Zenhabits hat einen sehr schönen Beitrag über die Art und Weise des modernen Arbeitens verfasst. Er gefällt mir, weil er in 12 Regeln die Friktionen zwischen dem alten Arbeiten und dem neuen Arbeiten mit “kooperativen Technologien” gut und anschaulich beschreibt.
Besonders gefallen haben mir angesichts der anschwellenden Informations- und Kommunikationsfluten 4 Tipps für ein einfacheres und fokussiertes Arbeiten. Sie beginnen mit dem Vorschlag, das mit dem “Getting Things Done” (GTD) doch einfach sein zu lassen. Bei GTD geht es um die Priorisierung von Aufgabenlisten und dem zügigen, sturen Abarbeiten. Zenhabits meint aber:
“Don’t process everything — focus on what’s important to you.”
Damit einher geht eine drastische Aufgabenreduzierung. Nur das überhaupt als Aufgabe anerkennen, was persönlich wichtig ist:
“Focus on the few tasks that make the most difference — to your company, to your career, to your life. Simplify your task list“.
Und Musik in meinen Ohren ist der Satz, der danach folgt:
Meetings (usually) suck.
Es gibt in der Tag es nichts Entnervenderes als endlose Besprechungen, die mit etwas enden, was man in drei Zeilen zusammenfassen kann. Das scheint mir eine nahezu unethische Verschwendung an Lebenszeit zu sein. Meetings lassen sich aber auch als sozial akzeptierte Prokrastinationstechnik verstehen:
“Meetings are indispensable when you don’t want to do anything.” – John Kenneth Galbraith
Eine besondere Abneigung habe ich als hart zeitkalkulierende Mutter gegen Meetings, für die man sich mehr als zwei Stunden in den Zug setzen muss (Hin- und Zurückfahrt eingerechnet!) , um in einer Stunde Dinge zu besprechen, für die man lediglich einen formalen Gruppenkonsens herstellen musste! Oder für die einfach ein Telefongespräch gereicht hätte. Der Tipp von Zenhabits:
Instead, learn to accomplish the tasks of a meeting through an email, a quick phone call, a quick and focused IM, an online group chat if necessary. Collaborate through online tools, such as those mentioned above. Keep meetings to a bare minimum. Sure, you still need to socialize with people, and have actual conversations, but boring and useless meetings aren’t the best way to do that.
Und schließlich noch ein Wort zur verbreiteten Meinung, dass Multi-Tasking produktiv ist, obgleich es rein physiologisch gar nicht möglich ist. Die Aufmerksamkeit liegt nämlich immer nur auf einer Sache. Multi-Tasking ist daher einfach nur ein schnelles Hin- und Herschieben des Aufmerksamkeitsfokus, was aber alles andere als produktiv, und in Kommunikationssituationen überdies auch noch unhöflich ist:
Today, more and more people are realizing that when you constantly switch between tasks, you get very little done. You actually tend to procrastinate on the important stuff, and use multi-tasking as a way to postpone doing things.
Instead, simplify, identify the essential, and learn to focus on one task at a time.


Schöner Beitrag, vielen Dank! Damit werde ich mich ausführlicher befassen. Übrigens: nach den Kriterien für Meetings müsste man Elternabende in der Schule schon mal per se sausen lassen…
Ja, da könnte ein Kick-off-Meeting genügen und mit konstanter Wiki-Arbeit vielleicht mehr erreicht werden.