Benedikt Köhler hatte im letzten Jahr leider nur noch wenig in seinem Blog “Viralmythen” gebloggt – und daraus seine Konsequenzen gezogen: “Slow Media” heißt jetzt das Gruppenblog, das er kürzlich mit Gleichgesinnten gegründet hat – und ein Manifest zum Motto hat er, wie es sich gehört, gleich auch noch verfasst. Dort hat er jetzt als einer der ersten in Deutschland seine Eindrücke von Neal Stephensons neuen Roman “Anathem” zusammengefasst:
Das Konzept ist also slow par excellence. Leider schießt Stephenson mit anderen Elementen über das Ziel hinaus: er hat seiner Welt â der Roman spielt auf dem ziemlich erdähnlichen Planeten Arbre â eine neue Sprache, Orth, gegeben, die zwar der englischen ähnlich ist, aber eben nicht ganz. Dementsprechend fällt das Glossar leider zu kurz aus, um wirklich slow zu sein, aber auch zu lang, um ignoriert zu werden. Die philosophischen und naturwissenschaftlichen Hintergründe sind, wie man es von Stephenson erwarten kann, sehr souverän eingeflochten, aber ich wühle mich dann doch lieber selbst durch Ockhams Sentenzenkommentar als durch die Orth-Variante mit dem neuen Namen âGardanâs Steelyardâ.

