6+ Anwendungsmöglichkeiten für Augmented Reality für journalistische Zwecke

Wenn die Rhein-Zeitung ein virtuelles Bienchen über die Zeitung summen lässt, dürfte das nicht das Ende vom Lied der Augmented Reality für journalistische Zwecke sein.

Welches Potenzial in der Sache schlummert, beschreibt Karthika Muthukumaraswamy ausführlich im Online Journalism Blog. Sie sieht, wie zuvor schon Mercedes Bunz im Guardian, neue Möglichkeiten für den journalistischen Einsatz von Augmented Reality:

1. im Event-Reporting, etwa mit dem Einblenden von Statistiken oder Spieldaten bei Sportereignissen,

2. im Bereich Mixed Media, die die Rhein-Zeitung als erste deutsche Tageszeitung in Ansätzen bereits ausprobiert: Ein bestimmtes Symbol auf der gedruckten Zeitung kann als Informationsanker für einen Text dienen. Nimmt ihn eine Webkamera oder eine Handykamera auf, wird der Anker aktiviert und zeigt den aktuellen Nachrichtenfeed zu diesem Thema oder andere Informationen direkt auf dem Bildschirm,

Augmented Reality. from Moving Brands on Vimeo.

Dasselbe Prinzip, nämlich das der tangible Objects, lässt sich auch noch in multimediale Installationen umsetzen, wie folgendes Video zeigt:

NSN Experience Cloud from Moving Brands on Vimeo.

3. bei der Lokalisierung von Inhalten: Anwendungen wie Yelps Monocle oder Mobilizys Wikitude zeigen mit Hilfe der GPS-Funktionalität des Smartphones diverse Zusatzinfos zu Lokalitäten, Gebäuden oder anderen verortbaren Dingen an,

(BTW: Enkin ist jetzt Teil von Google)

4. bei der Verbindung von nutzergenerierten Inhalten mit Lokalitäten basierend auf entsprechenden Social Services. Die New York Times plant nach diesem Schema ihre Restaurant- und Filmkritiken vor Ort zur Verfügung zu stellen. Dabei kann sie möglicherweise auch Leserkommentare einbinden, wobei sie nur die Kommentare von Lesern zulassen könnte, die entweder prominent sind oder Expertise vorweisen können,

5. der Einbindung von Hintergrundinformationen und Erläuterung von Konzepten. Dossiers oder Features etwa könnten mit weiteren Informationen wie Statistiken und Grafiken angereichert werden, die Nutzer wie etwa die Anwendung track bailout money selbst durchforschen können. Damit ließe sich auch ein Mehrwert für das Printprodukt erstellen: So könnten diese Zusatzinfos nur in Zusammenhang mit dem visuellen Code, der auf dem Printprodukt aufgebracht ist, abrufbar sein,

6. einer besser auf Zielgruppen ausgerichteten Werbung: Werbung kann gezielt zu einem Artikel eingeblendet werden, Werbeanzeigen im Print können aber auch Informationsanker zu Leser-exklusiven Angeboten enthalten.


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About Christiane Schulzki-Haddouti

Freie IT- und Medienjournalistin. Hat dieses Blog 2007 im Rahmen der KoopTech-Analyse eingerichtet. Seit Beendigung des Projekts führt sie es als Multi-Autorenblog weiter. Sie führt ein persönliches Blog auf ihrer Homepage.
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