Open-Data-Serie über Parteispenden bei ZEIT online

Heute ist der erster Teil einer dreiteiligen Serie zu Partei-Großspenden bei ZEIT online erschienen. Gemeinsam mit Frank Behrend, Gründer und Inhaber der Managementberatung ELIQOS, habe ich die vom Bundestag veröffentlichten Daten in den letzten vier Wochen aufbereitet und auf verschiedene Weise ausgewertet.

Der erste, heute erschienene Teil setzt die Großspenden, also die Zahlungen über 50.000 Euro aus den Jahren 2002 bis 2009, auf eine Zeitleiste. Wir haben außerdem die einzelnen Spender verschiedenen Branchen zugeordnet – und uns dabei an der Klassifikation des Bundesamts für Statistik sowie der Max-Planck-Studie über Parteispenden von Martin Höpner orientiert.

Die Leser können selbst die Daten mit Hilfe der Google-Bewegungschart analysieren und kommentieren. Für den Artikel hat die Grafikabteilung von ZEIT online die Zahlen noch einmal in eigenen Grafiken dargestellt, zum Beispiel so:

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Der Nachteil am Google-Gadget, die auf Gapminder beruhende Bewegungschart, liegt nämlich an seiner unveränderlichen und leider unverständlichen Grundeinstellung, die man erst einmal über drei Handgriffe ändern muss. Das macht es für publizistische Zwecke leider nahezu unbrauchbar, obwohl ich seine Zeitleistenfunktion für vergleichsweise besser halte. Außerdem lässt es sich nicht einbetten!!

Wie die Anpassungen zu bewerkstelligen sind, habe ich in einem eigenen Artikel kurz beschrieben, der auch die Links zu den einzelnen Bewegungscharts enthält:

1. Aufschlüsselung der Spenden nach Empfängern beziehungsweise einzelnen Parteien.

2. Aufschlüsselung der Spenden nach Empfängern beziehungsweise Parteien, wobei CDU und CSU in einem Posten zusammengefasst sind.

3. Aufschlüsselung der Spenden nach Spendern beziehungsweise Branchen.

In Teil 2 unterwerfen wir die Daten aus den Jahren 2002 bis 2010 einer Netzwerkanalyse mit Hilfe von Touch Graph. Dafür haben wir die Spendernamen vereinheitlichen müssen – etwa “Allianz AG” und “Allianz SE” zu “Allianz”, damit die Beziehungen klar ersichtlich sind. Leider können wir hier das Tool nicht online zur Verfügung stellen, da dies erhebliche Lizenzzahlungen nach sich gezogen hätte. Aber vielleicht finden wir für ein anderes, nächstes Thema dafür eine Alternative.

In Teil 3 stellen wir die Ergebnisse einen Crawls vor. Wir haben alle einschlägigen Websites von Großspendern in einen Crawler gefüttert, der dann nach ein paar Tagen stiller Arbeit in einer Grafik anzeigt, welche Spender mit anderen verbunden sind. Das Ergebnis ist ein wenig überraschend. Mehr möchte ich hier aber noch nicht verraten. Da dieser Teil weniger von journalistischem, denn wissenschaftlichem Interesse ist, wird er hier im Blog erscheinen.

Weitere mögliche Schritte könnten darin bestehen, nun auch die Rechenschaftsberichte der Parteien nach den Spenden über 10.000 Euro auszuwerten. Diese betreffen aber bislang nur den Zeitraum bis 2007, da hier bis heute keine unverzügliche Veröffentlichungspflicht besteht. Auch könnte man die Spenderdaten mit den Daten der Monpolkommission in Verbindung setzen und so Beziehungen über die Kapitalflüsse definieren.

Zum Schluss für KoopTech noch ein kleiner Bonus: Die Namen der Spender habe ich in Wordle gefüttert – und heraus kam dabei folgende Grafik:


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About Christiane Schulzki-Haddouti

Freie IT- und Medienjournalistin. Hat dieses Blog 2007 im Rahmen der KoopTech-Analyse eingerichtet. Seit Beendigung des Projekts führt sie es als Multi-Autorenblog weiter. Sie führt ein persönliches Blog auf ihrer Homepage.
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