Martin Ötting über den “Kommunikationswandel”

Interessant, dass Martin Ötting nicht das Wort “Medienwandel”, sondern das Wort “Kommunikationswandel” in seiner lesenswerten Analyse der revolutionären Veränderungen im Medienbereich verwendet – wahrscheinlich weil “Kommunikationswandel” noch wesentlich umfassender ist.

Er verfolgt die gegenwärtigen Verwerfungen vor allem auf fundamentale Veränderungen in den zwei “Subsystemen” “Finanzierung” sowie “mediale Filter” zurück. Diese könnten nur durch Experimente bewältigt werden. Gefallen hat mir auch, dass er ganz klar und bewusst den Begriff “Revolution” verwendet.


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About Christiane Schulzki-Haddouti

Freie IT- und Medienjournalistin. Hat dieses Blog 2007 im Rahmen der KoopTech-Analyse eingerichtet. Seit Beendigung des Projekts führt sie es als Multi-Autorenblog weiter. Sie führt ein persönliches Blog auf ihrer Homepage.
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9 Responses to Martin Ötting über den “Kommunikationswandel”

  1. Stefan says:

    Wenn man von Richtung Print in Richtung Web denkt, ist das richtig, nur ist es kein Filter, sondern Selektion, Nutzer wählen aus einem Angebot von Nachrichten aus. Für Menschen die Print machen, ist das sicherlich revolutionär, für Journalisten (ihr seid Toast, weil ihr über die letzten 10 Jahre berichtet habt, anstatt euch auf Konvergenz vorzubereiten). Der Kommunikationswandel ist der, das Nutzer auf Nutzebene über Artikel diskutieren, i.d.R. diskutiert der Autor nicht mit, weil er bereits am nächsten Artikel arbeitet.

    Was sollte dann Nutzer davon abhalten ihre eigenen Nachrichten zu schreiben?

    Ich sehe keine Revolution, ich sehe auch keinen Kommunikationswandel und warum sollte sich die Medienlandschaft so revolutionär ändern, wenn doch nur aufgezeigt wird das wir dieses Medium nicht mal im Ansatz verstanden haben geschweige denn ausschöpfen?

    Jeder kann senden, nur nehmen damit auch die Zuschauerzahlen, Lesezahlen ab, die Reichweite steigt. Der Erfolg eines zentralen Dienstes in einem dezentralem Netz, der seine Nutzer genau das tun lässt, sich gegenseitig mit nicht relevanten Informationen zu überfluten und ihre Privatsphäre zu kompromittieren, die Werbeindustrie profitiert.

    Demokratie braucht keinen Journalismus mehr, sondern Demokratie könnte mit den heutigen technischen Mitteln politischen Journalismus komplett überflüssig machen, Journalismus ist notwendig weil unsere Politiker korrupt sind, ihr Demokratieverständnis verloren gegangen ist.

    Ich möchte da keine Schuldzuweisung an den Journalismus machen, aber ihr Journalisten habt es in den letzten 10 Jahren verlernt kritisch zu berichten, weil euch Werbeumsätze, Vernetzung und Leserzahlen scheinbar wichtiger waren als eure Integrität als Journalisten, deshalb kann diese Rolle nun jeder für sich übernehmen.

    Die TAZ ist das einzige journalistische Projekt, Experiment mit Relevanz in den letzten wieiviel Jahren?

    Ihr sehr garnicht wie arm ihr dran seit, das spiegelt sich auch in euren Ertragsverhandlungen wieder.

  2. Wolf says:

    “Nutzer wählen aus einem Angebot von Nachrichten aus”

    Dann müssten sie ja das vollständige Angebot kennen. Nein, Filter ist schon richtig. Nutzer richten Filter für ihren Nachrichtenkonsum ein. Das kann sehr basal passieren auf der Grundlage, welche Portale besucht werden und welche nicht, oder etwas profilierter mittels RSS-Feeds. Auch die Fan-Geschichten bei Facebook spielen wohl eine Rolle.

    “Der Kommunikationswandel ist der, das Nutzer auf Nutzebene über Artikel diskutieren”

    Wenn’s nur das wäre, wo wäre dann der Wandel?

    “Was sollte dann Nutzer davon abhalten ihre eigenen Nachrichten zu schreiben?”

    Ressourcenmangel.

    “…warum sollte sich die Medienlandschaft so revolutionär ändern, wenn doch nur aufgezeigt wird das wir dieses Medium nicht mal im Ansatz verstanden haben…”

    Wo wird das aufgezeigt?

  3. Stefan says:

    Der signifikante Unterschied zwischen Selektion und Filtration, ist das der Nutzer einen Überblick hat und den Artikel aufgrund seiner Präferenzen auswählt, und sich der vielen Quellen bewusst bleibt. Bei derFiltration wird ihm aufgrund redaktioneller Tätigkeit etwas vorenthalten, er ist sich des Umfangs des Angebots nicht (vollständig) bewusst.

    Das heisst bei Selektion gibt es kein Filtrat, das sollte einleuchten, oder?

    Der Artikel von Martin ist interessant, geht aber von Print in Richtung Internet und unterschlägt Dinge wie Konvergenz oder Aggregationsportale wie Google News, das sich um Nachrichten herum auch soziale Netzwerke bilden lassen, versteht sich von selbst, so wie man um Nachrichten auch Werbung abbilden kann. Aber immerhin suchen Verlage und Journalisten händeringend nach neuen Erlösmodellen, gut das sie darüber schreiben, sie allerdings nicht implementieren können – entbehrt nicht einer gewissen Ironie.

    Überhaupt habe ich nur ganz weniger Verlage gesehen, die eine akzeptable Zeitgemässe IT haben.

    Ich habe in den vergangenen 10 Jahren keinen Impuls ausser dem Wunsch nach Regulation von Verlegern,
    Journalisten oder Redakteuren erlebt, vielleicht kann ja jemand was aufzeigen?

    Sich einen Überblick über ein Angebot von verfügbaren Berichterstattungen zu verschaffen ist mit externen oder eigenen Aggregatoren trivial, denn auch Karla und Kalle Normalbürger sind echte Google
    Fans, können das.

    Es wird bereits über alles berichtet, insofern findet weniger Filtration allerdings viel mehr Selektion statt, d.h. ich stelle mir meine Informationen/Nachrichten entweder aus einem Portal mit einem Reader zusammen, z.B. bei Google und kann meine Nachrichten auch gleich noch als SeitenLeiste in meine Medien re-aggregieren, kommentieren, und in meiner Peergroup distribuieren. Dabei kann ich mir globale
    Perspektiven auf Probleme verschaffen, die die meisten deutschen Redaktionen nicht mal im Ansatz
    hinbekommen, als Beispiel die NYT die viele interessante Dinge ausprobiert, wie z.B. Nicht-Journalisten
    Kommentare anzubieren.

    Jetzt sollte es langsam klar werden, worauf ich hinaus möchte oder?

    Das selektierte Nachrichten parallel dazu auch auf einem mobilen Endgerät abbildbar sind, wäre Konvergenz, und das ist erst der Anfang, denn TV geht auch schon drauf.

    D.h. jemand, der Leser selektiert aus einem Überangebot von Nachrichten, formatübergreifen (Text, Bild, Bewegtbild, Ton) die für sich relevanten Nachrichten aus, und selektiert ein zweites Mal anhand der Schlagzeilen, ein drittes Mal anhand der Kurzzusammenfassung, und ein viertes Mal das er von 250 aggregierten Artikeln maximal fünf konsumiert, die ihn wirklich interessieren oder relevant für ihn sind, das kann keine Redaktion leisten (Frank hat das in seinem Buch bereits ganz hervorragend dokumentiert — kleiner Seitenhieb, hehe).

    Das ist der Unterschied zwischen Selektion und Filtration, bei dem im Artikel beschrieben Filter, filtert die Redaktion, bei Selektion der Nutzer, und bei Selektion ist der Ausschluss transpartent, beim Filtration nicht.

    Anstatt Nachrichten von Agenturen zuzukaufen, liegt die Zukunft des Journalismus möglicherweise darin über das zu berichten was die Leser wissen möchten, und das gibt es in der Regel nicht bei den Agenturen. Parallel dazu, ermöglicht Internet viel mehr lokalen Journalismus mit Reichweite, nennen wir es mal Minderheiten-Journalismus, diese Lücke haben allerdings die Blogger vor den Journalisten besetzt,
    und die machen das gut, mein Lieblingsbeispiel ist da netzpolitik.org.

    Es gibt übrigens auch ganz wenig Journalisten die komplexe teschnische Zusammenhänge wirklich verstehen und vermitteln können, Geopolikt wie z.B. in Artes “Mit offenen Karten” und die dabei verwendeten Infografiken werden im Printbereich kaum eingesetzt, generell bedeutet Journalismus: Kann schreiben, kann recherieren, der Bürger kann das Dank Google und Wikipedia nun auch, und die Qualität erreicht journalistisches Niveau.

    Der Wandel ist, das Journalisten immer überflüssiger werden, weil Ihr nicht mehr versteht was euere Leser lesen wollen, ihr keine kritische Berichterstattung mehr durchführt und nicht den Mut habt neue Formate zu entwickeln, nicht in der Lage sein komplexe Sachverhalte zu vermitteln, auszuprobieren und eure Leser nicht aprtizipieren lasst. Deshalb habe ich die TAZ erwähnt die mit ihrem Genossenschaftsmodell einen neuen Weg im nutzerfinanzierten Journalismus beschritten hat, eine akzeptable Plattform im Netz hat und wie ich finde eine akzeptable kritische Bereichterstattung hinbekommt, kritischen Journalismus pflegt, den man lesen und honrieren kann, was die Genossen der TAZ scheinbar gerne tun.

    Sich mit einem Blog danebenzustellen, und zu erwarten das man als Nischen-Journalist ein Medienstar wird, ist etwas naiv. Auch mit 5 Journalisten, die aus ihrer Print-Perspektive mit Werbefinanzierung
    nicht rauskommen und versuchen Kaffeetassen zu verkaufen, und sich gegenseitig tolle Analysen und Interpretationen der Bücher ihrer Chefs zuschieben, empfinde ich als wenig Innovativ. Von den redaktionellen Fehlgriffen spreche ich mal nicht.

    Da lese ich lieber Stefan wie er ironisch mit dem Verleger-Troll in seinem Blog umgeht, das hat Unterhaltungswert (auch wenn Christiane als Vorzeige-Journalistin das anders sieht, und sie hat journalistisch auch Recht das sie journalistische Tugenden hochhält, aber das ist nicht so unterhaltsam).

    Kritik, interessiert euch nicht, oder?

    Ich finde es etwas gewagt einen Prozess, oder ein Medium der bzw. das seit rund 10 Jahren am passieren ist, noch als Revolution darzustellen. Allein der Glaube das etwas revolutionäres passiert, zeigt die eigentliche Beschränkung und das Nichtverstehen der Journalisten, Redakteure hier ganz hervorraged auf.
    Ich haue ganz gern mal auf Carta rum, allein schon weil die in Ihrem Feed keine kompletten Nachrichten veröffentlichen, damit sie auf ihrer Webseite noch ein paar Anzeigen einbleden können.

    Der Kommunikationswandel ist, das Journalisten nicht in der Lage seid für ein Tablet-PCs oder andere konvergente Technolgie zu publizieren. Ihr könntet eure Nachrichten einsprechen und streamen.
    Mit euren Lesern kommunizieren, Bedürfnisse, Problem und Missstände erkennen und für Bürger wertvollen Journalismus zu leisten, denn erst dann solltet Ihr erwarten das man euch dafür entsprechend honoriert.

    Ihr macht keine schlechten verwackelten Videos auf Youtube, und selbst bei Facebook sind Journalisten langweilig, ihr habt nicht den Mut Politikern ans Schienenbein zu treten, geschweige denn
    nachzutreten. Ihr denkt ihr seid viral wenn ihr euch Gegenseitig verlinkt und schreibt was ihr für tolle Artikel ihr geschrieben habt. Ihr schafft nich mal ein Mem zu kreieren, ihr berichtet darüber, wenn überhaupt.

    Warum beteiligen sich so wenig Journalisten an Projekten wie Wikileaks, bzw. warum habt ihr das nicht getan oder erfunden, eine Sammelstelle für Informanten, Whistleblower?

    Warum haben so wenige, nein nahezu keine Journalisten einen PGP/GPG Schlüssel auf ihrer Webseite?

    Warum haben wir so wenig investigativenen und kritischen Journalismus der Politikern echt auf den Keks geht?

    Warum rezensiert ihr die schlechten Bücher eurer Verleger, anstatt eigene zu schreiben?

    Warum gibt es so wenig Wallraffs, wo es doch soviele Anlässe gäbe verdeckt über Missstände zu berichten?

    Warum fragt ein holländischer Berichterstatter, Angela ob es eine gute Idee ist einen Mann zum Finanzminister zu machen, der 100.000 DM in der Schublade hatte?

    Ich vergass, es ist anstrengend den Hintern hochzubekommen und mal wieder eine gute Geschichte
    auf der Strasse aufzusammeln, oder zu schauen was im Gemeinde Rat, Stadtrat, Landkreis so alles los ist.

    So, und da meine Beiträge schon länger sind als der Artikel hier, und ich dafür auch nicht bezahlt werde, weise ich die Redaktion in Form vom Christiane noch darauf hin, das unser Finanzminister sich wirklich von seinem Überwachungswahn abgewendet hat, und die bösen Steueroasen in den Griff bekommen hat, und das unnötige Gesetz abgeschafft wird, weil die bösen Steueroasen jetzt alle kooperieren.

    Voll super, weniger Überwachung und weniger Steuerflucht!

    Momentmal, warum muss ich das bei Deutschlands-Überachungs-Spezial-Journalistin ins Blog schreiben, die letztens noch schrieb das Schäuble dem Geld folgen solle?

    Achso, ich vergass REVOLUTION .. wir Leser machen unseren Journalismus jetzt selbst.

    War ja schon immer so, das die Revolution ihre Kinder frisst.

    Naja, immerhin wurdet ihr aufgefordert mal was neues auszuprobieren, ehrlich ihr seid Toast, das schlimme daran ist, das ich es euch erklären und beweisen muss.

    Ihr solltet euch fürchten vor uns Amateuren, die auch GoogleADS schalten können, vielleicht machen wir Nachrichten oder Berichterstattung oder Kommentare nur nebenbei, und keinen Qualitätsjournalismus aber wir haben die gleiche Reichweite und wir sind unsere eigene Zeilgruppe, und kennen uns ziemlich gut.

  4. Herzlich gelacht!

    Viel wahres drin … nicht umsonst bin ich ja seit zehn Jahren in der “Initiative Nachrichtenaufklärung” (die wartet übrigens wieder auf Vorschläge für nächstes Jahr – für dieses Jahr ist der Termin schon abgelaufen, Jurysitzung ist Ende Januar) und habe hunderte von Themen mit Studierenden recherchiert, die relevant waren, aber die es dennoch nicht in den Mainstream geschafft haben. Warum ich mich dafür so engagiert habe? Weil ich selbst ja mit Enfopol (aka Vorratsdatenspeicherung) erlebt habe, wie gnadenlos ein wichtiges Thema untergehen kann. Jetzt ist es Mainstream – aber, für meine Begriffe, zu spät. Siehe meinen Rückblick auf das “verlorene Jahrzehnt” für den Datenschutz. Mir ist mit Blick auf mein Buch von 2001 übrigens aufgefallen, dass ich es mit geringfügigen Modifkationen immer noch als neu veröffentlichen könnte. Es ist – auch technisch gesehen – seither so wenig neues passiert!

    Ich beharre auf dem Begriff “Revolution”. Die muss ja nicht an einem Tag passieren (“Sturm der Bastille”), in der Regel zieht sie sich über Jahre hin. Gutenberg hat auch einige Jahre gebraucht. Revolution ist etwas, was die Dinge von Grund auf ändert – und das erleben wir seit 10, 15 Jahren. Das Problem ist nur: Für uns, die wir damit leben, ist das normal. Für Menschen oder auch Branchen, die bislang außen stehen oder standen, aber nicht – für die ändert sich enorm viel. Da muss man immer etwas aufpassen, als Nerd, dass man das nicht nur aus der Egoperspektive wahrnimmt.

    Das mit Wikileaks lässt sich meiner Meinung nach von außen gar nicht beurteilen! Ich kenne doch einige Journalisten, die ihre Informanten bitten, ihr Material dort zu veröffentlichen – rein aus juristischen Gründen: Das ist im Moment immer noch unangreifbarer wie die Verlagsserver hier. Das hat etwas mit der Rechtslage zu tun. Dass die dann nicht auf die Brust trommeln und sagen: Das war meine Idee, ist doch klar! Da könnte ich einige spektakuläre Fälle nennen, die so gelaufen sind, aber für Externe sieht das dann so aus, als hätte das mit klassischem Journalismus nichts zu tun. Weit gefehlt. Hier gibt es längst eine fruchtbare Kooperation.

  5. P.S. Noch ein Nachtrag zu den Bankdaten: Das hatte ich doch ziemlich ausführlich in meinem allerletzten Buch über Überwachungstechnologien von 2004 drin. Aus mir etwas unerfindlichen Gründen (Ironie!) ist die Spur des Geldes leider eine, die man nicht soo gerne offensiv verfolgt. Das finde ich diskriminierend. SWIFT finde ich daher gar nicht so schlecht, was ich aber nicht mag, sind einseitige, benachteiligende Regelungen. Und SWIFT ist einseitig.

  6. Stefan says:

    Die Revolution war die Verfügbarkeit von paketvermittelten Netzwerken für das Individuum, das ist Geschichte. Es war von Anfang an klar, das diese Technologie sehr weitreichend sein wird, das erschließt sich erst wenn man diese Technolgie nutzt. Mittlerweile ist sie billig (in der westlichen Welt). Was ich primär kritiesiere ist die Sichtweise vom Printstandpunkt, positiv ist der Aufruf neue Dinge auszuprobieren.

    Eine Revolution ist nur eine Revolution wenn signifikante Veränderungen stattfinden und erlebt werden, an die Oberfläche kommen. Das was wir hier erleben ist eher Evolution. Der Term Revolution ist zu inflationär.

    Du solltest das auch nicht als Kritik an deiner Person verstehen, es ist nur ein anderer Standpunkt zum Artikel vom Martin, warum befreit Ihr die Artikel die es nicht in den Mainstream geschafft haben, nicht einfach. Geld kann man damit nicht verdienen, letztendlich kann man seinen Nachfahren dann beweisen, das man sein möglichstes getan hat die Welt positiv zu verändern, und das bleibt unbezahlbar.

    Internet ist ein Massending, seit 5 Jahren schon, es ist billig, verfügbar und wird genutzt, also nicht das Internet, sondern das Web und Google. IPTV wird hier gerade ausgerollt.

    Wir reden aneinander vorbei, Du promotest dein Buch, überarbeiten und ein BOD draus machen.

    Wie auch immer, bounce mir doch deinen privaten Schlüssel, dann trolle ich in deinem Postfach weiter.

  7. Ach, was heißt schon promoten. Nein, was ich sagen will: Ist bei mir längst angekommen. Aber eben leider kein Mainstream – auch Jahre danach nicht. Mit dem Promoten war ich eh immer viel zu sehr zurückhaltend. Vielleicht ein Fehler. Vielleicht auch nicht. Und das BOD werde ich daraus erstmal nicht machen, dafür fehlt mir die Zeit. Da würde ich erst einmal kleinere Brötchen für den Anfang backen. Es ist mir einfach nur aufgefallen, wie wenig Entwicklung es seither gab. Das geht an die Adresse der Techniker. Die haben sich eben vornehmlich in die entgegengesetzte Richtung orientiert. (Follow the money)

    Ich habe nichts gegen viele Kommentare – und hoffe doch, dass hier auch noch andere Leser sich äußern. Das mit dem privaten Schlüssel geht erstmal nicht. Ich habe vor zwei Jahren meinen Kryptokram während eines Rundum-Updates erstmal eingemottet – da lag die letzte ernsthafte Schlüsselnachfrage sechs Jahre zurück :) Aber in den nächsten Wochen werde ich wieder mal was neu einrichten (muss ja auch bequem zu nutzen sein).

  8. Stefan says:

    Nicht zu promoten ist kein Fehler, nur sollte man dann nicht zurückblicken und sich beklagen. Du meinst wie wenig Entwicklung es in Sachen Datenschutz gegeben hat, und wie Bürger entmündigt, gegängelt und überwacht werden?

    Die Verantwortung zu den Technikern zu schieben ist mehr oder weniger einfach, Verantwortung fängt immer bei einem selbst an, Techniker machen Werkzeuge, die man sich erschließen muss, und man kann den Kryptografen nicht vorwerfen das ihre Tools komplex sind, sondern nur sich selbst das man sie nicht versteht. Techniker sind ethisch wertfrei, und die Entscheidung etwas für den Bürger zu tun, das gesellschaftlich wertvoll ist, aber mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht verstanden wird, oder sich dahin zu wenden wo das Produkt entsprechen honoriert wird, eben auch monetär fällt keinem Menschen schwer.

    Es gibt ganz viele Addons (für Firefox) die Privatsphäre wiederherstellen, GPG existiert für E-mail, mittlerweile sind selbst Zertifikate mit MIME problemlos nutzbar, es ist nur anstrengend in seiner Peergroup hausieren zu gehen, das man GPG nutzt, es scheitert nicht an der Technologie, sondern an den Menschen die Komfort oder Bequemlichkeit vor Datenschutz und Sicherheit stellen. Krypto ist kooler Kram, nur wird leider von zu wenigen Menschen verstanden (ich schreib da gleich noch eine Zeile im anderen Thread).

    Ich werde nie verstehen wie man die technische Implementierung eines Menschenrechts einmotten kann, naja Software ist geduldig. Krypto ist nie bequem.

    Vielleicht solltest Du deine GoogleADS abstellen, und Dir dein Buch durch Spenden finanzieren lassen, wenn Wikileaks das kann finden sich bestimmt noch Menschen die einer überarbeiteten Version finanzielle Unterstützung entgegen bringen, also Wikipedia Spendengeld wegnehmen für Datenschutz fände ich prima. :)

    Noch ein Wort über unsere Datenschützer: Thilo versucht gerade unerwünschte E-mail zu regulieren (*facepalm*), und Peter möchte eine Agentur die auf internationaler Ebene Privatsphäre einrichten (*fail*), anstatt hier Nutzer aufzufordern ihre Rechte wahrzunehmen, wird mal wieder entmündigt und pseudo-reguliert. Von Thilos Idee in der Nacktscanner Debatte Religion als Argument anzubringen (*epic fail*) reden wir besser nicht. Von dem wenig übersichtlichem Forum auch nicht. Von den Webseiten reden wir garnicht erst, da fehlt mir der Superlativ.

    Zurück zum Thema, Journalisten sind Toast, ich habe gerade die Zukunft der Nachrichten in Echtzeit gesehen, und die neue Halbwertszeit von Nachrichten erlebt, interessantes Phänomen ist und wird sein, je schneller Nachrichten entstehen, desto geringer ist ihre Halbwertzeit (Beweis durch Twitter).

    Also nicht nur weil ich die Zukunft gesehen habe, sondern auch weil Datenschutz Journalistinnen ihre Bücher nicht updaten und PGP/GPG einmotten, und Adsense einsetzen. :)

    Datenschutz fängt eben bei Individuum an, für sich selbst, dann für das Gegenüber und dann in der Peergroup und anschließend für den Rest dieses Planeten.

  9. Das Zauberwort bei dem Problem, was ich meine, ist einfach “Usability” – das ist eine soziotechnische Herausforderung für Entwickler, nicht für User. Da ist die Entwicklung 2001 mehr oder weniger eingefroren. Deshalb denke ich nicht, dass man das einfach nur auf das Engagement des Einzelnen schieben kann. Das war zwar lange meine Meinung – aber jetzt nicht mehr. Die Nachfrage wäre vermutlich schon gegeben, aber es müsste ein paar Leutchen geben, die das anpacken.

    P.S. Im Moment könnte Adsense mit MühundNot meine Serverkosten decken. Das mit den Spenden wird noch kommen … gemach, gemach. Und dann werden wir mal sehen, wie das sich entwickelt. KoopTech nimmt übrigens auch Werbeanzeigen oder Sponsorengelder dankend an – für die Redaktion, eine Redaktionsassistenz und die Autoren. Angesichts der dürren Einnahmen werde ich also auf keinen Fall etwas aufgeben, eher erweitern.

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