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	<title>KoopTech &#187; Beobachtungen</title>
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		<title>Gotische Kathedralen &#8211; ein Open Data Projekt?</title>
		<link>http://blog.kooptech.de/2011/10/gotische-kathedralen-ein-open-data-projekt/</link>
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		<pubDate>Mon, 17 Oct 2011 06:33:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Ksoll</dc:creator>
				<category><![CDATA[Beobachtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzierung]]></category>
		<category><![CDATA[Kollaboration]]></category>
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		<description><![CDATA[Gotische Kathedralen sind die gr&#246;&#223;ten Versammlungsgeb&#228;ude der Welt mit Raumh&#246;hen von 25 m und mehr, die von Baumeistern zwischen 1140 und ca. 1500 nach Christus f&#252;r r&#246;misch-katholische Kulthandlungen errichtet wurden. Sie symbolisieren den kulturellen Kern und H&#246;hepunkt des christlichen ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gotische Kathedralen sind die gr&#246;&#223;ten Versammlungsgeb&#228;ude der Welt mit Raumh&#246;hen von 25 m und mehr, die von Baumeistern zwischen 1140 und ca. 1500 nach Christus f&#252;r r&#246;misch-katholische Kulthandlungen errichtet wurden. Sie symbolisieren den kulturellen Kern und H&#246;hepunkt des christlichen Abendlandes.</p>
<p>Dieser Artikel soll f&#252;r ihre Sch&#246;nheit begeistern, die historische Entwicklung der Bauformen schildern, die Einbettung in die kulturgeschichtliche Bedeutung zwischen der Romanik und der Renaissance darlegen, aber auch die Bedeutung f&#252;r die katholische Kirche, die Politik, den Handel, Malerei und Musik skizzieren.</p>
<p>Es geht dann darum, dass wir mit den neuen Medien “mit Links, Videos, Bildern etc. ganz neue intellektuelle  Inhalte schaffen k&#246;nnen als Text und maximal Bildb&#228;nde. Fu&#223;notenliteratur   kann diese Fu&#223;noten gleich als Link auf das Original schreiben”  (<a href="http://www.omnisophie.com/">Gunter Dueck</a>), so dass wir unsere Exzellenz steigern. Zum Schluss wird daher ein Projektvorschlag gemacht, wie mit neuzeitlichen Methoden, z.B. auch georeferenziert das Wissen &#252;ber gotische Kathedralen (exemplarisch f&#252;r andere Wissensgebiete) im Internet geb&#252;ndelt werden kann, um es in Schule, Hochschule und anderswo neuartig und exzellent nutzen zu k&#246;nnen.</p>
<p><span id="more-4752"></span></p>
<p><span id="more-265"> </span><span style="color: #000000; font-size: 18px; line-height: 27px;"><strong>Aufstieg zur Gotik</strong></span></p>
<p>Unter den R&#246;mern in der Kaiserzeit hatten es die Christen schwer. Sie wurden verfolgt, die R&#246;mer hatten ihre eigenen religi&#246;sen Kulte und G&#246;tter (Iupiter usw.), wie die Germanen auch (Wotan usw.), und waren nicht erpicht auf Importreligionen aus dem Morgenland. Mit Kaiser Konstantin dem Gro&#223;en &#228;nderte sich das 313 n. Chr., als in der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mail%C3%A4nder_Vereinbarung">Mail&#228;nder Vereinbarung</a> Religionsfreiheit garantiert wurde.</p>
<p>W&#228;hrend des Niedergangs des r&#246;mischen Reiches<strong>, </strong>der durch die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/V%C3%B6lkerwanderung">V&#246;lkerwanderungen</a> zu einem Machtvakuum im Mittelmeerraum f&#252;hrt, &#252;bernahm die katholische Kirche immer mehr Institutionen des R&#246;mischen Reiches<strong>. </strong>Aus dem Pontifex Maximus des r&#246;mischen G&#246;tterkults wurde (bis heute) der oberste Machthaber der Katholiken: der Papst. Der Amtssitz Rom wurde auch &#252;bernommen sowie einige liturgische Elemente.<strong> </strong></p>
<p>Bis zur Kaiserkr&#246;nung <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_der_Gro%C3%9Fe">Karls des Gro&#223;en</a> im Jahre 800 n. Chr. haben sich die Katholiken weiterentwickelt von einer verfolgten j&#252;dischen Sekte, deren Gr&#252;nder von den R&#246;mern in Jerusalem ans Kreuz genagelt wurde, &#8211; dem standardisierten T&#246;tungswerkzeug der R&#246;mer, mit dem sie im Jahre 71 v. Chr mit 6.000 get&#246;teten Gefolgsleuten des aufst&#228;ndischen Sklaven Spartakus die Via Appia zur Abschreckung pflasterten, &#8211; zu einer kirchlichen Macht, die zwingend notwendig war zur Kr&#246;nung des Kaisers des heiligen R&#246;mischen Reiches. Zwar war Karl dann gesalbter und gekr&#246;nter Kaiser (wie auch die K&#246;nige vom Klerus gesalbt werden mussten), aber die weltliche Macht zerbr&#246;selte und verteilte sich unterhalb der K&#246;nige des Reiches auf Herz&#246;ge, Grafen und Ritter.</p>
<p>Die Grafen und Ritter setzten sich selbst als Ordnungsmacht und Grundherren ein und lie&#223;en andere Leute f&#252;r ihren Wohlstand arbeiten. Als die V&#246;lkerwanderungen nachlie&#223;en und neue Waldgebiete in Frankreich und Germanien gerodet wurden, kam es zu einer erheblichen Steigerung der Produktivit&#228;t der Landwirtschaft, die aus ihrem &#220;berschuss den Wohlstand von Klerus, Adel und Rittertum steigerte. Auch der Handel mit Gew&#252;rzen und Tuch lie&#223; den Wohlstand wachsen, wodurch die St&#228;dte aufbl&#252;hten.</p>
<p>Als <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kathedrale">Kathedrale</a> bezeichnet man im Abendland die Kirche am Sitz des Bischofs, wo seine <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Cathedra">Cathedra</a> steht, aus der heraus er lehrt. Der Begriff wird aber nicht einheitlich gebraucht. In manchen Gegenden sagt man regionalspezifisch M&#252;nster, in manchen Sprachen lieber <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Basilika">Basilika</a> oder auch <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kathedrale#Dom">Dom </a>(von domus (lat.) = Haus, wobei nicht jeder Dom eine Kathedrale ist). Der Begriff <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tempel#Tempel_im_Christentum">Tempel </a>wird eher selten in der Christenheit gebraucht.</p>
<h3><strong>Hochzeit des Katholizismus in der Gotik</strong></h3>
<div id="attachment_352" class="wp-caption alignright" style="width: 242px;">
<p><a href="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/10/MrbgHa.jpg"><img class="size-full wp-image-352" title="Traveler" src="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/10/MrbgHa.jpg" alt="" width="232" height="310" /></a></p>
<p class="wp-caption-text">Saal im Hochschloss der Marienburg des Deutschen Ordens in Polen (Wikipedia)</p>
</div>
<p>Nach der Jahrtausendwende verlagerte sich der Schwerpunkt des Abendlandes vom Mittelmeer weg in die n&#246;rdlicheren Teile. Handel wurde nicht nur zwischen Venedig und Genua in Richtung S&#252;den betrieben, sondern auch mit Br&#252;gge als Zentrum nach London, L&#252;beck und &#252;ber Gotland in den kalten Osten (Riga, Reval, etc.) ausgeweitet, wo die Ritter des Deutschen Ordens die Barbaren christianisierten und f&#252;r sich arbeiten lie&#223;en &#8211; wie sp&#228;ter die ostelbischen Junker (siehe auch meinen Artikel “<a href="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/2011/08/29/doppik/">Doppik?</a>“). Zahlreiche neue St&#228;dte wurden gegr&#252;ndet. Die Landwirtschaft wurde immer produktiver, so dass immer mehr Menschen ern&#228;hrt werden konnten, die aber nicht alle in der Landwirtschaft ben&#246;tigt wurden.</p>
<p>So wuchsen zahlreiche Ritterorden (Malteser, Johanniter, Templer, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Orden">Deutscher Orden</a>) und kirchliche Orden (Benediktiner, Dominikaner, Franziskaner, Zisterzienser, Waldenser, Katharer, usw.). Letztere lebten in Kl&#246;stern oder arbeiteten als Kanoniker an den Bischofssitzen. Dabei hatte der Klerus mehrere Finanzquellen:</p>
<ul>
<li>eigenen <strong>Grundbesitz</strong>, der durch Erbschaften auch schnell wuchs,</li>
<li><strong>Spenden von Rittern</strong>, die sich als Grundherren ohne Salbung g&#246;ttliche Gunst erkaufen wollten</li>
<li><strong>Spenden von Kaufleuten</strong>, die trotz dogmatischen Zinsverbots bei Christen und Moslems auch mehr und mehr vom Bankgesch&#228;ft lebten und gegen Zins auch Geld verliehen, die sich dann auch g&#246;ttliche Gunst durch Spenden zu kaufen suchten</li>
<li>und <strong>Spenden der einfachen Leute</strong> (Bauern, Handwerker).</li>
</ul>
<p>Durch immer tieferes Verweben mit der weltlichen Macht und bei bester Finanzlage konnte der katholische Klerus in folgenden Bereichen folgenreich wirken:</p>
<ul>
<li>der Klerus hatte das <strong>Bildungsmonopol</strong> und bestimmte, wo Schulen hin kamen und was gelehrt wurde (K&#246;nige, Herz&#246;ge, Grafen und Ritter konnten in der Regel nicht lesen und schreiben)</li>
<li>durch <strong>Inquisition</strong> und Hexenverbrennung wurde die Bev&#246;lkerung dezimiert und Ungl&#228;ubige wurden ausgerottet,</li>
<li>&#252;bersch&#252;ssige Kraft von &#252;berfl&#252;ssigen jungen Adeligen und Rittern wurde in einigen <strong>Kreuzz&#252;gen</strong> abgebaut, so dass der Klerus zu Hause schalten und walten konnte wie er wollte</li>
<li>und zur Preisung Gottes konnten am Sitz des Bischofs, wo seine Kathedra stand, eine <strong>Kathedral</strong>e errichtet werden wie sie in der Romanik nie gesehen worden war.</li>
</ul>
<div id="attachment_275" class="wp-caption alignright" style="width: 235px;">
<p><a href="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/10/450px-CathedralSaintDenis.jpg"><img class="size-medium wp-image-275" title="450px-CathedralSaintDenis" src="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/10/450px-CathedralSaintDenis-225x300.jpg" alt="" width="225" height="300" /></a></p>
<p class="wp-caption-text">Kathedrale Saint-Denis (Wikipedia)</p>
</div>
<p style="text-align: left;"><strong>1140</strong> verorten viele den Beginn der Gotik, als der  Abt Suger in <strong><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kathedrale_von_Saint-Denis">Saint-Denis</a></strong> (n&#246;rdlich von Paris) seine Kathedrale neu gestalten lie&#223;. Davon sp&#228;ter mehr. Es war in Frankreich, wo sich die Gotik ausbreitete, um nach Deutschland und England zu finden, um sich dann auch im S&#252;den nach Italien, Spanien und Portugal auszubreiten. Es war das erste Mal, dass ein einheitlicher Baustil sich &#252;ber ganz Europa verbreitete, ohne die Koordination der weltlichen Macht. Auch der Papst verlagerte seinen Sitz in der Gotik f&#252;r mehrere Jahrhunderte nach Avignon in Frankreich. In der N&#228;he von Carcassonne w&#252;teten schlimme “Ketzer”-Verfolgungen und -Vernichtungen. In schnellem Wettbewerb schossen hoch aufragende Kathedralen in den Bischofssitzen in die Luft, die das Landschaftsbild pr&#228;gten. Der Katholizismus war auf der H&#246;he seiner Macht. Europa zeigte sich erstmals durch eine einheitliche Religion und einen einheitlichen Baustil.</p>
<h3><strong>Ver&#228;nderung des Katholizismus</strong></h3>
<p>1342 klopfte &#252;ber Schiffe kommend die Pest in Europa an und dezimierte die Bev&#246;lkerung. F&#252;r den Katholizismus aber waren schlimmer die inneren Reibereien ab ca. 1500<strong>. </strong>Zwar wuchs die Zahl der Katholiken durch milit&#228;rische Erbeutungen Spaniens und Portugals in der Neuen Welt in S&#252;damerika schnell und hatte K&#246;nigin <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Isabella_I._von_Kastilien">Isabella I. von Kastilien</a> durch die brutale Vertreibung von Moslems und Juden (die Asyl in der T&#252;rkei in Istanbul bei den Moslems fanden)  sowie gnadenlose Inquisition die spanische Monarchie auf fundamentalistischen Katholizismus getrimmt, aber das himmlische Reich zerbrach.</p>
<p><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_VI.">Papst Alexander VI.</a> (ein spanischer Borgia) fr&#246;hnte mit mindestens vier von ihm gezeugten Kindern (u.a. Lucrezia) weltlicher Lust, war Kriegsherr und auch weltlicher F&#252;rst. In den Gauen brodelte es: in Florenz gelang es dem fundamentalistischen Dominikaner <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Girolamo_Savonarola">Girolamo Savonarola</a>, der zur&#252;ck zu den Werten der Bibel wollte, die Bankiersfamilie Medici zu vertreiben, wurde aber von Alexander VI. seinerseits wieder bek&#228;mpft und als Ketzer 1498 hingerichtet.</p>
<div id="attachment_271" class="wp-caption alignright" style="width: 208px;">
<p><a href="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/10/Muenster_Lamberti_Koerbe_64281.jpg"><img class="size-full wp-image-271" title="Muenster_Lamberti_Koerbe_6428" src="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/10/Muenster_Lamberti_Koerbe_64281.jpg" alt="" width="198" height="297" /></a></p>
<p class="wp-caption-text">K&#228;fige der Wiedert&#228;ufer an der Lamberti-Kirche M&#252;nster (R&#252;diger W&#246;lk)</p>
</div>
<p>In <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/T%C3%A4uferreich_von_M%C3%BCnster">M&#252;nster/Westfalen &#252;bernahmen in den 1530er Jahren die Wiedert&#228;ufer</a> (Jan van Leiden aus Holland, Bernd Knipperdolling und Bernd Krechtig) die Macht, errichten als katholische Fundamentalisten eine neue Herrschaft nach altem Ritus, wobei die dramatische Differenz zwischen ideologischem Anspruch und pragmatischer Ausf&#252;hrung erheblich an die DDR in Wandlitz erinnert. (Siehe auch den <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kristus_%28Schneider%29">Roman Kristus</a> von Robert Schneider: “Das anf&#228;nglich als Gottesstaat von Gleichheit und Gerechtigkeit intendierte K&#246;nigreich geriet zur gewaltt&#228;tigen Despotie”). Franz Graf von Waldeck, weltlicher Herr und Bischof von M&#252;nster und Osnabr&#252;ck  bereitete dem Spuk ein Ende und die Katholiken echauffierten sich (statt den Herrn zu preisen). In Bad Iburg h&#228;ngten sie die Leichen der R&#228;delsf&#252;hrer an der ab 1345 gebauten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/St._Lamberti_%28M%C3%BCnster%29">hochgotischen Lamberti-Kirche </a>in K&#228;figen zur Abschreckung auf &#8211; dort sind die K&#228;fige heute noch zu finden (siehe <a href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Muenster_Lamberti_Koerbe_6428.jpg&amp;filetimestamp=20060512155703">Foto von R&#252;diger W&#246;lk aus M&#252;nster</a>).</p>
<div id="attachment_351" class="wp-caption alignright" style="width: 184px;">
<p><a href="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/10/300px-RathausM&#252;nster.jpg"><img class="size-full wp-image-351" title="300px-RathausM&#252;nster" src="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/10/300px-RathausM&#252;nster.jpg" alt="" width="174" height="342" /></a></p>
<p class="wp-caption-text">Rathaus M&#252;nster (Wikipedia)</p>
</div>
<p>Luther in Wittenberg war erz&#252;rnt, als er die Finanzierung des Petersdoms durch einen Ablasshandel in Rom wahrnahm (und dennoch f&#252;r seinen Vater bezahlte).  Er wollte das Christentum aus dem Prunk und der Pracht wieder  zu Bescheidenheit und Demut zur&#252;ckf&#252;hren. Die Christen zerfielen in zwei  gro&#223;e Fraktionen: im 17. Jahrhundert bek&#228;mpfte man sich im Drei&#223;igj&#228;hrigen Krieg bis aufs Blut und endete im Westf&#228;lischen Frieden 1648 mit einer Trennung von Kirche und Staat. Im 19. Jahrhundert verringerte Napoleon das Verm&#246;gen der Christen durch diverse S&#228;kularisierungsprozesse erheblich.</p>
<p>Im 21. Jahrhundert sind von den 80 Mio. Deutschen noch 30 Mio. Katholiken und davon sind 10%, also 3 Mio., regelm&#228;&#223;ige Kirchg&#228;nger. Heute betreiben einige Bist&#252;mer R&#252;ckbau. Zu gro&#223;en Kathedralen reicht es in Europa nicht mehr und den Kirchen f&#228;llt es schwer, die prachtvollen Bauwerke zu erhalten. Das war in der Gotik v&#246;llig anders.</p>
<h3><strong>Bauformen der Kathedralen</strong></h3>
<p>Abt Suger in Saint Denis (n&#246;rdlich von Paris in der Île de France) gab 1140 eine neue Kathedrale in Auftrag. Dabei sollte die eher plumpe romanische Architektur mit dicken Mauern, kleinen Fenstern und recht niedrigen Decken aufgebrochen werden. Die Kathedrale sollte mehr in die christliche Theologie gestellt werden. Der Bau sollte aufw&#228;rts zum neuen Jerusalem im Himmel streben und Licht sollte in die Kirche fluten und die Gl&#228;ubigen erleuchten. Der Bau sollte in den Himmel streben.</p>
<p>Daf&#252;r bedurfte es v&#246;llig neuer Techniken, um 20-25 m hohe Hauptschiffe zu bauen. Trotz zunehmender H&#246;he mussten die Mauern geschw&#228;cht werden, damit gro&#223;e Fenster das Tageslicht einlassen konnten. Die Architekten, die sich aus den Baumeistern rekrutierten, mussten ihre Erfahrung erweitern, um solche nie gekannten H&#246;hen zu erreichen. Zwar waren die Baumeister in Mathematik geschult, inbesondere der Geometrie. Aber einerseits fand die arabische Algebra nur schleppend den Weg in die Christenheit und andererseits konnte die Statik noch nicht errechnet werden, da Newton erst viel sp&#228;ter die Naturgesetze formulierte. Doch mit aristotelisch geschultem Verstand wagten sich die Baumeister an die gro&#223;en Herausforderungen.</p>
<p>Deutlichstes Merkmal gotischer Bauweise sind die spitzwinkligen Fenster, die aus der Konstruktion zweier Kreisb&#246;gen resultieren, die tragf&#228;higer sind als der romanische Rundbogen. Ineinander laufende Kreisb&#246;gen finden sich auch im Gew&#246;lbe und im Ma&#223;werk der Fenster. Sie bieten h&#246;here Standfestigkeit und pr&#228;gen die gotische &#196;sthetik.</p>
<p>Ihren Namen bekam die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gotik">Gotik</a> in der Renaissance durch den italienischen Kunsttheoretiker <a title="Vasari" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Vasari">Giorgio Vasari</a>. In alter r&#246;mischer Arroganz sprach er undifferenziert &#252;ber die Barbaren “trans alpina” (Jenseits der Alpen). Die Goten waren eines der V&#246;lker, die w&#228;hrend der V&#246;lkerwanderung die Italien begl&#252;ckten, hatten aber mit den Kunstformen, die sich im 12.ten Jahrhundert in der <a title="Île-de-France" href="http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%8Ele-de-France">Île-de-France</a> entwickelten &#252;berhaupt nichts zu tun.</p>
<p><strong>Grundrisse und Fassaden</strong></p>
<p>In der Gotik wurde die Kathedrale eine Verbildlichung der christlichen Ideenwelt des Neuen Testamentes. Zun&#228;chst muss die Kirche in Ost-Westrichtung ausgerichtet sein. Im Osten steht der Altar und ist umgeben von einem Chor. Im Hauptschiff versammelt sich die Gemeinde und im Westen tritt sie durch drei Pforten (wegen der Dreifaltigkeit) ein. In der Regel findet man an der Pforten auch T&#252;rme die bis zu &#252;ber 100 m in den Himmel ragen. In Nords&#252;d-Richtung sind ein oder mehrere Querschiffe eingelassen, so dass sich ein Kreuz ergibt. Das Hauptschiff kann durch Nebenschiffe erg&#228;nzt werden. Der K&#246;lner Dom hat f&#252;nf Schiffe. Dadurch ergeben sich gen&#252;gend Fl&#228;chen f&#252;r k&#246;nigliche Grablegungen und Seitenkapellen, in denen bei hohem Verkehr mehrere Messen gleichzeitig gefeiert werden.</p>
<p>Man darf sich gotische Kathedralen nicht leer und verlassen wie heute vorstellen. Damals gab es weder Rath&#228;user noch Opern oder Theater. Die Kathedrale war der gesellschaftliche Mittelpunkt der Stadt, in dem sich Liturgie, Handel und Bankgesch&#228;fte abspielten, wie schon von Jesus berichtet wurde, als er die Geldwechsler aus dem Tempel warf.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<div id="attachment_277" class="wp-caption aligncenter" style="width: 872px;">
<p><strong><a href="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/10/Grundrisse-Fassaden1.jpg"><img class="size-full wp-image-277" title="Grundrisse-Fassaden" src="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/10/Grundrisse-Fassaden1.jpg" alt="" width="862" height="674" /> </a></strong></p>
<p><strong><a href="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/10/Grundrisse-Fassaden1.jpg"> </a></strong><strong><a href="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/10/Grundrisse-Fassaden1.jpg"></a></strong><strong><a href="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/10/Grundrisse-Fassaden1.jpg"></a></strong></p>
<p class="wp-caption-text">Grundrisse und Fassaden gotischer Kathedralen</p>
</div>
<p>&#220;ber dem Hauptportal fand sich meist eine Rosette, die an der Westseite Licht in das Mittelschiff einstr&#246;men lie&#223; und deren Symbolik als Rose auf die Jungfrau Maria hinwies.</p>
<p><strong>Hauptschiffe und Ch&#246;re</strong></p>
<p>Wenn der Gl&#228;ubige im Westen durch das Portal schritt, sah er im Osten im Hauptschiff den lichtdurchfluteten Chor mit dem Altar. Rund um den Chor waren fast keine Mauern, sondern nur Fenster. Die Fenster &#252;ber dem Mittelschiff und das Gew&#246;lbe gaben dem hoch aufstrebenden Geb&#228;ude ein fast graziles Aussehen, als wenn man mit Leichtigkeit in den Himmel zum neuen Jerusalem streben k&#246;nnte. Auch heute ist es noch v&#246;llig ungew&#246;hnlich, Versammlungsgeb&#228;ude von 25 m Raumh&#246;he und h&#246;her zu haben. Griechische und r&#246;mische Tempel war meist nicht h&#246;her als 10-15 m im Versammlungsraum<strong>, </strong>bis auf das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Pantheon_%28Rom%29">Pantheon</a> in Rom mit 42 m lichter H&#246;he in die Kuppel hinein.<strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<div id="attachment_282" class="wp-caption aligncenter" style="width: 895px;">
<p><strong><a href="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/10/Hauptschiffe.jpg"><img class="size-full wp-image-282" title="Hauptschiffe" src="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/10/Hauptschiffe.jpg" alt="" width="885" height="639" /></a></strong></p>
<p class="wp-caption-text">Hauptschiffe und Ch&#246;re</p>
</div>
<p>Schon der Weg vom Hauptportal zum Altar und zum Chor hin war ein liturgischer Akt, der zum Licht hin f&#252;hrte. Die anmutige H&#246;he verst&#228;rkte den erhabenen Effekt, durch Architektonik in den Himmel zu streben. In der zweiten H&#228;lfte der Gotik kamen auch mystische Effekte hinzu. Der Bauk&#246;rper bestand aus (meist hellem) Naturstein aus der jeweiligen Gegend. Neuere Forschungen in der Île de France haben ergeben, dass die W&#228;nde au&#223;en und innen wie griechische und r&#246;mische Tempel angemalt waren. Ocker die Steine, die Fugen heller. Im norddeutschen Raum mangelte es an tragfestem Naturstein (Kalkstein, Sandstein). Deshalb findet man hier die sogenannte Backsteingotik, die gebrannt Tonziegel verwendete mit Ton, den man auch im m&#228;rkischen Sand fand.</p>
<div id="attachment_306" class="wp-caption aligncenter" style="width: 1063px;">
<p><a href="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/10/votivkirche71.jpg"><img class="size-full wp-image-306" title="votivkirche7" src="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/10/votivkirche71.jpg" alt="" width="1053" height="707" /></a></p>
<p class="wp-caption-text">Votivkirche Wien &#8211; Chor im Osten (links) und Portal im  Westen mit Rosette (rechts)</p>
</div>
<p><strong>Fenster und Ma&#223;werk</strong></p>
<p>In den Fenstern erschufen die Baumeister zwei neue Kunstformen. Zum einen wurden die Fenster verglast. Anfangs wirkte man mit buntem Glas Figuren aus dem Neuen Testament ein, sp&#228;ter lie&#223;en sich auch G&#246;nner und Spender verewigen. Manche Fenster (und W&#228;nde) sind &#252;ber die Jahrhunderte nachgedunkelt, so dass der helle, Licht spendenden Eindruck gemindert wurde. Zum anderen wurde in die Fenster geometrisches Ma&#223;werk eingewirkt. Neben M&#246;rtel wurde zum Verbinden der Einzelteile Eisend&#252;bel verwendet, die mit Blei ausgegossen wurden. Die Figuren basierten aus harmonischen Geometrien, die die Handwerker  sich im Studium der Mathematik der Griechen und Araber, was selten zum Kanon der katholischen Schulen und Hochschulen geh&#246;rte.<strong> </strong></p>
<p>Die  Architektur basierte zwar auf Zeichnungen, aber nicht auf ma&#223;stabsgetreuen Baupl&#228;nen. Die Handwerker hatten erheblich Kopfarbeit zu leisten. Mittels Schablonen erleichterten sie den Serienbau, schufen mit vorgefertigten Einzelteilen komplexe Geometrien und gingen sogar so weit, schon im Steinbrauch mit Schablonen Einzelteile vorzufertigen. Hier finden sich erst industrielle Fertigungstechniken, die sich im Laufe der Gotik perfektionierten, als Kathedralen in Serie gebaut wurden.<strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<div id="attachment_281" class="wp-caption aligncenter" style="width: 912px;">
<p><strong><a href="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/10/Masswerk.jpg"><img class="size-full wp-image-281" title="Masswerk" src="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/10/Masswerk.jpg" alt="" width="902" height="660" /></a></strong></p>
<p class="wp-caption-text">Fenster und Ma&#223;werk</p>
</div>
<p>Die Gew&#246;lbe wurden aus Kreuzrippen ausgepr&#228;gt, bei denen zun&#228;chst die zusammenlaufenden Rippen gemauert wurden und dann die Fl&#228;chen dazwischen. Im Laufe der Zeit kamen immer feinere Ornamente zum Einsatz wie z.B. der Perpendicualar Style der S&#228;ulen im Braunschweiger Dom.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Strebewerk</strong></p>
<p>Da die tragenden Mauern d&#252;nner als in der Romanik wurden und durch viele Fenster durchbrochen waren, mussten die Dachlasten anders abgef&#252;hrt werden. Die Schubkr&#228;fte, die sich aus Gew&#246;lbe und Dach ergaben, wurden in seitliches <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Strebewerk">Strebewerk</a> abgeleitet.<strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<div id="attachment_283" class="wp-caption aligncenter" style="width: 868px;">
<p><strong><a href="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/10/Strebewerk.jpg"><img class="size-full wp-image-283" title="Strebewerk" src="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/10/Strebewerk.jpg" alt="" width="858" height="643" /></a></strong></p>
<p class="wp-caption-text">Strebewerk (Wikipedia)</p>
</div>
<p>Nur sehr wenige Kathedralen st&#252;rzten je ein. Im Gegenteil: anders als Schrottbauwerke der Neuzeit wie der Palast der Republik, das ICC oder der Steglitzer Kreisel in Berlin, die schon nach 30 Jahren Standzeit abri&#223;reif und sanierungsbed&#252;rftig waren, haben gotische Kathedralen jetzt schon Standzeiten  von bis zu 870 Jahren erreicht.</p>
<div id="attachment_302" class="wp-caption aligncenter" style="width: 318px;">
<p><a href="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/10/votivkirche3.jpg"><img class="size-full wp-image-302" title="votivkirche3" src="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/10/votivkirche3.jpg" alt="" width="308" height="373" /></a></p>
<p class="wp-caption-text">Wasserspeier, Fialen und Strebewerk an der Votivkirche Wien</p>
</div>
<p>Im oberen Bereich des Strebewerkes wurden auch zahlreiche Verzierungen eingebracht. Die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wasserspeier">Wasserspeier</a>, die das Regenwasser des Daches abf&#252;hrten, wurden meist als gruselige Monster aus der Apokalypse, der geheimen Offenbarung des Johannes, entnommen (sehr sch&#246;n an der Kathedrale <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/La_Seu">La Seu in Palma de Mallorca</a>).</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Skulpturen</strong></p>
<div class="mceTemp" style="text-align: left;">
<dl id="attachment_288" class="wp-caption  alignright" style="width: 232px;">
<dt class="wp-caption-dt"><strong><a href="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/10/434px-Notre_dame_paris4.jpg"><img class="size-full wp-image-288" title="434px-Notre_dame_paris4" src="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/10/434px-Notre_dame_paris4.jpg" alt="" width="222" height="306" /></a></strong></dt>
<dd class="wp-caption-dd">Skulpturen an der Pforte Notre Dame Paris (Wikipedia) </dd>
</dl>
</div>
<p>Als weitere Verzierung wurden zahlreiche Skulpturen, insbesondere an den Portalen, angebracht.<strong> </strong>In<strong> </strong>der Anfangszeit<strong> </strong>zeigten sie Figuren aus der christlichen Ideenwelt: Personen, Engel, Fabelwesen. Sp&#228;ter kamen auch noch Darstellungen von Personen des Klerus oder der<strong> </strong>stiftenden Adeligen oder B&#252;rger hinzu. Mit zunehmendem Selbstbewusstsein kam es auch dazu, das sich die K&#252;nstler selbst verewigten. Stand am Anfang noch ein Einfluss byzantinischer Vorbilder, wurde gegen Ende der Gotik der Weg zur realistischen Darstellung des Menschen in der Renaissance frei.</p>
<p>&nbsp;</p>
<div id="attachment_301" class="wp-caption alignright" style="width: 229px;">
<p><a href="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/10/votivkirche4.jpg"><img class="size-full wp-image-301" title="votivkirche4" src="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/10/votivkirche4.jpg" alt="" width="219" height="329" /></a></p>
<p class="wp-caption-text">Skulpturen Votivkirche Wien</p>
</div>
<p style="text-align: left;">In der sp&#228;ten Gotik wurde auch der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kontrapost">Kontrapost</a> in Skulpturen wieder eingef&#252;hrt, den schon die Antike kannte. Dabei wird auf einem Bein gestanden, mit dem anderen “gespielt”. “Gegen&#252;ber den eher statisch wirkenden Skulpturen fr&#252;herer Epochen gelang  es mit dem Kontrapost, zugleich Last und Unbeschwertheit, Ruhe und  Bewegung sowie Gebundenheit und Freiheit des menschlichen K&#246;rpers  auszudr&#252;cken. ” (Wikipedia)</p>
<p><strong>Profane Gotik-Bauwerke</strong></p>
<p><strong><span style="color: #444444; font-weight: normal;">In den Stadtstaaten der Toskana und in Umbrien kamen mit dem Wandel des Schwerpunktes vom Klerus zum B&#252;rgertum profane Bauwerke auf. 1296 entstand der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Palazzo_dei_Priori">Palazzo dei Priori</a> in Perugia, 1297 den <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Palazzo_Pubblico_%28Siena%29">Palazzo Pubblico</a> in Siena, 1299 den <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Palazzo_Vecchio">Palazzo Veccio</a> in Florenz. F&#252;r Kundgebungen und Empf&#228;nge der Republik Florenz  baute man sich 1376 die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Loggia_dei_Lanzi">Loggia dei Lanzi</a>, 1377 in Br&#252;gge das <a href="http://de.structurae.de/structures/data/index.cfm?id=s0013059">Rathaus</a>, 1380 La Llotja in Barcelona, 1384 in Bologna der <a href="http://www.trivago.de/bologna-45358/gebaeude/palazzo-della-mercanzia-806801">Palazzo della Mercanzia</a>, 1386 in <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Palace_of_Poitiers">Poitiers den Justizpalast</a> in gotischem Stil.</span></strong></p>
<p>In einigen Gegenden hat sich die Begeisterung f&#252;r die Gotik sehr lange gehalten. In Wien wurden noch im 19. Jahrhundert im neugotischem Stil die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Votivkirche_(Wien)">Votiv-Kirche</a> und das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wiener_Rathaus">Rathaus</a> gebaut.<strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<div id="attachment_331" class="wp-caption aligncenter" style="width: 1017px;">
<p><strong><a href="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/10/RathausWien3.jpg"><img class="size-full wp-image-331" title="RathausWien3" src="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/10/RathausWien3.jpg" alt="" width="1007" height="724" /></a></strong></p>
<p class="wp-caption-text">Rathaus Wien</p>
</div>
<p>Eines der sch&#246;nsten gotischen Profanbauwerke ist der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Dogenpalast">Dogenpalast</a> in Venedig.</p>
<div id="attachment_342" class="wp-caption aligncenter" style="width: 404px;">
<p><a href="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/10/DSC00427.jpg"><img class="size-full wp-image-342" title="DSC00427" src="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/10/DSC00427.jpg" alt="" width="394" height="295" /></a></p>
<p class="wp-caption-text">Dogenpalast in Venedig &#8211; Vorn: Der S&#252;ndenfall von Adam und Eva</p>
</div>
<p><strong>Malerei</strong></p>
<p>Auch die Malerei erfuhr in der Zeit der Gotik einen dramatischen Wandel. So gab es zur Jahrtausendwende fast nur Darstellungen, die auf byzantinischer <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ikonografie">Ikonographie</a> fu&#223;ten. Die Objekte waren alle aus der biblischen Geschichte. Sie waren nicht realistisch dargestellt, sondern funktional. Sie hatten eine zu entschl&#252;sselnde Bedeutung. Im Katholizismus war es im Gegensatz zum Judentum auch erlaubt, Gott selbst darzustellen, so dass zahlreiche Bildnisse eines &#228;lteren Herrn mit wei&#223;em Bart entstanden.</p>
<p>Die Bedeutung von Licht und Farbe in den Bildern &#228;nderte sich hin zu hellem Licht und kr&#228;ftigen, symbolischen Farben (siehe auch Umberto Eco: <a href="http://www.amazon.de/Die-Geschichte-Sch%C3%B6nheit-Umberto-Eco/dp/3423343699/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;qid=1318412633&amp;sr=8-1">Die Geschichte der Sch&#246;nheit</a>. Kapitel IV: Licht und Farbe im Mittelalter).</p>
<p>Der ber&#252;hmteste Maler dieser Zeit war der Florentiner <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Giotto">Giotto</a> (1266-1337), der zwar noch weiter religi&#246;se Motive malte, aber bei Farbe und Perspektive neue Wege schuf.</p>
<div id="attachment_339" class="wp-caption aligncenter" style="width: 324px;">
<p><a href="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/10/Giotto_-_Legend_of_St_Francis_-_-10-_-_Exorcism_of_the_Demons_at_Arezzo.jpg"><img class="size-full wp-image-339" title="Giotto_-_Legend_of_St_Francis_-_-10-_-_Exorcism_of_the_Demons_at_Arezzo" src="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/10/Giotto_-_Legend_of_St_Francis_-_-10-_-_Exorcism_of_the_Demons_at_Arezzo.jpg" alt="" width="314" height="344" /></a></p>
<p class="wp-caption-text">Giotto: Exorzismus der D&#228;monen (Wikipedia)</p>
</div>
<p>Da als Auftraggeber zunehmend M&#228;zene wie Adelige, Ritter oder Kaufleute auftraten, entwickelte sich das Bed&#252;rfnis, nicht nur biblische Gestalten darzustellen, sondern auch die M&#228;zene. Erst eingebaut in biblische Szenen, sp&#228;ter davon losgel&#246;st.</p>
<p>Gegen Ende der Gotik klopfte dann immer mehr die Renaissance an und man wandte sich von der biblischen Darstellung zur Darstellung der realen Menschen, dann auch in perspektivischer Darstellung, die zunehmen realistisch wurde, wie man z.B. bei <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Michelangelo">Michelangelo</a> und sp&#228;ter bei  <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Michelangelo_Merisi_da_Caravaggio">Caraveggio</a> sehen kann.</p>
<p><strong>Musik</strong></p>
<p>Um 1000 n. Chr. herum beherrschten einstimmige <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gregorianischer_Choral">gregorianische Chor&#228;le</a> den liturgischen Gesang in Klosterkirchen und Kathedralen. In der gotischen Zeit wurden die gregorianischen Chor&#228;le mehrstimmig (und im Zivilleben kamen die Minnes&#228;nger auf).</p>
<div id="attachment_348" class="wp-caption alignright" style="width: 262px;">
<p><a href="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/10/IMG_11771.jpg"><img class="size-full wp-image-348" title="IMG_1177" src="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/10/IMG_11771.jpg" alt="" width="252" height="338" /></a></p>
<p class="wp-caption-text">Neue Orgel von 1991 im Stephansdom in Wien</p>
</div>
<p>In der Gotik fanden erste Orgeln ihren Weg in die Kathedralen. Karl der Gro&#223;e hatte in der Romanik Orgeln mit Blockwerken (alle T&#246;ne einer Art gleichzeitig ohne Register) eingef&#252;hrt, die dann bis zur Fr&#252;hrenaissance ausreiften.</p>
<p>Manche gehen so weit zu sagen, dass sich Architektur und Musik gegenseitig bedingen. “Gotische Kathedralen und Klosterkirchen zeigen musikalische Zahlenverh&#228;ltnisse in den Hauptma&#223;en von Grundriss und Fassade” hei&#223;t es in “<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Musik_und_Architektur">Musik und Architektur</a>” in Wikipedia dazu. Umberto Eco f&#252;hrt dazu aus, dass schon <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Pythagoras">Pythagoras</a> bei den Proportionen mathematische Beziehungen der Tonh&#246;hen als Ma&#223; f&#252;r das Sch&#246;ne untersuchte, was <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Boethius">Boethius</a> im 6. Jahrhundert in das Mittelalter brachte.</p>
<p>Mit Chor und Orgel kann dann gro&#223;en liturgischen Ereignissen ein w&#252;rdiger Rahmen gegeben werden.  Noch heute sind Orgelwerke von Bach (z.B. 8.10.2011 im <a href="http://www.stephanskirche.at/index.jsp?menuekeyvalue=2&amp;langid=1">Stephansdom </a>in Wien) oder Requiems von Mozart  (31.10.11 Stephansdom), Brahms (29.10.11 im Stephansdom) oder Haydn in einer Kathedrale absolute H&#246;hepunkte abendl&#228;ndischer Hochkultur, die der gotischen Pracht zur vollen Entfaltung verhelfen.</p>
<h3><strong>W&#252;rdigung</strong></h3>
<p>Die Architektur der gotischen Kathedrale markiert symbolisch den H&#246;hepunkt des christlichen Abendlandes. Der Katholizismus hatte in den Jahren 1140 bis 1500 seine Bl&#252;tezeit. Die Entwicklung wurde nicht gepr&#228;gt im Mittelmeerraum durch Pal&#228;stina, Griechenland, Rom) sondern im Kernland Europas: Frankreich, Deutschland, England, Italien. In mehreren Phasen perfektionierten sich unterschiedliche Nuancen:</p>
<table>
<tbody>
<tr>
<th></th>
<th>Fr&#252;hgotik</th>
<th>Hochgotik</th>
<th>Sp&#228;tgotik</th>
</tr>
<tr>
<td><em>Frankreich</em></td>
<td>1140–1200</td>
<td>1200–1350</td>
<td>1350–1520</td>
</tr>
<tr>
<td><em>Italien</em></td>
<td>seit 1200</td>
<td></td>
<td></td>
</tr>
<tr>
<td><em>England</em></td>
<td>1170–1250</p>
<p><small><em>Early English</em></small></p>
<p><small> </small><small></small></td>
<td>1250–1350</p>
<p><small><em>Decorated</em></small></p>
<p><small> </small><small></small></td>
<td>1350–ca. 1550</p>
<p><small><em>Perpendicular,</em></small></p>
<p><small><em> </em></small><small><em>Flamboyant</em></small></td>
</tr>
<tr>
<td><em>Deutschland</em></td>
<td>1220–1250</td>
<td>1250–1350</td>
<td>1350–ca. 1520/30</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p id="firstHeading">Anders als im R&#246;mischen Reich, wo durch eine zentrale politische Macht alle eroberten St&#228;dte nach gleichem zentralen Stil errichtet wurden (man denke an K&#246;ln (Colonia Claudia Ara Agrippinensium) oder gar an Karthago, dessen punischer Kern vollst&#228;ndig zerst&#246;rt wurde, um eine r&#246;mische Stadt zu bauen), wurde in der Gotik in ganz Europa unabh&#228;ngig vom politischen Herrscher aufgrund einer Weltanschauung in einem einheitlichen Stile Kathedralen gebaut, die als Bischofssitz den Ortskern und das st&#228;dtische Leben pr&#228;gten. Die Gotik fand im Mittelalter auch nur in Europa statt. Sie ist der Ausgangspunkt f&#252;r das europ&#228;ische Denken, das in der Renaissance gro&#223;e Teile der Welt eroberte.</p>
<h3><strong>Projektvorschlag</strong></h3>
<p>Die Zeit, in der die katholische Kirche in Europa reale Kathedralen baute, ist vorbei. Heutige Kathedralen werden virtuell im Internet gebaut. Sie m&#246;gen Wikipedia, Facebook, Google, Youtube oder Ebay hei&#223;en. Es sind ebenfalls brillante Erfindungen, die f&#252;r den gr&#246;&#223;ten Teil der Menschheit kulturbestimmend sind. Aber wenn wir uns fragen, ob wir uns umfassend im Internet z.B. &#252;ber die Gotik informieren k&#246;nnen, so stellen wir einerseits fest, dass wir eine F&#252;lle von Material wie in einer Bibliothek finden, aber keine Themenschwerpunkte.</p>
<p><a href="http://www.omnisophie.com/">Gunter Dueck</a>, fr&#252;herer CTO bei der IBM und Professor f&#252;r Mathematik, sagte in vielen Vortr&#228;gen, dass wir trotz guter Erfolge noch lange nicht mit dem Internet machen k&#246;nnen, was m&#246;glich w&#228;re. Wenn in der Schule Themen wie Shakespeare oder Goethe behandelt werden, lehren wir nach alter V&#228;ter Sitte: Reclam-Heft und als Interpretation sollte man sehr genau die Meinung des Lehrers beobachten, wenn man ein Numerus-Clausus-Fach studieren will.</p>
<p>Wir k&#246;nnten das genau so gut auch machen, dass wir von Goethe alle m&#246;glichen Originaltexte (eingescannt), &#220;bersetzungen, Kommentare, Verfilmungen, Vertonungen und Material &#252;ber den kulturellen Hintergrund sammelten und im Internet an einer Stelle bereitstellen, damit Schulklassen in einem Shakespeare-Projekt ihre Exzellenz und emotionale Intelligenz im Team sch&#228;rfen k&#246;nnen.</p>
<p>Es geht darum, das wir mit den neuen Medien “mit Links, Videos, Bildern etc. ganz neue intellektuelle Inhalte schaffen k&#246;nnen als mit Text und maximal Bildb&#228;nden. Fu&#223;notenliteratur  kann diese Fu&#223;noten gleich als Link auf das Original schreiben.” (Dueck).</p>
<p id="watch-headline-title">In dem Vortrag “Bildung und Mensch im digitalen Zeitalter” erl&#228;utert Gunter Dueck seine Kritik am deutschen Bildungssystem, das im Internet noch nicht angekommen ist, und zeigt Wege zur Exzellenz (23 Minuten, auf das Bild klicken zum Abspielen oder hier <a href="http://www.youtube.com/watch?v=Optk-gYgFo8">http://www.youtube.com/watch?v=Optk-gYgFo8</a> suchen, Goethe ab 7:45 min):</p>
<div id="attachment_309" class="wp-caption aligncenter" style="width: 363px;">
<p><a href="http://www.youtube.com/watch?v=Optk-gYgFo8"><img class="size-full wp-image-309" title="Dueck" src="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/10/Dueck.jpg" alt="" width="353" height="325" /></a></p>
<p class="wp-caption-text">YouTube-Video Gunter Dueck (genannt wilddueck)</p>
</div>
<p>Dieses Bereitstellen m&#246;chte ich gerne exemplarisch an der Thematik Gotik in einem Projekt mit einem Internetportal machen. Wie soll das aussehen?</p>
<p>Zun&#228;chst einmal stelle ich mir vor, dass wir auf einer Landkarte alle bedeutenden gotischen Bauwerke einzeichnen. Gut w&#228;re Google Maps oder Bing Maps, besser eine Integration in Google Earth™. OpenStreetMaps w&#228;re zweite Wahl, da dort weniger Funktionalit&#228;ten und Zusatznutzen vorliegen. Vom Interface her k&#246;nnte das so aussehen, wie in schon in dem Artikel “<a href="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/2011/08/14/die-welt-mit-google-earth-erforschen/">Mit Google-Earth™ die Welt erforschen</a>” beschrieben haben:</p>
<div id="attachment_324" class="wp-caption aligncenter" style="width: 1061px;">
<p><a href="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/10/GoogleEarth.jpg"><img class="size-full wp-image-324" title="GoogleEarth" src="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/10/GoogleEarth.jpg" alt="" width="1051" height="750" /></a></p>
<p class="wp-caption-text">Interface von Google Earth</p>
</div>
<p>In der Mitte findet man das geografische Gebiet, das einen interessiert. Links kann man Themen selektieren. Hier k&#246;nnte man Themen wie Gotik, Romanik oder Renaissance oder Goethe, Shakespeare oder Aristoteles selektieren (wenn es Sinn macht). Oben ist der Zeitschieberegler wie bei einem Video. In der Gotik k&#246;nnte ich im Jahre 1140 anfangen und dann automatisch wie in einem Video oder von Hand zeigen lassen, wie die Gotik sich in Europa ausgebreitet hat.</p>
<p>An jedem Fundort kann ich dann das Fundobjekt anklicken und erhalte eine Webseite mit allen zur Verf&#252;gung f&#252;r das Objekt stehenden Daten. Hier kommt dann der multimediale Aspekt &#252;ber Wikipedia hianus zum Tragen. Was soll dann angezeigt werden?</p>
<ul>
<li>Nat&#252;rlich Open Data auch aus <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hauptseite">Wikipedia</a></li>
<li>Andere Texte zum Internet wie dieser &#252;ber den Kirchenbau aus Tschechien: <a href="http://www.volny.cz/architektura/arch3.htm">Die gotische Kathedrale</a></li>
<li>Freie Fotos auch aus <a href="http://www.panoramio.com/">Panoramio</a>, die ja heute schon in Google Maps und Earth™ georeferenziert sind</li>
<li>Google Maps und Earth, nat&#252;rlich nicht nur Satellitenaufnahmen, sondern auch 3D-Modelle und 3D-Fotografien (wie zum Beispiel bei der Kathedrale des Meeres in Barcelona in den Artikel “<a href="../2011/08/14/die-welt-mit-google-earth-erforschen/">Mit Google-Earth™ die Welt erforschen</a>“</li>
<li>Touristische Informationen (Wann ist die Kirche auf zur Besichtigung?)</li>
<li>Sachb&#252;cher zum Thema (siehe Literaturverzeichnis)</li>
<li>Belletristik zum Thema (siehe Literaturverzeichnis)</li>
<li>Wissenschaftliche Literatur zum Thema aus den Bereichen Architektur, Bauwissenschaft, Kunst, Theologie, Philosophie, Musik, … <em>(obwohl es hier besonders schwierig ist, da die Wissenschaft noch nicht in der Wissensgesellschaft des Internets angekommen ist. Immer noch stehen Ver&#246;ffentlichungen im Printbereich im Vordergrund wegen der Citations (obwohl in der Regel die Verlagsvertr&#228;ge der kommerziellen Ausbeutung &#246;ffentlich finanzierter Forschung Zweitver&#246;ffentlichungen nicht ausschlie&#223;en, findet man so gut wie keine wissenschaftlichen Ver&#246;ffentlichungen und schon gar nicht hochschul&#252;bergreifende thematische Sammlungen im Internet)</em></li>
<li>Filme und Audiodateien wie sie zum Beispiel geb&#252;hrenfinanzierte von den &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten von ARD, ZDF, ARTE (siehe zum Beispiel <a href="http://videos.arte.tv/de/videos/kathedralen_wunderwerke_der_gotik_definition_der_kathedrale-3842488.html">Kathedralen – Wunderwerke der Gotik</a> oder <a href="http://www.youtube.com/watch?v=YSSLIyYlO7g&amp;feature=related">Europa im Mittelalter 2 – St&#228;dte und Kathedralen</a>). Hier wird man vielleicht das Urheberrecht anpassen m&#252;ssen, damit &#246;ffentlich finanzierte Werke auch wie in den USA in die Public Domain gestellt werden. Interessant ist da der Ansatz der TU Delft, die ganze Vorlesungen in YouTube einstellt, siehe z.B. <a href="http://www.youtube.com/user/tudelft">TU Delft</a> OpenCourseWare <a href="http://www.youtube.com/watch?v=k_OrwUTB2m0&amp;NR=1">Bouwkunde BK1030 – Grote gotische kathedralen (college 6, deel 1)</a>. Aber auch andere Filme in YouTube (siehe zum Beispiel <a href="http://www.youtube.com/watch?v=YQvd6in8xqw">Film &#252;ber Saint-Denis</a>) sind hinzuzuf&#252;gen.</li>
<li>Zu &#252;berlegen  sind offene Annotationen von Benutzern (wie man sie von <a href="http://www.qype.com/">Qype</a> kennt).</li>
</ul>
<p>Eine m&#246;gliche IT-Architektur kann dann so aussehen, dass man eigene und  fremde Daten in einem Datawarehouse sammelt und dann mittels eines APIs  auf Geodarstellungen (Satellitenfotos, Karten, usw.) anzeigt und sie  “anklickbar” macht zur Darstellung von Daten in Browserfenstern (Text,  Audio, Video), wie es sich in einer Vielzahl von Prjekten bew&#228;hrt hat.</p>
<div id="attachment_326" class="wp-caption aligncenter" style="width: 436px;">
<p><a href="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/10/IT-Architektur.jpg"><img class="size-full wp-image-326" title="IT-Architektur" src="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/10/IT-Architektur.jpg" alt="" width="426" height="547" /></a></p>
<p class="wp-caption-text">M&#246;gliche IT-Architektur</p>
</div>
<p>Neben der georeferenzierten Ansicht sind nat&#252;rlich Darstellungen auf einer Zeitleiste (<a href="http://www.facebook.com/about/timeline">Timeline</a> wie neulich bei Facebook diskutiert) denkbar oder gar nur textuelle.</p>
<p>Nat&#252;rlich m&#252;sste anf&#228;nglich Schwei&#223; auf die Fragen nach <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ontologie_%28Informatik%29">Ontologie</a> und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Taxonomie">Taxonomie </a>verwendet werden, um einerseits umfassend Daten erheben, speichern und darstellen zu k&#246;nnen und andererseits die gleiche Logik auch f&#252;r andere Projekte nutzen zu k&#246;nnen.Vielleicht k&#246;nnen auch Ergebnisse aus anderen Forschungsprojekten genutzt werden (z.B. <a href="http://portal.mace-project.eu/">MACE</a> <a href="http://portal.mace-project.eu/">Metadata for Architectural Contents in Europa</a> ein EU-Forschungsprojekt zur Architekturgeschichte).</p>
<p>Auch muss die Portalsprache &#252;berlegt sein. Zun&#228;chst wird man in Deutsch anfangen und dann die zentraleurop&#228;ischen Sprachen &#252;bertragen (Englisch, Franz&#246;sisch, Spanisch, Italienisch,  usw.). Chinesisch f&#252;r den Tourismus einer aufstrebenden Mittelschicht ist zu &#252;berlegen. <a href="http://www.latein-pagina.de/">Lateinisch</a> w&#228;re eine Herausforderung.</p>
<p>F&#252;r den Anfang habe ich eine Tabelle erstellt mit ca. 200 gotischen Bauwerken jeweils mit Anfangsjahr (ggf. dem Startjahr der gotischen &#220;berpr&#228;gungen bei romanischen Bauten), Fertigstellungsjahr, heutiger Staat, Stadt, Name und Link zu Wikipedia. Download der Tabelle (xlsx-Format): <a href="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/10/Gothics-005.xlsx">Gothics-005</a></p>
<p>Das Portal soll gemeinn&#252;tzig und gemeinfrei sein: offene Daten. <strong>Open Data</strong>. Also die Nutzung soll die Bildung in allen Lebensstufen (Schule, Studium, Beruf, Seniorit&#228;t) kostenfrei sei zur Erreichung von maximaler Wissenseffizienz und Exzellenz. Die Inhalte sollten weiter verwendet werden d&#252;rfen.</p>
<p>Wie man unschwer erkennen kann, erfreut sich die Gotik auch bei der <a href="http://www.bundesbank.de/bargeld/bargeld_banknoten_20euro.php">Europ&#228;ischen Zentralbank</a> gr&#246;&#223;ter Beliebtheit:</p>
<div id="attachment_343" class="wp-caption aligncenter" style="width: 359px;">
<p><a href="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/10/20euro_vs_709x364.jpg"><img class="size-full wp-image-343" title="20euro_vs_709x364" src="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/10/20euro_vs_709x364.jpg" alt="" width="349" height="188" /></a></p>
<p class="wp-caption-text">20 Euroschein</p>
</div>
<p>Sprechen wir also &#252;ber Geld.</p>
<p>Ich w&#252;rde dieses Projekt gerne machen und suche Mitstreiter zur tatkr&#228;ftigen Unterst&#252;tzung und zur Finanzierung. Eine Feasability Studie sollte mit guter Qualit&#228;t mit 500 T€ erstellbar sein. Gunter Dueck meint, dass inklusive der M&#246;glichkeit f&#252;r drei Dissertationen einer wissenschaftlichen Begleitung ein Projekt dieser Art im Bereich von 5 Mio. € Kosten liegt. Ich bin ein gro&#223;er Fan von Crowd-Sourcing (also dass eine Vielzahl von Leuten suchend mitarbeitet wie wir es bei <a href="http://de.guttenplag.wikia.com/wiki/GuttenPlag_Wiki">Guttenplag</a> gesehen haben). Aber der Spa&#223; der Meute auf der Jagd nach Wissen darf nicht zur Ausbeutung missbraucht werden. Deswegen m&#252;ssen die Grundpfeiler durch finanziert sein, bevor wir anfangen. Ich bin f&#252;r jede Anregung dankbar, sei es aus dem Bereich der Stiftungen, des Staates, der Kirchen oder wer immer bereit ist, auch finanziell den n&#228;chsten Schritt in eine exzellente Wissensgesellschaft zu gehen. Anregungen nehme ich auf jedem Kanal entgegen: F&#252;r die, die das Literaturverzeichnis nicht lesen wollen, hier meine E-Mail-Adresse:</p>
<p><a href="mailto:wk@wolfgang-ksoll.de">wk@wolfgang-ksoll.de</a></p>
<p>Eine Adresse f&#252;r Papier-Mail (Post hie&#223; das, glaube ich)  findet sich im Impressum.</p>
<p>Gotische Kathedralen – next big thing! Ich danke f&#252;r Ihre Aufmerksamkeit.</p>
<h3><strong>Literaturverzeichnis<br />
</strong></h3>
<p>Auch in der Zeit des Internets kann es manchmal hilfreich sein<strong>, </strong>in gedruckte Literatur zu schauen. Deshalb hier wenige Hinweise auf zum Thema passende Sachliteratur und Belletristik. Der Einfachheit halber sind auch Links zu Amazon hinterlegt, aber ich habe empirisch gepr&#252;ft, dass alle B&#252;cher auch im geostation&#228;ren Handel erwerblich sind.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Sachb&#252;cher</span></p>
<ul>
<li>Georges Duby: <strong><a href="http://www.amazon.de/Die-Zeit-Kathedralen-Gesellschaft-wissenschaft/dp/3518286110/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;qid=1317648998&amp;sr=8-1">Die Zeit der Kathedralen</a></strong>. Kunst und Gesellschaft 980-1420. suhrkamp taschenbuch wissenschaft. Original: 1966. ISBN 978-3-518-28611-1. 17,50 €. <em>Brillantes Werk, das die ideologischen Zeitumst&#228;nde der Gotik hervorragend beschreibt, wobei Dubys Schwerpunkt immer die soziolgische Sicht ist.</em></li>
<li>Rolf Toman (Herausgeber): <strong><a href="http://www.amazon.de/Gotik-Architektur-Skulptur-Rolf-Toman/dp/3833155779/ref=sr_1_1?s=books&amp;ie=UTF8&amp;qid=1317649408&amp;sr=1-1">Gotik – Architektur Skulptur Malerei</a></strong>. h.f.ullmann. Original: 2004 von Tandem Verlag GmbH. ISBN 978-3-8331-5577-2. Printed in China. 10,00 €. <em>Umfassendes Werk mit sehr vielen, pr&#228;chtigen Farbfotos auf 520 Seiten. Auch theoretische Artikel und auch profane Bauwerke.</em></li>
<li>Francisca Prina: <a href="http://www.amazon.de/Geschichte-Architektur-Gotik-Francesca-Prina/dp/3791345923/ref=sr_1_1?s=books&amp;ie=UTF8&amp;qid=1317649692&amp;sr=1-1"><strong>Geschichte der Architektur – Gotik</strong>.</a> Prestel Verlag M&#252;nchen, 2011. ISBN 978-3-7913-4592-5. 19,95 €.  <em>Sch&#246;ne Einf&#252;hrung mit pr&#228;chtigen Farbfotos auf 142 Seiten.</em></li>
</ul>
<p><span style="text-decoration: underline;">Belletristik</span></p>
<ul>
<li>Ildefonso Falcones de Sierra: <strong><a href="http://www.amazon.de/Die-Kathedrale-Meeres-Ildefonso-Falcones/dp/3596175119/ref=sr_1_1?s=books&amp;ie=UTF8&amp;qid=1317649974&amp;sr=1-1">Die Kathedrale des Meeres</a></strong>. Roman. <strong> </strong>Fischer tb, Original: 2006. ISBN 978-3596175116.  12,95 €. <em>Erstlingswerk des Autors zum Bau der Kathedrale des Meeres im 14. Jahrhundert seiner Heimatstadt Barcelona. Siehe auch meinen Artikel: <a href="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/2011/08/14/die-welt-mit-google-earth-erforschen/">Die Welt mit Google-Earth erforschen</a>.</em></li>
<li>Frank Sch&#228;tzing: <strong><a href="http://www.amazon.de/Tod-Teufel-Roman-Frank-Sch%C3%A4tzing/dp/3442455316/ref=sr_1_1?s=books&amp;ie=UTF8&amp;qid=1317650403&amp;sr=1-1">Tod und Teufel</a></strong>. Roman. Goldmann. ISBN 978-3-442-45531-7. 8,95 €.  <em>Der Kriminalroman spielt im K&#246;ln des Jahres 1260, wo der Dombaumeister vom Ger&#252;st st&#252;rzt. “H&#246;llisch gut und teuflisch spannend!”</em></li>
<li>Umberto Eco: <strong><a href="http://www.amazon.de/Name-Rose-Roman-Umberto-Eco/dp/3423105518/ref=sr_1_1?s=books&amp;ie=UTF8&amp;qid=1317650682&amp;sr=1-1">Der Name der Rose</a></strong>. Roman. dtv.  Original: 1980. ISBN 978-3-423-10551-4. 9,90 €. <em><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Name_der_Rose">Kriminalroman in fiktiver Benediktiner-Abtei in den Bergen im Jahre 1327</a>.  Schildert den Kampf verschiedener katholischer Orden (Dominikaner vs. Franziskaner) um die Vernunft. Aristoteles oder Inquisition und Dogma? Mit Sean Connery in Glanzrolle auch <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Name_der_Rose_%28Film%29">1986 verfilmt</a>. Der Titel spielt an auf den “<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Rosenroman">Roman der Rose</a>” aus dem 13.  Jahrhundert, wo die Rose das Symbol f&#252;r die Frau ist, insbesondere Maria, wenn wir die Rose in der gotischen Kathedrale finden.</em></li>
<li><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Umberto_Eco">Umberto Eco</a>: <a href="http://www.amazon.de/Die-Geschichte-Sch%C3%B6nheit-Umberto-Eco/dp/3423343699/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;qid=1318760754&amp;sr=8-1">Die Geschichte der Sch&#246;nheit</a>. <em>Storia della Bellezza. </em>2004. dtv. ISBN 978-3-423-34369-5. 24,90 €. <em>Wundersch&#246;nes Bilderbuch durch die Jahrtausende mit Skulpturen, Architektur, Malerei, Zeichnungen, Fotografie.</em><em> </em></li>
<li>Robert Schneider: <strong><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kristus_%28Schneider%29">Kristus</a></strong>. Roman. 2004. Aufbau Verlag. <a href="http://www.amazon.de/Kristus-Das-unerh%C3%B6rte-Leben-Beukels/dp/3351030134">ISBN 3-35103-013-4</a>. <em>9,95 €. Geschichte der Wiedert&#228;ufer in M&#252;nster/Westfalen, deren Leichname man in K&#228;fige an die Lamberti-Kirche zur Abschreckung hing, wo die K&#228;fige noch heute h&#228;ngen</em>.</li>
</ul>
<h3><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/e7b49451e2244067b3b23b85fc891ca4" alt="" width="1" height="1" /><strong>Danksagungen</strong></h3>
<p>Dank an meine Gattin f&#252;r die Anregung zu Wien.</p>
<p>Dank an <a href="http://www.omnisophie.com/">Gunter Dueck</a> f&#252;r Inspiration und Hinweise.</p>
<p>Dank an <a href="http://www.accordsystems.de/">Boris Petkoff</a>, dass er mir 1998 mit seinem Buch <a href="http://www.amazon.de/Wissensmanagement-Von-computerzentrierten-zur-anwenderorientierten/dp/3827313937/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;qid=1318761991&amp;sr=8-1">Wissensmanagement </a>und zahllosen Diskussionen Ontologien und Niklas Luhmann nahe gebracht hat.</p>
<p>Dank an Nils Hellrung, symeda GmbH ( hier klicken: <a href="http://www.symeda.de/"><img title="symeda" src="http://www.symeda.de/uploads/symeda/symeda_logo-trans.png" alt="" width="112" height="29" /></a>), f&#252;r Updates in Data Warehouses und Spatial Online Analytical Processing mit webbasierten Karten und freundliche Unterst&#252;tzung.</p>
<p>Fotos stammen, wenn sie nicht von mir sind, immer aus Wikipedia.</p>
<p><em><a href="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/2011/10/16/gotische-kathedralen-ein-open-data-projekt/">Crosspost</a></em></p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://blog.kooptech.de/?flattrss_redirect&amp;id=4752&amp;md5=e6f2ed13fadd560751df4b86e55e7582" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blog.kooptech.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Klarnamen bef&#246;rdern den gepflegten Diskurs</title>
		<link>http://blog.kooptech.de/2011/08/klarnamen-befordern-den-gepflegten-diskurs/</link>
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		<pubDate>Fri, 12 Aug 2011 19:00:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christiane Schulzki-Haddouti</dc:creator>
				<category><![CDATA[Beobachtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Anonymität]]></category>
		<category><![CDATA[Diskurs]]></category>
		<category><![CDATA[Pseudonymität]]></category>
		<category><![CDATA[Zivilgesellschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich wurde von der taz gebeten, meine Meinung zur Klarnamenpflicht zu &#228;u&#223;ern. Das habe ich gerne getan. Nach drei K&#252;rzungsprozessen wurde am Freitag ein Teasertext f&#252;r den "Streit der Woche" in der sonnt&#228;glichen taz ver&#246;ffentlicht, der nicht meiner Meinung entspricht. ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich wurde von der taz gebeten, meine Meinung zur Klarnamenpflicht zu &#228;u&#223;ern. Das habe ich gerne getan. <del>Nach drei K&#252;rzungsprozessen wurde am Freitag ein <a href="http://www.taz.de/Streit-der-Woche/!76170/">Teasertext </a>f&#252;r den &#8220;Streit der Woche&#8221; in der sonnt&#228;glichen taz ver&#246;ffentlicht, der nicht meiner Meinung entspricht. Er behauptet, ich w&#252;rde die Klarnamenpflicht unterst&#252;tzen. Das tue ich nicht.</del> (Die taz hat inzwischen korrigiert. Danke!) Ich m&#246;chte<del> deshalb</del> den <del>urspr&#252;nglichen</del> taz-Text hier ver&#246;ffentlichen, der schon kurz genug war <del>- der gek&#252;rzte wird am Sonntag erscheinen</del>.</p>
<blockquote><p>Klarnamen bef&#246;rdern nachweislich den gepflegten Diskurs. Jeder, der die Diskussionen des neuen Dienstes Google+ verfolgt, kann das erleben. Google erlaubt keine offensichtlichen Pseudonyme – und das Diskussionsverhalten ist bislang auf hohem Niveau. Zum Vergleich gen&#252;gt ein Blick in Internetforen, in denen Pseudonyme &#252;blich sind: Trolle f&#252;hlen sich dort besonders wohl. Daraus zu folgern, der Staat m&#252;sse diese durch ein Verbot von Pseudonymen belohnen, w&#228;re aber falsch. Es w&#228;re ein schwerer Eingriff in die Meinungsfreiheit. In Demokratien muss es immer einen Raum geben, in dem Minderheiten sich austauschen k&#246;nnen. Dagegen muss der gepflegte Diskurs gef&#246;rdert werden. Private Anbieter im Netz k&#246;nnen die Verwendung von Klarnamen f&#246;rdern. Alternativ k&#246;nnen sie Mechanismen nutzen wie die Bewertung von Kommentaren. Schlecht bewertete Beitr&#228;ge k&#246;nnten in den Diskussionsstr&#228;ngen ausgeblendet bzw. nicht direkt einsehbar sein. Moderatoren k&#246;nnten aktiver eingreifen. In einem solchen Forum w&#252;rden B&#252;rger ermutigt, sich st&#228;rker unter ihrem Klarnamen zu engagieren. Foren, in denen etwa regelm&#228;&#223;ig &#252;ber Minderheiten gehetzt wird, sollten hingegen st&#228;rker ge&#228;chtet werden. Vielleicht k&#246;nnte eine Art Ehrenkodex f&#252;r Moderatoren hilfreicher sein als jedes Verbot.</p></blockquote>
<p>Zum Hintergrund meiner &#220;berlegungen:</p>
<p>Ich bin &#252;berzeugt, dass die Verwendung von Klarnamen Zivilcourage erfordert. Immer dann, wenn die Verwendung von Pseudonymen notwendig ist, ist etwas im Argen. Das hei&#223;t, bestehende Regeln oder Verh&#228;ltnisse verhindern die Meinungsfreiheit. Die Sanktionen oder der Preis einer Klarnamenverwendung ist so hoch, dass besser darauf verzichtet werden sollte. Weil das immer nur der Betroffene abw&#228;gen kann, darf es nie eine Klarnamenpflicht geben. Es muss also immer die Freiheit f&#252;r das Pseudonym geben &#8211; und die Verwendung von Pseudonymen soll auch nicht unter Verdacht gestellt werden. Gleichwohl sollte immer auch die Verwendung von Klarnamen gef&#246;rdert werden, da sie, so bin ich nach vielen Jahren im Netz &#252;berzeugt, unseren gesellschaftlichen Diskurs positiv ver&#228;ndern wird. Mein Text zielt also im Wesentlich auf eine sanfte, nicht brachiale Ver&#228;nderung des Diskussionsklimas ab.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://blog.kooptech.de/?flattrss_redirect&amp;id=4568&amp;md5=6586ff73375459d5ff859b314d4b98c9" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blog.kooptech.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>R&#228;tselhafte Kommas</title>
		<link>http://blog.kooptech.de/2011/06/ratselhafte-kommas/</link>
		<comments>http://blog.kooptech.de/2011/06/ratselhafte-kommas/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 29 Jun 2011 09:47:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christiane Schulzki-Haddouti</dc:creator>
				<category><![CDATA[Beobachtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Schreiben]]></category>

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		<description><![CDATA[Manche stehen mit Kommas ja auf Kriegsfu&#223;. Ich hatte einmal einen Studierenden, der in seinen Bericht nach jedem dritten, vierten Wort willk&#252;rlich ein Komma einf&#252;gte. Einfach weil es seinem individuellen Sprachrhythmus entsprach.

&#220;ber derart eigenwillige rhythmische Akzentsetzungen ist "Der Spiegel" ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Manche stehen mit Kommas ja auf Kriegsfu&#223;. Ich hatte einmal einen Studierenden, der in seinen Bericht nach jedem dritten, vierten Wort willk&#252;rlich ein Komma einf&#252;gte. Einfach weil es seinem individuellen Sprachrhythmus entsprach.</p>
<p>&#220;ber derart eigenwillige rhythmische Akzentsetzungen ist &#8220;Der Spiegel&#8221; nat&#252;rlich erhaben: hier wachen ja gleich mehrere Instanzen &#252;ber die korrekte Rechtschreibung. Heute stolperte ich jedoch &#252;ber zwei S&#228;tze, die Verwunderung ausl&#246;sten. Nicht weil sie das &#252;bliche Hauptsatz-Nebensatz-Schema durchbrechen, sondern weil sie die M&#246;glichkeit der Bindestriche, Doppelpunkte und Semikolons auffallend ignorieren.</p>
<blockquote><p>Ein Riss geht durch den Kontinent, er verl&#228;uft zwischen denen, die immer mehr Geld brauchen, und denen, die es zahlen sollen. Frustriert emp&#246;ren sich Griechen &#252;ber Deutsche, Deutsche &#252;ber Griechen, Portugiesen, Spanier, Italiener, das politische Friedensprojekt der europ&#228;ischen Einigung droht im gro&#223;en &#246;konomischen V&#246;lkerstreit zu enden.</p></blockquote>
<p>Dominiert jetzt das Komma? W&#228;re denn folgende Alternative nicht lesbarer gewesen?</p>
<blockquote><p>Ein Riss geht durch den Kontinent<strong>:</strong> Er verl&#228;uft zwischen denen, die immer mehr Geld brauchen, und denen, die es zahlen sollen. Frustriert emp&#246;ren sich Griechen &#252;ber Deutsche, Deutsche &#252;ber Griechen, Portugiesen, Spanier, Italiener<strong>;</strong> das politische Friedensprojekt der europ&#228;ischen Einigung droht im gro&#223;en &#246;konomischen V&#246;lkerstreit zu enden.</p></blockquote>
<p>Oder diese?</p>
<blockquote><p>Ein Riss geht durch den Kontinent<strong>:</strong> Er verl&#228;uft zwischen denen, die immer mehr Geld brauchen, und denen, die es zahlen sollen. Frustriert emp&#246;ren sich Griechen &#252;ber Deutsche, Deutsche &#252;ber Griechen, Portugiesen, Spanier, Italiener - das politische Friedensprojekt der europ&#228;ischen Einigung droht im gro&#223;en &#246;konomischen V&#246;lkerstreit zu enden.</p></blockquote>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://blog.kooptech.de/?flattrss_redirect&amp;id=4544&amp;md5=bb00efc9f37f32e43654c0e5ea631299" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blog.kooptech.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Starschw&#228;rme</title>
		<link>http://blog.kooptech.de/2011/05/starschwarme/</link>
		<comments>http://blog.kooptech.de/2011/05/starschwarme/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 13 May 2011 14:34:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christiane Schulzki-Haddouti</dc:creator>
				<category><![CDATA[Beobachtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Schwarm]]></category>
		<category><![CDATA[Video]]></category>

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		<description><![CDATA[There is something social going on here ...


via]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>There is something social going on here &#8230;</em></p>
<p><em></em><object style="height: 390px; width: 640px;" width="640" height="390"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/XH-groCeKbE?version=3" /><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowScriptAccess" value="always" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="640" height="390" src="http://www.youtube.com/v/XH-groCeKbE?version=3" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object><br />
<a href="http://twitter.com/#!/JohnFMoore">via</a></p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://blog.kooptech.de/?flattrss_redirect&amp;id=4516&amp;md5=bc31bd0eec8934477ed61f3f66152c5d" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blog.kooptech.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blog.kooptech.de/2011/05/starschwarme/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Wo sind die Metadaten in grauer Literatur?</title>
		<link>http://blog.kooptech.de/2011/05/wo-sind-die-metadaten-in-grauer-literatur/</link>
		<comments>http://blog.kooptech.de/2011/05/wo-sind-die-metadaten-in-grauer-literatur/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 12 May 2011 11:37:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christiane Schulzki-Haddouti</dc:creator>
				<category><![CDATA[Beobachtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Wissensmanagement]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.kooptech.de/?p=4511</guid>
		<description><![CDATA[Ich muss hier kurz einmal meiner Irritation Luft verschaffen:

Ich habe in den letzten zwei Monaten rund 200 Titel in das Literaturverwaltungsprogramm Citavi eingepflegt. Und bei allen Dokumenten aus dem Netz (n=54) - bis auf ein einziges (von einer Frau!) ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich muss hier kurz einmal meiner Irritation Luft verschaffen:</p>
<p>Ich habe in den letzten zwei Monaten rund 200 Titel in das Literaturverwaltungsprogramm Citavi eingepflegt. Und bei allen Dokumenten aus dem Netz (n=54) &#8211; bis auf ein einziges (von einer Frau!) &#8211; mangelhafte Metadaten eingelesen. Das betrifft im Netz ver&#246;ffentlichte Gutachten, Berichte, Dissertationen, Diplomarbeiten: Hier sind die Metadaten in den Dokumenten so schlecht eingepflegt, dass sie schlicht unbrauchbar sind. Eben gerade wieder eine Studie eines renommierten Universit&#228;tsinstituts &#252;ber den Citavi-Picker automatisch eingelesen, das als &#8220;Autor&#8221; ganz offensichtlich die Kontokennung des PC-Nutzers angibt und als Titel unleserliche Zeichen. Dabei handelt es sich um Dokumente von Leuten, die sich professionell mit Internetthemen befassen.</p>
<p>Liebe Akademiker: Verwendet doch endlich mal die &#8220;Eigenschaften&#8221; eines Dokuments, um dort Metadaten wie &#8220;Autor&#8221;, &#8220;Titel&#8221;, &#8220;Untertitel&#8221; und &#8220;Institution&#8221; ordentlich einzutragen. Danke!</p>
<p>Und liebe Bibliothekare: Bei Sammelwerken werden oftmals die Herausgeberschaft bzw. die weiteren Co-Herausgeber nicht oder unvollst&#228;ndig angezeigt. Auch das erfordert wieder Nacharbeit. Ist f&#252;r mich auch unverst&#228;ndlich.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://blog.kooptech.de/?flattrss_redirect&amp;id=4511&amp;md5=95fe7d8354b177f3aebcdc396f396143" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blog.kooptech.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Egoismus als selbsterf&#252;llende Prophezeihung</title>
		<link>http://blog.kooptech.de/2011/04/egoismus-als-selbsterfullende-prophezeihung/</link>
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		<pubDate>Wed, 27 Apr 2011 18:52:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Silke Helfrich</dc:creator>
				<category><![CDATA[Beobachtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Egoismus]]></category>
		<category><![CDATA[Gemeingüter]]></category>
		<category><![CDATA[Kooperation]]></category>
		<category><![CDATA[Spieltheorie]]></category>

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		<description><![CDATA[“Ob jemand mit einem anderen Menschen kooperiert, ist von seiner Erwartungshaltung abh&#228;ngig”, so res&#252;miert die WELT die j&#252;ngsten Forschungsergebnisse des Bonner Max-Planck-Instituts zur Erforschung von Gemeinschaftsg&#252;tern. Wer also Egoismus im Kopf hat und / oder andere gering sch&#228;tzt, tendiert dazu, eigenn&#252;tzige ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>“Ob jemand mit einem anderen Menschen kooperiert, ist von seiner Erwartungshaltung abh&#228;ngig”, so res&#252;miert <a href="http://www.welt.de/gesundheit/psychologie/article13181827/Ein-negatives-Menschenbild-macht-egoistisch.html" target="_blank">die WELT </a>die j&#252;ngsten Forschungsergebnisse des <a href="http://www.coll.mpg.de/node/8" target="_blank">Bonner Max-Planck-Instituts zur Erforschung von Gemeinschaftsg&#252;tern</a>. Wer also Egoismus im Kopf hat und / oder andere gering sch&#228;tzt, tendiert dazu, eigenn&#252;tzige Entscheidungen zu treffen und / oder Menschen zu begegnen die selbiges tun. In anderen Worten: <strong>Unser Menschenbild erzeugt die dazu passende Realit&#228;t.</strong></p>
<p>In Gemeinwohl-Spielen wollten die Forscher des MPI im interkulturellen Vergleich unter anderem der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Broken-Windows-Theorie" target="_blank">Theorie der “zerbrochenen Fensterscheibe”</a> nachgehen. Sie besagt, sehr kurz gefasst, … dass eine zerbrochene Scheibe die Verwahrlosung ganzer Stadtviertel nach sich ziehen kann und wurde zur Durchsetzung allerlei Law-and-Ordner-Strategien benutzt. Die Versuchsanordnung war  so klassisch wie begrenzt. Gruppen aus vier Spielern erhielten jeweils 20 Taler, die entweder einbehalten oder in ein Gemeinschaftsprojekt investiert werden konnten. Jeder in das Projekt investierte Taler wurde mit 0,4 Taler verg&#252;tet. Wenn alle vier Gruppenmitglieder ihre 20 Taler investierten, erhielte jeder 32 Taler, also 12 Taler mehr, als urspr&#252;nglich verf&#252;gbar. Investierten jedoch nur drei von vier in die Gemeinschaft, erhielte der egoistische Mitspieler 44 Taler und profitierte damit als Trittbrettfahrer besonders vom Einsatz seiner Mitspieler f&#252;r die Gemeinschaft.</p>
<p>Es w&#228;re durchaus spannend, zu sehen was geschieht, wenn differenziertere Anreize ins Spiel k&#228;men. Wenn also die Anerkennung f&#252;r den Einzelnen nicht nur in Talern bemessen w&#252;rde. Schlie&#223;lich motiviert sich der Mensch nicht nur durch Moos allein. <a href="http://grenzwissenschaft-aktuell.blogspot.com/2011/04/verwahrloste-stadtische-industrieruine.html" target="_blank">In Grenzwissenschaft-aktuell </a>wird diesselbe Studie kommentiert. Dort res&#252;miert Andreas M&#252;ller:</p>
<blockquote><p>“Die eigene Erwartung wird [...] zur selbsterf&#252;llenden Prophezeiung: Wer von Egoismus ausgeht, trifft dann tats&#228;chlich h&#228;ufiger auf unkooperatives Verhalten bei seinen Mitmenschen.”</p></blockquote>
<p>In der Bonner Studie investierten 82 % in das Gemeinschaftsprojekt – etwa die Reparatur zerbrochener Fensterscheiben. In London waren es hingegen nur 43%. Interessant ist nun der weitere Versuchsverlauf. Vor der zweiten Versuchsreihe in Bonn informierten die Forscher neue Mitspieler &#252;ber die Ergebnisse der Londoner Studie. Diese reagierten sehr negativ: Statt wie anfangs &#252;ber 80 Prozent investierten nur noch 51 Prozent in die Gemeinschaft.</p>
<p>‘Logo’, wird so manche_r innerlich beipflichten. ‘Der Mensch ist halt nicht so.’ ‘Ich bin doch nicht bl&#246;d, denkt doch eh jeder nur an sich.’ Solche S&#228;tze erzeugen enorme Resonanz. Wir k&#246;nnen tats&#228;chlich Nicht-Kooperation flugs herbei-, aber weniger flugs wieder wegreden, denn, so die MPI-Forscher:</p>
<blockquote><p>“Gute Beispiele machten aus schlechten Mitspielern keine Musterknaben.”</p></blockquote>
<p>Vielleicht sollte man sagen: Gute Beispiele (will sagen Vorbilder) ALLEIN gen&#252;gen nicht. K&#246;nnte es indes nicht sein, etwa man die zentrale Erkenntnis der Studie mit den Vorbildern verbinden muss?</p>
<p>Die Studie best&#228;tigt aus meiner Sicht etwas Wesentliches: Wenn wir das kulturelle Klima und die Alltagspraxis ein St&#252;ck weiter in Richtung Kooperation, in Investitionen f&#252;r das Gemeinwohl, in gemeinschaftliche Verantwortung verschieben wollen, ist es wichtig, von einem Menschenbild auszugehen, dass den Menschen als soziales, auf Kooperation angelegtes Wesens in den Mittelpunkt r&#252;ckt. Erst vor diesem Hintergrund werden gute Beispiele ihre Wirkung entfalten. Und das macht das Geschichtenerz&#228;hlen so wesentlich. Wir brauchen st&#228;ndig Geschichten &#252;ber gelungenes <em>commoning</em>.</p>
<p>Was w&#228;re der alternative Schluss aus der (fast schon zum Gemeinplatz geronnenen) Erkenntnis, dass Trittbrettfahrer individuell und kurzfristig am besten fahren? Mehr <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Nulltoleranzstrategie" target="_blank">Null-Toleranz-Konzept</a>e und eine &#252;berforderte Justiz? Wohl kaum. Ebenso wenig k&#246;nnen wir aufh&#246;ren, die Fensterscheiben zu reparieren, dann zieht’s im Handumdrehen f&#252;r alle.</p>
<p><strong>Kooperation und Investitionen in Gemeinschaftsprojekte lohnen sich also. Das ist nicht verhandelbar.</strong></p>
<p><a href="http://www.coll.mpg.de/pdf_dat/2011_05online.pdf" target="_blank">Zur MPI-Studie</a> von Christoph Engel, Sebastian Kube und Michael Kurschilgen.</p>
<p><a href="http://commonsblog.wordpress.com/2011/04/27/egoismus-als-selbsterfullende-prophezeihung/"><em>Crosspost</em></a></p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://blog.kooptech.de/?flattrss_redirect&amp;id=4442&amp;md5=c16ad5c23878ea9e3bb20561c469f735" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blog.kooptech.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Inside Wikileaks – einige Eindr&#252;cke</title>
		<link>http://blog.kooptech.de/2011/02/inside-wikileaks-einige-eindruecke/</link>
		<comments>http://blog.kooptech.de/2011/02/inside-wikileaks-einige-eindruecke/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 16 Feb 2011 09:21:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christiane Schulzki-Haddouti</dc:creator>
				<category><![CDATA[Beobachtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Wikileaks]]></category>

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		<description><![CDATA[Die mitrei&#223;ende Beichte von Daniel Domscheit-Berg &#252;ber seine Zeit "inside Wikileaks" habe ich fasziniert gelesen.  <a href="http://blog.kooptech.de/2011/02/inside-wikileaks-einige-eindruecke/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img title="Inside-Wikileaks-g" src="http://blog.kooptech.de/wp-content/uploads/2011/02/Inside-Wikileaks-g.jpg" alt="" width="250" /></p>
<p>Die mitrei&#223;ende Beichte von Daniel Domscheit-Berg &#252;ber seine Zeit &#8220;inside Wikileaks&#8221; habe ich fasziniert gelesen. Es ist vermutlich seiner Protokollantin Tina Klopp zu verdanken, dass auch die emotionale Seite so klar geschildert und der Bruch zwischen ihm und Julian Assange sehr nachvollziehbar wird. Das ist mutig, da es doch einiges an kritischer Selbstreflexion erfordert. Etwa das Eingest&#228;ndnis der Eitelkeit und Arroganz. Danke daf&#252;r. Gleichwohl versetzt es dem Buch eine derart pers&#246;nliche Schlagseite, dass wichtige andere Aspekte untergehen zu drohen.</p>
<p>Vermisst habe ich beispielsweise alles, was das Thema Whistleblowing an sich anbelangt. Das Kapitel zu Bradley Manning rei&#223;t es zwar an, aber f&#252;r meinen Begriff zu kurz. Zu kurz kam auch die Schilderung der Technik, die Whistleblower sch&#252;tzen soll. Sie bleibt v&#246;llig im Ungef&#228;hren. Der Bericht zerst&#246;rt eigentlich das Vertrauen in die Institution Wikileaks. Das Vertrauen in die Technik wird erst gar nicht aufgebaut. Zwar gibt es lobende Worte &#252;ber die Leistungen des &#8220;Architekten&#8221;, aber es wird nicht wirklich geschildert, warum Whistleblower der Technik, die bis zu seinem Weggang eingesetzt wurde, vertrauen sollten. War denn das Einreichen von Dokumenten nicht schon vor dem Erscheinen des Architekten sicher?</p>
<p>Das Vertrauen ist &#252;berhaupt das Kern-&#8221;Asset&#8221; von Wikileaks. Erschlichen wurde es mit einem Hack, der allerdings das Vertrauen vieler in die Sicherheit und vor allem Vertrauensw&#252;rdigkeit der Tor-Server nachhaltig ersch&#252;ttern sollte. Detlef Borchers hat schon darauf <a href="http://m.faz.net/Rub2C7A77F38FD84D7EABDFF6B9EE3B9BE4/Doc~E9A8716E6FA634FECBEBE1EC62F22C9FB~ATpl~Epartner~Ssevenval~Scontent.xml">hingewiesen</a>: Es geht um das &#8220;chinesische Paket&#8221;. So wurden &#252;ber eine Million Dokumente von einem End-Server des Tor-Netzwerks abgezogen. Sie sollen aus einem chinesischen Hackerangriff stammen.</p>
<p>Geschildert wird dieser Vorgang aber nicht von Domscheit-Berg &#8211; ja, nicht einmal angedeutet -, sondern von den Journalisten des <em>Spiegel</em> und <em>Guardian</em> in ihren B&#252;chern. Dabei ist die Schilderung des Guardian &#252;brigens noch ein wenig detailreicher. Das Tragische daran ist, dass dieser Hack eigentlich ein Verrat der Hackerethik ist, die sich dem Schutz privater Daten, aber nicht dem &#246;ffentlicher Daten verschrieben hat. Das Tor-Netzwerk soll genau dem dienen und darf nicht korrumpiert werden. Schon in der Geburtsstunde von Wikileaks also lag das ganze Projekt schief.</p>
<p>Es wird Zeit, dass das Anliegen &#8211; &#246;ffentlich relevante Daten der &#214;ffentlichkeit zur Verf&#252;gung zu stellen &#8211; auf richtige F&#252;&#223;e gestellt wird. Die von Domscheit-Berg am Schluss des Buches angesprochene Stiftung, die in diesem Jahr gegr&#252;ndet werden soll, k&#246;nnte daf&#252;r ein Anfang sein.</p>
<p>P.S. Noch ein Hinweis auf meine aktuelle Titelgeschichte in &#8220;M &#8211; Menschen Machen Medien&#8221;:</p>
<ul>
<li><a href="http://p2.to/17NA">(Alp-)Traum WikiLeaks</a> &#8211; Analyse der Ver&#246;ffentlichungsstrategie der &#8220;Fantastic Five&#8221;</li>
<li><a href="http://p2.to/17NB">Anonyme Depots</a> &#8211; &#252;ber alternative, neue Whistleblower-Plattformen</li>
<li><a href="http://p2.to/17NC">F&#252;r ein Optimum an Transparenz</a> &#8211; Interview mit Horst Poettker, der hier den Ansto&#223; f&#252;r die Pressebeschwerde gegen den Spiegel gab. Sie wird &#252;brigens am 24.3. nicht-&#246;ffentlich in Berlin verhandelt.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://blog.kooptech.de/?flattrss_redirect&amp;id=4157&amp;md5=3633d8bb5976c9e6c2d3cd61ffe5ede8" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blog.kooptech.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>L&#246;schdiskussion</title>
		<link>http://blog.kooptech.de/2010/09/loeschdiskussion/</link>
		<comments>http://blog.kooptech.de/2010/09/loeschdiskussion/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 27 Sep 2010 16:06:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christiane Schulzki-Haddouti</dc:creator>
				<category><![CDATA[Beobachtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Community]]></category>
		<category><![CDATA[Community-Management]]></category>
		<category><![CDATA[Humor]]></category>
		<category><![CDATA[Wikipedia]]></category>

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		<description><![CDATA[ohne Worte. <a href="http://blog.kooptech.de/2010/09/loeschdiskussion/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="attachment wp-att-3680" href="http://blog.kooptech.de/2010/09/loeschdiskussion/loeschdiskussion-2/"><img class="size-full wp-image-3680" title="L&#246;schdiskussion" src="http://blog.kooptech.de/wp-content/uploads/2010/09/L&#246;schdiskussion.gif" alt="" width="400" height="400" /></a></p>
<p><a href="http://kamelopedia.mormo.org/index.php/L%C3%B6schdiskussion"><em>Gefunden auf Kamelopedia</em></a><em> &#8211; Das Bild steht unter BY-SA-Lizenz</em></p>
<p>N.B. Einige mobile Browser k&#246;nnen die GIF-Animation nicht abrufen.</p>
<p><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:L%C3%B6schkandidaten/7._August_2007#Kamelopedia_.28bleibt.29">Siehe auch die L&#246;schdiskussion zu Kamelopedia</a></p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://blog.kooptech.de/?flattrss_redirect&amp;id=3676&amp;md5=048baf228cc666a4d8b77be11e6f696b" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blog.kooptech.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Zum Tod von Andreas Pfitzmann</title>
		<link>http://blog.kooptech.de/2010/09/zum-tod-von-andreas-pfitzmann/</link>
		<comments>http://blog.kooptech.de/2010/09/zum-tod-von-andreas-pfitzmann/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 24 Sep 2010 17:26:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christiane Schulzki-Haddouti</dc:creator>
				<category><![CDATA[Beobachtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Nachruf]]></category>

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		<description><![CDATA[Prof. Dr. rer.nat Andreas Pfitzmann ist gestorben. Seine Ideen und &#220;berzeugungen rund um die informationelle Selbstbestimmung hatten weiten Nachhall gefunden <a href="http://blog.kooptech.de/2010/09/zum-tod-von-andreas-pfitzmann/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Prof. Dr. rer.nat Andreas Pfitzmann ist gestorben. Seine Ideen und &#220;berzeugungen rund um die informationelle Selbstbestimmung hatten weiten Nachhall gefunden. Er entwickelte inspiriert von David Chaum datenschutzf&#246;rdernde Technologien wie etwa den JAP bzw. <a href="http://anon.inf.tu-dresden.de/">ANON</a> zur Herstellung von anonymen Kommunikation sowiePrototypen zum Identit&#228;tenmanagement. Damit pr&#228;gte er weltweit die Entwicklung von Privacy Enhanced Technologies (PET).</p>
<p>Die <a href="http://www.inf.tu-dresden.de/index.php?node_id=2854">Nachricht</a> von seinem Tod hat mich sehr ber&#252;hrt &#8211; und mein Beileid gilt ganz seiner jungen Familie. Andreas Pfitzmann hat sich in seiner freundlichen und &#252;berlegten Art immer Zeit f&#252;r meine Fragen genommen. Erstmals hatte ich Kontakt mit ihm im Zuge der Kryptodebatte der sp&#228;ten 90er Jahre, in denen er mit klaren, einfachen und durchdachten Argumenten nicht nur mein Denken, sondern auch ma&#223;geblich die deutsche liberale Kryptopolitik pr&#228;gte.</p>
<p>Sp&#228;ter schaffte er gemeinsam mit dem schleswig-holsteinischen Landesdatensch&#252;tzer Helmut B&#228;umler mit der Entwicklung von JAP bzw. ANON konsequent technische Tatsachen &#8211; und focht in Folge etliche Auseinandersetzungen mit dem Bundeskriminalamt durch.</p>
<p>Integrit&#228;t war f&#252;r ihn viel mehr als eine Soll-Eigenschaft informationstechnischer Systeme. Es hat mich ersch&#252;ttert, wie er, der einer der wenigen kritischen und unabh&#228;ngigen Informatikprofessoren in Deutschland war, von der ehemaligen Leitung des Bundesamts f&#252;r Sicherheit in der Informationstechnik in der Diskussion um den biometrischen Pass <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Diskussion-um-Ausladung-von-Biometriekritiker-155196.html">nicht mehr zur Kenntnis genommen</a> wurde.</p>
<p>Andreas Pfitzmann war eine humanistische Stimme der Informatik. Er hat sich noch zu vielen weiteren Themen kritisch, aber unaufgeregt ge&#228;u&#223;ert. Die Vorratsdatenspeicherung war eines, die biometrischen P&#228;sse ein weiteres, auch zum BSI-Gesetz fand er eine klare Position. Er hatte immer die gesellschaftliche Relevanz der Informatik im Blick.</p>
<p>Erst vorgestern las ich im Zusammenhang mit dem CCC-Hack des neuen Personalausweises zuf&#228;llig einen Teil meiner Mitschrift eines Gespr&#228;chs mit ihm aus dem Jahr 2005 &#252;ber das Thema Biometrie. Seine &#220;berlegungen fand ich sehr &#252;berzeugend. Allerdings fand dieser Teil aus Platzgr&#252;nden nur stark gek&#252;rzt Eingang in den entsprechenden <a href="http://www.heise.de/kiosk/archiv/ct/2005/10/94_kiosk">c&#8217;t-Artikel</a>. Andreas Pfitzmann sagte damals in Bezug auf die immer weiter greifende &#220;berwachung:</p>
<blockquote><p>Wir brauchen einen Ausgleich an anderer Stelle, eine gesellschaftsrelevante Ausbalancierung, die &#252;ber viele Lebensbereiche hinwegreicht. Mein Gef&#252;hl ist, dass Menschen R&#228;ume brauchen, in denen sie probieren, experimentieren und versuchen k&#246;nnen, ohne dass ihnen das lebensl&#228;nglich vorgehalten wird.</p>
<p>ZumBeispiel war ich in einer kirchlichen Jugendgruppe. Es ist zutiefst menschlich, dass jemand in so einer Gruppe auch einmal radikale Gedanken &#228;u&#223;ern kann. Es ist wichtig, dass kein Nachrichtendienst dann entscheiden kann, diesen Menschen aufgrund dieser &#196;u&#223;erungen bis ans Ende seines Lebens zu beobachten.Die Welt ist ungef&#228;hrlicher, wenn solche Phantasien einmal ge&#228;u&#223;ert werden k&#246;nnen, als wenn man damit alleine bleibt.</p>
<p>Wenn wir in der realen Welt immer &#252;berwachbarer werden, brauchen wir einen Ausgleich.</p>
<p>In technischer Sicht sehe ich den Ausgleich nur im Internet. Wie wir dort Unbeobachtbarkeit und Anonymit&#228;t gew&#228;hrleisten k&#246;nnen, ist in der Forschung bekannt. Das ist noch das Beste, was mir als Techniker einf&#228;llt. Ich bin mir sicher, dass wir nicht &#220;berwachungstechnik in allen Lebensbereichen voranbringen d&#252;rfen, weil es dann diese Diskussionsr&#228;ume nicht mehr geben wird. Das w&#252;rde dann eine sehr gef&#228;hrliche Welt werden, weil jeder f&#252;r sich alleine ausmachen w&#252;rde, was er tun w&#252;rde.</p>
<p>Ich halte es f&#252;r durchaus m&#246;glich, dass wenn sich Schily mit der Vorratsdatenspeicherung durchsetzt, dass dann, wenn die Freiheitsr&#228;ume im physischen Raum schwinden, ein R&#252;ckbau im Internet erfolgen wird, etwa mit der Protokollierung von Anonymit&#228;tsdiensten &#8230;</p></blockquote>
<p>Andreas Pfitzmann sprach im Sommer noch mit Martin Rost vom Unabh&#228;ngigen Landeszentrum f&#252;r Datenschutz in Schleswig-Holstein &#252;ber seinen Werdegang und seine Motivation, sich mit Datenschutz zu besch&#228;ftigen. Hier der <a href="https://www.datenschutzzentrum.de/interviews/pfitzmann/">Link zu dem etwa eineinhalbst&#252;ndigen, unbedingt sehenswerten Video</a>. Ab Minute 24 sagt er auch etwas zur Frage wirtschaftsunabh&#228;ngiger Forschung und einigen mutigen, weil etwas un&#252;blichen Entscheidungen. Das Ganze gibt es auch als <a href="http://multiupload.com/022E84AEJC">Audiostream</a>.</p>
<p>Er hinterl&#228;sst eine gro&#223;e L&#252;cke. Ich w&#252;nsche seiner Familie und seinen Wegbegleitern viel Kraft.</p>
<ul>
<li><a href="http://www.inf.tu-dresden.de/index.php?node_id=2854">Nachruf der TU Dresden</a>: &#8220;Wir alle verlieren in ihm einen wirklichen Menschenfreund, einenhervorragenden Wissenschaftler, engagierten Hochschullehrer undweitsichtigen Dekan.&#8221;</li>
<li><a href="http://www.ccc.de/de/updates/2010/trauer-um-andreas-pfitzmann">Nachruf des CCC</a>: &#8220;Unvergessen werden uns seine mitrei&#223;enden Vortr&#228;ge und anregenden Gedankenexperimente bleiben.&#8221;</li>
<li><a href="http://blogs.taz.de/ctrl/2010/09/25/andreas_pfitzmann_ist_tot/">Nachruf im taz-CTRL-Blog</a>: &#8220;Danach war er mir und anderen KollegInnen bei der taz ein wertvoller und kenntnisreicher Gespr&#228;chspartner, weil er sich als Wissenschaftler nicht scheute, Meinungen zu vertreten, die von denen der Bundesregierung und der ihr nachgeordneten Beh&#246;rden abwichen.&#8221;</li>
<li><a href="https://www.datenschutzzentrum.de/presse/20100927-andreas-pfitzmann.htm">Nachruf des ULD</a>: &#8220;Wir haben viel von ihm gelernt. Zugleich war er eine liebe und liebenswerte Person, ernsthaft, selbstbewusst und selbstkritisch und voller Lebensfreude. Er wird uns fehlen.&#8221;</li>
</ul>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://blog.kooptech.de/?flattrss_redirect&amp;id=3635&amp;md5=5c50a5947860aa9b26a763a317e84150" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blog.kooptech.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Innenministerium legt sich ein Ei (Update)</title>
		<link>http://blog.kooptech.de/2010/09/innenministerium-legt-sich-ein-ei/</link>
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		<pubDate>Wed, 22 Sep 2010 08:50:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christiane Schulzki-Haddouti</dc:creator>
				<category><![CDATA[Beobachtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Personalausweis]]></category>
		<category><![CDATA[Sicherheit]]></category>

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		<description><![CDATA[Der CCC verpasst dem "neuen Perso" einen gelungenen Schlag. Das Innenministerium sollte anfangen, die Starterkits zu verschrotten. <a href="http://blog.kooptech.de/2010/09/innenministerium-legt-sich-ein-ei/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit dem einfachen Leseger&#228;t f&#252;r den elektronischen Personalausweis &#8211; oder wie er jetzt seit einiger Zeit auf Neusprech hei&#223;t: f&#252;r den <em>neuen Personalausweis</em> &#8211; hat sich das Bundesinnenministerium keinen Gefallen getan. Der Perso soll n&#228;mlich mit einer Million Starterkits, die solche einfachen Leseger&#228;te enthalten, an den B&#252;rger gebracht werden. Doch die &#252;ber Mittel aus dem Konjunkturpaket finanzierten Leseger&#228;te sind alles andere als sicher.</p>
<p>F&#252;r den CCC ist dieses Leseger&#228;t nat&#252;rlich ein gefundenes Fressen, l&#228;sst sich &#252;ber das Ger&#228;t, als &#8211; neben dem vielleicht unzureichend gesch&#252;tzten PC des Anwenders &#8211; dem schw&#228;chsten Glied des geplanten Systems &#8220;neuer Perso&#8221; doch einiges anstellen:</p>
<p>Wie der CCC <a href="http://ccc.de/de/updates/2010/sicherheitsprobleme-bei-suisseid-und-epa">gestern Nacht berichtete</a>, kann &#8220;jedermann&#8221; den Perso &#8220;mit einfachen Mitteln&#8221; ferngesteuert nutzen. Und dabei nat&#252;rlich auch die PIN &#228;ndern. Der Besitz der Karte ist daf&#252;r gar nicht notwendig, wenn diese einfach nur auf einem Leseger&#228;t liegt. Die &#196;nderung der PIN sollte eigentlich staatlichen Beh&#246;rden vorbehalten bleiben.</p>
<p>Damit d&#252;rften auch die <a href="http://www.bmi.bund.de/cln_183/sid_9FC91A1F96E065842CC9EA609251080E/SharedDocs/Reden/DE/2010/06/epa.html">heheren Lobesworte</a> von Innenminister de Maizire Makulatur sein:</p>
<blockquote><p>Der Staat &#8220;kann mit geeigneten Mitteln Vertrauensstifter sein, weil die Menschen ihm oft mehr vertrauen als Privaten. Der Personalausweis ist ein solches Mittel. &#8221; &#8230; &#8220;Niemand braucht Angst vor einem Missbrauch seiner Rechts-Identit&#228;t oder einen Eingriff in seine soziale Identit&#228;t zu haben, wenn er den neuen Personalausweis online nutzt. Und niemand muss ihn online nutzen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Der Nachsatz &#8220;niemand muss ihn online nutzen&#8221; ist nat&#252;rlich eine Art R&#252;ckversicherung, die jedoch die vorher getroffenen Aussagen entwertet.</p>
<p>Richtig happig wird es n&#228;mlich, glaubt man dem CCC, in punkto digitale Signatur. Die ist zwar nicht mit den einfachen Leseger&#228;ten m&#246;glich. Doch der Angriff bzw. die Kompromittierung erfolgt auf anderem Wege, wie der CCC f&#252;r die bau&#228;hnliche SuisseID zeigte:</p>
<blockquote><p>So war es m&#246;glich, innerhalb des Programms &#8220;SwissSigner&#8221; eine PDF-Datei mit aktiven JavaScript-Inhalten zu signieren, ohne da&#223; die Applikation selber dieses Dokument korrekt darstellen kann. Innerhalb einer anderen Applikation, beispielsweisedemweitverbreitetenAcrobat Readerder Firma Adobe,sieht das Dokument anders aus. Unter gewissen Bedingungen wird gar die rechtsg&#252;ltige Unterschrift weiter als qualifiziert und intakt dargestellt.</p></blockquote>
<p>Das d&#252;rfte jetzt doch einige Leute im Ministerium, im BSI und bei Fraunhofer zum Schwitzen bringen.Stellungnahmen waren nat&#252;rlich bislang nicht zu erhalten. Hier wird sich noch zeigen m&#252;ssen, wie brisant das wirklich ist.</p>
<p><em>Update: Gar nicht. Gilt nur f&#252;r die Schweiz. Die Schweizer sollen laut BSI in der Tat ein klein wenig geschlampt haben. Die entsprechende PDF-Sicherung wurde hier nicht vorgenommen, obwohl diese Art der Kompromittierung schon lange bekannt ist (z.B. wei&#223;er Text auf wei&#223;em Hintergrund bleibt beim Signieren unerkannt &#8211; beim signierten Dokument erscheint dann alles in schwarz ). Auch soll die Schweiz bei den Berechtigungszertifikaten geschlampert haben, sagt CCC-Sprecher Frank Rosengart. Da gebe es keine Kontrolle, ob die Unternehmen tats&#228;chlich nur die Daten abfragen, die sie tats&#228;chlich brauchen.</em></p>
<p>Die einfachen Leseger&#228;te d&#252;rften jedoch Geschichte sein:Bislang dachte der Staat, dass man die Entscheidung f&#252;r ein Ger&#228;t einfach dem B&#252;rger &#252;berlassen k&#246;nne. Der m&#252;sse auf eigenes Risiko entscheiden, ob er in ein sicheres Ger&#228;t mehr investieren m&#246;chte.</p>
<p>F&#252;r die Signaturfunktion wird jedenfalls nicht ein Ger&#228;t der Sicherheitsklasse 1 wie f&#252;r die E-Identit&#228;tsfunktion empfohlen werden, sondern ein teureres der Klasse 3. Der Staat will f&#252;r etwaige Sch&#228;den auch keine Haftung &#252;bernehmen &#8211; gleichwohl aber &#252;ber die Starterkits die unsicheren Ger&#228;te indirekt bewerben. Benachteiligt sind damit wohl vor allem finanzschwache Bev&#246;lkerungsteile.</p>
<p>Die einzig korrekte Reaktion w&#228;re es jetzt, die von Anfang an fragw&#252;rdige Leseger&#228;te-Aktion abzublasen &#8211; und die bereits produzierten Ger&#228;te einfach zu verschrotten.</p>
<p><em>Update: Die Starterkit-Aktion enth&#228;lt nicht wie von mir angenommen nur Basis-Leseger&#228;te, sondern Leseger&#228;te aller Typen. Der m&#252;ndige B&#252;rger muss also selbst entscheiden, welche Sicherheit er f&#252;r angemessen h&#228;lt. Es ist letztlich die Frage: Wie kompetent sind die B&#252;rger in Fragen der IT-Sicherheit? Haben sie Virenscanner und Firewall installiert, um Fernsteuerungen zu vermeiden? Aktualisieren sie die Software regelm&#228;&#223;ig? Der Perso ist insofern ein mutiges Medienkompetenz-Projekt f&#252;r die Bundesrepublik. Anders ist das in der Schweiz: Hier werden in einem Starterkit tats&#228;chlich nur Basisleser ausgegeben (grusel).</em></p>
<p><em>Update Nr. 2: im Sinne des Prozessjournalismus sei noch <a href="http://www.welt.de/wirtschaft/webwelt/article9805885/Hackern-gelingt-Aenderung-der-Personalausweis-Pin.html">der Link</a> zu dem heute entstandenen Artikel f&#252;r &#8220;Die Welt&#8221; nachgereicht. Er verweist im letzten Absatz auf ein rechtliches Problem: So ist es aufgrund eines Konflikts mit einer Technischen Richtlinie der Bundesnetzagentur, die im Nachgang zum Signaturgesetz erstellt wurde, im Moment noch gar nicht m&#246;glich qualifizierte digitale Signaturen zu erstellen (und damit die eigentlich doch intendierten rechtskr&#228;ftigen Online-Unterschriften &#8211; bitte nicht verwechseln mit der einfachen digitalen Signatur (ohne Rechtsfolgen). Die ist nat&#252;rlich schon m&#246;glich.). Die L&#246;sung: Entweder muss die sicherheitstechnische Vorgabe umgeschrieben werden oder der Pass mit einem Kontaktchip versehen werden. Mal sehen, was schneller geht.</em></p>
<p><em>Update 23.9.: Jetzt wird es ein wenig verwirrend: Die Bundesnetzagentur besteht auf ihrer Aussage und sagt, dass noch keine einzige Anwendung mit qualifizierter digitaler Signatur akzeptiert wurde. Fefe deutete in seinem Post <a href="http://blog.fefe.de/?ts=b2673e71">&#228;hnliches an</a></em><em> in Bezug auf den Kartenleser. Diese Klasse-3-Leser f&#252;r den nPerso m&#252;ssen nicht nur ein Pinpad, sondern auch ein Display beinhalten.</em></p>
<p><em>Das Bundesinnenministerium verweist darauf, dass mit 22 Personalausweisgesetz der Perso als sichere Signaturerstellungseinheit gilt im Sinne des Signaturgesetzes (so einfach geht das mit den Sicherheitsstandards). Das BSI hat die entsprechenden Technischen Richtlinien verfasst. Aber offenbar hat die alte Technische Richtlinie zum SigG, auf die sich die Bundesnetzagentur berief, immer noch Bestand (ich hatte ausdr&#252;cklich nach einer etwaigen &#196;nderung gefragt). Das Innenministerium jedenfalls meint, dass vor dem 1.11. auf jeden Fall noch Anwendungen f&#252;r die qual. dig. Signatur den Pr&#252;fprozess bestehen werden, und die Kartenleser wohl auch. Mal abwarten. Was da noch so alles kommt.</em></p>
<p><em>Sachdienliche Hinweise werden gerne entgegengenommen &#8211; einfach Mail an c.schulzki.haddouti@googlemail.com</em></p>
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