Der sonntägliche Lesehinweis führt heute zu einer interessanten Diplomarbeit von Christian Selz, auf die Peter Zschunke aufmerksam machte. Selz wertete 476 Meldungen und Berichte von dpa, AP, AFP und ddp über die Proteste gegen den G-8-Gipfel in Heiligendamm vom 2. bis 8. Juni 2007 aus. Ergebnis: “Das Verhältnis der Agenturen zur Polizei war deutlich weniger distanziert als … zur Partei der Demonstranten.”
Die im Studiengang Fachjournalistik an der Hochschule Bremen erstellte Arbeit vermutet, dass dies daran liegt, dass die Polizei einen professionelleren Zugang zu den Redaktionen besaß. Letztlich habe dies dazu beigetragen, dass die neutralen Beschreibungen (983) mehr als die Hälfte der gezählten Aussagen ausmachten, doch die negativen Aussagen (559) die positiven (169) deutlich überstieg.
Interessant ist dabei, dass die Reporter sich gleichermaßen um beiden Seiten bemühten. Obwohl jedoch die Demonstranten 506 Mal und die Polizei 500 Mal zu Wort kamen, wurden die Aussagen der Demonstranten wesentlich distanzierter wiedergegeben. Interessant ist hierbei, dass die dpa am häufigsten negativ über die Demonstranten berichtete, während AP einen sehr ausgewogenen Ton wahren konnte.
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Zum gleichen Thema ist bei Campus ein interessanter Sammelband erschienen, der die Heiligendamm-Berichterstattung aus den unterschiedlichsten Perspektiven analysiert:
Dieter Rucht/Simon Teune (Hrsg.): Nur Clowns und Chaoten? Die G8-Proteste in Heiligendamm im Spiegel der Massenmedien. Frankfurt am Main/New York 2008.
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