Einige Links zu Linked wie Open Data

In den letzten Tagen gab es einige lesenswerte Beiträge zu “Linked Data” und “Open Data”, die ich hier kurz vorstellen möchte.

Besonders gut fand ich zwei Beiträge, die sich mit dem Kernproblem von Open Data befassten, das dann entsteht, wenn man die vielen schönen Daten endlich hat: Nämlich dem, eine Anwendung bzw. Übersetzung zu finden, die für die Bürger wirklich relevant ist.  Der Economist schrieb darüber:

But whatever governments do, the presentation of endless facts can fall flat unless there are independent developers who know what to do with them. As Mr Torkington admits, failing to grasp this point led to disappointing results in New Zealand. In his enthusiasm for technology, he failed to think much about who would use the data he was posting, and why.

In dasselbe Horn wie der Economist bläst auch Nat Torkington im O’Reilly Radar, der einschlägige Erfahrungen mit dem neuseeländischen Projekt sammeln konnte.

Ich würde sagen: Es genügt nicht, auf den inspirierten Entwickler oder Programmierer zu warten. Es ist auch Aufgabe von Journalisten, die sich tagtäglich mit der Frage auseinandersetzen, welche Themen relevant sind, sich darüber den Kopf zu zerbrechen. Am besten wäre daher eine Kombination der Kernkompetenzen von Journalisten und Programmieren in einem Projekt. Das ist allemal besser, als wenn Journalisten jetzt schnell mal das programmieren lernen (außer sie wollen erst einmal zum Warmwerden mit einfachen Anwendungen wie Gapminder oder Many Eyes herumspielen).

Zwei gute Beiträge kommen aus Österreich,  wo im Moment einiges geschieht: Die Futurezone hat sich mit “Linked Data” ausführlich befasst und erklärt, warum Tim Berners-Lee jetzt diesen Begriff gegenüber dem des “Semantischen Netzes” bevorzugt:

“Linked Data” bedeutet laut Berners-Lee “Semantic Web done right”. Das Augenmerk liegt dabei nicht auf den Dokumenten, sondern auf den Daten. Erstere kann man nur lesen, aber mit Zweiteren können viele interessante neue Dinge entstehen.

Der österreichische Journalist Georg Holzer hat die Datensammlung von data.gov.uk unter die Lupe genommen und einige Ziele solcher Open-Data-Sammlungen analysiert. Und sehr schön ist auch dieser Vergleich zwischen data.gov und data.gov.uk von FlowingData, der eindeutig zugunsten der Briten ausfällt.

Praktisch fand ich die erste Übersetzung der Open-Government-Data-Prinzipien aus dem Amerikanischen im Blog des Open Data Networks, die künftig in loser Folge vollendet werden soll.


BeitrÀge zu verwandten Themen:

  1. Tim Berners-Lee pusht Regierungsdaten ins Netz
  2. The Meaning of Open
  3. Zarte Hinweise auf ein data.gov.de

Über Christiane Schulzki-Haddouti

Freie IT- und Medienjournalistin. Hat dieses Blog 2007 im Rahmen der KoopTech-Analyse eingerichtet. Seit Beendigung des Projekts fĂŒhrt sie es als Multi-Autorenblog weiter. Sie fĂŒhrt ein persönliches Blog auf ihrer Homepage.
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