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“Die Revolution des WWW” – Interview in Storyboard

Von Christiane Schulzki-Haddouti • 15.Oktober 2008 • Kategorie: Interview

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Meine Kollegin Kerstin Hoffmann hat ein kleines Skype-Interview mit mir geführt. Wir kannten uns etwa schon seit zehn Jahren aus dem Journalistennetzwerk Jonet!, doch erst seitdem wir bloggen, wissen wir genauer, was jede so macht und denkt!

In meiner Erklärung meines Blog-Untertitels “Kooperative Technologien in der sozial-medialen Revolution” habe ich mich zur Aussage hinreißen lassen, dass ich das Internet respektive das Web 2.0 nicht als Evolution, sondern im historischen Kontext durchaus als Revolution sehe. Auch Gutenbergs Druckerpresse hatte ja nicht an einem einzigen Tag den durchschlagenden Erfolg erzielt.

Mehr dazu und noch einiges mehr darüber, warum ich mit dem Bloggen angefangen habe (“Schuld ist der Kollege.”) und was mir persönlich die KoopTech-Studie gebracht hat (“Mehr Einblick in meine berufliche Zukunft als Journalistin”) in Kerstins Storyboard, das übrigens sehr diszipliniert (“Respekt!”) “täglich frisch” mit interessanten Interviews, Hinweisen und sehr, sehr nützlichen Workshops bestückt wird!


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5 Kommentare »

  1. Interessanterweise haben wir auf dem BarCamp Munich auch darüber diskutiert, ob Web 2.0 / Enterprise 2.0 eine Evolution oder eine Revolution darstellt.

    Wir kamen zu der Überlegung, dass es sich bei den Technologien und einzelnen Diensten meistens um evolutionäre Änderungen handelt. Aber durch die schiere Masse, die explosionsartige Verbreitung (z.B. ermöglicht durch DSL, Mobile) und die Kombination all der neuen Möglichkeiten erlangt das neue Web eine revolutionäre Qualität.

  2. Das ist gut formuliert. So sehe ich das auch. Bereits die frühesten Internetdienste bieten einen differenzierten Austausch von Informationen zwischen einem und mehreren Nutzern. Die große Motivation für die Nutzung der Dienste ist von Anfang an die orts- und teilweise auch zeitunabhängige Kooperation mit anderen Menschen. All das, was wir heute haben, hat sich evolutionär entwickelt. Übrigens wurde das Web von Anfang an, so sagt auch Tim Berners-Lee als „kollaborativer Raum“ entworfen. Es sei immer darum gegangen, Menschen miteinander zu verbinden:

    “Web 1.0 was all about connecting people. It was an interactive space, and I think Web 2.0 is, of course, a piece of jargon, nobody even knows what it means. If Web 2.0 for you is blogs and wikis, then that is people to people. But that was what the Web was supposed to be all along.”

    Deshalb finde ich ja auch den Begriff der “kooperativen Technologien”, den u.a. Howard Rheingold so prominent verwendet, richtig. Web 2.0 ist insofern wirklich ein irreführender Begriff, als dass er eine disruptive Entwicklung nahelegt. Aber das war ja nie der Fall.

    Die Wirkung dieser Technologien aber ist revolutionär, da sie so viele Lebensbereiche stark verändert. In unserer Studie, die hoffentlich demnächst frei gegeben wird, zeigen wir, wie kooperative Technologien in allen Bereichen als dynamische, sich rasch weiterentwickelnde Werkzeuge funktionieren. Sie beeinflussen viele Lebensbereiche, in dem sie die Art und Weise der Kommunikation und Koordination, das Planen und Managen, das Teilen und das Entstehen neuer Erkenntnisse sowie die Kollaboration kontinuierlich verändern.

    Was mir in den letzten Tagen auffiel: Angesichts der Finanzkrise und des Versagens des Wettbewerbs wird nun die Kooperation hochgeschrieben. Doch nicht nur, um kurzfristig aus der Krise wieder herauszufinden, sondern auch um nachhaltig die Wirtschaftsentwicklung gestalten zu können. Im Spiegel-Interview fordert Bundespräsident Köhler sogar eine neue kooperative Wirtschaftsordnung. Wunderbar.

    ?
  3. Ich finde es so wunderbar heimtückisch an der Entwicklung des “Web 2.0″, dass über die Hintertür der ständig neuen Implementierungen von technischen Lösungen (“weil es ja so einfach geht und Spaß macht”) die Gesellschaft und die Wirtschaft angeschoben weren und über etablierte Formen von Kommunikation, Koordination etc. (s.o.) nachdenken und auf die Änderungen reagieren müssen.

    Und gerade jetzt wird sich zeigen, wer nur verharrt / absichert und wer innovativ handelt. Bis Politik und Wirtschaft offiziell am System etwas ändern werden wird es bereits geändert worden sein. Es geschieht bereits. Jetzt :-)

  4. Kurz noch ein Link zum Thema Wirtschaft(skrise). Matthias Schwenk hat zur Krise einen Artikel geschrieben (Perspektiven für die Wirtschaft: Die Krise als Chance sehen!):
    http://www.bwlzweinull.de/index.php/2008/10/13/perspektiven-fur-die-wirtschaft-die-krise-als-chance-sehen/

  5. Ich würde dem “Web2.0″ in jedem Fall einen revolutionären Charakter zusprechen. Denn wie oben bereits angemerkt, sind die neuen Möglichkeiten, die sich daraus für alle Lebensbereiche ergeben extrem vielfältig – Allein die neuen Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt: Dass zu jeder Zeit und von überall aus gearbeitet werden kann, hat für die Gestaltung des Arbeistmarktes revolutionäre Auswirkungen. Ich denke, dass sich hier in nächster Zeit noch einiges ergeben wird.

    Noch kurz zur Finanzkrise: Tim O’Reilly hatte vor Kurzem angemerkt, dass gerade Web2.0-Unternehmen von der Finanzkrise stark betroffen seien und hier eine Marktbereinigung stattfinden werde. Nils Dreyer, Gründer einer Internetplattform hat hierzu einen interessanten Beitrag unter http://blog.netjobbing.de/ veröffentlicht.