Arbeit zu Monetarisierung von Blogs

Thomas Bluhm will “herausfinden, wie man effektiv und effizient mit Blogs Geld verdienen kann”. Er ist Student der BWL der TU Bergakademie in Freiberg und führt zurzeit im Rahmen seiner Diplomarbeit eine Umfrage zum Thema “Monetarisierung von Blogs” durch. Er will die aktuelle IST-Situation deutscher Blogs und ihre Monetarisierungs-Strategien erfassen und bittet um Mithilfe bei seiner Umfrage.

Beim Ausfüllen habe ich bemerkt, dass vor allem der Zeitraum ein Problem darstellt. Ich habe zum Beispiel bei Google Adsense 41 Euro “seit der letzten Zahlung” verdient, konnte aber nicht mehr ohne weiteres feststellen, wann diese war. So etwa vor 9 Monaten. Bei Flattr habe ich seit Juli rund 60 Euro erhalten. Netto sind es 31 Euro, weil ich 29 Euro wieder ausgegeben habe. An dieser Stelle vielen Dank für die kleinen Spenden – zusammen mit Google Adsense kann ich damit in etwa meine Serverkosten bezahlen. Einen Designer könnte ich mir aber schon wieder nicht leisten. Kostendeckend ist das Blog also sicherlich nicht – und ich vermute, dass das wohl bei den meisten so ist.

Differenzierte Angaben sind leider nicht möglich, da man nur Ziffern im Umfragefeld eingeben kann. Bluhm wird damit Zahlen erhalten, die sich auf beliebige Zeiträume erstrecken können. Nach meinem Hinweis korrigierte Blum die Umfrage – jetzt wird nach monatlichen Einnahmen gefragt. Wobei er aber immer noch nicht sicher stellen kann, ob bei Flattr brutto oder netto gemeint ist.

Er will auch wissen, was man über Dienstleistungen und Coaching einnimmt. Das kann ich nach Zahlen gar nicht einschätzen. Natürlich hat die durch ein Blog, durch Twitter oder Facebook erzeugte Präsenz eine bestimmte Wirkung, aber welche? Ich vermute, dass das bei den meisten Medienschaffenden wohl nicht so einfach zu beantworten ist, da ihre Arbeit an sich ja auch wirkt. Ich kann daher nur vermuten, dass das Blog “irgendetwas bewirkt”, weiß aber nicht genau was.

Das liegt auch in der Natur kooperativer Technologien, da das Feedback hier nicht medienspezifisch ist, sondern sich über verschiedene soziale, mediale Wirkungskreise erstreckt. Jeder quantitative Messversuch wird daher immer nur einen Ausschnitt erwischen, der die Realität jedoch nicht adäquat abbilden kann. Er kann immer nur Hinweise, Zeichen liefern.

About Christiane Schulzki-Haddouti

Freie IT- und Medienjournalistin. Hat dieses Blog 2007 im Rahmen der KoopTech-Analyse eingerichtet. Seit Beendigung des Projekts führt sie es als Multi-Autorenblog weiter. Sie führt ein persönliches Blog auf ihrer Homepage.
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One Response to Arbeit zu Monetarisierung von Blogs

  1. Ich empfinde schon eine der Eingangsfragen als problematisch: unique visitors nach google analytics. Immerhin gibts jede Menge Blogs, die das nicht nutzen – manche nutzen Alternativen, andere nichts dergleichen. Was sollen die also antworten?

    Das mit den “Dienstleistungen und Coachings” ist, wie du ja schreibst, auch nicht wirklich erfassbar. Ich mache z.B. Webdesign seit 1996 – klar haben meine Eigenprojekte und meine Webpräsenz die Wirkung, dass mich gelegentlich Auftraggeber finden. ABER: kann man das als “Ergebnis des Bloggens” bezeichnen? Da käme dann heraus, dass mein gesamtes Einkommen “durch Bloggen” entsteht – aber m.E. ist das meilenweit vom Thema “Monetarisierung eines Blogs” entfernt.

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