Hyperlocal-Diskussionen

In der letzten Woche gab es einige Berichte über Lokaljournalismus und Hyperlocal-Konzepte. Anlass war wohl das “Forum Lokaljournalismus” in Dortmund. Hier eine Auswahl:

Christian Jakubetz berichtet vom Forum Lokaljournalismus, wo er Jürgen Rüttgers in “herzerfrischender Ahnungslosigkeit” antraf. Von der Idee, in NRW Verlagen zu erlauben, sich stärker an Lokalsendern beteiligen dürfen, hält Jakubetz wenig. da die Verlage dies nutzten, um Frequenzen zu blockieren, “damit kein anderer in das schöne Bonsai-Monopol eindringen kann”. Bodo Hombach hingegen fand Blogs enttäuschend, Bürgerjournalismus ebenfalls, Lokalzeitungen hingegen nicht.  Jakubetz:

Clutching at straws nennt man sowas übrigens in England und man müsste der WAZ eigentlich wünschen, dass sie nur sehr eingeschränkt clutching at Hombach betreibt.

Der Dortmunder “Medien Monitor” hatte die selbe Veranstaltung besucht und beschäftigt sich mit der Frage, wie Lokaljournalismus in fünf Jahren aussehen mag. Dabei scheint die Lösung wohl in Aus- und Weiterbildung zu liegen. Wiebke Möhring, Professorin an der Fakultät für Medien, Information und Design an der Fachhochschule Hannover sagte demnach:

“Ein Journalist muss 2015 alles können. In der Ausbildung müssen junge Journalisten alle Medien kennen, verstehen und anwenden lernen, um in verschiedenen Mediensprachen zu denken und später auch arbeiten zu können.”

Andere Journalisten müssten ihre Abende nutzen, um Neues zu lernen, wird Christian Jakubetz zitiert, der anfügt:

“Wichtig wird auch sein, dass die Verlage ihren Journalisten nicht nur Handwerkszeug, also die Hardware, mitgeben. Sie müssen ihnen auch zeigen, wie es geht. Das wird der nächste Schritt in den Häusern sein.”

Der Guardian entsendet im Rahmen seiner “Guardian Local”-Initiative drei Blogger in die Städte Edinburgh, Cardiff and Leeds. Zuvor gab es eine Ausschreibung, auf die sich viele Journalisten beworben hatten, anschließend ein einwöchiges Training.

Alan Rusbridger findet die Hyperlocal-Website von William Perrinbeeindruckend. Perrin ist ein ehemaliger Beamter, der seinen Job für seine Berichterstattung über die Gegend von King’s Cross aufgegeben hat. Hier ein Link zu einem Video, in dem Perrin das Projekt erklärt.

Die New York Times übergibt den Betrieb seines Hyperlocal-Blogs über Brooklyn Journalismus-Studenten der City University of New York Graduate School of Journalism, berichtet das Editorsweblog.

Hardy Prothmann erklärt Marian Semm sein Konzept für das Heddesheimblogund Detlef Brechtel analysiert dieses noch einmal.

Ulrike Langer erzählt, wie gut die Rheinzeitung mit Social Media umgeht.

Telegate startet WerWieWas.de.

About Christiane Schulzki-Haddouti

Freie IT- und Medienjournalistin. Hat dieses Blog 2007 im Rahmen der KoopTech-Analyse eingerichtet. Seit Beendigung des Projekts führt sie es als Multi-Autorenblog weiter. Sie führt ein persönliches Blog auf ihrer Homepage.
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