In vielen Verlagshäusern wird über geeignete Maßnahmen nachgedacht, den erwarteten Gewinneinbrüchen zu begegnen. Anlass, einige in der Berichterstattung der letzten Tage genannte Zahlen zusammenzuführen.
Schnell wird im Vergleich klar: Die WAZ informiert am umfassendsten und daher auch für die Mitarbeiter noch am nachvollziehbarsten, die anderen Verlage geben nur wenige Kennzahlen oder Prognosen frei.
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Zeitung bzw. Unternehmen |
Umsatz 2009 |
Anzeigen 2009 |
Einsparung |
Stellenabbau |
Honorar- und Reiseetats |
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Gruner+Jahr |
k.A. |
dramatische Einbrüche aufgrund des 2. HJ. 2008 erwartet |
k.A. |
118 |
-20 Prozent |
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WAZ (Mantelredaktion + Lokalredaktion) |
-20 bis -30 Mio EUR |
-10 bis -17 Mio EUR |
-22 Mio. Euro |
68 + 207 = 275 (davon Redaktion: 247) |
k.A. |
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Süddeutsche Zeitung |
k.A. |
dramatische Einbrüche aufgrund des 2. HJ. 2008 erwartet |
-15 Mio. EUR (davon 5 Mio. EUR Redaktion) |
k.A. bzw. in Verhandlung |
-20 Prozent |
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Sat 1 |
k.A. |
k.A. |
k.A. |
225 |
k.A. |
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Frankfurter Allgemeine Zeitung |
k.A. |
k.A. |
k.A. |
Einstellstopp |
k.A. |
Quellen:
- http://www.welt.de/politik/article2728962/SZ-empfiehlt-Redakteuren-neue-Lebensplanung.html
- http://files1.derwesten.de/community/pdf/info_der_ma_081206.pdf
- http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,591505,00.html
- http://mmm.verdi.de/archiv/2008/11/titelthema_medienwandel/zeitung_crossmedial
Schon im ersten Halbjahr kündigten sich die Einbrüche in der Auflagenentwicklung an:
Die Stellenkürzungen basieren aber im Wesentlichen auf den Prognosen für den Anzeigenmarkt für 2009. Ein Blick zurück auf das erste Halbjahr 2008 zeigt ebenfalls schon erhebliche Rückgänge in etlichen Anzeigenbereichen. Deutlich wird hier, dass angesichts der Wirtschaftskrise vor allem erhebliche Einbrüche im Bereich der Stellenanzeigen zu erwarten sind – der Bereich, in dem zuletzt noch das höchste Wachstum zu verzeichnen war:
Ein Vergleich mit der Anzeigenentwicklung bei Google bietet sich an dieser Stelle an:

Quelle:
An dieser Stelle sei auch auf den lesenswerten Zahlen-Artikel von Robin Meyer-Lucht verwiesen, der eine Prognose für den Anzeigenmarkt 2009 versucht.
Und zum Abschluss auch noch eine Tabelle zum Nutzungsverhalten der 14 bis 19-Jährigen aus der aktuellen ARD/ZDF-Onlinestudie:
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Interessante Zusammenstellung. Eine Verständnisfrage habe ich: Warum ist die Stellenabbau-Zahl bei der WAZ nur so gering. Auf der Betriebsversammlung hat Hombach die Streichung von 261 Redakteursstellen angekündigt?
Gruß
AX
Siehe das verlinkte PDF, S. 19. Es gibt jedoch auch noch das andere (m.E. weniger wahrscheinliche) Modell, das eine komplette Redaktion schließt.
Es wird wohl sicher keine ganze Redaktion geschlossen werden, jedoch eine Vielzahl von kleinen Lokalbüros. Die Zahl der 261 Redakteure, deren Stellen – ob nun sozial Verträglich oder nicht – gestrichen werden sollen steht. Die meisten von ihnen arbeiten jedoch nicht in einer aktuell noch vier Mantelredaktionen, sondern in den besagten kleinen Lokalredaktionen.
Okay – ich hatte nur den Mantel genannt – dazu kommt aber noch die Lokalredaktion mit 207 – gibt 275 Stellen. Ist oben jetzt ergänzt – laut Mitarbeiterinformation. Die 261 scheinen noch zu wenig zu sein. Oder zu viel, weil angeblich betreffen von den 275 Stellen nur 247 die Redakteure direkt. (vgl. PDF- MA-Info, S. 33)
Ich frage mich nur eben, wenn man diese Zahlen mit der Zielvorgabe von 5 Mio. Einsparungen für die SZ-Redaktion vergleicht – was das wohl für die SZ bedeutet?
Für das Zahlenchaos gibt es einfache Erklärung. Die von der WAZ veröffentlichte Schickler-Studie, ist nur eine – von der Geschäftsführung – beauftragte Analyse inklusive möglicher Lösungsvorschläge. Was die Geschäftsführung nun tatsächlich auf der Betriebsversammlung angekündigt hat, deckt sich nur zum Teil mit den Ergebnissen zu denen die Unternehmensberatung Schickler kommt.
Die Frage nach der SZ ist in der Tat sehr spannend. Auch die SZ wird die Redaktion verkleinern. Bekanntermaßen laufen dort bereits viele Verhandlungen zu Vertragsauflösungen. Die angebotenen Modalitäten sind so gut, dass man davon ausgehen muss, dass einige das Angebot auch annehmen.
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Vielen Dank für diese interessante Zusammenstellung! Die Tendenz in Richtung Internet zeichnet sich immer deutlicher ab. Verlagshäuser und auch Fernsehanstalten haben dabei einen schweren Stand. Doch trotz des ganzen Internetbooms, bleiben Fernsehen und Zeitung, doch immer noch ein wichtiges Informationsmedium.