Instant Awareness für Ringier-Journalisten
Von Christiane Schulzki-Haddouti • 10.Dezember 2008 • Kategorie: Medien932 views • 2 Kommentare
Der Schweizer Medienkonzern Ringier setzt auf eine einheitliche Kommunikationslösung aus dem Hause Nortel und Microsoft. Hansjörg Grolimund, bei Ringier für Kollaboration und Kommunikation zuständig, verspricht sich davon eine “Produktivitätssteigerung um bis zu 20 Prozent, insbesondere für unsere Journalisten”.
Er hat sich wohl deshalb gegen frei verfügbare Lösungen entschieden, da er “die Service- und Support-Leistungen” der Unternehmen schätzt. Die Lösung bietet einen “One-Click-Desktop-Zugang für Video, VoIP, Präsenzmanagement und Instant-Messaging”. Redakteure und Journalisten sollen so effizienter an jedem beliebigen Ort arbeiten und auf wichtige Informationsquellen zurückgreifen können.
Insbesondere hat sich Ringier für die Unified Communications-Lösung der Innovative Communications Alliance (ICA), einer Partnerschaft von Microsoft und Nortel, entschieden. Im Vergleich zu ähnlichen Produkten soll sie recht bedienerfreundlich sein. Für Features wie VoIP, Voicemail, E-Mail, Instant Messaging oder Web-Conferencing sind keine Komponenten von Drittanbietern erforderlich. Anwender brauchen nur eine einzige Telefonnummer für verschiedene Endgeräte wie Desktop-Telefon, Microsoft PC Mobil Client oder Handy. Thomas Marfurt, Geschäftsführer von Nortel Schweiz sagt, dass im nächsten Jahr “3000 Ringier-Mitarbeiter in der Schweiz die neue Lösung nutzen” werden.
Angesichts der aktuellen Diskussion um Zeugnisverweigerungsrechte sowie heimlicher Online-Durchsuchungen, erweiterter Abhörbefugnisse und gespeicherter Kommunikationsverbindungsdaten ist deutschen Verlagen jedoch zu empfehlen, beim Aufsetzen eines brandneuen Kommunikationssystems auch an die Implementierung von Verschlüsselungskomponenten zu denken.
Auch wäre die Integration einer unternehmensweiten Twitterlösung, die auch das fallweise Twittern nach außen ermöglicht, sinnvoll gewesen. Coremedia beispielsweise experimentiert schon seit Monaten mit einer eigenen Twitter-Version. Dies zeigt aber auch, dass es keine Kommunikationslösung gibt, die wirklich alle Wünsche erfüllt. Fraglich ist, ob dies überhaupt wünschenswert wäre, da ein Kommunikationsökosystem aus vielen Komponenten, die rasch aktualisiert werden können, flexibler auf Veränderungen reagieren kann.
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Christiane Schulzki-Haddouti ist seit 2007 auf KoopTech bloggend unterwegs, arbeitet jedoch hauptsächlich als freie IT- und Medienjournalistin.
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Was ist das denn? Das ist imersten Teil eine der üblichen Pressemitteilungen zum hochgehypten Unified Communications Blabla, die man schlicht in die vertikale Ablage weiterleitet (20 Prozent Produktivitätssteigerung sind einfach typisch dämlicher PR-Quatsch)
http://www2.nortel.com/go/news_detail.jsp?cat_id=-8055&oid=100250110&locale=en-US
kombiniert mit modischem Schnickschnack zu Twitter. Das mit demVerschlüsseln lass ich mal außen vor, da Nortel/Microsoft ausweislich ihrer http://www.innovativecommunicationsalliance.com eine best-of-breed Lösung haben, über die sie im Detail nix erzählen. Was bringt Twitter einer Redaktion? Du weißt ja, bei Heise wurde lange drüber gegrübelt und dann verworfen. Und wenn ich die Beispiele sehe, wie Twitter von Redaktionen (nicht von einzelnen Journalisten, die so gaga sind, eine Marke werden zu wollen) eingesetzt wird, dann sag ich nur: Nee, lieber nicht. –Detlef
Warum darf man keine PM in seinem Blog verwursten, wenn News-Dienste das auch tun? Zumal die Beteiligten ja genannt werden. Und vor allem wenn das Thema wirklich passt? Das mit dem typisch dämlichen PR-Quatsch stimmt natürlich auf den ersten Blick – aber es gibt eine Unternehmensstudie, die eine Größenordnung von etwa 18 Prozent angibt. Deshalb habe ich das mal drin gelassen. Da ich solche Maßnahmen immer noch intelligenter finde, als die Leute auf die Straße zu setzen. Auch wenn die Lösung samt Fallstudie von Microsoft kommt
Und wer kann schon belegen, dass die Zusammenlegung von Redaktionen die Sache besser macht? Die Hauptgeschichte für mich ist daher eigentlich: Es gibt hier einen großen Verlag, der investiert und nicht kürzt!
Aber Du hast mich auf ein nächstes Thema gebracht: Produktivitätsstudien. Da muss ich mal weiter suchen!
Das mit Twitter: Man sollte es ausprobieren und einen eigenen Stil finden. Das kann man nicht einfach out of the box entscheiden.