Studie über Crowdsourcing als Marketing-Methode

McDonald’s, L’Oreal, Henkel: Immer mehr Unternehmen nutzen mit Hilfe von Crowdsourcing die Kreativität und das Wissen der User um Ihre Produkte zu vermarkten. Durch einen öffentlichen, webbasierten Aufruf zur Lösung unterschiedlicher Aufgaben, werden die User zu Co-Entwicklern und Co-Vermarktern für das Unternehmen.
Doch die Folgen sind nicht immer kontrollierbar. Crowdsourcing-Kampagnen können schnell zum Shitstorm werden, wenn Unternehmen den Fehler machen, die Internetnutzer zu missachten.

Wie groß der Unmut werden kann, verdeutlicht der Design-Wettbewerb der Marke Pril. Henkel suchte 2011 auf Facebook ein neues Etikett für die Pril-Spülmittelflaschen. Eine Jury sollte aus den zehn Motiven mit den meisten “Likes“ zwei auswählen. Die User machten sich einen Spaß aus dem Wettbewerb und voteten die absurdesten Entwürfe nach oben, unter anderem das Design „Pril – Schmeckt lecker nach Hähnchen“. Henkel stellte umgehend unter Beweis, dass ihm derartiger Humor nicht passt und sortierte einige Vorschläge aus. Der anschließende Aufstand der Community war vorprogrammiert. Spiegel online berichtete darüber.

Ein positives Beispiel ist das kunsthistorische Projekt „duz“ der Ludwig-Maximilians-Universität München, bei der Internetnutzern den digitalen Bildbestand des Instituts für Kunstgeschichte verschlagworten. Hier ein Kommentar von Spiegel online.

Crowdsourcing-Desaster wie bei Henkel müssen nicht sein. Aktuelle Forschungsarbeiten beschäftigen sich mit der Wirkung von Crowdsourcing als Marketinginstrument. Am Lehrstuhl für Direct Marketing der Universität Bayreuth führt Michèle Engel für ihre Masterarbeit eine empirische Untersuchung zum Thema “Crowdsourcing” durch:

Die Arbeit befasst sich mit den Forschungsfeldern der Werbewirkung und Kunden- bzw. User-Integration. Die quantitative Umfrage besteht aus 14 verschiedenen Untersuchungsgruppen, bei der jeweils die gleichen Marketingkonstrukte (Einstellung zur Marke, Weiterempfehlungsbereitschaft etc.) abgefragt werden. Die Gruppen variieren jedoch bezüglich der Ausgestaltung der Crowdsourcing-Kampagne, beispielsweise hinsichtlich niedrigem Produkt-Involvement (Mehl) / hohem Produkt-Involvement (Handy) oder der unterschiedlichen Reaktion des Unternehmens auf den unerwarteten Ausgang einer Kampagne.

Forschungsziel der Untersuchung ist zum einen herauszufinden, welchen Einfluss Crowdsourcing auf externe Interessentengruppen (Kunden, Lieferanten, Experten etc.) hat. Zum anderen soll untersucht werden, inwiefern die unterschiedliche Kommunikation (neutraler Stil, humorvoller Stil etc.) seitens des Unternehmens die Kunden beeinflusst.

Unterstützen Sie die Arbeit, indem Sie den Online-Fragebogen ausfüllen: https://ubayreuthmarketing.qualtrics.com/SE/?SID=SV_4O7cypfjM5FJjne
Die Teilnahme an der Befragung dauert ca. 10 Minuten.

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