaftsblogs” aufmerksam zu machen, wie kann hier Aufmerksamkeit erzielt werden und wie wird das alles finanziert?

Weshalb die Orientierung an PageImpressions destruktiv ist

Das Dilemma bei der Sache: die klassische Reichweitenorientierung im Onlinebereich, ist insbesondere im Kontext wissenschaftlich ausgerichteter Blogs ungeeignet, sinnlos und destruktiv. Die übliche Orientierung an PageImpressions bleibt notwendigerweise blind für das spezifische Nutzungsprofil, wie es eben Wissenschaftsblogs auszeichnet.

Denn wissenschaftliche Blogs sind Einladungen zum Denken! Und wer einen anregenden wissenschaftlichen Blogartikel liest, der sitzt eben 5 oder auch 10 Minuten vor dem PC, ohne daß er weiterklickt. Dieser Leser – und es handelt sich (s.o.) um ein hochattraktives Publikum – nutzt also ein Medium, das ihm einen hohen Informations- und Nutzwert liefert, jedoch bleibt diese Tatsache “unsichtbar”, da kaum nennenswert PageViews erzeugt werden.

Insofern muß ich Peter Hogenkamp zu 100% zustimmen, wenn er sagt:

“Alle beklagen, dass man zu sehr Page-Impressions-fixiert sind, und dann machen alle Klickstrecken – absurd. Zum Glück gibt es nun die Initiative der AG Social Media von Benedikt Köhler. Ich hoffe sehr, dass etwas dabei herauskommt. Wir brauchen vielleicht nicht mal einen fundamental anderen Ansatz, aber es ist doch ein Unterschied, ob jemand eine Analyse von Göldi zehn Minuten lang liest, die aber nur als eine Page Impression gewertet wird, oder ob er die gleiche Impression bei der “Süddeutschen” mit den 100 besten Biersorten oder mit Dekollet-Raten auslöst.”

Wenn wir nicht einsehen, daß die ausschließliche Orientierung an den PageImpressions den Besonderheiten der Blognutzung zuwiderläuft, dann wird ein riesiges Potential verschenkt. Der Tanz um das “Goldene Traffic-Kalb” verhindert, daß sich vielversprechende Formate etablieren können.

Solange es in den Köpfen der werbetreibenden Industrie nicht angekommen ist, daß die aktuell dominierenden Nachrichtenportale reine Klickzahlenmaximierungsmaschinen sind, solange werden es wissenschaftliche Blogs schwer haben. Wenn erkannt wird, daß wir raffiniertere Kennwerte (Nutzungsdauer, Frequenz, Nutzungsaktivität, Nutzungszufriedenheit etc.) brauchen, dann haben Portale wie die SciLogs oder Scienceblogs eine Chance.

About Marc Scheloske

Sozialwissenschaftler, Journalist und Wissenschaftsblogger. Er bloggt in der Wissenswerkstatt und betreibt das Wissenschafts-Caf, in dem ber 100 wissenschaftliche Blogs versammelt sind. Auerdem ist er Mitarbeiter von Scienceblogs.de und dort u.a. bei Neurons zu lesen.
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27 Responses to Über die (un-)mögliche Professionalisierung wissenschaftlicher Blogs

  1. Pingback: Wissenswerkstatt | Gedanken zur Zukunft wissenschaftlicher Blogs ::: Bemerkenswerte Blog-Geburtstage ::: Querverweise | Werkstatt-Ticker 38

  2. Matthias says:

    Das Problem der Blogs in Deutschland sind eher die fehlenden Leser. Anders als in den USA, wo Blogs weithin akzeptiert sind, führen sie in Deutschland nach wie vor ein Schattendasein am Rande der klassischen (Print-) Medien. Diesem Phänomen entkommen bislang auch nicht die Wissenschaftsblogs.

    Und um mehr Leser für das Medium “Blog” zu bekommen, müssten hierzulande prominente Persönlichkeiten (auch Wissenschaftler!) endlich anfangen selbst zu bloggen. Das brächte Aufmerksamkeit und Credibility. So aber steckt der Karren bei uns ziemlich fest und es scheint mir, als ob die Durchsetzung von Blogs eine Frage der Generationen wird.

    Müssen wirklich erst “die Jungen” den Marsch durch die Institutionen durchlaufen, bis Blogs auch in Deutschland etabliert sind und die Forscher nicht mehr darauf schielen, ihr Wissen in gedruckter Form in der Edition Suhrkamp unterzubringen? Ich hoffe, es widerlegt mich jemand…

  3. Pingback: Wann erkennt die Wissenschaft den Nutzen von Blogs? » Text & Blog – Das Weblog von Markus Trapp

  4. Tobias says:

    Ich stimme Matthias zu: Eine noch so lange Verweildauer auf meinem Blog und zufriedene Leser führt zu gelegentlichem Lob in den Kommentaren. Sehr viel mehr Leser werden es dadurch aber nicht. Ob Wissenschaftsblog, Watchblog, Spartenblog oder Gemeinschaftsblog: ich habe das Gefühl dass sich deutsche Internetnutzer generell schwerfällig den Blogs annähren.

    Ausser der Steigerung der “Awareness” für Blogs durch prominente Blogger, wie von Matthias oben angesprochen, könnten möglicherweise auch gerade Blogplattformen wie die ScienceBlogs oder SciLogs durch traditionelles Marketing profitieren. Die Zielgruppe für Wissenschaftsblogs ist ja relativ klar umrissen und es käme auf einen Versuch an, die Zahl der Leser durch gezielte Werbung in Printmedien zu erhöhen, oder beispielsweise durch Sponsoring von Vorträgen und Parties an Unis und FHs.

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  6. Christiane says:

    Ist es denn nicht denkbar, die monatlichen Unique User als Zielgruppe für das entsprechende Blog-Thema zu deklarieren und auch hier ähnlich den Wissenschaftszeitschriften eher klassische Werbung im Sinne von Bannern, aber vielleicht auch als Werbung gekennzeichnete Werbebeiträge zu schalten? Aber das erfordert, fürchte ich, eine dedizierte Vermarktung mit persönlicher Ansprache. Ein Wissenschaftsblogger allein wird das nicht stemmen können. Und die Betreiber der Blogportale dürften sich nicht als Konkurrenten sehen, sondern als Partner in gemeinsamer Mission – nämlich die Werber vom Wert ihrer Inhalte zu überzeugen.

  7. Zunächst vielen Dank für die ersten Antworten und Anmerkungen. Zu den einzelnen Punkten:

    @Matthias:

    Du schreibst:

    “Das Problem der Blogs in Deutschland sind eher die fehlenden Leser. Anders als in den USA, wo Blogs weithin akzeptiert sind, führen sie in Deutschland nach wie vor ein Schattendasein am Rande der klassischen (Print-) Medien.”

    Und argumentierts weiter, daß hierzulande schlicht die “prominenten” Wissenschaftler mit eigenen Blogs fehlten…

    Im ersten Punkte gebe ich Dir vollkommen Recht – ich hatte ja genau dasselbe geschrieben:

    “Bislang sind wissenschaftliche Blogs hierzulande ein Nischenphänomen. Im Vergleich zu den USA, wo etwa allein “Scienceblogs.com” mehrere Millionen PageViews pro Monat generiert, werden die deutschsprachigen Wissenschaftsblogs (noch?) kaum von einem größeren Publikum wahrgenommen.”

    Hinsichtlich Deiner zweiten Anmerkung muß ich allerdings widersprechen, denn es gibt durchaus prominente, renommierte Wissenschaftler, die bloggen.

    Nehmen wir nur mal den naturwissenschaftlichen Bereich – einer der größten “Stars” der Szene, der auch in der Öffentlichkeit bekannt ist, ist der Quantenphysiker Anton Zeilinger. In populären Medien wird er meistens als der Professor bezeichnet, der “beamen” könne. Natürlich Blödsinn, aber er ist immerhin derjenige, dem als Erster die sog. “Quantenteleportation” gelang. Und Zeilinger bloggt – nämlich hier.

    Nehmen wir ein zweites Feld, die Klimaforschung. Hier kennt man m.E. zwei Wissenschaftler. Einerseits Mojib Latif, andererseits Stefan Rahmstorf. Und Stefan bloggt – nämlich hier.

    Oder ein Autor vieler Wissenschaftsbestseller – nämlich der Konstanzer Wissenschaftshistoriker Ernst Peter Fischer. Er bloggt – hier.

    Ich könnte noch weitere anführen – natürlich sollten es deutlich mehr sein. Würde mich freuen – aber es gibt bloggende Profs mit sehr guten Namen (findet man u.a. im Wissenschafts-Caf. Daran liegt es m.E. nicht.

    Oder an welche Kategorie von Wissenschaftlern hattest Du gedacht?

  8. @Tobias:

    Ich kann Deine etwas skeptisch-resignative Haltung teilweise gut verstehen, wenn Du schreibst:

    “Eine noch so lange Verweildauer auf meinem Blog und zufriedene Leser führt zu gelegentlichem Lob in den Kommentaren. Sehr viel mehr Leser werden es dadurch aber nicht.”

    Es stimmt: die Tatsache, daß viele Blogleser ziemlich lange auf den einzelnen Seiten verweilen und (so kann man vermuten) auch ihre Blogvisiten als wertvoll, informativ u.ä. empfinden, ist zwar schön, aber ändert nichts daran, daß “harte” Parameter weniger positiv ausfallen.

    Was ich sagen will: andere Onlineformate erzielen einfach Unsummen an Klicks – das werden Wissenschaftsblogs nicht erreichen.

    Zum zweiten Satz (“Sehr viel mehr Leser werden es dadurch aber nicht.”) muß ich aber einwenden, daß das (zumindest nach meiner Erfahrung) zu kurzfristig gedacht ist. Man erarbeitet sich sein Blogpublikum eher langfristig. Also über Monate hinweg, nicht binnen weniger Wochen.

    Und ob gezielte Werbung in Printmedien geeignet ist, um Aufmerksamkeit herzustellen und neue Leserkreise zu erschließen – darüber muß man nachdenken und es ggf. ausprobieren. :-)

    @Christiane:

    Grundsätzlich denke ich, daß der einzige Weg um (wenn man denn will) Wissenschaftsblogs halbwegs kommerziell erfolgreich zu positionieren nur über den Weg führt, daß man die ausschließliche PageImpression-Fixierung überwindet. Die Zielgruppe und die Nutzungsintesnistät und deren Kontext zählt – nicht das An- bzw. Weiterklicken von Webseiten!

    Auf dieser Grundlage läßt sich dann durchaus (behaupte ich) etwa Bannerwerbung vermarkten.

    Diesen Satz von Dir verstehe ich allerdings nicht:

    “…vielleicht auch als Werbung gekennzeichnete Werbebeiträge zu schalten?”

    Wenn Du etwas ähnliches meinst, wie es wir aus dem Printbereich kennen (also “Werbeblöcke”, die mit kleiner Kennzeichnung “Anzeige” versehen sind, aber ansonsten die Aufmachung des redaktionellen teils “imitieren”) – dann bin ich skeptisch bzw. halte das für nicht sinnvoll.

    Ich sehe tatsächlich Potential im Bereich von Bannerwerbung, die allerdings eben nicht nach Schrotschußmethode, sondern eben auf Portalen wie Scienceblogs oder SciLogs gezielt plaziert werden könnte.

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  10. Christiane says:

    @Marc – Ich denke, um bessere Preise erzielen zu können, müsste man sich im Online-Bereich den Print-Methoden wieder nähern. Pay per Click, Pay per Sale usw. funktioniert nicht wirklich im Interesse desjenigen, der die Werbung zeigt, sondern desjenigen, der die Werbung schaltet. Das machte Peter Hogenkamp ja sehr deutlich.

    Bannerwerbung nur für “Portale”, so lese ich deinen Kommentar, finde ich als Einzelbloggerin natürlich nicht so gut. Und überhaupt kann ich mich mit dem Portalgedanken nicht recht anfreunden. Im Netz ist doch eh nur alles einen Link voneinander entfernt. Es kommt deshalb doch darauf an, wie man sich untereinander vernetzt. Und was wir alle offensichtlich brauchen, ist nicht nur ein inhaltliches Netzwerk (das nicht unbedingt ein dickes Verlagslogo braucht), sondern auch auch Werbe-Netzwerk. Hier kann dann verlegerische Expertise zum Zuge kommen, die Werbung für all die Blogs organisiert, die dies möchten.

  11. @Christiane:

    Du schreibst:

    “Bannerwerbung nur für “Portale”, so lese ich deinen Kommentar, finde ich als Einzelbloggerin natürlich nicht so gut”

    Da habe ich mich mißverständlich ausgedrückt. Ich möchte Bannerwerbung keinesfalls nur für Wissenschaftsblog-Portale reservieren, allerdings halte ich zunächst die Wahrscheinlichkeit für höher, daß man hier die notwendige “kritische Masse” erreicht, um für Werbung attraktiv zu sein.

    Außerdem ist es ja immer eine Frage von Aufwand und Ertrag – soll heißen: wenn ich Stunden investieren muß, um eine Bannerwerbung in meinem privaten Weblog zu plazieren, dann “rechnet” sich das bislang (?!) wohl eher nicht.

    Nochmal: meine Wissenswerkstatt ist ja aus guten Gründen werbefreie Zone. Und ich bin alles andere als ein Freund von Blogs, die sich als Werbeplakatwände verstehen. Allerdings halte ich es für legitim, wenn man bspw. Banner integriert, wo dies sinnvoll ist…

    Und um ganz ehrlich zu sein, hielte ich ein Werbenetzwerk für absolut begrüßenswert. Ich hatte auch schon mehrmals geschrieben, daß ich die Adical-Idee für sehr gut halte – doch leider halte ich die praktische Umsetzung von Johnny, Sascha und Co. für verbesserungsbedürftig.

    Wenn sich jemand mit Erfahrungen im Feld Werbeakquise findet und 5-6 Monate Zeit investiert, ohne daß es währenddessen einen finanziellen Rückfluß, dann bin ich sofort mit dabei – ich behaupte mal, daß viele Blogs des Wissenschafts-Cafs mit im Boot wären und zusammen käme man schon auf Besucherzahlen, die interessant wären…

  12. Christiane says:

    Ich vermute, Adical beerdigt sich gerade selbst – keine Seite ist aufrufbar, selbst der Google-Cache ist entleert. Sascha Lobo ist per Mail nicht kontaktierbar, nur über Twitter. Aber das ist nicht verfügbar. Würde gerne wissen, ob mein Eindruck trügt. Auf jeden Fall wäre der Aufbau eines Werbenetzwerks höchste Zeit. Ist nur die Frage, wer das nun zuverlässig in die Hand nehmen kann.

  13. Angeblich wird ja hinter den Kulissen fleißig gewerkelt, aber die Indizien, die mir vorliegen, machen mich auch nicht gerade optimistisch, was das (frühere) “Adical”-Netz angeht.

    Daß unter “adical” nichts mehr zu finden ist, ist übrigens erklärbar. Da gab es jüngst Streitigkeiten bzgl. der Namensrechte. Leider gab es dann wieder einen kuriosen Schnellschuß, nämlich die Absicht das Projekt in “nads” umzubenennen. Ganz aktuell, will man nun unter “adnation” neu starten. Allerdings befindet sich die Website von “adnation” im Wartungsmodus.

    Alles (wenn man bedenkt, daß da Menschen tätig sind, die ansonsten durchaus Blog- und Buchprojekte stemmen können) etwas befremdlich – macht einfach keinen wirklich professionellen Eindruck. :-(

  14. Christiane says:

    Na, die nächste Namensänderung steht dann wohl schon aus – Adnation scheint ja von Blognation rein phonetisch nicht allzuweit entfernt zu liegen ….

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  17. Fischer says:

    Realistisch betrachtet kann man meines Erachtens das Thema (Banner-) Werbung bei Wissenschaftsblogs schlicht vergessen. Diese Form von Finanzierung steht und fällt halt mit der Anzahl der Kundenkontakte, deswegen ja auch die PI-Fixierung dabei. Wir haben ja schon was das Fachpublikum angeht, keine echte Chance gegen Foren. Und bei allgemeinen Besucherzahlen können wir eh nicht mithalten. Niemand zahlt Geld für tausend Kundenkontakte am Tag, wenn er auch zehntausend haben kann, da können wir Blogger uns noch so sehr winden.

    Wissenschaftsblogs bleiben (vorerst) eine brotlose Kunst. Selbst wenn wir Leute dazu kriegen, direkt für die Inhalte zu zahlen (Sponsoring, pay-per-view), wird sich das nicht wirklich rentieren. Es gibt einfach keinen echten Markt dafür.

    Meine € 0.02…

  18. @Fischer:

    Die Tatsache, daß derzeit Onlinewerbung auf die Zahl der Kundenkontakte fokussiert, ist natürlich richtig. Und solange das so ist, braucht man natürlich nicht über Werbekonzepte im Zshg. mit Wissenschaftsblogs reden.

    Allerdings ist ja nicht ausgeschlossen, daß man ein Umdenken herbeiführen kann – denn erstens scheinen mir weniger die PI, sondern die Zahl der UniqueUsers entscheidend. Dann spielt m.E. sowieso die Nutzungsqualität eine Rolle und Feedleser sollte man ebenfalls nicht vergessen. Insgesamt werden Blogs bislang systematisch unterschätzt – ob sie (wenn man die Einschätzung korrigiert) dann für Werbung attraktiv sind, müßte man einfach sehen…

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  20. Fischer says:

    @Marc:
    Sehe ich im Grunde auch so. Man kann über Wissenschaftsblogs schon sehr hochwertige Kundenkontakte bekommen und dieses Potential wird auch unterschätzt. Aber man darf halt nicht vergessen, dass wir keinen Exklusivzugriff auf diese Klientel haben, wir haben kein Mo0nopol auf Qualität und kein Monopol auf Glaubwürdigkeit.

    Oder ganz konkret: Ich denke, mein Fischblog ist von Nutzungsprofil, Demographie der Leserschaft und Glaubwürdigkeit der Plattform her als Webeträger wesentlich interessanter als die Klickraten suggerieren – aber mit chemieonline.de kann ich nicht konkurrieren, da liegen Welten zwischen.

    Wenn wir als Fachblogger die Werbung wollen, müssen wir die Fachforen einholen. Und ich denke nicht, dass das in absehbarer Zeit passieren wird.

    Was das Sponsoring angeht, da bin ich inzwischen aus gegebenem Anlass etwas optimistischer geworden. Aber da ist eben die Frage, was man dafür aufgeben müsste.

  21. Pingback: Tag des Wissenschaftsjournalismus: Wissenschaftsblogs « Das Textdepot

  22. Ich glaube eher an Sponsoring und langfristige Partner (auch wenn ich sie selbst noch suche).

    Warum? Zum einen der long tail: Gerade wissenschaftliche Themen werden ergoogelt, das heisst Beiträge haben eine lange Lebens- und Lesezeit. Unternehmen A hat also bei einem Jahressponsoring die Möglichkeit, viele Kontakte zu bekommen. Das ist bei einem Banner für einen Monat anders.

    Zum anderen kann ein Sponsoring auch eine Spirale in Gang setzen: Das Unternehmen kann nämlich die Inhalte auch bei sich anbieten oder anteasern, zumindest das Blog bewerben und somit wieder Leser zuführen. Da haben letztlich beide etwas von.

    Im übrigen bin ich nicht einmal so sicher, ob (Wissenschafts)-Blogs gelesen werden oder nicht. Woher kommen die Zahlen? Aus Kommentarvergleichen (dann werden einige Zeitungen auch nicht gelesen, wenn man nur die Zahl der Leserbriefe heranzieht), aus hereinkommenden Links (eher brauchbar, wenn auch kein Indiz auf Leser, sondern nur auf bloggende Leser). Aber welcher Blogger veröffentlicht denn schon seine tatäschlichen Zugriffe? Da wird es dann interessant.
    (Mein Wissenschafts-Podcast hat im Schnitt 4000 Hörer pro Sendung. Diese Zahl kumuliert über einen Zeitraum von 4 Wochen)

  23. Christiane says:

    Meine Zugriffszahlen sind über Sitemeter und Blogoscoop offen einsehbar. Ich bin überzeugt, dass so eine Offenheit notwendig ist, um auch irgendwann wirklich angemessene Unterstützung über Anzeigen, Sponsoring u.ä. erzielen zu können. Wobei das allerdings auch noch nicht viel aussagt. Würde ich jetzt über GoogleAds Nutzer einkaufen oder über Kooperationen mit großen Portalen zusätzliche Nutzer zu mir ziehen, würde das nichts darüber aussagen, ob ich damit auch wirklich die intendierte Zielgruppe anlocke.

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  25. Alexander Missal says:

    Interessant zu diesem Thema folgender Artikel aus dem “New Yorker”:
    http://www.newyorker.com/reporting/2008/07/21/080721fa_fact_wallacewells
    Um Blogs geht es etwas weiter hinten in dem Stück, das aber insgesamt sehr lesenswert ist.

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