Open Data – und die Rolle von Journalisten

Open Data scheint noch nicht die Phantasie der Journalisten hierzulande zu beflügeln – doch das Potenzial ist enorm.

Daniel Dietrich stellt eine Studie vor, die den Umgang mit Regierungsdaten in Norwegen unter die Lupe genommen hat. Interessant sind vor allem folgende Ergebnisse einer Behördenumfrage:

  • Two thirds of respondents say their agency possesses data with potential for re-use that is not utilized today.
  • The survey on the other hand suggests that the subject of open data is on the agenda in many agencies; more than six out of ten say they plan to make more data available for re-use during the coming year.

Zu den großen Barrieren für die Nutzung der Daten gehört in Norwegen die Angst vor hohen Kosten. In Großbritannien hat die Regierung jedoch sich für Data.gov.uk entschieden, da sie (unter anderem) hofft, so die Daten effizienter auszuwerten und darüber Kosten sparen zu können. Die andere Barriere besteht in der Befürchtung, die Daten könnten falsch interpretiert und die Öffentlichkeit entsprechend falsch informiert werden. Diese Sorge ist sicherlich berechtigt, da Statistiken nicht immer leicht auszuwerten sind.

Hier sind meiner Meinung nach wieder Journalisten gefragt, die entsprechende Analyse beisteuern können. Nicht umsonst war ist in Großbritannien die Tageszeitung The Guardian, die sich seit vier Jahren in einer großen Kampagne (!!) für die Öffnung der Daten eingesetzt hat, weil sie in diesen Daten ein ungeheures journalistisches Potenzial sieht. In Deutschland setzen die Verleger leider andere, etwas rückwärts gerichtete Prioritäten – was ihnen weltweit nicht unbedingt Anerkennung einbringt. Hinweise auf Verlage, die das anders sehen, bitte umgehend an mich weiterreichen!

Zum Schluss noch ein Hinweis auf ein Video, das die Erfolge der Open-Data-Politik von US-Präsident Barack Obama reflektiert:

“Open Gov the Movie” – from Delib from Delib on Vimeo. // via Read/WriteWeb


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About Christiane Schulzki-Haddouti

Freie IT- und Medienjournalistin. Hat dieses Blog 2007 im Rahmen der KoopTech-Analyse eingerichtet. Seit Beendigung des Projekts führt sie es als Multi-Autorenblog weiter. Sie führt ein persönliches Blog auf ihrer Homepage.
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