Angst vor Google? Gedanken zu einer Debatte

Und wieder hat wer zugeschlagen, diesmal Susanne Gaschke von der ZEIT. Google muss demokratisiert werden, fordert sie.

Schauen wir uns mal ihren Artikel bei Zeit Online an:

Nun kommt das internetfähige Google-Handy Nexus One auf den Markt. Wie mit nahezu jedem modernen Handy kann man auch mit diesem Fotos machen, nur hat das Nexus ein Programm, das diese Fotos per Internet gleich zu identifizieren vermag.

Das geht auch schon mit anderen Android Handys. Apples iPhoto zum Beispiel erkennt Gesichter, und die Software der Polizeibehörden ebenfalls. Mitnichten ist das ein Googleproblem. Mal abgesehen davon, dass es eine Rechtslage gibt, die es schlicht verbietet (zumindest in Deutschland), unerlaubt Bilder zu veröffentlichen. Statt aber Recht durchzusetzen (der Böse ist immer noch der, der das Foto veröffentlicht) wird einfach mal der Überbringer der schlechten Nachricht verantwortlich gemacht.

Und was alles die Autorin auf uns zukommen sieht:

Es geht um Monopolansprüche auf die Ressourcen der Wissensgesellschaft. Es geht um Überwachung durch Privatunternehmen und Mitbürger. Es geht um personalisierte Werbung, die den Kunden umzingelt.

Naja, Wikipedia hat diesen Monopolanspruch auch irgendwie, wenn es um Wissen geht. Und der Begriff der Überwachung ist mal wieder so eine Unterstellung, wie sie Journalisten eigentlich unterlassen sollten. Tatsächlich ist es der Staat der überwacht, und zwar nicht zu knapp. Und personalisierte Werbung, die den Kunden umzingelt??? Mich stört ehrlich der Werbemüll im Briefkasten mehr. Mal abgesehen davon das Werbung dezenter als bei Google kaum geht. Aber aus irgendeinem Grund ist Werbung ja jetzt auch böse. (Gerade von Printjournalisten ist das geradezu lächerlich, als ob die ZEIT keine Werbung hätte. Und natürlich ist die auch personalisiert, wenn auch gröber).

Small World Collapse BY Tommy the Pariah, CC-Lizenz: BY

Small World Collapse BY Tommy the Pariah, CC-Lizenz: BY

Leider muss man bei Journalisten wie Susanne Gaschke immer ein paar Absätze lesen, bis man sieht, dass manches vom Anfang relativiert wird. So räumt sie ein, dass man mit der Bilderkennung auch Bauwerke erkennen kann und so Informationen zum Beispiel zum Kölner Dom bekommt. Und dass Google die Gesichtserkennung noch gar nicht freigeschaltet hat, eben WEIL es Bedenken gibt.

Weiteres Beispiel “Street View”, eine der verlogensten Debatten, die ich je gehört habe. Mal abgesehen davon, dass ich kein Recht am Bild einer Gemeinde oder gar eines Hauses erkennen kann: Solche Ideen gab es schon Jahre zuvor (ich selbst habe vor Jahren schon unter Cityimages.de alle Straßen meines Heimatortes fotografiert, mit GPS-Daten versehen und in eine Datenbank eingegeben, um diese Daten dann für Touristen mit Infos zu Sehenswürdigkeiten zu verknüpfen). Google hat halt lediglich den Vorteil, die Ressourcen zu haben und das Geld, um Autos mit Kameras durch die Welt zu schicken.

Bevor Google jemanden fotografieren lässt, muss die Firma den Betroffenen um Erlaubnis bitten.

Und so was von Journalisten: Liebe Susanne Gaschke, einfach mal zurück ins Seminar für Journalisten gehen und ein bisserl Rechtslage lernen: Erstens muss man nicht um Erlaubnis fragen, ob man jemanden fotografieren darf (zumindest rechtlich nicht, gleichwohl gehört es zum guten Ton), sondern ob man es veröffentlichen darf, zum anderen aber, und das werden Ihnen die Kollegen Fotografen sicher auch sagen können, geht es um bildbestimmend. Sonst würden Sie niemals eine Fußgängerzone fotografieren dürfen. Schauen Sie mal in die ZEIT und geben Sie mit bei jedem Foto bitte die schriftliche Bestätigung, dass diese Menschen mit einer Veröffentlichung einverstanden waren. Die hier zum Beispiel. Oder die hier am Strand. Oder die hier.

Google macht im Gegensatz zur Zeit alle Gesichter unkenntlich. Die ZEIT nicht. Im übrigen finde ich die manuelle Facebook-Version des Bildertaggens viel unerträglicher.

Spätestens bei folgendem Absatz frage ich mich aber welche Kompetenz Susanne Gaschke eigentlich hat:

Der Vorstandsvorsitzende Schmidt hat darauf eine einfache Antwort: »Wenn es etwas gibt, von dem Sie nicht wollen, dass es irgendjemand erfährt, sollten Sie es vielleicht gar nicht erst tun.«Das aber ist totalitäres Denken. Eine demokratische Gesellschaft muss sich politisch dagegen wehren. Mit Gesetzen. Mit Demonstrationen oder Flashmobs vor Googles geheimen Serverzentren.

Natürlich ist das, was Schmidt sagt, Unsinn. Man kann alles tun, aber man sollte es vielleicht nicht veröffentlichen. Google selbst veröffentlicht nichts, Google listet nur was schon öffentlich IST!!

Es ist nicht Google, das überwacht. Erstens gibt man selbst das meiste von sich preis. Ich weiss, dass Susanne Gaschke eine Journalistin ist, 1967 geboren, sich für Kinder einsetzt, mit dem SPD-Politiker Hans-Peter Bartels verheiratet ist und sogar einen Wikipedia-Eintrag hat. Diese Informationen habe ich von ihrem Arbeitgeber ZEIT und eben aus der Wikipedia. Google hat sie nur gelistet.

Susanne Gaschke gehört zu den Journalisten, die trotz akademischem Hintergrund das Internet nicht verstanden haben. Es ist so wie wenn man unliebsame Bücher aus der Bibliothek entfernen will und dafür die Karteikästen entfernt, die Bücher aber belässt. Susanne Gaschke, glauben Sie denn, dass Bing und Yahoo nicht an ähnlichen Techniken arbeiten bzw. diese schon haben?

Ich finde es beeindruckend, dass jemand nach Demokratie ruft, um ein Unternehmen zu bekämpfen. Freies Unternehmertum ist einer der Grundpfeiler der Demokratie, und Firmen müssen sich an bestehende Gesetze halten. Und falls nicht, wird das von Gerichten geklärt und nicht von Politikern. Eine Lex Google allerdings wäre die eigentliche Bedrohung der Demokratie. Wie auch Journalisten, die Artikel zu Themen schreiben, zu denen sie auch ein Buch geschrieben haben, und man sich des Eindrucks nicht erwehren kann, dass der Artikel vielleicht nur eine PR-Maßnahme ist.

Susanne Gaschke ist Redakteurin der Zeit und Autorin des Buches “Klick: Strategien gegen die digitale Verdummung”.

DAS nenne ich von Werbung umzingelt sein.

Google macht öffentlich, was es sammelt. Der Staat macht das nicht, Es gibt keine Kontrolle. Politiker nicken Gesetze ab, die Deutschland zu einem der restriktivsten Länder machen. Kaum woanders gibt es solche technischen Überwachungsmöglichkeiten seitens des Staates, ohne politische Kontrolle. Wo war die Demokratie bei Zensursula? Es bedurfte der FDP, nicht der SPD, um diese Frau wieder zurückzupfeifen. Demos sind vor dem BKA angebracht, und vor der SPD-Parteizentrale, aber bitte nicht vor Googles geheimen Serverzentren (ein geradezu kindischer Ausdruck im übrigen).


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About Thomas Wanhoff

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45 Responses to Angst vor Google? Gedanken zu einer Debatte

  1. Viele gute Argumente, und dass Susanne Gaschke ein großes Analyseproblem hat, wenn es ums Internet geht, führt sie uns wieder großartig vor (ich erinnere an ihre völlig kenntnisfreien, dafür umso entschiedeneren Kommentare zu Google Books).

    Aber das einige Male von Ihnen wiederholte “Das macht nicht nur Google, das machen andere auch” greift ebenfalls viel zu kurz, finden Sie nicht? Dass Yahoo und Bing ebenfalls tun, was Google tut, macht es doch nicht besser. Google ist eben ein Symbol geworden, und das mit Recht.

    Auch “Google listet nur was schon öffentlich IST!!” ist etwas kurz gesprungen. Es interessiert mich (und auch Frau Gaschke) sicher mehr, was Google mit Nutzer- und Nutzungsdaten macht. Außerdem darf man nun mal nicht vergessen, dass das, was alle Technikbegeisterten unablässig beschwören – dass Techologien, allen voran das Internet, unsere Welt grundlegend verändert hat – alle möglichen ambivalenten Auswirkungen mit sich bringt. Z.B. auch, dass Dokumente von Ereignissen, die früher für 99,999% der Menschheit unauffindbar waren und schnell in Vergessenheit gerieten, heute von einem Viertel der Menschheit auffindbar sind und langfristig dokumentiert.

    Google dann zuzugestehen zu sagen: Wir veröffentlichen die Infos nur, ist (von der Struktur) vergleichbar mit: Ich baue die Bombe nur, geworfen wird sie von anderen. Natürlich muss Google Verantwortung für seine Dienste übernehmen, und wenn eine Demokratie der Ansicht ist, dass das Unternehmen das nicht ausreichend tut, kann es dazu gezwungen werden.

    Bis es soweit kommt, wünsche ich mir allerdings ebenfalls informiertere Beiträge als den von Susanne Gaschke.

  2. Schade, das Susanne Gaschke sich nicht mit INDECT und FRONTEX auseinandersetzt, wo es doch schon um Überwachung, Gesichtserkennung und Bewegungsprofile geht. Aber wahrscheinlich verhält es sich bei ihr nicht anders, als wie sie selbst es Politikern zum Vorwurf macht.

    http://www.heise.de/tp/r4/artikel/31/31855/1.html

  3. Auch ich muss jetzt mit einem sehr verbreiteten Topos anfangen: Ich mag Google und seine Dienste, weil sie clever gemacht und wirklich nützlich sind. Allerdings macht mir die schiere Größe von Google Sorgen. Es entstehen Probleme, wenn ein Marktteilnehmer sehr mächtig wird, und bei Google scheint genau das das Problem zu sein: Dass Google, nach Empfinden vieler, übermächtig zu werden droht. Jüngstes Beispiel ist hier der Schritt in den Navigationsmarkt. Der Kern von Googles Macht besteht in seinen Datenbanken – der Unzahl von nützlichen Informationen, die Google gemäß seinen AGB jederzeit neu formieren und fruchtbar machen kann, um neue Geschäftsmodelle aufzusetzen.
    Google hat zwar viele Projekte wie Orkut, die nicht wirklich gut funktioniert haben. Einige sind jedoch wiederum so gut, dass sie ganze Branchen bedrohen. Die Frage ist nur, ob nun die unternommenen oder angedrohten Schritte wie die der Verleger wirklich gut und zielführend sind – ich fürchte, dieser Hebel wird nicht greifen.

  4. Andreas says:

    “Google macht öffentlich, was es sammelt.” Das stimt nun ja nicht. Wenn es persönliche Daten (über Google Toolbar, Google Analytics, Gmail etc. pp.) sammelt, macht es diese natürlich nicht öffentlich.

  5. gis says:

    Ich unterstelle jetzt einfach Mal pauschal allen alten (Mainstream-)Medien, dass ihre aktuelle Google-Schelte nicht so ganz uneigennützig ist. Wetten, dass ich damit nicht schlecht liege?

    Ansonsten halte ich es mit dem Fazit, welches ich gestern bei Magda gelesen habe: “Natürlich könnte es durchaus erforderlich werden, einen Konzern wie Google zu demokratisieren, aber man soll doch bitte nicht so tun, als ginge es bei den oben genannten Gesetzesvorhaben um den Schutz der Bürger.” (Quelle: http://www.magda.de/76/artikel/brauchen-wir-eine-lex-google/)

  6. Das halte ich auch für Quark. Es geht einfach ums Geschäft. Erstmal.

  7. Chris G says:

    Meiner Meinung nach kompletter Schwachsinn, Google’s Ansprüche gehen etwas über den Rahmen hinaus, in dem die Autorin hier denkt. Dementsprechend schert sich Google auch nicht im einzelne, bzw. Daten einzelner und was man immernoch vergisst ist, dass Google ein Unternehmen ist.

  8. Tarantoga says:

    Schön, dass Sie sich so richtige Gedanken zu Google gemacht haben. Aber der Artikel in der Zeit scheint mir nur die propagandistische Begleitung des Kampfes der deutschen Verleger gegen Google zu sein. Dabei zeigt schon die Tatsache, dass es eine solche Medienkampagne gibt und wie unverschämt dabei die Meinungsmacht der großen Medien für die Interessen ihrer Verleger genutzt wird, was am “Qualitätsjournalismus” falsch ist und warum ich keinen Verlust erkennen kann, wenn dieser Qualitätsjournalismus verschwindet.

  9. @ Matthias Spielkamp: So, es soll also ein Exempel an Google statuiert werden, weil es Daten sammelt, die wir bereitwillig Google geben. Wir willigen schriftlich dazu ein, wenn wir Gmail benutzen. Oder Docs. Und der Vergleich mit der Bombe hinkt gewaltig: Google baut keine Bombe. Google sammelt Daten wie das jeder Internetserver tut. Es wertet sie nur anders aus. Im Grund genommen ist Google längst demokratscher als manchen Politikern lieb ist: Es macht nämlich alle gleich. Relevanz ist wichtig, und nicht wer der größere Verleger ist. Jeder wird gefunden, wenn er für den Algorithmus relevant ist, und der orientiert sich an dem was der Nutzer sucht.
    Ich finde es schon bezeichnend, dass es kein Problem ist, in einer deutschen Zeitung eine Anzeige neben der Presseschau zu schalten, wo man alltäglich Snippets anderer Zeitungen lesen kann, bei Google das aber verwerflich ist (im übrigen finde ich Fastflip noch besser, ich war selten so oft auf Webseiten amerikanischer Magazine).
    Was bitte macht Google mit unseren Daten? Nicht viel, wenn wir nur die Suchmaschine nutzen. Es schaltet Werbung. Und gibt mir im übrigen vieles auch zurück: Meine Suchhistorie zum Beispiel. Sehr praktisch. Aber es scheint mir – und das ist das alte Problem der Linken – dass man dem Bürger wenig zutraut und ihm deshalb erstmal sagen muss, was er im Internet sehen darf und was nicht. Und das Unternehmen immer böse sind und der Staat per se gut.
    Ich lebe in einem Land, wo man gerade an einem staatlichen sozialen Netzwerk bastelt. Da muss man sich mit seinem Personalausweisnummer anmelden, sagen die Gerüchte. Da wird dann auch bestimmt nichts zu lesen sein, was der Bürger nicht lesen soll. Und da wird auch der Staat die Daten sammeln, nicht ein Unternehmen.

    @Christiane: Ja, Google bedroht Branchen. Das hat Ford auch: Pferdefuhrwerke verkauften sich seit der Automatisierung schlechter. IBM hat die Schreibmaschine gekillt (oder Microsoft). Die Telekom hat ihr eigenes Geschäft mit Festnetztelefonaten kaputt gemacht, weil Leute lieber mobil telefonieren. Das Problem liegt nicht in Google, sondern in der fehlenden Innovationskraft anderer. Nur Apple ist noch ähnlich kreativ, ansonsten versagen die Großkonzerne mit Idee. Und da liegt die Bedrohung: Man ist schlicht neidisch, dass Google besser ist.

  10. Eric Klepptenberger says:

    Der Artikel in der ZEIT ist bezeichnend für das Zentralorgan einer Gelehrtenrepublik der Studienräte, die entweder in die Jahre gekommene 68er sind, und jetzt Ihre Pfründe bei der ZEIT und anderen Lamestreammedia verteidigen wollen, oder es sind die alten Reaktionäre, die schon 68 zu denkfaul waren, um den beständigen Wandel mit- geschweige denn vorzudenken.

    Liebe Zeit und andere “Hintergrundmedien”, begreift doch mal, dass wir intellektuelle Schnellschüsse, wie den von Susanne Gaschke zu Hauf in den Foren und Blogs und anderen intellektuellen Abraumhalden im Netz lesen können und keinesfalls für solche oberflächlichen Pasticcios von Halbgarem an Altpapier auch nur einen müden Euro bezahlen werden. Da könnt Ihr Apps basteln ohne Ende.

    ek

  11. Ich says:

    Hi,

    Google zu pauschal verteufeln ist genauso fragwürdig wie jedes Produkt zu hypen, was auch nur ansatzweise mit dem Namen Google in Verbindung gebracht werden könnte.

    Nichts Böses zu tun ist eine schön Absicht, aber das kann man manchmal gar nicht beeinflussen. Natürlich sitzen bei Google nur Entwickler und Designer mit den besten Absischten, die voller Euphorie an ihren Produkten herumschrauben, diese verbessern und Innovationen hervorzaubern, welche mehr oder weniger nützlich sind. Nur kann man heute teilweise noch gar nicht abschätzen, für was diese Innovationen ge- oder missbraucht werden können. Und das ist meiner Meinung nach ein Problem: Zu viele neue Techniken, Produkte oder Ideen, die einem kaum Zeit zum Atmen lassen. Man kann sich kaum in der Kürze der Zeit wirklich kritisch damit auseinandersetzen, manche Sachen haben sich kaum etabliert, sind sie schon wieder vom Markt verschwunden. Natürlich, “Innovationen” sind super und überlebenswichtig. Aber die Menschen müssen mitgenommen werden, denn sonst enstehen genau solche Ängste, Vorurteile und Ignoranz. Vor 20 Jahren gab es Google noch nicht, und heute hat das Unternehmen auf so ziemlich jeden Lebensbereich. Das sollten einem zumindst zum Nachdenken anregen.

    Und selbst wenn jetzt alle bei Google das Beste wollen, weiss man nicht, wie es in 20 Jahren aussieht, wenn die jetzigen Lenker nicht mehr das Sagen haben. Oder falls versehentlich mal Daten “verloren” gehen. Oder Oder. Man kann nicht sagen, was die Zukunft bringt, aber man weiss, dass es ein Unternehmen geht, was sehr viele Informationen besitzt.

    > Und da liegt die Bedrohung: Man ist schlicht neidisch, dass Google besser ist.

    Das ist viel zu einfach gedacht. Meiner Meinung nach kann man überhaupt nicht abschätzen, was dieses “Innovationsmonster” Google für Schaden oder Nutzen anrichtet, weil man schlichtweg keine Erfahrung damit hat, dass sich so elementare Dinge des täglichen Lebens so schnell ändern.

  12. Wittkewitz says:

    Könnte es nicht sein, dass diese Artikel aus den Qualitätsmedien bestimmt sind für diejenigen, die den Besitzern der Qualitätsmedien als Handlanger für neue Geschäftsmod… äh Gesetze dienen. Ist es nicht so, dass das Einschlagen auf die vielen in der Ausführung sicher verwerflichen Arme von Google den Verlegern als Zweck für “profit by regulation” und als brodelnder Nebenkriegsschauplatz dienen, um von ELENA und INDECT etc. abzulenken. Es ist doch kein Geheimnis, dass bestimmte Inhalte bestimmten Zwecken dienen. Da muss man dann ganz dummdreist fragen, wem dient dieses Eindreschen? Die Antwort ist leicht, es sind zwei sehr überschaubare Bevülerungsgruppen. Mann muss allerdings zugeben, dass diese Erkenntnis die Firma Google in keiner Weise besser oder demokratischer erscheinen läßt.

  13. Micha says:

    Hab was passendes zum Thema … “Die Google Falle – Das Buch” und eine witzige Internetseite dazu: http://www.googlefalle.com/

    Gruß aus L.E.
    Micha aka BeachCoach

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  15. Pingback: KoopTech » KoopTech empfiehlt ... » Leben ohne Google im Opt-Out-Dorf

  16. Ihre Kritik ist berechtigt. Doch kann ich diese Pro-Google Mentalität genauso wenig gutheißen.
    Nein, Google speichert NICHT nur, was öffentlich ist. Google speichert jede Ihrer Suchen, jeden Klick auf einer Google Seite. Google liest (wenn auch automatisiert) E-Mails von Google Mail mit (Auszug aus den AGB: “Die Computer von Google werten die Informationen in Ihren Nachrichten aus verschiedenen Gründen aus, unter anderem zur Formatierung und Darstellung der Informationen für Sie, zur Schaltung von Anzeigen und verwandten Links, zur Vermeidung von unerwünschten Massen-E-Mails (Spam), zur Sicherung Ihrer Nachrichten und zu anderen Zwecken im Zusammenhang mit dem Angebot von Google Mail.”). Der Chrome Browser ist ohne Kill Bit eine Datenkrake, die ihresgleichen sucht. Das KANN man durchaus Überwachung nennen.
    Weiterhin ist ihre “das könnten Bing und Yahoo auch”-Argumentationsweise hinfällig, denn Fakt ist, dass diese beiden Unternehmen/Suchmaschinen es NICHT machen, Google aber schon.
    Ja, Frau Gaschke liegt in vielen Punkten nicht richtig. Doch Ihre Argumentation ist ebenso falsch und Sie legen ähnliche Wissens- und Verständnislücken an den Tag, wie Sie Frau Gaschke vorwerfen.

  17. Dierk says:

    @ Christiane Schulzki-Haddouti

    Dass Google, nach Empfinden vieler, übermächtig zu werden droht.

    Mir war nicht klar, dass Politik und Gesetzeslage nach Empfindungen gemacht werden. Es ist schon schlimm genug, dass inzwischen wohl jeder der Ansicht ist, alle Meinungen wären gleich wert, veröffentlicht zu werden. Das ist natürlich nicht war, es geht immer um die ‘informierte Meinung’ [um Harlan Ellison zu zitieren: You are not entitled to your opinion, you are entitled to your INFORMED opinion.]. Der Pluralismus einer Gesellschaft spiegelt sich im Parlament einer Demokratie wieder, damit dort vernünftige Kompromisse geschlossen werden, nicht damit der Bauch einzelner oder auch vieler gestreichelt wird.

    Ich empfinde eine ganze Menge Dinge als unvorteilhaft, eklig, widerwärtig – das macht genau diese dinge aber nicht zu dem, was ich empfinde. Noch weniger gibt es irgendjemandem das Recht, all diese Dinge jetzt zu verbieten; wäre ja auch noch schöner. Basierten wir unsere Gesellschaft auf [unangenehmen] Empfindungen, hätten wir bald ein komplettes Hundehalteverbot, Behinderte würden an den Stadtrand oder in ‘spezielle’ Einrichtungen abgeschoben, Frauen dürften nur noch Röcke tragen, die Steuern wären bei 0 %, die Staatsausgaben lägen in astronomischer Höhe …

    Ist Google böse? Nein. Könnte Google böse werden? Ja. Dürfen wir Gesetze auf der Grundlage vager Möglichkeiten einer eventuell weit entfernten Zukunft beschließen, noch dazu, um einem konkreten Unternehmen etwas zu ge-/verbieten?

  18. vierlagig says:

    aus googlefalle.com: “Google erlaubt es Regierungen und Militärs Inhalte zu zensurieren”

    die aktuelle Auseinandersetzung in und mit China spricht da eine andere Sprache…

  19. Horst111 says:

    Ich denke, eines sollte klar sein: Das Internet ist Segen und Fluch zugleich. Ein Segen, weil es unzählige Informationen bereitstellt und miteinander verknüpft. Ein Fluch – aus dem gleichen Grund. Und das ein Unternehmen, nämlich Google, in besonderem Maße über die Internetnutzer Bescheid weiß, liegt am beeindruckenden Unternehmertum seiner treibenden Köpfe, richtig. Sie schaffen tagtäglich intelligente und beliebte Produkte.
    Allein das verschafft einem solchen Unternehmen aber keine Absolution. Die Gründe, warum ein Unternehmen so groß geworden ist, wie es ist, spielt keine Rolle. Entscheidend ist nur, welche Macht es auf Grund seiner Marktbeherrschung hat. “Freies Unternehmertum ist einer der Grundpfeiler der Demokratie”, richtig, die Verhinderung von Monopolen und der Schutz der Grundrechte sind es aber auch.
    “Google listet nur was schon öffentlich IST!!”: Google listet nicht nur, es speichert auch für immer, und vor allem verknüpft es Daten und entwickelt Muster aus den Bewegungen im Netz. So finde ich immer schneller bessere Informationen, aber werde als Nutzer eben auch immer gläserner. Wenn in einer Zeitung neben einer Presseschau Anzeigen zu finden sind, dann kann das den Leser völlig kalt lassen – der Anzeigenschalter und der Verlag wissen über ihn so gut wie nichts. Die Verknüpfung von zwei ehemals isolierten Informationen, ist eine neue Information. Daher “listet” Google nicht bloß.
    Google und Konsorten haben unseren Alltag revolutioniert, wovon hauptsächlich die Gebildeten unter uns täglich profitieren. Aber sie gefährden eben auch unsere informationelle Selbstbestimmung, die immer schwieriger zu wahren wird. Die Technik ist komplex und ihre Möglichkeiten längst nicht jedem Nutzer bewusst. Profitieren tun die, die Bescheid wissen. Alle anderen Nutzer verhalten sich so, als würden sie Briefe in durchsichtigen Umschlägen verschicken. Was sie im Briefzeitalter natürlich nicht gemacht hätten.

    Insofern ist Kritik an Google, als mächtigstem Unternehmen ein Stellvertreter für diese Branche, völlig legitim. Genauso Gegenkritik auch. Was mich stört, ist der herablassende Ton vieler Blogger, wenn ein Print-Journalist vor Entwicklungen im Netz warnt. Da wird es dann gleich persönlich und das Argument, der Autor/die Autorin vertrete ihre Position aus eigenen Interessen, weil er seine/sie Ihre Zunft dahinsterben sehe, kommt dann explizit oder implizit spätestens im letzten Absatz. Oder er/sie sei als Dinosaurier grundsätzlich nicht befähigt und/oder legitimiert, darüber zu sprechen. Argumentum ad printum. Dann müsste man auch Bloggern unterstellen, ihre Kritik beruhe auf Interessen und nicht auf Überzeugungen (wie sehr man das eigentlich trennen kann, sei mal dahingestellt). In der Tonart kann das Netz von Print sicherlich mancherorts noch lernen…

  20. @RoflcOptimist: Richtig, die Suche ist nicht öffentlich, gleichwohl ist es meine Entscheidung, sie zu benutzen, und zwar zu Bedingungen, wie sie Google in den AGB festlegt. Das mag mir passen oder nicht, aber ich habe die Wahl, anderes zu benutzen. Es gibt zu jedem Google Dienst Alternativen. Die Unterstellung, Google könne wenn es wolle, ist ein wenig naiv, denn auch die Banken können wenn sie wollen meine Daten anderweitig verwenden, und die Firma in der ich arbeite auch, und und und. Dafür gibt es bestehende Gesetze und ich denke die reichen aus. Was will man Google denn verbieten und auf welcher Grundlage?
    Ich sehe in der Tat a) Hilflosigkeit, gepaart mit Lobbyistentum für Verleger und Musikindustrie (wann wird Apple eigentlich das Handwerk gelegt, als größter Anbieter von Musik, oder ist das okay, weil ja Geld fliesst).
    In der Tat hat Dierk recht wenn er sagt, Empfindungen dürfen keine Gesetze sein. Davon haben wir schon genug, siehe Anti-Terror-Gesetze.
    Google überwacht nicht den Einzelnen, sondern sammelt Erfahrungen aus dem Verhalten. Die Intention ist eine gänzlich andere und das Ziel auch. Um es einfach zu sagen: Wenn ich bei Google nach Bombenbau suche, und eine Anleitung bei Google Docs hochlade und schliesslich potentielle Ziele in einer Google Map eintrage, dann wird mit Google Werbung zum Chemikalien, Terrorbedarf und Todesanzeigen ausliefern. solange zumindest der Staat keinen Zugriff hat. Der Staat hingegen würde mich ohne Anklage erstmal in Haft nehmen.
    Ich möchte mal klarerer formuliert sehen was man denn gegen Google in der Hand hat und wie man das in Gesetze fassen will.

  21. Cornelius says:

    Entgegen Ihrer Behauptung kann nicht nur die Veröffentlichung eines Bildes strafbar sein, sondern bereits die Erstellung. Das geht aus dem seit 2004 bestehenden § 201a StGB hervor. Der Fotografierte muss sich dafür nur “in einer Wohnung oder einem gegen Einblick besonders geschützten Raum” befinden, was bei den Google-Autos ja durchaus denkbar ist – etwa wenn sie in ein Fenster im Erdgeschoss hinein fotografieren.

    Heißt: Nach deutschem Recht macht sich Google bereits strafbar, wenn es die Autos losfotografieren lässt.

  22. Daher macht Google Gesichter und Kennzeichen ja unkenntlich.

  23. Die Frage ist doch, ob Google dem Thomas Wanhoff Auto-Anzeigen Anzeigen präsentiert, oder dem Nutzer, der gerade nach Autoersatzteilen sucht. Wenn ich nicht bei Google ein Konto habe, erfährt Google meine IP-Adresse. Die wird es vor allem nutzen, um mir keine Anzeigen aus Russland zu zeigen.
    Die Personalisierung von Anzeigen ist kein Argument gegen Google, weil das schlicht das Kerngeschäft von Werbung ist. Dank Internet kann man nur sauberer filtern als ein Nielsengebiet. Das hat Print nicht anders gemacht: Wenn ich als Autohaus lokale Werbung machen kann, dann schalte ich in der Regionalzeitung eine Anzeige im Stadtteil. Die Zeitung wird mir sagen (können), dass ich damit 1000 Leser erreiche, 50 prozent männlich zwischen 30 und 60 Jahren, akademische Bildung, mittleres Einkommen. Das sind dann tatsächlich etwa 300 Personen. Und: Der Verlag hat den Namen des Lesers in der Kundendatei! Sogar seine Bankdaten!

    Viel weiter kann die Zeitung nicht runterbrechen, weil es am Rückkanal fehlt. Online sieht das schon anders aus. Und ich als Printjournalist habe in der Onlineredaktion als erstes Googleanzeigen eingeführt: Weil wir schlicht nicht die Technik hatten, die Google hat.

  24. @ Cornelius: Da Google einen Straßenzug fotografiert und Häuser, Fenster und auch Autos Teil einer Straße sind, mache ich mich also auch strafbar, wenn ich einen Straßenzug fotografiere? Natürlich nicht. Der Paragraf heisst nicht umsonst Paparazzi-Paragraf: Die Intention muss dabei sein, den geschützen Bereich verletzen zu wollen im Sinne eines absichtlichen “Eindringens”.

  25. Jens says:

    Vermutlich liegt die ganze Aufregung daran, dass das Internet dem Volk als “rechtsfreier Raum” präsentiert wird. Oder war es “kein rechtsfreier Raum”?
    Wenn ich mir “Die Zeit” am Kiosk kaufe, zahle ich dafür mit Geld.
    Wenn ich im Internet – egal was – mache, zahle ich dafür mit Informationen.
    Auch die Zeit ist daran beteiligt, oder wem gehört nochmal doubleclick, verantwortlich für die Werbung auf Zeit online? Ach ja, Google.
    Schlimmer finde ich dann ja, dass es Premiumangebote gibt, für die man dann doppelt zahlt. Mit Geld und mit Informationen.
    Wie dem auch sei, bitte ich darum, sich eine Welt ohne Suchmaschinen vorzustellen. Oder eine Welt, in der man für jede Suchanfrage Geld bezahlt.
    Ich kann dem Artikel hier nur zustimmen. Auch wenn natürlich “das machen auch andere” kein Argument ist. Wie gesagt, man stelle sich vor, das mache keiner…

  26. zeitleser says:

    die vier artikel (gaschkes ist nur einer davon) in der zeit von letzter woche markieren den absoluten tiefpunkt der sowieso auf der nulllinie herumkrebsenden technikberichterstattung der zeit.
    in aller regel ist die zeit unfähig, umfassend und ausgewogen zu berichten — apple wird bis zur besinnungslosigkeit bejubelt (inklusive bebilderung aller auch nur entfernt technikbezogenen artikel mit apple-produkten und ipod und iphone als synonyme für mp3-player oder smartphone, als ob es nichts anderes gäbe), google ist das böse schlechthin.

    die gängelpolitik, die apple gegenüber den ipod- und vor allem iphone-nutzern betreibt, ist der zeit noch nie auch nur einen halbsatz wert gewesen — die bei google zu findenden informationen (wie so passend bemerkt, allzuhäufig von den journalisten selber publik gemacht) hingegen sind der untergang des abendlandes.
    aber wem apple’s ring in der nase mehr freiheit ist als selbstreflektion bei der veröffentlichung privater daten, dem ist wohl nicht mehr zu helfen.

    über die funktionsweise des internets ist in der redaktion zumindest der gedruckten zeit herzlich wenig bekannt, der herr joffe hat das vor wenigen wochen eindrucksvoll vorgeführt, als er die emal für obsolet weil zu umständlich erklärte — beleg für die umständlichkeit war seine vorgehensweise, die an die 90er und webfrontends gemahnte. dass es zb dezidierte email-programme gibt, die ggf sogar im browser integriert sind und seine odyssee mit maus und tastatur auf ein minimum reduizieren könnte, ist ihm offenbar vollkommen fremd.

    der herr wefing hat seinerzeit in der debatte um zensursulas “kinderschutz” eine derartig erschreckende vorstellung von grundrechten und internet offenbart, dass ich bis heute nicht verstehe, wie so etwas in der sich als liberal bezeichnenden zeit erscheinen konnte — bessere und fachlich fundierte artikel sind _ausschliesslich_ auf zeit.de erschienne, in den druck haben sie es ausnahmslo nicht geschafft. welche idee von ihrer leserschaft die zuständigen hegen, ist material für lange überlegungen …

    frau gaschke hat, um zum schluss zu kommen, seinerzeit zum “tag des geistigen eigentums” oder wie der hiess, einen höchst einsietigen, propagandistischen artikel zum heidelberger appell verfasst, der auf seite 1 erscheinen durfte — viel schlimmer aber war der rein indoktrinierende artikel in der kinder-zeit der selben ausgabe! dort wurde google und mit ihm das internet als das böse schlechthin dämonisiert, das armen schriftstellern auch noch das trocken brot aus den fingern reisst und das wasserglas umwirft …

    googles geschäftsmodell und nahezu monopolstellung in gewissen bereichen bedürfen mit sicherheit kritischer beobachtung — das aber, was google zumal in der zeit regelmässig vorgeworfen wird, ist ein soziales problem: wo bleibt die kritik an der geschwätzigkeit, sie es über sich oder andere, wo die empörung über das illegale publizieren von bildern fremder leute?
    aber das beträfe wohl zu sehr den kernbereich des journalistischen selbstverständnisses.

  27. Nicolai says:

    Immer derselbe Käse: Wer die Entwicklungen im Internet und die Aktivitäten eines Weltkonzerns kritisch beleuchtet, hat also “das Internet nicht verstanden” – das ist traurig, deutlicher kann man das Fehlen einer Fähigkeit zur kritischen Reflexion aktueller Entwicklungen kaum auf den Punkt bringen. Zu mehr als der Affirmation des Bestehenden ist man hier offenbar nicht in der Lage.

  28. xub88 says:

    Ich finde es höchst bedenklich, welche technischen Vorstellung über die Datensammlung des Google herrscht. Zunächst einmal muss man festhalten, dass Google nicht konkurrenzlos ist. Erst wenn ich absolut alle Dienstleistungen von Google nutzen würde, würde ich Google in die Lage versetzen, mich wirklich zu kennen. Sicherlich kann ein technischer Laie oder einer, der sich einfach keine Gedanken darüber macht, in eine Google-Falle tappen. Wenn es sie noch nicht gibt, gibt es sie vielleicht in 10 Jahren. Aber wer Google nur als Suchmaschine nutzt, der braucht auch keine Angst um seine persönlichen eMails haben.
    Im Wesentlichen behandelt Google, wie hier angeklungen, den Internetbesucher als ein anonymisiertes Individuum. Google macht das, was seit vielen Jahrzehnten gemacht wird: Es übt sich in der Kunst der Statistik. Es gibt Supermarkt-Designer, die das Kaufverhalten analysieren. Diese sammeln ebenfalls massive Daten. Jeder Besucher des Supermarktes wird über die Farbe des Lichtes, über die Anordnung in den regalen beeinflusst. Im Supermarkt finden sich Süßigkeiten und Zigaretten an den Kassen. Das ist keine Willkür. Das sind die Früchte von Jahrzehnten der Datensammlung und Analyse.
    Das, was Google macht, macht es eben im Internet. Das ist der einzige Unterschied. Google bietet diese anonymen Datenfragmente, die jeder erfassen kann und tatsächlich auch erfasst, aufbereitet an. Es zeigt dem Besitzer einer Webseite an, auf welche Seiten die Besucher klicken. Es zeigt dem Besucher an, wo sie herkommen. Das klingt abenteuerlich und jeder schreit nach Datenschutz. Dass aber seit Anfang des Internets an, die Browser diese Informationen preisgeben. Dass seit Anfang des Internets an schon weit vor Google, diese Daten ausgewertet wurden, das wäre das eigentliche Problem. Google wandelt die Auswertung lediglich in Form von kommerziellen oder freien Dienstleistungen in Firmengewinne um. Nicht mehr aber auch nicht weniger.

    Wenn ich als anonymer Besucher wiedererkannt werde. Wenn Google dann weiß, dass ich in den letzten zehn Suchen jedesmal etwas übers Essen gesucht habe und nun suche ich “Weihnachten.” Was passiert? Google nimmt an, dass ich Weihnachtsrezepte interessanter finde als Artikel zum Weihnachten in Rio 1994. Für mich ist das kein Problem des Datenschutzes. Für mich ist das kein Problem einer Datenkrake. Für mich ist es die Verblendung von Kritikern, die vom Internet etwas verlangen, was es nie geben kann: Die völlige Anonymität. Das völlige Vermeiden von jeglichen Spuren. Der Internet-Teilnehmer war noch nie völlig anonym und kann es technisch bedingt auch niemals sein. Muss er das aber sein?

  29. duckundwech says:

    Wo beansprucht Wikipedia eine Monopolstellung für sich?

  30. Nicolai, hier wurde nicht kritisch sondern einseitig beleuchtet und viele Tatsachen wurden verdreht. Das hat nichts mehr mit Reflexion zu tun.

  31. Pingback: Ahhh, google kennt mich « derausmwaldkam.eu

  32. Pitbull says:

    Frau Gaschke und Herr Wannhoff hier haben eines gemeinsam: Engstirnigkeit. Das ist zumindest mein Fazit nach dem lesen beider Standpunkte.

    Einer der besten Kommentare ist übrigens der von xub88 (#28). So sehe ich es auch: Wer gedankenlos alle Dienste von Google nutzt, riskiert tatsächlich einen gewissen Kontrollverlust über seine Daten und muss in Kauf nehmen, dass weitreichende Nutzerprofile erstellt werden (können). Ich persönlich nutze gerne die Suchmaschine, Maps und Translator – aber sicher nicht Chrome oder Google Mail.

    Noch ein Tipp an alle Datenschützer: Gelegentliches Cookies löschen hilft ungemein! :)

  33. Pingback: Die deutsche Google-Paranoia » netzwertig.com

  34. cubefox says:

    ““Google macht öffentlich, was es sammelt.” Das stimt nun ja nicht. Wenn es persönliche Daten (über Google Toolbar, Google Analytics, Gmail etc. pp.) sammelt, macht es diese natürlich nicht öffentlich. ”

    Das stimmt auch wieder nicht ganz, teilweise werden die Daten öffentlich gemacht. Nämlich über die Häufigkeit von Suchbegriffen und Websitezugriffen.
    http://trends.google.com/
    https://www.google.com/adplanner/#siteSearch

  35. Aber das wiederum ist ja nicht personenbeziehbar – und aus Sicht des Datenschutzes geht es um den Personenbezug.

  36. henteaser says:

    “Google macht – im Gegensatz zur Zeit – alle Gesichter unkenntlich. Die ZEIT nicht.” – Die ZEIT aber auch nicht. ;)

  37. EG LOGO says:

    Vorschlag zur Güte: Entsendet einfach den Wallraff Günni und lasst euer Halbwissen aufpimpen.

  38. vera says:

    ach. susanne gaschke ist journalistin? wäre mir jetzt so direkt gar nicht aufgefallen…
    bei carta gibt’s einen guten sachlichen artikel über google http://carta.info/21775/google-bashing/ , kenntnisreich, gut geordnet und unbedingt lesenswert. aber das ist im augenblick ja nicht in mode, vor allem die FAZ macht ja lieber panik; mit dem unsäglichen lanier-artikel zum beispiel.

  39. Pingback: Verlags-Neandertaler gegen Google Cro-Magnon via @mediaclinique « urban-listening

  40. Pingback: Lese-Empfehlungen der KW3 - Netzlogbuch

  41. Al Diederino says:

    Google will die Weltherrschaft und das ist gut so, oder?????

  42. cubefox says:

    @Christiane Schulzki-Haddouti

    “Aber das wiederum ist ja nicht personenbeziehbar – und aus Sicht des Datenschutzes geht es um den Personenbezug. ”

    Ich denke: Nicht nur. Google kann mit Hilfe der IP in Kombination mit den Cookies des Anzeige-Netzwerkes bzw. den Webbugs von Google Analytics eine Menge Daten einem PC zuordnen – auch wenn Google nicht weiß, welche Person da genau dahinter sitzt. Wenn man ein Googlekonto hat (braucht man bei vielen Google Services), ist die Sache sogar noch erheblich einfacher und dauerhafter als mit den Cookies. Sind ja eine Menge Daten die da Zusammenkommen. Etwa auf welche Sites man geht und auf welche Anzeigen man klickt (beides bei Websites die Adsense oder Google Analytics einsetzen), was man bei Google sucht, der Inhalt der E-Mails (Gmail*), der Dokumente (Google Docs), welche Videos man anschaut, hochlädt, faved (Youtube), welche Fotos man hochlädt (Picasa), was man in die Adressleiste eintippt (Chrome), welche Nachrichten man liest (Google News) und vieles, vieles mehr.

    *Bei Gmail soll man übrigens durchaus den Realnamen Angeben, was sicher viele machen, da dieser als Absendername bei verschickten E-Mails erscheint.

    Das alles ist möglicherweise von Google nicht meiner konkreten Person zuzuordnen, aber doch meinem digitalen Pendant, das umso vollständiger zum “digitalen Ich” (Sascha Lobo) wird, je mehr Daten dieses Personenprofil enthält. Selbst wenn Google das alles nicht einer bestimmten, realen Person zuordnen kann (was ja wie gesagt durchaus möglich ist), bleibt die Sache sehr bedenklich. Denn der Staat kann Unternehmen dazu zwingen Daten herauszugeben, die dann durch IP-Abgleich und Vorratsdatenspeicherung der Provider leicht der entsprechenden Person zugeordnet werden können.

    Je umfänglicher diese Daten sind, desto mehr Begierde wecken sie beim Staat. So etwas ist in China längst passiert (was z.B. zur Ergreifung eines Dissidenten führte), aber sicher nicht nur dort möglich. Auch in den USA wird der Datenschutz nicht übermäßig ernst genommen, besonders wenn es um den Schutz der Daten vor dem Staat geht. In Deustchland ist die Sache viel strenger, aber trotzdem führen immer neue Sicherheitsheitsgesetze zu einem kontinuierlichen Abbau des Schutzes der Daten vor den Staat.

    Deshalb sind vorhandene Daten immer ein Problem. Nur Daten, die gar nicht erst gespeichert werden, sind wirklich sicher.

    Das betrifft insbesondere Unernehmen, die über sehr viele persönliche Daten verfügen, also Google oder Betreiber von social networking sites wie Facebook. Aber auch Betreiber jeder anderen Website stellen ein (wenn auch weniger großes) potentielles Problem dar. Wenn du hier auf Kooptech die IPs der Kommentarschreiber speichern würdest (was ja AFAIK absolut üblich ist), wäre mein Posting mit Hilfe der Vorratsdatenspeicherung mindestens 6 Monate zurückverfolgbar. In deinem Fall ist das laut Datenschutzpolicy lobenswerterweise nicht möglich. Bei vielen anderen Websites dagegen durchaus. Und selbst hier ist es prinzipiell möglich, die Herkunft meines Postings doch heraus zu bekommen – dann nämlich, wen du meine angegebene E-Mail-Adresse speicherst und mein E-Mail-Provider meine IPs speichert… Beides nicht unwahrscheinlich.

    Ich will jetzt keine Paranoia schüren. Doch die Erfahrung der letzten Jahre zeigt, dass bezüglich Datenschutz Pessimismus durchaus gerechtfertigt ist.

    PS: Ich bestreite nicht dass Susanne Gaschke schlecht informiert ist.

  43. Pingback: Max’ Lesestoff zum Wochenende | PHP hates me - Der PHP Blog

  44. Nicole Haase says:

    Mögliche Überschrift: Weshalb Medienkompetenz unverzichtbar ist

    Wunderbare Ergänzung für unsere Empfehlungen zum Thema Leistungs- und Datenschutz:
    http://bit.ly/aVz1pX

  45. Ja, das wäre auch eine nette Überschrift gewesen. Wir können dem Thema aber auch mal einen ganz eigenen Beitrag widmen :)

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