Allmende-Gedicht

Vor einer halben Ewigkeit habe ich versprochen, die Übersetzung dieses Gedichts aus dem 17. Jahrhundert zu Ende zu bringen. Nun ist es endlich gelungen.

Seit vielen Monaten ziert die erste Strophe dieses Blog. Hier folgt nun das ganze Gedicht. Über weitere Vorschläge zur Optimierung der Übersetzung freue ich mich.


Das Gesetz sperrt ein,
Mann oder Frau‘n
Die der Allmende Gänse klau‘n
Doch dem größ‘ren Schurken
es erlaubt,
Dass er der Gans
die Allmende raubt.

Sühne das Gesetz befiehlt,
Für den der Einem etwas stiehlt,
Doch lässt’s die Herrn und Damen sein,
die unser‘s nehmen,
Dein und Mein.

Das arme G‘sind entkommet nicht,
so es – verschwörend sich – Gesetze bricht
dies sei so recht, doch duldet man,
wenn sich verschwör‘n, wer dies Gesetz ersann.

Das Gesetz sperrt ein, Mann oder Frau‘n,
die der Allmende Gänse klau‘n,
Doch bleibt der Gans die Allmend gestohlen,
bis die Armen sie zurück sich holen.


Engl. Autor unbekannt, 17. Jhd.
Mit 1000 Dank an Paul Helfrich und Brigitte Kratzwald für’s kreative Mitdenken!

Crosspost

About Silke Helfrich

Freie Bildungsreferentin und Publizistin. Sie lebt und arbeitet in Jena/Thüringen. 1999-2007 Auslandsmitarbeiterin der Heinrich-Böll-Stiftung für Zentralamerika, Mexiko und Kuba. Dort Beschäftigung mit vielen Einzelthemen, Biodiversität, Energie, Wasser, freie Software, Menschenrechte, Demokratie, die in der Auseinandersetzung mit den Commons mündeten. Sie bloggt regelmäßig in ihrem CommonsBlog.
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