Bloxpert will Recherche-Kontakthof für Journalisten und Blogger sein

Wenn deutsche Journalisten deutsche Blogger befragen , dann ist fast garantiert, dass immer wieder die gleichen Namen auftauchen: Robert Basic, Thomas Knüwer, Sascha Lobo, Nico Lumma, Stefan Niggemeier  und ein halbes Dutzend weitere. Sie gelten nicht nur deshalb als ”A-Blogger“, weil ihre Blogs am besten frequentiert und verlinkt werden, sondern auch deshalb, weil sie die besten Kontakte zu Journalisten pflegen (oder selbst welche sind).

Doch nicht immer sind für Journalisten die Promi-Blogger oder die einem Journalisten zufällig persönlich bekannten Blogger tatsächlich die besten Ansprechpartner, gerade wenn es um fachliche Fragen oder spezielle Recherchen geht. Doch wie soll man sie finden? Die Fußballfans, die ebenso fachkundig wie leidenschaftlich über Kreisligaspiele bloggen? Die Weinkenner aus den Regionen? Oder die Kochblogger mit Ahnung, die außerhalb ihres Blogs kaum jemand kennt, weil sie nicht als als Gastrokritiker in den Massenmedien zu Wort kommen?

nicole_simonSocial Media Expertin und Buchautorin Nicole Simon (”Twitter – Mit 140 Zeichen zum Web 2.0“) will dieses Problem lösen. Sie hat im Dezember 2008 die Kontaktbörse Bloxpert gestartet, die journalistische Anfragen und Blogger-Expertise auf einer breiteren und systematischeren Basis für beide Seiten kostenfrei zusammenbringen will. Nicole Simon erklärt ihre Motivation, ein solches Netzwerk zu gründen, auf dem Portal:

Jeden Tag suchen Journalisten nach Bloggern, sei es als Interview-Partner oder als Quelle für einen Artikel. Mühsam arbeiten sie sich durch Listen oder Ergebnisse von Suchmaschinen, schreiben eine Handvoll Blogger an – und wissen nicht, ob sie eine sinnvolle Antwort zurückbekommen oder als nächstes ein bitterböses Posting über eben diese Anfrage sehen. Oder das Thema scheint so speziell, daß die Suche aussichtslos erscheint und man sich wieder mit den üblichen Verdächtigen begnügt.

Vorbild für Bloxpert ist der ebenfalls kostenfreie US-Dienst  HARO (Help A Reporter Out) des PR-Experten Peter Shankman, dessen Erläuterung ganz ähnlich klingt:

I built this list because a lot of my friends are reporters, and they call me all the time for sources. Rather than go through my contact   lists each time, I figured I could push the requests out to people who actually have something to say.

Bei Haro sind inzwischen über 50.000 Blogger eingetragen. Sie bekommen dreimal täglich eine Email mit jeweils 15 bis 30 journalistischen Anfragen und können sich überlegen, ob und auf welche Themen sie reagieren wollen.

Das Prinzip von Bloxpert ist ebenso simpel: Teilnehmende Blogger melden sich über ein kurzes Kontaktformular mit Double-Opt-in-Verfahren bei der Plattform an, Journalisten stellen (ohne vorherige Anmeldung) konkrete Anfragen über ein zweites Formular. Momentan sind 30 Blogger eingetragen (die Plattform wurde noch nicht beworben) und ein Newsletter mit den gesammelten Anfragen der Journalisten geht mehrmals monatlich an die Blogger raus. Wer sich als Blogger berufen fühlt, auf eine Anfrage zu antworten, nimmt direkten Kontakt mit dem betreffenden Journalisten auf. Sobald auf der Kontaktbörse mehr los ist, soll der Newsletter zwei- bis dreimal wöchentlich verschickt werden, bei zeitkritischen Anfragen nach Möglichkeit auch schneller. Den Journalisten müsse allerdings klar sein, dass sie mit sensiblen Recherchen und exklusiven Themenideen bei Bloxpert vorsichtig umgehen sollten, betont die Gründerin.

Welchen Nutzen ziehen Blogger aus der Plattform? ”Sie können sich im Medienumgang üben, Medienkontakte knüpfen und eine höhere Aufmerksamkeit für ihre Blogs bekommen“, sagt Nicole Simon. Allein schon zu sehen, welche Fragen Journalisten stellen, sei ”horizonterweiternd“ für Blogger ohne Medienkontakte. ”Viele Blogger möchten zwar gerne mit ihren Blogs nicht nur in der Bloggerszene, sondern auch in den Mainstream-Medien wahrgenommen werden, haben aber keine Ahnung wie sie das anstellen sollen, weil sie höchstens den Redakteur der örtlichen Lokalzeitung kennen.“

cleverpressKontaktbörsen für Journalisten und Wissenschaftler, die oft ebenfalls nicht so recht zueinander fanden, gibt es inzwischen viele – z.B. über Universitäten. Doch auch den Versuch, Journalisten mit Experten auf nicht-akademischen Gebieten zu vernetzen oder einfach nur mit Menschen, die etwas Interessantes erlebt haben, gab es schon einmal. 2006 starteten vier Berliner Journalisten das Protagonisten-Rechercheportal Cleverpress mit einem kostenpflichtigen Zugang zu einer Basisdatenbank mit anfangs 500 medieninteressierten Experten, persönlich Betroffenen und an Selbstdarstellung interessierten Personen. ”Entstanden ist die Idee aus der täglichen journalistischen Arbeit heraus“, sagte mir damals einer der Gründer. Im Internet gebe es zwar jede Menge Rechercheseiten, ”aber keine, die presserelevante Personen nach Themen sortiert anbietet.“ Darüber hinaus sollten Journalisten ihre nicht mehr oder doch nicht genutzte Recherchen und Kontakte zu frei aushandelbaren Preisen untereinander vermarkten können – mit einem Bewertungssystem zur Qualitätskontrolle. Das alles klang nach einer guten Idee, die aber offenbar schwieriger als geplant umzusetzen war. Das Portal ist zwar nach wie vor online, aber es ist fraglich, ob dort überhaupt noch Kontakte vermittelt werden. Die Telefonnummer im Impressum ist nicht erreichbar, Emails kommen als unzustellbar zurück. Eine von mir befragte TV-Produzentin sagte, auf ihre Anfrage für eine ARD-Produktion im vergangenen Jahr hätte sich nie jemand gemeldet.

Journalismus.com von Peter DiesleAuch der Journalist Peter Diesler, Ex-Redakteur der Computerzeitschrift ”Chip“, experimentiert  seit einigen Monaten mit einer journalistischen Themenbörse für Autoren und Redaktionen, was sich bisher als nicht so einfach erwiesen habe. Viel bekannter ist Dieslers vor über zehn Jahren aufgebaute Plattform journalismus.com – vor allem wegen des Honorarspiegels mit 1700 Einträgen, einem Stellenmarkt,  Diskussionsforen mit 30.000 Beiträgen, Presserabatten und einem kalendarischen Themenplaner (Die Bereiche sind teilweise nur für zahlende Premiummitglieder zugänglich).

Diesler spricht nicht zu Unrecht vom ”Henne-Ei-Problem“. Das schnelle Wachstum einer Kontaktbörse wird behindert, wenn jeder erst einmal abwartet, dass sich eine Plattform etabliert und bewährt. Nicole Simon, die in der Bloggerszene bestens vernetzt ist, hofft dennoch, dass sich bis zum Jahresende 1000 Blogger bei Bloxpert eingetragen haben. Startschuss, um die Plattform bei Journalisten zu promoten, soll dieser Blogpost sein. Anregungen und Verbesserungsvorschläge für Bloxpert in den Kommentaren sind ausdrücklich erwünscht.

Update vom 19.2.09:

Martin Rost, einer der Gründer von Cleverpress, hat sich inzwischen mit folgender Stellungnahme bei mir gemeldet:

”Zu Cleverpress: Es stimmt, die Seite ist schon seit einer Weile nicht mehr richtig gepflegt. Einige Ideen haben so nicht funktioniert. Es ist fast unmöglich den speziellen Wünschen eines Journalisten mit einer vorgefertigten Datenbank zu entsprechen, da der Kostenaufwand für die Recherche (Datenschutz, Einverständnis, Text verfassen etc.) hochwertiger Protagonisten zu hoch ist. Das funktioniert nur nach dem alten Castingagentur-Prinzip. Sprich, auf Anfrage recherchieren und dann entsprechend honorieren lassen. Dazu kommt, dass ein Top-Kontakt meist nur wenige Male verwendbar ist und somit gerade noch den Kostenaufwand decken würde. Kurz: Der Aufwand für die Recherche steht in keinem Verhältnis zum Umsatz, der monatlich oder pro Protagonist vom User verlangt werden kann.

Dass die Idee einer Schnittstelle zwischen Journalisten und Menschen, die in die Medien wollen trotzdem gut ist, wird uns immer wieder bestätigt. Wir erarbeiten gerade ein neues Konzept und lassen die Seite überarbeiten. Nur soviel: Es wird nun so sein, dass Experten und Protagonisten sich selbst anmelden können und die Akquise entsprechend ausgerichtet sein wird. Je mehr Protagonisten, um so mehr Redakteure, um so mehr Protagonisten ist die Devise. Außerdem wird das Portal vorerst kostenfrei und offen sein, damit es ins Laufen kommt.

Ideen, wie z. B. der Marktplatz für Recherchen, funktionieren nur, wenn die Seite gut besucht ist. Das wird also erst später wieder aktuell.

Für Ideen und Anregungen sind wir jederzeit offen.”

About Ulrike Langer

freie Medien- und Marketingjournalistin in Köln mit den Themenschwerpunkten digitale Medien und Social Web. Sie betreibt den Blog Medial & Digital und twittert als @mauisurfer25. Mit Nicole Simon hat Ulrike Langer zuletzt ein Interview über die Do's and Don'ts für twitternde Redaktionen geführt.
This entry was posted in Allgemein and tagged , , , . Bookmark the permalink.

26 Responses to Bloxpert will Recherche-Kontakthof für Journalisten und Blogger sein

  1. Pingback: Bloxpert - eine neue Kontaktbörse für Journalisten und Blogger « Medial & Digital

  2. Klingt interessant. Aber wird hier nicht ein Problem gelöst, das es gar nicht gibt? Wenn ich selbst beispielsweise zu einem Thema recherchiere, suche ich einfach über die Blogsuche bei Google, was andere zu einem Stichwort gebloggt haben. Das Ganze lässt sich bekanntlich noch weiter eingrenzen, etwa nach der Sprache.

    Auf diese Weise lande ich schnell in verschiedenen Blogs und kann mir dann direkt ein Bild von der Expertise des jeweiligen Bloggers machen. Damit wird nicht nur ersichtlich, wer zu welchen Themen schreibt, sondern auch wie aktuell ein Thema gerade ist.

  3. Nicole Simon says:

    Wenn es das Problem nicht geben würde, hätten wir nicht immer die gleichen Gesellen in den Artikeln – ich nehme mich selber übrigens da gar nicht aus. Wer wie Du vorgeht (was sinnvoll ist) braucht es vielleicht nicht, aber nicht immer gibt es Suchtreffer zu den Ergebnissen die Deine Anfrage gerade ausmachen.

    Weiterer Grund: Vielleicht hast Du noch kein Kontaktnetzwerk. Hast Du eines, was ausreichend vielfältig ist, dann benötigst Du so einen Dienst ebenfalls nicht. Gegenfrage: Schadet es? Ich glaube nein. :)

  4. Ulrike Langer says:

    Das Problem gibt es schon – bei mir rennt Nicole Simon mit ihrer Idee jedenfalls offene Türen ein. Die Google-Suche sagt einem ja nicht, ob der Blogger in der Lage ist oder Lust hat, Auskunft zu geben. Bei mir ist schon häufiger eine Anfrage über eine Email-Adresse im Impressum des Blogs im Nichts versandet. Außerdem ist nicht jeder Blog gut über Suchmaschinen zu finden. Das betrifft v. a.neuere Blogs mit niedrigem Page Rank.

  5. Markus says:

    Ich halte die Idee und das Konzept für durchaus sinnvoll und vermutlich auch notwendig und würde mich freuen, wenn sich u. a. über diese Plattform — endlich — vernünftige kooperative Kontakte und damit auch ein “Gemeinschaftsgefühl” von Journalisten|Bloggern entstünde.

    Auf der technischen Seite allerdings fallen z. Zt. die vielen eingebundenen Drittanbieter wie Wufoo ebenso wie AWeber für Kontaktanfragen/-formulare und das anscheinend unvermeidliche Google Analytics absolut unschön auf.
    Mal abgesehen vom rechtlich in dieser Form keinesfalls tragfähigen Datenschutzes (v. a. Analytics) wirkt das Projekt arg wie eine Baukastenseite. Ich weiß, Mash-Ups etc. sind sehr Web-2.0, allerdings würde ich doch für ein solches Unterfangen eine komplett eigenständige Seite mit eigener Datenbank, Newsletterdienst, etc. erwarten.

    Ich schiebe es mal angesichts des unterstützenswerten Vorhabens auf die “Betaphase”, hoffe allerdings doch sehr, daß sich hier noch etwas ändert.

  6. Pingback: Journalisten suchen Blogger « beiz 2.0

  7. flashfrog says:

    Das könnte interessant werden, wenn ein wirklicher Austausch entsteht.
    Ich hoffe allerdings, dass es nicht nur ein Werkzeug wird für Journis, die zu faul sind, um ihre Hausaufgaben zu machen oder bloß kostenlos Ideen abgreifen wollen…

    Vielleicht wäre es sinnvorll, gleich bei der Anmeldung die Möglichkeit zu geben, Experten-Themengebiete anzugeben. Ich blogge über Literatur, habe aber beispielsweise keine Ahnung von technischem Geekkram. Nützt also gar niix, mich mit Anfragen zu solchen Themen zu überschütten.

  8. Ich finde, dass bloxpert eine sehr nützliche Initiative ist. Aus meiner Sicht dürfte es dafür mit Sicherheit Bedarf geben. Natürlich gibt es alternative Wege, um das Problem zu lösen, aber zum einen ist nicht jeder so geübt im Umgang mit den neuen Medien und zum anderen dürfte sich bloxpert zu einer sehr bequemen und zeitsparenden Lösung entwickeln. Man wird neben bloxpert ohnehin noch Google & Co. zur Recherche nutzen müssen.

    Nach meinem ersten Eindruck wird u.a. der Zeitfaktor erfolgskritisch sein. Bei vielen Anliegen will man ja sicher v.a. ein schnelles Feedback haben. Und selbst, wenn der Newletter später mehrfach in der Woche rausgeschickt wird, ist es vielleicht denkbar, das Ganze um eine direkte Kontaktmöglichkeit vom Journalisten zum Blogger zu ergänzen? Aber vielleicht ist es auch gerade sinnvoll, dies nicht zu tun?

    Das System kann man ja vielleicht noch auf andere Felder übertragen? À la Jobletter …

    Ich werde mich jedenfalls gleich mal anmelden … :)

  9. Pingback: Bloxpert Blog » Blog Archive » Bloxpert - wo Journalisten Blogger fragen können -

  10. Nicole Simon says:

    Es mag unschön aussehen, hat aber den großen Vorteil daß man ‘einfach’ starten kann und entlang des Weges sehen kann was funktioniert und was nicht. Wufoo kann zum Beispiel das Zusenden des Eintrages an den Absender erledigen; Aweber bietet mir die Dienstleistung des Doppel-Opt-Ins. Bezüglich des Analytics-Argumentes: _Jede_ professionelle Seite verwendet intensiv Statistiken, es ist vor allem Mittel zum Zweck.

    Baukasten: Selbstverständlich wäre eine komplett eigen programmierte Seite mit einem “wünsch Dir was”-Knopf fantastisch, ich hätte die auch gerne, ich habe allerdings nicht vor im voraus tausende von Euro hinzulegen um eine eventuelle Plattform mit eventuellem Erfolg zu haben. ;)

    Bis dahin sind Aweber (übrigens ein professioneller Newsletterversender) und Wufoo okay für mich. Dies u.a. auch weil noch gar nicht klar ist, welche Anforderungen beide Seiten in der Praxis haben werden.

  11. Nicole Simon says:

    Im Idealfall (da bin ich voll bei Markus, es geht noch viel mehr) gibt es auch in der Mail an die Blogger einen Knopf für eine einfache Antwort, Filterkriterien und noch viel mehr. :)

  12. Patricia says:

    Die Idee gefällt mir sehr gut. Wir hatten schon das Problem, dass wir Blogger angeschrieben haben und von diesen dann kein Feedback kam. Dafür konnten wir dann einige Tage später auf dem Blog einen Post lesen, in dem sich der Blogger über unser Online-Nachrichtenportal (eines, was bei PI-Zahlen ganz oben mitspielt) lustig gemacht hat. Blöd und unprofessionell.

  13. David Decker says:

    Danke für den informativen Artikel. Ich finde die Idee mit Bloxpert für Deutschland sehr gut und habe mich auch gleich mal eingetragen :-) . Vor allem die unaufgeregte, sachliche Art gefällt mir. — Mich stört es bisher auch etwas, wenn immer die gleichen Namen irgendwo in den großen Medien auftauchen – was für mich den Anschein hat, dass die Journalisten dort nicht so “tief” recherchiert haben – oder aber Angst hatten, jemand zunächst Unbekannteres zu bringen.

    Der Verweis auf die Google-Blogsuche ist grundsätzlich richtig, nur nicht in jedem Falle auch praxisgerecht. D.h. der Journalist will ja auch zeitoptimiert arbeiten und nicht erst zig Seiten absurfen, dort Qualität und Impressum checken. Wenn dagegen auf eine Themenanfrage mit einer Mail reagiert wird und der Journalist zudem vielleicht gleich direkte Kontaktdaten zur Person bekommt, stelle ich mir die Chance einer positiven Veröffentlichung viel höher vor. Ich denke da draußen gibt es zahlreiche kompetente Bürger, ähem Blogger, die zu vielen Spezialthemen absolut kompetent sind. In diesem Sinne entsteht eine Win-Win-Situation.

    Daher halte ich diesen Dienst für wegweisend und wünsche viel Erfolg bei der Arbeit! Bleibt nur zu hoffen, dass die “Presseseite” entsprechend mitzieht, ich vermute die Blogger stehen bereit :-)

  14. Pingback: Ξ Bloxpert bringt Blogger und Journalisten zusammen Ξ UPLOAD - Magazin für digitales Publizieren Ξ

  15. Nicole Simon says:

    @Patricia ich gehe davon aus, das wenn sich jemand einträgt man diese Informationen zumindest sehen will, entscheiden kann man dann immer noch.

    Blogsuche: Journalisten sollten in der Tat recherchieren, selbst wenn sie Rückmeldungen via bloxpert erhalten. Aber das setze ich einfach mal voraus. ;) )

  16. Markus says:

    Hallo.

    Ich habe bereits vermutet, daß die Nutzung von Drittdiensten dem “Experimentierstatus” des Projekts geschuldet ist und kann das absolut nachvollziehen und durchaus akzeptieren.
    Es gäbe trotzdem weiterhin ein “solideres Bild” ab, wenn die komplette Funktionalität sozusagen “von Bloxpert selbst” geboten würde, aber das kann – und wird, wie in Ihrem weiteren Kommentar angedeutet – möglicherweise ja noch werden, je nachdem wie sich das Ganze entwickelt.

    Die Aussage bzgl. der Statistikerstellung kann ich allerdings so keinesfalls stehen lassen.
    “Alle machen das, also was soll?” ist *kein* Argument.

    Kleiner Exkurs: ich halte all das Nutzertracking, Bewegungsanalyse, Reader-Flow-Betrachtung etc. für ein goldenes Kalb – und zudem unangenehme Beobachtung der Nutzer.
    Kein Publizist schaut seinen Lesern über die Schulter und notiert, wie er wann umblättert, Pause macht, Dinge unterstreicht, etc.
    Ich wünsche mir vielmehr ein gutes Angebot, das ich nutze und das dann auf Eingaben reagiert. Das Netz bietet die Möglichkeit der *aktiven* Nutzung des Rückkanals. Ein Forum, in dem die Nutzer über das Angebot diskutieren können, eine Mailingliste, etc. und schon hat man direkte Rückmeldung – und zwar *ohne* die automatisierte Überwachung und stochastische Erhebung von Nutzungsdaten.
    Nicht nur, daß ich das als invasiv und respektlos erachte, ich glaube auch, daß man viel mehr aus Aussagen ziehen kann, die in Kontexten entstehen wie oben skizziert – gerade da sie vom aktiven Mitgestalten der Nutzer leben und nicht von “toten” Zahlenspielchen.

    Zurück zum Thema Statistiktools in rechtlicher Hinsicht.
    Es mag sein, daß viele Seiten Google Analytics nutzen, aber gerade bei diesem Dienst bestehen größte Datenschutzbedenken. So wie auf Bloxpert eingesetzt, ist es schlicht und ergreifend illegal und problemlos abmahnfähig. Das wünsche ich einem solch jungen Projekt nicht.
    Selbst Google weist in seinen Nutzungsbedingungen fuer diesen Dienst unter Punkt 8 “Datenschutz” darauf hin:

    8.1 [...] Sie sind verpflichtet, saemtliche auf die Nutzung
    des Service und die Erhebung von Daten ueber Besucher Ihrer
    Websites anwendbaren Datenschutz- und
    Persoenlichkeitsrechtsbestimmungen einzuhalten. Sie sind
    ferner verpflichtet, an prominenten Stellen Ihrer Websites
    eine sachgerechte Datenschutzpolicy zu dokumentieren (und
    sich an diese zu halten). Auch werden Sie alle zumutbaren
    Anstrengungen unternehmen, die Aufmerksamkeit der Nutzer
    Ihrer Website auf eine Erklaerung zu lenken, die in allen
    wesentlichen Teilen wie folgt lautet: [...]

    Sie halten also sogar die Nutzungsbedingungen des eingesetzten Dienstes nicht ein – von den möglichen Verstößen gegen das deutsche Bundesdatenschutzgesetz, sowie das Telemediengesetz (v. a. Paragraf 13 Abs. 1) mal abgesehen.

    Ansonsten empfehle ich die Lektüre u. a. der Ausführungen des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz Schleswig-Holstein:
    https://www.datenschutzzentrum.de/presse/20080709-tracking-datenschutzkonform.html

    Und wenn es schon unbedingt Statistiken sein müssen: es geht deutlich weniger invasiv und sogar anonym als mit GA.

    So, das war jetzt arg viel Text und nicht unbedingt zum Thema “Bloxpert” selbst, aber ich wollte doch darauf hinweisen, daß selbst gute Ideen – wofür ich “Bloxpert” absolut halte – an blöden “Kleinigkeiten” scheitern können.

  17. Ein paar Anregungen für Nicole habe ich schon anzubieten:

    1. Wenn ich mich hier als ‘Blogger’ anmelde würde ich gerne auch hinterlegen, wozu ich meine etwas sagen zu können, welche Leistungen ich anbiete oder mind. ein paar Tags, Verbindungen zu Profilen im Netz eintragen

    2. Wenn ich hier als Journalist nach jemanden / nach etwas suche würde ich gerne auf Kennzeichnungen / Selektionskriterien zugreifen um dann sofort Kontakt aufzunehmen / eine Anfrage zu starten

    3. Dass die Nachfragen “ein paar Mal im Monat” per eMail Newsletter an die Anbieter gehen sollen, ist ziemlich weit von jeder journalistischen Praxis entfernt. Das muss meiner Meinung nach instant geschehen oder sofort über Twitter, etc. weitergeleitet werden …

    Als weitere Anregung könnte vielleicht MicroPR dienen, wie von Brian Solis and Stowe Boyd eingerichtet. Falls nicht bekannt ich hatte hier schon mal darüber berichtet
    http://hemartin.blogspot.com/2008/12/micropr-on-twitter-model-for-more.html

  18. Pingback: Der Netzperlentaucher » Blog Archive » Bloxpert – Blogger treffen Journalisten

  19. Pingback: Bloxpert - Journalisten suchen Blogger « Kassenzone - Commerce, Mobile, Technologie

  20. Pingback: Oliver Gassner

  21. Sascha says:

    Ein toller Ansatz um dieses seltsame und rueckstaendige Verhaeltnis zwischen Journalist und Blogger in Deutschland ein wenig zu verbessern. Letztendlich sind persoenliche Kontakte so wichtig…

    Hab mich eingetragen. Danke Nicole

  22. Pingback: WWMAG-Surftipps zum Wochenende (7/2009)

  23. Pingback: » Bloxpert.de: Journalisten finden Blogger, Blogpiloten.de - das Beste aus Blogs, Videos, Musik und Web 2.0

  24. Pingback: Genes Lebenswerk » Beiträge der Woche » Wochenrueckblick 07-09

  25. Pingback: Ist Bloxpert wirklich zu gebrauchen? | TechBanger.de

  26. Felix Kramer says:

    Ich finde die Idee auch sehr gut – vor allem wegen der Kontakte. Es ist so wichtig sich ein vielfältiges Kontaktnetz aufzubauen. Die Suche nach kompetenten Interviewpartnern wird durch ein solches „Portal“ so viel einfacher und auch Blogger, die noch unbekannt sind, wird hier eine tolle Möglichkeit geboten auf sich aufmerksam zu machen.

Comments are closed.