Inspiration (2)

Inspirierend fand ich diese Woche …

… den Bericht der SZ darüber, wie stramm und gut organisiert unsere neue Familienministerin Kristina Köhler (CDU) ihre Dissertation durchgezogen hat. Respekt! Leider habe ich nicht wie sie ein kleines Büro mit dahinter geschalteter Partei zur Hand. Gleichwohl müssten  offenbar zwei bis drei Tage im Monat ausreichen, um binnen fünf Jahren die Arbeit zu wuppen.

… das Team rund um Oliver Reichenstein/iA, das für die Vermarktung seines WordPress-Themes ein dynamisches Preissystem ausprobiert: Ist die Nachfrage hoch, steigt der Preis, ist sie niedrig, fällt er. Den Ausgangspreis legte das Team auf 33 Dollar – inzwischen liegt er bereits bei 49 Dollar. Verfügbar ist zu einem bestimmten Preis immer eine bestimme Anzahl von Kopien.

… die Deutsche Bank Research, die sich mit dem E-Book beschäftigt hat und glaubt, dass das gedruckte Buch endlich einen “ernsthaften Konkurrenten” erhält. Vorteile sieht sie vor allem “in der Fachliteratur, bei Schulbüchern oder akademischen Schriften” – unter anderem weil Schüler und Studierende dann weniger Bücher schleppen müssten. Treffend finde ich auch die Feststellung, dass das Unbundling  bei Sachbüchern und Magazinen interessant ist, da “Leser häufiger einzelne Kapitel/Artikel lesen und sich bei der Auswahl der Lektüre stärker von spontanen Launen treiben lassen” werden. Dadurch entstehen “neue Märkte – etwa für einzelne Kapitel aus Sachbüchern”. Treffend ist auch der Hinweis auf das Pricing: “Wollen die Verlage Geld mit E-Books verdienen, müssen sie die Preise senken.” So werde es den Käufern “wahrscheinlich nicht gefallen, wenn ein E-Book mit variablen Herstellkosten nahe Null nicht unter dem Preis gebundener Bücher angeboten wird”. Konsequent spricht sie sich daher auch für eine Loslösung von der Buchpreisbindung aus.

… Katrin Passigs gelungene “Internetkolumne” im Merkur, die es geschafft hat, aus zahlreichen Beiträgen zur Kommunikationskultur der letzten 100 Jahre “Standard”nörgeleien über die jeweils neuen Kommunikationstechniken herauszufischen. Mir fällt dabei auf: Es ist meist eine Zaungast-Kritik – eine Kritik von Menschen, die sich mit der neuen Technik selbst nicht unbefangen, spielerisch und neugierig auseinandergesetzt haben. Lustig ist, dass ich selbst in dieser Woche mit einem Standardargument gegen Twitter in einem Interview für den BR konfrontiert wurde: So habe eine schottische Psychologin behauptet, dass Twitter dumm macht, weil es das Gedächtnis schwächt.

Wobei wir hier schon bei den eher de-inspirierenden Links wären: Gruselig fand ich den beim DJV veröffentlichten Text über Twitter, den Ulrike Langer dankenswerterweise  in kleine, verdauliche Teilchen zerlegt hat – und unterhaltsam waren dann schon wieder die darauf folgenden Kommentare. Merke: Man kann keine gute Diskussion mit miesen Argumenten führen. Und: Der DJV sollte sich in Sachen Internetthemen langsam ein internes Warnsystem zulegen.

About Christiane Schulzki-Haddouti

Freie IT- und Medienjournalistin. Hat dieses Blog 2007 im Rahmen der KoopTech-Analyse eingerichtet. Seit Beendigung des Projekts führt sie es als Multi-Autorenblog weiter. Sie führt ein persönliches Blog auf ihrer Homepage.
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