Gyokusai fasst die aktuelle Debatte um die Bezahlung wissenschaftlicher Blogbeiträge durch Verlage zusammen – und streift dabei auch das Thema “Nicht-Bezahlung wissenschaftlicher Autoren” im Allgemeinen.
Aus eigener Erfahrung kann ich bestätigen, wie schwierig es ist, nichtbezahlterweise wissenschaftliche Artikel zu verfassen, wenn man sein Brot anderweitig verdienen muss. Im Rahmen einer Hochschulanstellung ist das noch zu bewältigen – jenseits dessen jedoch erfordert es – ich sage es mal so – außerordentliches Engagement. Ohne ein Honorar wird es gerade für Selbständige schnell knifflig.
Gyokusai spricht auch das Thema der überteuerten Fachzeitschriften an. Das ist weniger ein Problem der Autoren, die ja in der Regel nichts kriegen und sich daher an der Reputation eines Magazins orientieren. Es ist eher ein Problem der Bibliotheken und ihres Budgets.
Lösen ließe sich das, indem man entweder den Bibliotheken mehr Budget zugesteht – oder den Autoren Arbeitsbedingungen ermöglicht, die einen Reputationsverlust durch die Wahl eines weniger angesehenen, dafür aber Gemeinwohl-orientierteren Publikation (Stichwort: Open-Access-Journale) ausgleichen würden.
Hier geht es um Honorierung im ursprünglichen Sinne des Wortes: Wertschätzung, die sich auf vielfältige, aber wirksame Weise ausdrücken muss. Es ist nicht allein das Geld. Im Kern geht es um die Ermöglichung wissenschaftlichen Arbeitens durch eine Anerkennung, die dieses Arbeiten wiederum ermöglicht. Dieser Wertschätzungskreislauf scheint mir im Moment durch eine Vielzahl von Faktoren gestört zu sein.

