Das ist Arbeitsteilung: Dirk von Gehlen fordert im SZ-Feuilleton eine Debatte über Netneutralität – Kai Biermann schiebt sie in ZEIT online an – mit einem Vergleich, der jedem unbedarften Leser die Relevanz des Themas näher legen dürfte:
Stellen Sie sich eine Autobahn mit zwei Spuren vor, auf der rechten, dort wo der Stau ist, stehen Sie. Links ist frei, niemand zu sehen. Doch Sie kommen nicht hinüber, können dort nicht fahren. Denn Sie haben keinen Porsche. Die Autobahn gehört dem Staat, Sie haben Ihre Steuern dafür bezahlt, doch Sie dürfen Sie nicht nutzen, wie Sie wollen, weil sie beispielsweise das falsche Auto fahren.
Geht doch. Allerdings wird dann leider nicht mehr auf den politischen Status Quo eingegangen. Schade.


Jedwede Metapher im Hinblick auf Autos, Autobahnen und Internet zeigt nur auf das Journalisten paketvermittelte Netzwerke, Problematiken wie Deep Paket Inspection nicht mal im Ansatz verstanden haben, und wie du so schön schreibst, den politischen Status Quo ebenfalls nicht erfassen.
Selbst die Folien vom 26C3 s. http://www.netzpolitik.org/2009/netzneutralitaet/ werfen Netzneutralität und Zensur bunt durcheinander. So entsteht kein differenziertes Bewusstsein für die Problematik.
Autoren sollten Ihre Leser nicht für völlig bescheuert halten.
Netzneutralität braucht mündige Bürger, wer nur mit dem Browser Google bedient, ist weder medienkompetent – noch entsteht aus dieser Form der Nutzung ein Verständnis für Netzneutralität und die damit verbundene Problematik.
Stellen Sie sich vor, sie müssten für jeden Zugriff auf Blogs, Zusatzdienste die nicht im Zugangspaket ihres ISP enthalten sind ein zusätzliches Entgelt zahlen. Ihre Downloads über Schwarmnetzwerke werden parallel dazu in einem Volumentarif von der GEZ oder GÜV abgerechnet und Telefonate mit Skype erscheinen auf Ihrer Telefonrechnung, obwohl Sie für ein Paar Euro mehr eine Flatrate gebucht haben.
Das ausländische Pornoprogramm, ist auch nicht mehr erreichbar, stattdessen wird man auf einen lokalen Anbieter umgeleitet. Mist!
Wie wir sehen, wird Netzneutralität erst ein Thema und verstanden werden, wenn es längst zu spät ist.
Das Netzneutralität die Lösung für die Probleme in Sachen Payment ist, und das Nutzer dann für alle Inhalte einen Ansprechpartner haben, wird hier oft übersehen.
Ich komme zu dem Schluss, das wir mit diesem Kommunikationsnetz noch nicht mal im Ansatz umgehen können.