Game Design als Realitätsreparatur

“Die Wirklichkeit ist kaputt – Game Designer müssen sie reparieren”, sagt Jane McGonigal vom Institute for the Future.

Die jährlichen TED-Talks sind legendär. Die Videos der Veranstaltung, die gerade vom 8. bis 13. Februar in Long Beach stattfand, stehen zwar noch nicht online. Doch glaubt man dem Buzz, dann gehörte Jane McGonigals Rede über die Möglichkeiten des Game Designs und die daraus resultierende soziale Verantwortung von Game Designern zu den diesjährigen Höhepunkten.

Einen ersten Eindruck ihrer Thesen gibt ein kurzes Interview, das die Game Designerin und Leiterin der Abteilung “Game Research and Development” am kalifornischen Institute for the Future dem Magazin Wired gab. Spiele und vor allem Alternate Reality Games, sagt McGonigal, bringen Menschen in großer Zahl dazu, gemeinsam Probleme zu lösen. Dies gelingt online, indem viele Einzelne ihr Wissen und ihre besonderen Fähigkeiten im Sinne des Gruppenziels einsetzen.

Im Kampf gegen die drängenden Probleme der Welt – Armut, Hunger, Seuchen, Umweltverschmutzung – sollten wir daher die Arbeit an der Wirklichkeit nach den Prinzipien von MMOs organisieren: ”The idea is to make games that take those sophisticated ways of collaborating and apply those to real-world problems.”

Ein Beispiel für eine solche Bemühung gab bereits 2007 World Without Oil, ein Spiel für 1800 Teilnehmer in 12 Ländern, das Jane McGonigal mit entwickelte. Am 3. März nun beginnt Evoke, produziert von Jane McGonigal als Creative Director im Auftrag der Weltbank.

EVOKE trailer (a new online game) from Alchemy on Vimeo.

Die viel versprechende Ankündigung im Blog zum Spiel lautet: “This is not a simulation. You are about to tackle real problems. Food security. Energy. Water security. Disaster relief. Poverty. Pandemic. Education. Global conflict. Human rights. Welcome to the Evoke Network. Welcome to your crash course in changing the world.”

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About Gundolf Freyermuth

ist Mitbegründer des Cologne Game Lab und lehrt Angewandte Medienwissenschaften an der ifs internationale filmschule köln. Sein Schwerpunkt in Forschung und Lehre liegt auf den Konsequenzen der Digitalisierung für audiovisuelle Kunst und Kommunikation. Gegenwärtig arbeitet er an einer Geschichte neuzeitlicher Audiovisualität, siehe www.audiovisualität.de. Für weitere biographische Informationen und Publikationen siehe seine Homepage.
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