Die letzten Tage waren bemerkenswert – zum einen häuften sich wieder desaströse Meldungen zur Lage auf dem Zeitungsmarkt, zum anderen zeigte die Berichterstattung zur Präsidentschaftswahl in den USA chronische Schwächen auf.
Großereignisse wie Präsidentschaftswahlen sind, so meint Jeff Jarvis, gehörten zu den schlimmsten Tagen – aus Sicht eines Journalisten:
“Election days are â next to the days after Thanksgiving and Christmas â the worst days of journalism on the calendar. They are âyeah, we knowâ days. People shop. People vote. Tell me something I donât know. Please. This is the journalism of filling space and time.”
Und was ist seine Lösung, sein Rat?
The journalism of links, on the other hand, would dictate that itâs not worth using resources to tell people what they already know because no one will pass that on and passing on is the new distribution chain for news. (People wonât just come to you anyway anymore.)
Zur ökonomischen Krise: Das Anzeigengeschäft spiegelt immer die Erwartungen der Unternehmer wieder. Im Moment sind diese angesichts der tiefen Finanzkrise auf Tiefflug. Die Medienbranche trifft das am Schwersten: Das Traditionshaus Guner + Jahr reagierte als einer der ersten und verkündete letzte Woche von unsicheren Auslandsinvestitionen Abstand zu nehmen. Besetzungen werde es nur im Einzelfall wieder geben, sagte Ingrid Haas, Leiterin Wirtschaftsmedien bei Gruner + Jahr im eben erschienenen “Wirtschaftsjournalist”. Ende des Expansionskurses. Andere deutsche Verlage dürften folgen.
Ebenfalls im eben erschienenen “Wirtschaftsjournalist” mutmaßt Adolf Theobald, dass mit dem kommenden “Abschwung” eine Neuordnung der deutschen Wirtschaftspresse bevorstehen könnte. Er sieht WAchstum nur dann, wenn etwa das Handelsblatt mit der FTD fusioniert, aber da wäre wohl das “störrische” Kartellamt dagegen. Von den G+J-Blättern “Capital”, “impulse”, “Börse online” und “manager magazin” sei nur das “manager magazin” ungefährdet – soweit es den Spiegel-Anteil beträfe.
Ein Blick in die USA zeigt, dass sich dort seit Sommer die Lage noch verschärft hat: Der Marktwert der US-Medienunternehmen ist laut Investmentbank Goldman Sachs um rund 60 Prozent gegenüber dem Vorjahr abgestürzt, berichtete die Frankfurter Rundschau. In Frankreich sieht es nicht unbedingt besser aus. Dort hat sich die Zeitungsauflage halbiert, schreibt die Süddeutsche Zeitung in einem Auftakt zu einem Interview mit Daniel Vernet von “Le Monde”. Sogar bei der Schweizer NZZ ist ein Stellenabbau “im unteren zweistelligen Bereich” geplant, verrät der neue CEO der NZZ AG, Albert Stäheli, dem Branchenblog persoenlich.com.
Zwei Lichtblicke gab es letzte Woche dann doch: Der c’t geht es prima. Auch die letzte Medienkrise von 2002/2003 hatte sie als eine der wenigen Zeitschriften ohne Entlassungen überstanden, berichtete die FAZ in einem Jubelartikel. “Mediashift” erklärte, wie freie Autoren erfolgreich selbst E-Books veröffentlichen können.
Und zum Abschluss erklärt uns das britische ThinkTank “Demos“, das einiges rund um das Thema “soziale Innovation” veröffentlicht hat, noch die “Video-Demokratie”:
Schon vermeldet:


Ein beeindruckendes Video, das die Veränderungen, die uns erwarten und die von der jungen Generation forciert werden, auf den Punkt bringt. Die Empowerment-Chancen, die Web 2.0 bietet, sind großartig.