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Erst publizieren, dann filtern

Von Christiane Schulzki-Haddouti • 07.Juli 2008 • Kategorie: Medien

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In ihren mutmaßlich letzten Tagen läuft die Redaktion der Netzeitung jeden Tag zu neuen Höhepunkten auf. Großartig war jedenfalls das Interview mit Robin Meyer-Lucht. Das hat mir so gut gefallen, dass ich es am laufenden Band hier zitieren könnte. Es geht um die Zukunft der Medien, der Tageszeitungen – und streift jeden wichtigen Aspekt der Debatte. Am längsten blieb bei mir der Satz hängen:

Das Internet kann und muss alle Informationen aufsaugen und dann an die jeweilig interessierten Nutzergruppen weiterleiten. In der klassischen Medienwelt gilt: erst filtern, dann publizieren. In der neuen Medienwelt ist es umgekehrt.

Und gut gefallen hat mir auch folgender Satz in seiner Schärfe:

Derzeit gibt es allein etwa 30 überregionale Akteure wie «Focus Online», «Stern.de», «n-tv.de», «Spiegel Online» oder «Sueddeutsche.de», die alle mehr oder weniger dasselbe anbieten. Sobald der Online-Werbemarkt nicht mehr signifikant wächst, wird es zu Konsolidierungen kommen. Diejenigen, die übrig bleiben, werden dann auch bessere Renditen erzielen.

Titelbild: H.-D.N.: Zeitungskiosk DDR

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7 Kommentare »

  1. Hallo Christiane,

    sorry, wenn ich hier etwas viel kommentiere, aber genau zu diesem Thema:

    “Das Internet kann und muss alle Informationen aufsaugen und dann an die jeweilig interessierten Nutzergruppen weiterleiten. In der klassischen Medienwelt gilt: erst filtern, dann publizieren. In der neuen Medienwelt ist es umgekehrt.”

    … suche ich seit drei Monaten Mitstreiter (insb. Programmierer) für ein kleines Webprojekt, dass die zielgruppengerechte Verteilung von News fördern soll. Wenn also ein Interessierter über diesen Kommentar stolpert, melde er sich doch gerne unter info /a/ quartier-nord /./ de

  2. Kein Thema – das Blog soll ja kommunikativ sein :)

    ?
  3. Mir gefällt ja vor allem diese Passage, die du auch zitierst:

    Derzeit gibt es allein etwa 30 überregionale Akteure wie «Focus Online», «Stern.de», «n-tv.de», «Spiegel Online» oder «Sueddeutsche.de», die alle mehr oder weniger dasselbe anbieten.

    Genau das ist doch das frustrierende. Online ist die Zukunft und statt hier experimentierfreudig auch verschiedene Formate zu testen, das eigene Profil zu schärfen u.ä. machen (fast) alle “Großen” nur Einheitskost von der Stange. Da lobe ich mir dann wiederum Blogs. ;-)

  4. Ja, die guten Blogs leben vor, wie man Zielgruppen erreicht. Diese austauschbaren News-Portal-Konzepte werden sich früher oder später überleben. Ich glaube, es war Scott Karp, der einmal sagte: Wenn jede Nachricht nur einen Klick weit entfernt ist – warum dann die selbe Nachricht in hunderten von Varianten publizieren. Was macht das für einen Sinn? Im Internet: Keinen. Deswegen glaube ich übrigens auch nicht an Blogs, die sich nur als bessere News-Aggregatoren verstehen und kommentierte Links setzen.

    ?
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