Stellt sich der NDR hinter depub.org?

Wie ist wohl folgende Pressemitteilung zu verstehen, in der die Vorsitzende des NDR Rundfunkrates Dagmar Gräfin Kerssenbrock die Veröffentlichung depublizierter Inhalte von tagesschau.de als “Beleg für die Fragwürdigkeit des bürokratischen Monstrums Drei-Stufen-Test” sieht? Sie sagt:

“Depub.org ist ein Beispiel für die kreative Anarchie im Internet, das zeigt, wie unsinnig kleinteilige Regulierungsversuche im Netz sind. Es besteht offenkundig großes Interesse an den Inhalten informativer Webseiten wie tagesschau.de. Solange das so ist, wird es immer Menschen geben, die einen Weg finden, diese Inhalte auch verfügbar zu machen. Webseiten wie depub.org sind ein Beleg für die Fragwürdigkeit des Drei-Stufen-Tests.”

Juristisch will der NDR wohl erst einmal nicht gegen depub.org vorgehen, jedenfalls ist in der Pressemitteilung darüber nichts zu lesen. Stattdessen heißt es – entgegen der  Äußerungen der dpub-Aktivisten in ZEIT online:

Wie die Betreiber der Website an die Inhalte von tagesschau.de gekommen sind, entzieht sich der Kenntnis der Redaktion. Da es sich um bereits veröffentlichte Inhalte handelte und es technisch ohne größeren Aufwand zu bewerkstelligen ist, Webseiten zu speichern, geht tagesschau.de davon aus, dass dies geschehen ist, als die Inhalte noch öffentlich waren.

About Christiane Schulzki-Haddouti

Freie IT- und Medienjournalistin. Hat dieses Blog 2007 im Rahmen der KoopTech-Analyse eingerichtet. Seit Beendigung des Projekts führt sie es als Multi-Autorenblog weiter. Sie führt ein persönliches Blog auf ihrer Homepage.
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