Niggemeiers Offenbarung vor Neven Dumont

Man kann ihn ja amüsant finden, Stefan Niggemeiers mit flotter Hand geschriebener Beitrag über Konstantin Neven Dumonts Kommentarfreudigkeit in seinem Blog. Allein dass er damit einen Kübel Häme über den Verlegersohn auslöste zeigt, wie wenig ihm wirklich an einem konstruktiven oder auch nur irgendwie fachlich interessanten Dialog gelegen ist.

Den er ja hätte aufnehmen können, sobald ihm klar gewesen war, dass sich hinter seinem neuen Bloggast kein Pseudonym verbirgt. Gut fand ich daher, dass Meedia nun das direkte Gespräch gesucht hat. Das hätte Niggemeier besser angestanden, anstatt Neven Dumont gnadenlos vorzuführen – und letztlich sich selbst dabei zu offenbaren. Denn Draufhauen war offensichtlich seine Auffassung von einer angemessenen Reaktion.

Andererseits hätte Neven Dumont sich bei seinem hohen Engagement eine solche Reaktion fast ausrechnen können.

Schade, es hätte anders laufen können. Mit etwas mehr Taktgefühl auf beiden Seiten – oder ist das in der deutschen Bloggerszene (und dazu zähle ich jetzt auch die vielen Kommentatoren) gar nicht mehr da? Insofern auch volles d’accord mit Dirk von Gehlen, der schrieb:

Es wirft die Frage auf: Sollte man als Betreiber einer Seite so mit Kommentatoren umgehen? Ist das der Weg, wieKritik im Netz bearbeitet werden sollte? Ist es legitim, wenn der so Präsentierte prominent ist? Müssen andere Menschen, die in dem Blog kommentieren, damit rechnen, in Zukunft auch so platziert zu werden?

Über Christiane Schulzki-Haddouti

Freie IT- und Medienjournalistin. Hat dieses Blog 2007 im Rahmen der KoopTech-Analyse eingerichtet. Seit Beendigung des Projekts führt sie es als Multi-Autorenblog weiter. Sie führt ein persönliches Blog auf ihrer Homepage.
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30 Antworten auf Niggemeiers Offenbarung vor Neven Dumont

  1. Namrok sagt:

    Niggemeiers „Sandkasten” gleicht einer Hetzjagd.

    Früher wurde den Schwachen einfach von hinten ein Sack über den Kopf gezogen und jeder durfte auf das gemeinsame Opfer nach Herzenslust eintreten!

    So geschieht es auch hier in diesem Blog.
    Anonyme Blogger profilieren sich auf Kosten eines Menschen, der ihnen offen und – ja auch vielleicht etwas zu gutgläubig (!) gegenübergetreten ist.
    Was für eine schwache Leistung…

    Anstatt seine populären Gäste zu schätzen und auch zu schützen, hat es Niggemeier durchaus zum Zenith geschafft, als „Hausherr” sich hier doch einen totalen medienstrategischen Faxpas zu leisten!!!

    Niggemeiers Sandkasten sehe ich als absolute Beleidigung und Diskreditierung eines prominenten Bloggers an, eine Beleidigung, die er sich hätte so nie erlauben dürfen!!!

    Aus einem ganz einfachen Grunde: Meine Gäste behandle ich mit Respekt! Das ist so. Sind es besondere Gäste, achte ich umso mehr darauf, dass sie sich bei mir wohl fühlen und auch gerne wiederkommen.

    Diese einfach Gastfreundschaft hat unser Medienjournalist nicht begriffen, sondern er hat viel mehr die Popularität eines Herrn Neven DuMont rücksichtslos als Trittbrettfahrer ausgenutzt, eine eigennützige Hetzkampagne gegen den Verleger zu starten um seinen Blog ins Gespräch zu bringen.
    Ein mieser/egoistischer Schachzug, von Intergrität keine Spur!

    So behandelt man keine Gäste, mögen sie noch so verrückte Ideen haben.

    Niggemeier sollte mehr als froh sein, wenn sich ein Herr Neven DuMont seine Freizeit hier noch vertreibt!

    Eines scheint sicher, zu Niggemeier Blog verlaufen sich bestimmt keine namhaften Spezialisten mehr…
    Sein Ruf eilt ihm nun voraus!

  2. worüber hätte ich mit neven dumont diskutieren sollen? welches thema hätte ein konstruktiver oder auch nur irgendwie fachlich interessanter dialog gehabt? seine angeblichen pläne, mit kai diekmann und mir den bloggern die medienwelt zu erklären? seine liebe zu politischen liedern? seinen wild flackernden geburtstagsfeiermonolog?

    neven dumont hat unter jeden eintrag, egal zu welchem thema, irgendwelche oft wirren, meist zusammenhangslosen kommentare geschrieben, die vor allem von einem handelten: ihm selbst.

    warum hätte ich das “direkte gespräch” suchen sollen mit neven dumont? ich habe mich von seinen dutzenden beiträgen nicht angesprochen gefühlt. wenn er ein direktes gespräch mit mir hätte führen wollen, hätte er sicher angerufen oder eine mail geschickt. aber er wollte nicht mit mir reden, sondern kommentare an die welt in meinem blog veröffentlichen. das ist ein bisschen unfreundlich und troll-haft, aber von mir aus in ordnung geht. nur woher kommt der gedanke, ich hätte mich einem dialog verweigert?

    vielleicht haben Sie die kommentare neven dumonts nicht gelesen: das besondere ist nicht die schiere masse, die “kommentarfreudigkeit”, das “hohe engagement”, wie Sie es nennen. das besondere ist, was er da alles schreibt. wie er zum beispiel damit prahlt, dass er seine managementfähigkeiten hat untersuchen lassen und im vergleich mit “500 weiteren topmanagern” “absolute spitzenwerte” erzielt hat. natürlich, darüber hätte ich mit ihm diskutieren können, im direkten dialog, sogar im direkten dialog in den kommentaren. das hat mich nur gar nicht interessiert.

    ich hätte ihn auch genauer nach seiner vorliebe für gefiltertes brunnenwasser fragen können, aber das haben andere kommentatoren schon getan, und es wurde auch kein fachlich interessanter dialog.

    ich finde es auch gut, dass konstantin neven dumont keine scheu davor hat, sich in das anstrengende, laute, teils anonyme und oft krawallige getümmel eines blogs oder forums stürzt. ich wünschte mir, das täten mehr entscheidungsträger. aber ich wünschte mir auch, ihre kommunikation wäre dann weniger autistisch als seine.

    nein, ich glaube, vorgeführt hat sich konstantin neven dumont schon selbst. ich habe nur durch die zusammenstellung in einem blog-eintrag für größere sichtbarkeit gesorgt – für die, die sich nicht regelmäßig in den kommentarspalten umtun, die er gekapert hat.

  3. Es gibt keinen Zweifel daran, dass er Ihr Blog als Sandkasten genutzt hat. Aber … ihn derart bloßzustellen ist noch einmal eine andere Nummer. Ich wäre jedenfalls auf seinen Vorschlag eingegangen, zu diskutieren. Aus reiner Neugier, und natürlich mit ein paar guten Fragen in der Tasche. Mit wem als Dritten in der Runde sei mal dahingestellt. Und dann wäre es, meiner Meinung nach, spannender geworden. Wer weiß, was sich entwickelt hätte. Vielleicht hätte es noch ein paar mehr Leutchen aus den Chefetagen gegeben, die sich rausgetraut hätten. Jetzt haben wir halt leider wieder das Übliche. Das finde ich schade. Eine verpasste Chance. Vielleicht, vielleicht auch nicht. Aber das ist ja die Eigenschaft von Chancen :)

  4. welcher vorschlag von ihm, zu diskutieren?

  5. Com Buese sagt:

    Ich habe nicht den Eindruck, dass Herr Niggemeier in seinem Blog diskutieren möchte.

  6. Ich finde das Verhalten von Stefan vollkommen akzeptabel. Nur weil es sich bei Neven Dumont um ein Verlegersöhnchen handelt, muss man ihm sein Getrolle nicht durchgehen lassen. Wenn der so an den Pranger gestellte Troll nicht “Konstantin Neven Dumont”, sondern “Hanswurst” oder “Käpt’n Blaubär” hieße, hätte sich daran niemand gestört. Warum sollte der werte Herr also einen Akzeptanzbonus bekommen?

  7. @Stefan Niggemeier, wir sind doch Journalisten. Wir können Diskussionen anstoßen und Themen setzen, oder etwa nicht? Sie haben es eben auf Ihre Art getan.

  8. Ulrich Vo sagt:

    @Christiane Schulzki-Haddouti: Ack! Fand den Artikel auch nicht wirklich fair und noch weniger konstruktiv. Hab ich auch schon geschrieben:

    http://www.stefan-niggemeier.de/blog/ein-sandkasten-fuer-konstantin-neven-dumont/#comment-119613

    Allerdings muss man im ersten Artikel durchaus zugeben, dass da die Vorschläge kamen. Aber eben nicht nur von Niggemeier (im Artikel in der Diskussion über die Abo-Paywall der Hamburger Lokalzeitung), sondern auch von KNdM (Mikropayment). Aber irgendwie war ich der einzige, der darüber diskutieren wollte. Auch KNdM diskutierte dann lieber über Demokratie und Kölner-Klüngelvorwürfe.

    Kurz: Beide haben sinnvolle Vorschläge gemacht. Reagiert hat darauf aber so gut wie niemand. Niggemeier nicht und KNdM auch nicht. Den Vorwurf muss man an beide richten. (Im Stil/Verhalten würde ich aber nicht mit Unentschieden werten).

    Und zum Thema “wir sind doch Journalisten”: Niggemeier profitiert doch davon. Seine Leser mögen es. Es bringt jede Menge Öffentlichkeit, jede Menge Pageviews, jede Menge Einladungen auf Kongresse, Seminare und bald auch in TV-Talkshows. Damit macht der Journalist 2.0 heute sein Geld.
    Aber was soll er auch machen? Berater und der deutsche Jeff Jarvis werden (nee, das ist mein Job, haha)? Die Presseleute lassen sich ja doch nur von den “best und brightest” aka Flanelltuchträgern beraten. Komischerweise geht es dabei um Kosten, Kosten, Kosten (und vielleicht noch Einnahmen). Aber nie um Entwicklung, Ideen, Qualität. Womit wir wieder am Anfang wären …

  9. Pingback: khlschranknotizen » Anders gewnscht

  10. liebe frau schulzki-haddouti, ist das hier jetzt eine “fachlich interessante diskussion”? sie schreiben, konstantin neven-dumont habe mir einen vorschlag gemacht, mit ihm zu diskutieren, und ich hätte diese einladung ausgeschlagen. ich frage Sie, welchen vorschlag, und Sie sagen: wir sind doch journalisten. hä?

    ja, wir sind journalisten. wir können diskussionen anstoßen und themen setzen (genau wie nicht-journalisten, übrigens). und mein thema war das bizarre kommunikationsverhalten eines der wichtigsten deutschen medienmanager in meinem blog. was ist daran falsch?

  11. Hallo Herr Niggemeier,

    was ich meinte: ich muss doch nicht warten, dass mir jemand einen Vorschlag macht, mit ihm zu diskutieren. Wenn er im Blog dermaßen aktiv ist, hätte ich vielleicht eigeninitiativ über seine Mail-Adresse (oder hatte er beim Kommentieren keine angegeben?) mit ihm Kontakt aufgenommen und mal nachgehakt – oder spätestens in dem Moment, als die Sekretärin anrief, die Gelegenheit beim Schopf gepackt. Aber ich kann mich sicherlich nicht in Ihre Lage hineindenken, da ich ja nicht einmal annähernd ein dermaßen aktives Blog betreibe.

    Man muss sich ja nicht auf krude Themenvorschläge einlassen, aber es hätte mich interessiert, ob er selbst etwas gelernt hat in diesen aktiven Tagen, was er dabei beobachten konnte. Ob er etwa als Verleger neue Schlüsse gezogen hat oder alte Vorurteile bestätigen konnte? Aber ich hätte auch gefragt, wie die sachfremden Debatten im Kommentarbereich gemeint waren, ob er vielleicht eine bestimmte Reaktion provozieren wollte, die Grenzen mal austesten? Das wäre ja fast mutig gewesen, so ganz ohne Pseudonym. – Und dann hätte man über Community-”Management” aus verschiedenen Perspektiven reden können – das ist ja auch für künftige Medienprodukte ein Kernthema. Ich habe da immer diese Grafik vor Augen – wir sind da noch weit entfernt!

    Die Antworten hätten ja vielleicht nicht unbedingt weiterführend sein können, aber sie hätten entlarvend, spannend, vielleicht auch lustig sein können. Vielleicht wäre ja im Gespräch auch etwas Neues entstanden. Wer weiß das schon?

    Ich habe inzwischen Falk Lükes Beitrag gelesen – und kann auch ihm zustimmen. Es scheint eine Stil- oder Haltungsfrage zu sein. Ich glaube nicht, dass man auf diese Weise ein gutes Diskussionsklima befördern kann und es würde mich nicht wundern, wenn trotz oder gerade aufgrund der allseitigen Freude über den zugespitzten Beitrag, das Klima in ihrem Blog sich in den nächsten Monate noch verschärfen würde. Die Atmosphäre ist jedenfalls, für meine Begriffe, für konstruktive Debatten nicht unbedingt gut.

  12. @Christiane:
    “Gut fand ich daher, dass Meedia nun das direkte Gespräch gesucht hat.”
    Ich fand das Interview eher peinlich in seiner Unterwürfigkeit. Aber gewundert hat es mich auch wiederum nicht. meedia und Niggemeier mögen sich nicht, das ist allseits bekannt. Allerdings hat Konstantin Neven DuMont seine Chance nicht genutzt. Ich weiß jedenfalls immer noch nicht, was er eigentlich will. Zu Niggemeier: Ich fand, er hat sich ziemlich lange sehr wohlwollend verhalten, bis er das seltsame Treiben von KNDM auf seinem Blog thematisiert hat. Mich hat’s interessiert, da ich bis dahin an einen Fake geglaubt hatte.
    @namrok:
    Welches bekannte Blog des bekannten Bloggers KNDM meinen Sie denn? Es muss mir bisher entgangen sein.

  13. Stefan sagt:

    Für mich stellt es sich eher so dar, das sich der Eine darüber beklagt, das der Andere sich auf dessen Niveau herablässt und ihn dabei überlegen bleibt, nicht wirklich relevant, aber amüsant.

  14. Hallo Ulrike,
    ja, ich bin über meinen eigenen Satz auch gestolpert, da ich diese diversen Animositäten durchaus im Kopf hatte und mir dachte: Ach, auch eine Art der Retourkutsche. Aber abgesehen vom Inhalt – der Schritt das Interview zu machen, war doch korrekt. Die Fragen, ja, die hätte ich, glaube ich, auch etwas anders gestellt. Aber es ging mir wie gesagt um die Frage: Wie geht man grundsätzlich mit so was um? Stellt man jemanden so an den Pranger oder gibt man ihm die Möglichkeit zu reagieren. Journalistisch gesehen ist es doch auch nicht nur eine Frage der Fairness, sondern auch Professionalität, die Möglichkeit zur Reaktion zu geben. So wie das gelaufen ist, kenne ich das eigentlich eher von einschlägigen Medien, die wir alle nicht unbedingt schätzen.

  15. oh je, der alte “das sind ja ‘bild’-zeitungs-methoden”-vorwurf. okay, der geht immer.

    aber herr neven dumont hatte und hat doch die möglichkeit zur reaktion. und er nutzt sie ohne ende. mein blogeintrag war *meine* reaktion auf seine beiträge.

    Sie meinen, bevor ich aufschreibe, was herr neven dumont geschrieben hat, hätte ich nachfragen müssen, warum herr neven dumont geschrieben hat, was er geschrieben hat? ich dürfe nicht einfach etwas darüber schreiben, was er (öffentlich!) geschrieben hat, ohne ihm noch einmal vorab die möglichkeit zu geben, stellung zu nehmen? das verstehe ich nicht.

  16. (was mir gerade einfällt: hätten Sie mir dann nicht auch die möglichkeit geben müssen, zu diesem blogeintrag von Ihnen stellung zu nehmen, bevor Sie mich dermaßen hier an den pranger stellen?)

  17. cdv! sagt:

    Was Stefan mit seinem Blogpost gemacht hat, ist letztlich konsequent. Der Unterschied zwischen ihm und Konstantin Neven Dumont ist wohl das Wissen um diese Konsequenz der Öffentlichkeit, das scheinbar dem “kundigen” Manne aus Köln wahrlich abgeht. Das Web 2.0 ist doch offen, transparent, der Mann hat diese Möglichkeiten reichlich genutzt, hat leider zuvor vergessen darüber nachzudenken. Stefan muss nicht seine schützende Hand über ihn halten, über ihn nicht. Jedem anderen hätte er wohl geraten, sich anders zu verhalten. Ich finde, dass er mit dem Blogpost konsequent und gut gehandelt hat. Wo das jetzt noch hinführen soll, hmm, weiß ich auch nicht.

  18. Hallo Herr Niggemeier, gute Replik (ihr letzter Eintrag). Darüber werde ich nachdenken!

    Zum vorletzten Eintrag: Ja, presserechtlich ist Ihr Vorgehen natürlich okay.

    Aber ich finde, dass der Bogen etwas zu überspannt war. Zum einen habe ich schon geschrieben, dass so etwas keine gute Atmosphäre entstehen lässt (nicht dass wir jetzt alle ganz nett sein müssten), aber das Ganze misshagt mir einfach, was den Stil anbelangt. Ich glaube, Sie wurden zu dieser Frage, wie es ist, auf einmal auch ein Quäntchen zu viel Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, jüngst ja auch in einem unserer Medienmagazine befragt.

    Es ist auch nicht so, das ich meine, dass Verleger (aufgrund ihres Sozialstatus, auf den Sie in Ihrem Beitrag ja deutlich anspielen, oder aufgrund ihrer Position als Arbeitgeber) an sich besonders schützenswert wären und irgendwelche Privilegien hinsichtlich einer gesonderten, medienjournalistischen Behandlung verdient hätten. Das ist zwar sehr verbreitet, aber ich halte das auch nicht für gut. Hauptaufgabe von Journlisten ist es ja, Öffentlichkeit herzustellen (das ist das Mantra von Horst Pöttker, das ich hier immer im Ohr habe).

    Der Effekt Ihres Vorgehens ist ja auch eindeutig: Aufsehen, eine dicke Quittung. Öffentlichkeit

    Aber es geht mir um etwas anderes. Was mich so irritiert hat war: Da wir ja seit Jahren im Netz von den Verlegern mehr Kreativität verlangen, was die Neuen Medien anbelangt, finde ich es schade, einen Verleger genau dann abzukanzeln, wenn er anfängt auf unerwartete Weise ein bisschen herumzuspielen.

    Ich wäre stark versucht gewesen, hinter diese merkwürdigen Kommentare zu gucken. Ist einem ja nicht jeder Tage vergönnt. Ich sehe insofern hier auch eine verpasste Chance. Journalistische Neugierde, die habe ich ein wenig vermisst. Für Sie war der Fall klar, für mich wäre er offen gewesen.

  19. Pingback: Thorstena » Gefiltertes Brunnenwasser fr alle

  20. Konstantin Neven DuMont sagt:

    Meines Erachtens hat Niggemeier ein großes Potential. Er darf sich nur nicht zu sehr von der Netzwelt vereinnahmen lassen. Zwischendurch bedarf es auch Auszeiten. Ich schalte meinen Computer ab morgen beispielsweise bis Montag aus. Hier ist mein heutiger Leserbrief an die taz:

    „Es geht nicht darum, uns in die Wirtschaftswunderjahre zurückzuversetzen, sondern dringende Zukunftsfragen zu beantworten. Die Förderung der Demokratie in Zeiten der Digitalisierung ist ein wichtiges Thema, womit sich gerade die Medien stärker beschäftigen sollten. Ein menschenwürdiges Verhältnis zwischen sozialer Gerechtigkeit, individueller Freiheit und einer intakten Umwelt ist in unserer Gesellschaft alles andere als ein Selbstläufer.”

    Freundliche Grüße

  21. Hallo Herr Neven DuMont,

    schön, von Ihnen zu lesen :)
    Also ist das Sandkasten-Posting von Herrn Niggemeier aus Ihrer Sicht im Großen und Ganzen okay. Wunderbar. Ich vermute aber, dass eine direkte Mail an Herrn Niggemeier vielleicht doch besser gewesen wäre, um sein “Potenzial” zu testen …

    Als Lehre aus Ihren letzten Tagen kann ich entnehmen, dass manchmal etwas Abstand gut tut. Dem kann ich mich nur anschließen. Ich habe den Eindruck, dass Sie eigentlich nicht als Verleger die Blogs besucht haben, sondern als Nutzer, der einfach mal sehen will, wie das so geht. Gibt es denn noch etwas anderes, woraus sie als Verleger etwas aus ihren Ausflügen mitgenommen haben?

    “Die Förderung der Demokratie in Zeiten der Digitalisierung” halte ich in der Tat für ein wichtiges Thema – das im Netz ja schon seit Jahrzehnten eifrig diskutiert und mit verschiedenen Tools immer wieder erprobt wird. Mir ist aber unklar, wie Sie das sehen – sehen Sie das Netz als Gefahr für die Demokratie oder eher als Chance? Ich vermute, dass Sie eher eine Gefahr erkennen. Worin würde diese bestehen? In der Gefährdung der Print-Medien bzw. bisheriger Geschäftsmodelle, die (investigativen) Journalismus stützen? Falls ja, was bedeutet das für Sie als Verleger? Denn allein das Thematisieren würde ja nicht genügen, man müsste doch neue Projekte anstoßen.

    Würde mich freuen, wenn Sie noch antworten könnten, bevor Sie Ihren Computer runterfahren.

  22. Konstantin Neven DuMont sagt:

    Tendenziell nimmt die Politikverdrossenheit in Zeiten der Digitalisierung eher zu. Zurückgehende Wahlbeteiligungen bestätigen das eindrucksvoll. Bei der letzten Kommunalwahl in Köln hat es allerdings einen Anstieg um zwei Prozentpunkte gegeben. Ob das mit der von mir initiierten Kampagne zur Förderung der Demokratie zu tun hatte, kann ich allerdings nicht empirisch nachweisen. Meines Erachtens müssen sich insbesondere die Medien verändern. Mehr dazu in naher Zukunft.

  23. cdv! sagt:

    Hallo, Christiane Schulzki-Haddouti!
    Ich verstehe nicht ganz, was sie von Stefan Niggemeier wollen. Natürlich ist es spannend, “hinter die Kommentare zu schauen”, vielleicht noch eine gute Hintergrund-Geschichte über einen experimentierenden Verleger zu machen. But, so what: Konstantin Neven Dumont hat sich auf die Spielregeln Stefan Niggemeiers eingelassen, hat bislang fast nur dort kommentiert und “diskutiert” (wenn man das so nennen kann). Wer Niggemeier lange liest, weiß doch, mit wem er sich dort auseinandersetzt. Niggemeier ist auch Journalist, der oft genug bewiesen hat, dass er gute Geschichten findet. Aber er muss sich nicht verbiegen, wenn ausgerechnet dort ein Verleger auf seiner Wiese spielt. Er hat recherchiert und ich sehe die Chance noch immer nicht verpasst, aus dem bisherigen Wechsel von Kommentaren und Blogpost über Dumont selbst, eine weitere Geschichte zu machen. Mir ist das, ehrlich gesagt, ein wenig an den Haaren herbeigezogen. Und, ich bleibe dabei: Der Mann steht so weit vorn in der Öffentlichkeit, dass er es vertragen muss, wenn so über ihn geschrieben wird.

  24. Falk Lke sagt:

    Stefan hat nichts falsch gemacht. Ich hätte mir nur gewünscht, er hätte es besser gemacht. Klar, einfach gesagt, schwierig zu tun. Dass die ganze Diskussion über KNDM zwar seine Beiträge zum Anlass hat, aber faktisch ohne ihn stattfindet, ist gleichermaßen die perfekte Repetition des Niggemeierschen Befremdlichkeitsbefundes.

  25. Udo Hinterwldler sagt:

    Was bei Herrn Neven DuMont “fasziniert” (nicht nur im Niggemeier-Blog, sondern auch hier wieder): Er vermischt seine Rollen und gewinnt dadurch an Unschärfe. Mal argumentiert er wie ein Journalist, mal wie ein Verleger. Ein Journalist ist er aber nicht mehr, das mag er vielleicht mal gewesen sein. Er ist jetzt im Vorstand von M. DuMont Schauberg und vertritt als Vorstandsmitglied Verleger-, also Unternehmensinteressen.

    Und dazu gehört: den Verlag so effizient machen wie nur möglich, um den Gewinn zu maximieren. Genau das passiert ja gerade bei MDS, wenn man die Berichte darüber verfolgt: eine enge Verzahnung von “Kölner Stadt-Anzeiger”, “Frankfurter Rundschau” und “Berliner Zeitung” mit Pools u.ä. Damit einher geht ein Personalabbau. Um davon abzulenken, redet Herr Neven DuMont aber lieber über Politikverdrossenheit, Digitalisierung und über seine merkwürdigen Studien, die er bei Niggemeier ständig erwähnt.

  26. 50hz sagt:

    Ist ja zum Kringeln. Das Niggemeiers Reaktion auf das Getrolle von Neven DuMont, die einzig richtige war, hat der Verlegersohn hier dann ja gleich noch einmal wieder unter Beweis gestellt. Statt sich an der Diskussion zu beteiligen, zitiert er seine tollen Leserbriefe in der taz. Hä?

    Anders als simoncolumbus (6) hätte ich es übrigens gar nicht gut gefunden, wenn Niggemeier mit “Hanswurst” oder “Käpt’n Blaubär” ähnlich verfahren wäre. Mit Schwächeren kloppt man sich nicht. Aber warum bitte sollten wir mit Neven DuMont pädagogisch verfahren? Er ist Herr über halb Mediendeutschland und glaubt diese Rolle gut ausfüllen zu können. Wenn er dem nicht gerecht wird, muss man das auch deutlich machen dürfen.

    In unserer lokalen Funke-Affäre habe, habe ich über den Ex-Landwirtschaftsminister kürzlich mal geschrieben, diese Verteidiger hat er nicht verdient. Passt auch auf Neven DuMont.

  27. Ja, am Ende musste ich auch lachen :)

  28. Allen sagt:

    Danke, Christiane Schulzki-Haddouti, für die Offenheit!
    Eins noch:
    Konstantin Neven DuMont am 06.01.2010 um 18:29 Uhr:
    “Meines Erachtens hat Niggemeier ein großes Potential. Er darf sich nur nicht zu sehr von der Netzwelt vereinnahmen lassen. Zwischendurch bedarf es auch Auszeiten. Ich schalte meinen Computer ab morgen beispielsweise bis Montag aus.”
    Abgesehen vom herablassenden Ton (S.N. ist eben kein Mitarbeiter, dem er ein Zeugnis ausstellen kann) – danach hat er sich allein bei S. Nigemeier noch achtmal zu Wort gemeldet.
    — Konstantin Neven DuMont — 10. Januar 2010, 19:23
    — Konstantin Neven DuMont — 9. Januar 2010, 15:28 #
    — Konstantin Neven DuMont — 9. Januar 2010, 12:37 #
    — Konstantin Neven DuMont — 8. Januar 2010, 21:54 #
    — Konstantin Neven DuMont — 8. Januar 2010, 21:18 #
    — Konstantin Neven DuMont — 8. Januar 2010, 20:05 #
    — Konstantin Neven DuMont — 7. Januar 2010, 23:34 #
    — Konstantin Neven DuMont — 7. Januar 2010, 23:00 #
    Naja egal. Ich finde es ja gut, dass wir nicht in einer Leistungsgesellschaft leben.

  29. Schlomi Arbeitmann sagt:

    Liebe Frau Schulzki-Haddouti,

    lesen sie sich doch bitte Kommentar #20 durch. Jetzt stellen sie sich vor, KNDM würde davon 20 pro Tag bei Ihnen posten.

    Und? Merken sie schon was?

  30. Schlomi Arbeitmann sagt:

    Nachtrag: Kommentar #22 ist so genauso gut.