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	<title>KoopTech &#187; Interview</title>
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		<title>&#220;ber politischen Ideenklau und Ideenentwicklung &#8211; Interview mit Sabine Niels</title>
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		<pubDate>Thu, 07 Apr 2011 13:19:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christiane Schulzki-Haddouti</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wissen]]></category>

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		<description><![CDATA[Sabine Niels habe ich auf dem Demokratiekongress der Gr&#252;nen in Mainz getroffen - und wir sind ganz schnell in ein sehr intensives Gespr&#228;ch gerutscht. Die Themen, die wir angeschnitten haben, habe ich jetzt in ein paar Fragen an sie ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Sabine Niels habe ich auf dem <a href="http://www.gruene.de/einzelansicht/artikel/demokratiekongress-in-mainz.html">Demokratiekongress der Gr&#252;nen</a> in Mainz getroffen &#8211; und wir sind ganz schnell in ein sehr intensives Gespr&#228;ch gerutscht. Die Themen, die wir angeschnitten haben, habe ich jetzt in ein paar Fragen an sie wieder aufgegriffen, da ich glaube, dass sie spannend sind. Sabine ist <a href="http://www.sabine-niels.de/">gr&#252;ne Landtagsabgeordnete in Brandenburg</a>.</strong></p>
<p><em>Gibt es so etwas wie politischen Ideenklau?</em></p>
<p><a rel="attachment wp-att-4414" href="http://blog.kooptech.de/2011/04/uber-politischen-ideenklau-und-ideenentwicklung-interview-mit-sabine-niels/sabine_niels/"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-4414" title="Sabine_Niels" src="http://blog.kooptech.de/wp-content/uploads/2011/04/Sabine_Niels-115x115.jpg" alt="" width="200" /></a>Sabine Niels: Ja, definitiv. Eine politische Idee kann genauso kopiert und ohne Angabe des Autors von anderen &#252;bernommen werden wie ein literarischer Text. Politische Ideen haben ihre Wurzeln sowohl in den Wissenschaften als auch im Diskurs der Gesellschaft.</p>
<p>Hierbei gilt es zwischen konkreten politischen Forderungen bzw. Vorhaben wie beispielsweise dem Bau eines Fahrradweges und politischen Ideen bzw. Leitlinien zu unterscheiden. Nicht umsonst m&#252;ssen CDU und FDP durch ihre pl&#246;tzliche Forderung nach der unverz&#252;glichen Abschaltung der &#228;ltesten Atomkraftwerke derzeit viel Spott und H&#228;me einstecken. Die Quelle ihrer Entscheidung hat die Bundesregierung eben einfach nicht benannt.</p>
<p><em>Muss man als Politikerin nicht froh sein, wenn andere die Ideen klauen?</em></p>
<p>Sabine Niels: Es gilt meiner Meinung nach zwischen Ideenklau innerhalb und au&#223;erhalb einer Partei zu unterscheiden. Wenn ich den Fall der &#220;bernahme von Forderungen von B 90/ Gr&#252;ne zum sofortigen Abschalten alter Atomkraftwerke durch CDU und FDP ansehe, bin ich nat&#252;rlich &#252;ber diesen geistigen Diebstahl froh.</p>
<p>Schlecht ist politischer Ideenklau auf der Meta-Ebene von Ideen und Leitbildern dann, wenn nur die Idee vermarktet wird und dabei &#8211; wom&#246;glich noch die eigene Urheberschaft vorgaukelnd &#8211; tats&#228;chlich aber das Handeln kontr&#228;r l&#228;uft.</p>
<p>So war und ist urspr&#252;nglich der Schutz des Klimas ein urgr&#252;nes Thema. Angela Merkel hat sich dieser Thematik im Jahr 2007 angenommen, nach Ver&#246;ffentlichung des IPCC-Berichtes und des Stern-Reportes. Mit Aktionismus schaffte sie in den Medien sogar die „Ernennung“ zur „Klimakanzlerin“. Doch die Ank&#252;ndigungen verpufften, weil Merkel sich entschloss, eher Profitlobbyisten der Konzerne als der Idee zu dienen. In diesem Fall ist Ideenklau einfach nur &#228;rgerlich. „Guter Diebstahl“ w&#228;re es, wenn die Ideen tats&#228;chlich in Form gegossen w&#252;rden: Gesetze, die die klare Zielrichtung des Klimaschutzes haben.</p>
<p>Durch die Bezugnahme auf die Gr&#252;nen h&#228;tte Angela Merkel einen Diskurs &#252;ber Inhalte er&#246;ffnet. Die traditionell sehr starre Abgrenzung der Regierung zur Opposition ist dabei hinderlich. Wom&#246;glich ging es eben doch nur um den Schein.</p>
<p><em>Was hat dich auf dem Demokratiekongress am meisten inspiriert?</em></p>
<p>Sabine Niels: Die <a href="http://www.youtube.com/watch?v=xvbuGhwLc78">Rede von Schumann</a> zum Ausbau der Macht des Parlaments hat mich vom Hocker gehauen und befl&#252;gelt. Er hat vollkommen Recht: <a href="http://www.gruene.de/einzelansicht/artikel/starke-parlamente.html">Parlamente brauchen</a> sehr viel mehr wissenschaftliche Mitarbeiter, um unabh&#228;ngig von Regierung und Ministerien Gesetzesvorhaben durchdenken zu k&#246;nnen. Auch die Existenz st&#228;ndiger Untersuchungsaussch&#252;sse mit weit reichenden Befugnissen, finde ich einen sehr guten Baustein f&#252;r die Aufgabenerledigung der Kontrolle. Regierung soll sich ja nicht vom Parlament abkoppeln, sondern tats&#228;chlich in der Ausf&#252;hrung ihrer Aufgaben kontrolliert werden.</p>
<p><em>Hast du auf dem Demokratiekongress etwas vermisst?</em></p>
<p>Sabine Niels: Ja. Ich war angereist um das Thema &#8220;Binnendemokratie&#8221; zu diskutieren. Meines Erachtens wird der Wandel hin zu einer &#8220;konventionellen&#8221; deutschen Partei zu leichtfertig hingenommen – oder sogar angestrebt? Zum Beispiel bei der Suche nach Kandidatinnen und Kanditaten f&#252;r politische Mandate und &#196;mter: Hier wird um Personen gepokert &#8211; teilweise mit &#8220;Fl&#252;gelargumenten&#8221; oder Diversit&#228;tsaspekten: Alter, Region,Geschlecht, Erfahrungen. Dabei sollten doch INHALTE im Vordergrund stehen. Zumindest ist das unser Anspruch.</p>
<p>Wir m&#252;ssen uns dar&#252;ber bewusst werden, dass wir sehr viele Personen mit Fachlichkeit und politischem Engegagement in unseren Reihen haben. Daher bevorzuge ich einen Austausch zwischen der so genannten Zivilgesellschaft und der Berufspolitik. Wir m&#252;ssen ja nicht gleich wieder zur zweij&#228;hrlichen Rotation zur&#252;ckkehren. Aber Popularit&#228;t oder Erfahrung im Mandat sind nun einmal keine notwendige Voraussetzung f&#252;r wirkungsvolle Politik. Jedoch wird gerade auch damit argumentiert – besonders wenn es um Aussicht auf mitregieren geht.</p>
<p><em>Wie ist das denn innerhalb der Fraktion &#8211; werden hier die Fachkompetenzen der einzelnen wirklich genutzt?</em></p>
<p>Sabine Niels: Ich empfinde es als ein Trauerspiel, dass „Neulinge“ in der Bundestagsfraktion Strategien entwickeln m&#252;ssen, um ein Themenh&#228;ppchen abzubekommen, mit dem sie wenigsten Teile ihrer Kompetenz einbringen k&#246;nnen.</p>
<p><em>Funktioniert die Ideenbildung bei den B&#252;ndnisgr&#252;nen denn Top-Down oder eher Bottom up?</em></p>
<p>Sabine Niels: Viele Mitglieder unserer Partei haben einfach hingenommen, dass Ideen sich &#8220;oben&#8221; bilden und nach &#8220;unten&#8221; in die so genannte Basis kommuniziert werden. Dabei haben wir eigentlich sehr gute Instrumente: Ich sehe in den Landesarbeitsgemeinschaften und den &#252;bergeordneten Bundesarbeitsgemeinschaften wertvolle strukturelle Voraussetzungen der Entwicklung von politischen Ideen. Aus diesen Think Tanks k&#246;nnen sich zum Beispiel Gesetzesinitiativen und offene gesellschaftliche Diskurse anschieben lassen.</p>
<p>Ich m&#246;chte einfach in gr&#246;&#223;erem Kreis dar&#252;ber diskutieren k&#246;nnen wie wir unsere Ressourcen besser nutzen k&#246;nnen. Demokratische Prozesse m&#252;ssen schlie&#223;lich nicht (in jeglicher Hinsicht) hierarchisch strukturiert sein.</p>
<p><em>Was k&#246;nnte in der Binnenkommunikation besser werden?</em></p>
<p>Sabine Niels: Da greife ich nur den Bundesparteitag heraus: Wir brauchen eine Anerkennung von Sachkompetenz. Bei Debatten um Antr&#228;ge werden zum Teil Reden gehalten, die sich inhaltlich &#252;berhaupt nicht auf die Antr&#228;ge und die dazu vorliegenden Alternativen beziehen. Da geht es nur um Meinungsf&#252;hrerschaft. Durch die zu starren Vorgaben der Gesch&#228;ftsordnung lassen sich manchmal keine Klarheiten herstellen.</p>
<p>Wir sollten dar&#252;ber reden wie das zu &#228;ndern ist, denn wir m&#252;ssen uns selbst ernst nehmen. Da sitzen kluge K&#246;pfe an der Ausarbeitung von fundierten Antr&#228;gen und werden kaum geh&#246;rt, weil es nur zwei Pro- und  zwei Kontra-Reden gibt. Mit Zeiteffizienz kann man nicht einfach jegliche Debatte um Verfahrens&#228;nderung tothauen. Viel zu viele Fachthemen werden bei einem Parteitag durchgearbeitet. Da brauchen wir Raum f&#252;r gr&#252;ndliches Denken!</p>
<p>Wie k&#246;nnen wir uns mit unserem wertvollen Laienwissen und der geballten Fachkompetenz unserer Mitglieder durch Regionalkonferenzen oder mehr Parteitage besser austauschen und gegenseitig unterst&#252;tzen? Landes- und Bundesarbeitsgemeinschaften sind wichtig, doch sie sind Zusammenk&#252;nfte von Personen die relativ mehr Zeit aufwenden k&#246;nnen. F&#252;r programmatische Entscheidungen brauchen wir Zusammenk&#252;nfte – und diese m&#246;glichst themenspezifisch. Das Wurzelwerk als gr&#252;ne Internetcommunity ist eine St&#252;tze, Telefonkonferenzen sind es auch – aber echte Begegnung ist nicht zu ersetzen. Insofern habe ich mich &#252;ber die World-Cafe-Methode im Workshop 1 des Demokratiekongresses gefreut. Das war eine gute Idee.</p>
<p><em>Warum haben die Gr&#252;nen im Osten so wenig Anklang? Was l&#228;uft hier schief?</em></p>
<p>Sabine Niels: Wir haben die kritische Masse an Fans nie erreicht: &#8220;Die Gr&#252;nen&#8221; wurden 1990 als Westpartei wahrgenommen und mir scheint: so ist es geblieben. Man wollte sich hier im Osten nicht bevormunden lasssen.<br />
B&#252;ndnis 90 &#8211; das sind die Engagierten, die eine neue Gesellschaft gestalten wollten. Wie auch die Gr&#252;nen aus dem Westen <img src='http://blog.kooptech.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' />  waren die B&#252;ndnis 90-Aktiven davon &#252;berzeugt, dass dem Neuen Zauber innewohnt. Die Wiedervereinigung kam viel zu schnell und lie&#223; keinen all zu gro&#223;en Handlungsspielraum.</p>
<p>Im Osten haben wir in der rot-gr&#252;nen Regierungszeit sogar Mitglieder und Sympathisanten verloren, und zwar diejenigen, die sich konsequent f&#252;r den Frieden engagieren. In Zeiten bunten Handels auf dem Basar der Kungeleien im politischen Bereich, wollen die Menschen Klarheit in der Grundstruktur und keine Kompromisse, wenigstens in den Kernaussagen. Darin liegt wiederum unsere aktuelle Chance.</p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://blog.kooptech.de/?flattrss_redirect&amp;id=4413&amp;md5=a66b370eac14bd5852bec2a2f7f2bc83" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blog.kooptech.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>&#220;ber multiple Identit&#228;ten und Abwerbeversuche &#8211; Interview mit Hal Faber</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Feb 2010 08:45:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christiane Schulzki-Haddouti</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Blogs]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Hal Faber wird diese Tage 10 Jahre alt. Anlass genug, um Hal mal ein paar Fragen zu stellen: <a href="http://blog.kooptech.de/2010/02/ueber-multiple-identitaeten-und-abwerbeversuche-interview-mit-hal-faber/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg02.met.vgwort.de/na/8efe37a08f21b5cd6d6db5e10ecd9b" alt="" width="1" height="1" /><strong>Hal Faber wird diese Tage </strong><a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Was-war-Was-wird-Reminiszenzen-und-Statusberichte-923814.html"><strong>10 Jahre alt</strong></a><strong>. Anlass genug, um Hal mal ein paar Fragen zu stellen:</strong></p>
<p><em>Christiane Schulzki-Haddouti: Hal, ich habe den Eindruck, du bist der erst IT-Blogger Deutschlands. Stimmt das?</em></p>
<p><img class="size-full wp-image-2185 " style="margin: 10px;" title="Vermutetes Aussehen von Hal Faber" src="http://blog.kooptech.de/wp-content/uploads/2010/02/HalFaber.png" alt="Hal Faber" align="left" /></p>
<p>Hal Faber: Erster IT-Blogger? Nun ja, kurz nach Start des WWWW ging auch der Schockwellenreiter an den Start, den Blog-Chroniken nach der erste. Also ja, k&#246;nnte sein. Aber das WWWW war nicht als Blog angelegt, obwohl ich damals vor dem ersten WWWW im November einen Artikel &#252;ber den &#8220;ersten&#8221; Blogger Doc Searls geschrieben habe.</p>
<p>Stimme aus dem Off: N&#246;. Es gab ja mal den Spruch, dass der Newsticker an sich das &#228;lteste Blog der Welt ist &#8211; was nicht so ganz von der Hand zu weisen ist, wenn man Blogs als Sammlung von chronologisch geordneten Beitr&#228;gen sieht, die kommentiert werden k&#246;nnen. Aber heise.de ist schon erstmal ein klassisches journalistisches Angebot, halt mit einigen online-spezifischen Erweiterungen in Bezug auf Foren und kontinuierliche Berichterstattung etc. Das WWWW ist dann auch kein Blog im Newsticker, sondern, um das mal zu zitieren, &#8220;Kommentar, Ausblick und Analyse. Sie ist R&#252;ck- wie Vorschau zugleich.&#8221; Also eher die Kommetarseite der Tageszeitung, umgesetzt auf eine Online-Zeitung.</p>
<p><em>Wie ist deine Beziehung zu anderen Bloggern?</em></p>
<p>Hal: Zu den Bloggern gibt es nur die allerbesten Beziehungen. Nicht nur wegen der Leser, die ein WWWW r&#252;bersp&#252;lt, sondern vor allem wegen der Links, wenn sie etwas abgedrehter sind.</p>
<p><em>Was hat dich denn dazu gebracht, w&#246;chentlich zu schreiben?</em></p>
<p>Hal: WWWW sollte einfach die Besucherzahlen bei Heise &#252;ber das Wochenende stabilisieren, mehr nicht. Da war die Redaktion &#252;ber das WE noch nicht besetzt. Stellenweise ist das ganz gut gelungen.Schon komisch der Anfang, kaum Links und die Wikipedia kam erst sp&#228;ter.</p>
<p><em>Was ich schon immer wissen wollte: Bist Du eine Person oder mehrere?</em></p>
<p>Hal: Eigentlich sollte Hal eine multiple Pers&#246;nlichkeit bekommen. Im Moment darf beispielsweise die eine Hal-Pers&#246;nlichkeit kaum noch Musik h&#246;ren, weil das fast alles inzwischen von einer anderen aka &#8220;Stimme aus dem Off&#8221; kommt. Doch aus der Multi-Autorenschaft wurde nicht wirklich was. Es blieb meistens doch an einer Person h&#228;ngen und strukturiert seit 10 Jahren das Leben dieser Person. Lustig war ein WWWW im Fefe-Stil, an dem Fefe tats&#228;chlich mitgearbeitet hatte. Da waren Leute sehr emp&#246;rt wegen Plagiariat usw.</p>
<p><em>Aha, da haben wir ja immerhin schon einmal eine Pers&#246;nlichkeitsfacette identifiziert.Hal, kannst du denn die Identit&#228;t deiner Hauptpers&#246;nlichkeit denn ein- und f&#252;r allemal l&#252;ften?</em></p>
<p>Stimme aus dem Off: Wir halten es bislang immer noch so, dass Hal Faber eben Hal Faber ist. Punkt.</p>
<p>Hal: In einem Germanistik-Seminar &#252;ber Stylometrie (siehe den <a href="http://at.indymedia.org/node/16663">26c3-Vortrag</a> zum Thema) haben sie mal versucht, den Schreibstil vom WWWW mit einem Heise-Redakteur zu korrelieren. Aus der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:Detlef_Borchers">Wikipedia</a> entnehme ich, dass die Zuschreibung nicht ganz gesichert ist. Also, ich kann da auch nicht weiterhelfen.</p>
<p><em>Hal, wer ist dir lieber &#8211; Stanley Kubrick oder Max Frisch?</em></p>
<p>Stimme aus dem Off: Was f&#252;r eine Frage &#8211; da gibt es keine Entscheidungsm&#246;glichkeit.</p>
<p>Hal: Hal Faber entstand aus der Idee, dass ein Computer die Wochen-R&#252;ckschau macht. Da war Hal naheliegend. Homo Faber als der rationale Techniker schlechthin war dann nur konsequent.</p>
<p><em>Arbeitest du immer st&#252;ckchenweise die Woche daran, oder geht das auf einen Rutsch dann durch?</em></p>
<p>Hal: Immer in einem Rutsch in 4 bis 6 Stunden. Ich habe aber einen Notizblock, auf dem ich unter der Woche WWWW-Ideen kritzel, dazu Ausrisse aus den vier Tageszeitungen hier und Link-Fundstellen, Halfutter-Mails usw. Dann kommen noch Vorschl&#228;ge von J&#252;rgen, der haupts&#228;chlich die Musike abdeckt und Weiterleitungen aus den Newstipps. Ein WWWW komponiert sich zusammen und schaut auch in die Geschichte, z.B. jetzt f&#252;r den 10.1. w&#228;re es die Publikation von <a href="http://www.ushistory.org/Paine/commonsense/singlehtml.htm">&#8220;Common Sense&#8221;</a>, das Was wird in die n&#228;chste Woche usw.</p>
<p>Vieles schreibt sich selbst wie die Pressemitteilung zum europ&#228;ischen Polizeitkongress, dass im Ausstellungsbereich aus aktuellem Anlass eine Referenzausstellung von Nacktscannnern stattfindet und der Veranstalter extra ein Lara Croft-Lookalike engagiert hat, dass durch die Ger&#228;te schreiten wird: Termin NUR f&#252;r Fotografen. Diese verdruckste Geilheit braucht keinen Kommentar.</p>
<p>Fr&#252;hzeitig muss ich nur abw&#228;gen, was ich auch als separaten Artikel in den Newsticker hinein bekomme. F&#252;r den 27.2. h&#228;tte ich Doob und das hochinteressante <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Doob">Roulette-Problem</a>, aber den krieg ich nicht durch, also wird er Halfutter. Manche Sachen sind noch langfristiger. Jetzt erscheinen z.B. in enger Reihenfolge ein paar B&#252;cher, die das Internet kritisieren. Schirrmacher ist schon drau&#223;en, Lanier im Druck, von Carr habe ich das Manuskript und Kelly und Rheingold werden wohl die Schlusslichter. So t&#252;ftel ich erstmal an einem Begriff analog zu Bobos rum, der im ersten Dotcom-Boom beim WWW wirklich gez&#252;ndet hatte. Leider geht Lobos nicht, da sitzt in Berlin ein Aufmerksamkeitsgest&#246;rter.</p>
<p><em>Wie hilft dir das WWWW auch beim Rest der journalistischen Arbeit?</em></p>
<p>Hal: WWWW hilft, Kommentare loszuwerden, die in einem kommentarlosen Medium wie den Newsticker nicht drin sind. Strukturieren tut es in dem Sinne, dass ich es einplanen muss, manchmal vorschreiben usw. Meistens geht der Samstag bei drauf. Ich habe schon komische WWWWs gehabt, etwa in Hongkong oder Singapur, mit fantastischem Blick aufs Meer oder in der H&#246;he von Potosi.</p>
<p><em>Was war das schwierigste WWWW f&#252;r dich?</em></p>
<p>Hal: Das schwierigste WWWW war IMHO das nach dem 11.9.2001. Es ging darum, nicht flapsig zu werden, ernst, aber auch kritisch zu sein, also die richtige Balance zu finden. Es hat geholfen, dass WWWW-Leser daran gew&#246;hnt sind, wenn Gedicht-Ausschnitte im Text auftauchen. <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Was-war-Was-wird-45034.html ">Hier war es Auden</a> und der Satz &#8220;Wir haben das Pearl Harbour des neuen Jahrhunderts auf den Bildschirmen gesehen, wieder und immer wieder , und warten auf sein Hiroshima.&#8221; Der wurde zigfach zitiert.</p>
<p>Mit einem WWWW kassierte Heise eine juristische Niederlage gegen Gravenreuth, weil ich ein Deep Link auf den &#8220;Freiherren&#8221; im Kampfanzug drin hatte. Die popul&#228;rsten WWWW sind jetzt die R&#228;tsel-Dinger im Sommer und immer dann, wenn Hitparaden oder Top-Ten bei den Computerfilmen usw. gesucht werden.</p>
<p><em>Liest du eigentlich alle Kommentare, oder ziehst du nur stichpunktm&#228;&#223;ig? </em></p>
<p>Hal: Nach M&#246;glichkeit lese ich alle Kommentare, &#252;brigens auch von meinen Newsticker-Meldungen. Manchmal geht das unterwegs aber nicht.</p>
<p><em>Greifst du Sachen direkt aus den Kommentaren auf?</em></p>
<p>Hal: Manche greife ich auf, manches kommt nat&#252;rlich von den Regulars im Off-Topic-Forum von Heise, wo die harten Fans sind.</p>
<p><em>Arbeitest du eigentlich haupts&#228;chlich nur noch f&#252;r das WWWW &#8211; so viele Links, wie du zusammentr&#228;gst?</em></p>
<p>Hal: Ich habe einen festen Stamm von 20, 30 Lesern, die Halfutter schicken. Ohne die m&#252;sste man heute endlos durchs Web turnen.</p>
<p><em>Hal, wollte dich schon mal jemand von heise abwerben?</em></p>
<p>Hal:</p>
<p>Stimme aus dem Off: Bislang hat keiner versucht, Hal Faber von heise abzuwerben. W&#228;r ja auch noch sch&#246;ner.</p>
<p><em>Vielen Dank!</em></p>
<p><em>&#8211;</em></p>
<p><em>Bild: Vermutetes Aussehen von Hal Faber.</em></p>
<p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Wie realistisch ist ein data.gov.de in Deutschland? &#8211; Interview mit Peter Schaar</title>
		<link>http://blog.kooptech.de/2010/02/datagovde-deutschland/</link>
		<comments>http://blog.kooptech.de/2010/02/datagovde-deutschland/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 01 Feb 2010 16:09:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christiane Schulzki-Haddouti</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Zivilgesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Informationsfreiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Open Data]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Realisierung eines deutsches data.gov scheint in weiter Ferne zu liegen. Die Informationsfreigabe nach den Informationsfreiheitsgesetzen wird in deutschen Amtsstuben meist in Papierform abgewickelt, erz&#228;hlt der Bundesbeauftragte f&#252;r den Datenschutz und Informationsfreiheit, Peter Schaar. <a href="http://blog.kooptech.de/2010/02/datagovde-deutschland/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>
<br>Beitr�ge zu verwandten Themen:<ol>
<li><a href='http://blog.kooptech.de/2009/12/zarte-hinweise-auf-ein-datagovde/' rel='bookmark' title='Zarte Hinweise auf ein data.gov.de'>Zarte Hinweise auf ein data.gov.de</a></li>
</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Realisierung eines deutsches data.gov scheint in weiter Ferne zu liegen. Die Informationsfreigabe nach den Informationsfreiheitsgesetzen wird in deutschen Amtsstuben meist in Papierform abgewickelt, erz&#228;hlt der Bundesbeauftragte f&#252;r den Datenschutz und Informationsfreiheit, Peter Schaar.</strong></p>
<p><em>Christiane Schulzki-Haddouti:Was halten Sie von einem data.gov.de, wie es jetzt in Gro&#223;britannien und den USA vorgelebt wird?</em></p>
<p>Peter Schaar: Gegen ein solches Vorhaben ist grunds&#228;tzlich nichts einzuwenden. In Gro&#223;britannien hat das Informationszugangsrecht aber andere Dimensionen – deshalb bin ich im Hinblick auf die Auswirkungen eines solches Angebots eher zur&#252;ckhaltend. Hier in Deutschland muss zudem immer gepr&#252;ft werden, ob die Daten aufgrund eines allgemeinen Grundsatzes freigegeben wurden, also weder Betriebs- und Gesch&#228;ftsgeheimnisse noch personenbezogene Daten einbezogen sind. Schwierig wird eine weitere Verwendung jedoch bei Abw&#228;gungsgr&#252;nden, wo zwischen dem Informationsanspruch des Betroffenen und dem Schutzinteresse der Beh&#246;rden entschieden wird und die Informationen dann mitunter nur teilweise, und zwar gegen&#252;ber einem bestimmten Antragsteller, frei gegeben werden.</p>
<p><em>In welcher Form werden die Informationen bei Anfragen mit Bezug auf Informationsfreiheitsgesetze frei gegeben?</em></p>
<p>Vor allem in Papierform. Die Akteneinsicht ist seltener. &#220;berwiegend werden Kopien &#252;bersandt. Ab und zu werden die Akten auch eingescannt und als PDF-Dokument bereit gestellt.</p>
<p><em>K&#246;nnten die Beh&#246;rden Open-Data-Ans&#228;tze unterst&#252;tzen, in dem sie etwa maschinenlesbare Datensets frei geben?</em></p>
<p>Ich m&#246;chte, dass hier sehr viel h&#228;ufiger elektronische Dokumente frei gegeben werden. Ich pl&#228;diere auch daf&#252;r, dass der Betroffene selbst direkten Zugang zu seinen Daten erh&#228;lt und dass Daten, nat&#252;rlich nicht personenbezogene, ansonsten freiz&#252;gig weitergegeben werden.</p>
<p><em>Welche Datens&#228;tze w&#228;ren aus Ihrem T&#228;tigkeitsbereich f&#252;r eine Auswertung interessant?</em></p>
<p>Ich bin mir sicher, dass es auch in meiner Dienststelle Bereiche gibt, in denen wir st&#228;rker als bisher die Informationen auch &#246;ffentlich machen k&#246;nnten. Das ist letztlich aber auch eine Frage von Personal und Ressourcen, die dadurch gebunden werden.</p>
<p><em>Vielen Dank!</em></p>
<p><em>&#8211;</em></p>
<p><em><a href="http://www.epsiplatform.eu/news/news/reflections_on_a_german_data_gov">in English</a></em></p>
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<li><a href='http://blog.kooptech.de/2009/12/zarte-hinweise-auf-ein-datagovde/' rel='bookmark' title='Zarte Hinweise auf ein data.gov.de'>Zarte Hinweise auf ein data.gov.de</a></li>
</ol></p><p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>&#220;ber Roboter als Redakteure &#8211; Interview mit ZEIT online</title>
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		<comments>http://blog.kooptech.de/2009/12/ueber-roboter-als-redakteure-interview-mit-zeit-online/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 04 Dec 2009 12:25:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christiane Schulzki-Haddouti</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[KoopTech empfiehlt]]></category>
		<category><![CDATA[Aggregation]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Tina Knoll hat mich f&#252;r ihren Beitrag &#252;ber "Roboter als Redakteure" befragt. <a href="http://blog.kooptech.de/2009/12/ueber-roboter-als-redakteure-interview-mit-zeit-online/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>
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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Tina Knoll von ZEIT online hat mich f&#252;r ihren Beitrag &#252;ber &#8220;<a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2009-12/automatischer-online-journalismus?page=1">Roboter als Redakteure</a>&#8221; befragt, da ich mich im Rahmen der Mediendisput-<a href="http://www.mediendisput.de/downloads/Begrenzter%20Journalismus.pdf" target="_blank">Studie</a> &#8220;<span>Begrenzter Journalismus &#8211; was beeinflusst die Entfaltung des Qualit&#228;tsjournalismus?&#8221; mit verschiedenen Faktoren auseinandergesetzt hatte, die journalistische Qualit&#228;t beeinflussen. Die Ausgangsfrage f&#252;r ihren Artikels war, ob es schlimm ist, wenn Maschinen automatisch Nachrichten erstellen.Ich meine: &#8221;Wenn Maschinen die Chronisten-Pflichten &#252;bernehmen, h&#228;tten Journalisten wieder mehr Zeit f&#252;r das, wof&#252;r sie bis auf weiteres unentbehrlich bleiben: F&#252;r die Analyse und Bewertung.&#8221; Falls es denn so etwas wie eine Innovationskultur im Verlag gibt &#8211; und nicht nur die Rationalisierungskeule geschwungen wird.</span></p>
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</ol></p><p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Unbundling the Publishing Industry &#8211; Interview with Arthur Attwell, Founder of Electric Book Works</title>
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		<pubDate>Fri, 13 Nov 2009 07:12:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christiane Schulzki-Haddouti</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Afrika]]></category>
		<category><![CDATA[Books-on-demand]]></category>
		<category><![CDATA[Copyright]]></category>
		<category><![CDATA[E-Book]]></category>
		<category><![CDATA[Innovation]]></category>
		<category><![CDATA[Lernen]]></category>
		<category><![CDATA[Piraterie]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>

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		<description><![CDATA[Paperight will "turn anyone with a computer, printer and internet connection into a print-on-demand book shop." In my opinion Paperight is one of the most interesting projects in todays publishing industry - as it wants to unbundle the industry ... <a href="http://blog.kooptech.de/2009/11/unbundling-the-publishing-industry-interview-with-arthur-attwell-founder-of-electric-book-works/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://paperight.com/"><strong>Paperight</strong></a><strong> will&#8221;turn anyone with a computer, printer and internet connection into a print-on-demand book shop.&#8221; In my opinion Paperight is one of the most interesting projects in todays publishing industry &#8211; as it wants to unbundle the industry in order to promote education and learning. </strong></p>
<p><img class="size-full wp-image-1051 alignleft" style="margin: 10px;" title="arthur-attwell-g1" src="http://blog.kooptech.de/wp-content/uploads/2009/11/arthur-attwell-g1.png" alt="Arthur Attwell, Electric Book Works" width="250" height="340" align="left" /></p>
<p>Unbundling is a piracy strategy. Pirates unbundle products &#8211; and unbundle supply chains. Paperight adopts this <a href="http://blog.kooptech.de/2008/07/piraten-sind-innovatoren-interview-mit-christian-fu-mueller-aka-francis-drake/">innovative piracy strategy</a> &#8211; like Apples iTunes store. SoPaperight is not about piracy. The story about Paperight is a story about learning from successful online publishing and distribution strategies &#8211; and on the same time acting strictly lawful.</p>
<p>Paperight is a project of<a href="http://electricbookworks.com/index.php/ebw-projects"> Electric Book Works</a> (EBW) in South Africa.I had the chance to meet EBW founder<a href="http://www.arthurattwell.com/">Arthur Attwell</a> at the &#8220;<a href="http://tocfrankfurt.com/">Tools of change for Publishing</a>&#8221; conference in Frankfurt where he spoke about &#8220;<a href="http://tocfrankfurt.com/page52/page52.html">Applying Publishing Technology in Low-Income Economies</a>&#8220;. He presented just an outline of Paperight there &#8211; so I spoke to him to learn some more details:</p>
<p><em>Christiane Schulzki-Haddouti: How will Paperight work?</em></p>
<p>Arthur Attwell: As an end-user, think of Paperight as an online bookstore, but instead of buying print books or ebooks, you&#8217;re buying the right to print out a copy of a book yourself. Once you&#8217;ve paid that rights fee, we provide the book file to print out &#8211; usually a PDF. This makes any copy shop or printing department a print-on-demand bookstore.Of course, there won&#8217;t only be books on Paperight, we&#8217;ll include anything that can be printed out, including posters, flyers, manuals, leaflets, magazines, comics, and so on. There will be lots of free content too, such as public domain and open-licensed books. At first only registered businesses will be able to purchase the paid content, and anyone anywhere can download the free content.</p>
<p><em>Is Paperight a non-profit project? </em></p>
<p>No, Paperight is a business &#8212; we call it a social enterprise with a triple bottom line: financial, social, and environmental. We measure our success in these three ways, not only in financial profit. In addition to being profitable financially, we must make a social impact by increasing access to information, and an environmental impact by reducing the carbon footprint of shipping printed books. We must keep these three bottom lines in balance.</p>
<p><em>Is there any financial support for your project?</em></p>
<p>In the development stage we are working with seed funding from the IDRC.Our seed funding is part of the PALM (<a href="http://www.crd.org.za/palm.html">Publishing using Alternative Licensing Models</a>) Africa project, which is part of the IDRC&#8217;s Acacia initiative.Weare looking for funders to take that further until we are self-sustaining. While we will make some of our income from sales of content (rights fees), this is only part of the business model. We will also charge for customised addons to Paperight for businesses and institutions that want to use the system for distributing content internally or externally, such as universities with distance-learning students, or corporations with widely spread branches. We&#8217;ll also facilitate an advertising model, where businesses pay to have their advertising printed on the edges of paper that print shops then use to print books. This adds to our income, and lowers the cost of printing for end users by providing subsidised or free paper.</p>
<p><em>What is your target audience?</em></p>
<p>At first, we are focusing on universities. Especially in developing countries, higher-education textbooks are often imported, very expensive, and often the local book-supply chain does not order enough copies for all the students in a class.</p>
<p><em>What do mean with &#8220;very expensive&#8221;?</em></p>
<p>An average higher-ed textbook is about US$50. In 2006, average household income in sub-Saharan Africa was $78 -<a href="http://www.ifpri.org/sites/default/files/publications/ifpridp00771.pdf">ranging from $28 in Nigeria to $225 in South Africa</a>. Even in the wealthiest countries, that makes a single textbook more than a fifth of a household&#8217;s monthly income.</p>
<p><img class="size-full wp-image-1048 alignright" style="margin: 10px;" title="paperight" src="http://blog.kooptech.de/wp-content/uploads/2009/11/paperight.png" alt="paperight" width="118" height="125" align="right" /></p>
<p>Based on our preliminary calculations, we believe we can reduce the cost of a textbook by an average of 25% to the end user (and more where rights holders charge average print licensing fees, rather than retail net profit prices, to our rights fees.). Conservatively, that&#8217;s at least 5 per cent of the average monthly household income in South Africa.</p>
<p>There is also a desperate need to provide access to academic journals. Paperight should address these needs well.After that, we will expand our marketing to other target audiences. Of course, while we will focus our promotional work on universities in developing countries, we already have anecdotal evidence that Paperight could be useful to many other kinds of users, including universities and businesses in the developed world. It will certainly be available to them as well from the beginning.</p>
<p><em>Do you expect that the publishers will support Paperight &#8211; as some have strong ties with the printing industry?</em></p>
<p>I&#8217;ve been very pleasantly surprised by the positive reaction we&#8217;ve seen from publishers we&#8217;ve spoken to so far. I think any publisher who has begun working with digital distribution sees the value of cutting out printing and shipping from their supply chain, and the value of reaching markets they cannot reach at the moment, neither with printed books nor ebooks.</p>
<p><em>Could you sign any treaties yet?</em></p>
<p>At this stage, we are only asking publishers for in-principle agreements to provide content, and we have a few of those already. We should be ready to sign deals early next year.</p>
<p><em>Do you expect stopping piracy with your model &#8211; or is it still too expensive for students?</em></p>
<p>We do expect to reduce piracy with our model. It&#8217;s obvious that it would have a small impact: in many places there is currently no alternative to piracy simply because there are not enough copies of books available, even before you start to factor in the price of those books. We are providing exactly what pirate-photocopying provides, except we&#8217;ll make it easier, quicker, and legal, for a reasonable price. Some people will choose to pay for that convenience. Some will choose to work within a legal space once it is available. And our plans include ways to incentivise users to pressure other users to work legally. As for costs, we believe we can get the rights fees low enough to seriously compete with pirated versions of books, though this will depend to some extent on how publishers price their licences.</p>
<p>It may be just as important that we will have (and will share with publishers) information on where books are being purchased and by who. This helps publishers identify promising markets, so that they can consider establishing a more formal presence there, which would reduce the playing field for piracy there and encourage anti-piracy enforcement by local agencies.</p>
<p><em>How costly will it be for the copy shops involved to join Paperight?</em></p>
<p>It will be free for copy shops to register and use Paperight. (A copy shop can be any business or institution, including schools, businesses, universities, libraries and NGOs.)</p>
<p><em>How common is the creative commons model in South Africa? To which extent can you rely on it for Paperight?</em></p>
<p>Creative Commons is well known among researchers and universities in South Africa. Where rights holders have used a non-commercial CC licence, we will need their permission to include their content on Paperight, since a strict interpretation of non-commercial precludes copy shops from selling print outs of that material. However, for Paperight, Creative Commons is only one way for us to get content, it&#8217;s not a crucial element of our model.</p>
<p><em>What about orphan works or works on the backlist which are not printed any more? </em></p>
<p>We have not decided at this stage how we&#8217;ll deal with orphan works available to us through digitisation projects. Luckily for us, we can afford to wait a little longer to see what happens in the Google Book Settlement regarding orphan works.</p>
<p><em>Do you expect to get cheaper licences here? </em></p>
<p>As for out-of-print works, we don&#8217;t assume prices will be any different for out-of-print titles &#8211; largely because digitisation, especially through projects like Google Editions, will effectively eliminate the concept of out-of-print, which may encourage publishers to standardise licence fees broadly across old and new titles.</p>
<p><em>What would you do if those works are not digitised yet? Would you provide a scanning service as Google books does?</em></p>
<p>We will not offer scanning services – there are many companies that can do that, not least Google. So for works that are not yet digitised, we will simply recommend to the rights holders that they have them digitised, not only for Paperight, but for all kinds of potential uses.</p>
<div><em>Do you plan to use the Google books registry to clear rights? As far as I understood the proposed system Google wants to provide an open API for other providers as well.</em></div>
<p>We&#8217;re watching Google closely, and will certainly be using any available Google Books-related APIs to source content and, hopefully, to clear rights. Paperight is just one of many projects that will come out of the growth of large-scale licensing efforts, the proliferation of APIs for book content (we have a long list of APIs to incorporate), and the development of open standards like BookServer/OPDS.</p>
<p><em>What are the main obstacles now for you to overcome?</em></p>
<p>My immediate focus is on securing sufficient funding to build Paperight the way we want to build it. Once we&#8217;ve done that, our next critical step is completing the automated rights-clearance system that will enable us to work with many publishers at once, and keep rights fees low, by getting single-copy print licences en masse. If Paperight cannot handle large numbers of books in large quantities, it will not be as useful as it should be. Automated licensing is at the heart of Paperight&#8217;s effectiveness.</p>
<p><em>Do you want to export Paperight to Europe?</em></p>
<p>Paperight will be rolled out in a beta version in early 2010. Itwill be available worldwide from the start, even though some parts of our catalogue may be restricted by territory (so that we can accommodate publishers&#8217; territorial rights). However, we may not promote the service actively in Europe for some time, while we focus our efforts on universities in developing countries.</p>
<p><em>Arthur, thank you very much.</em></p>
<p><em><br />
</em></p>
<p><a href="http://futurezone.orf.at/stories/1631635/">See also my article on Paperight in Futurezone in German</a></p>
<p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
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		<title>&#220;ber den Wandel in der Medienbranche &#8211; Interview f&#252;r die Blogpiloten</title>
		<link>http://blog.kooptech.de/2009/04/ueber-den-wandel-in-der-medienbranche-interview-fuer-die-blogpiloten/</link>
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		<pubDate>Thu, 23 Apr 2009 10:11:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christiane Schulzki-Haddouti</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Blogs]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[KoopTech]]></category>
		<category><![CDATA[Kooperative Technologien]]></category>

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		<description><![CDATA[Steffen B&#252;ffel hat mich f&#252;r die Blogpiloten nach dem Wandel der Medienbranche, die Misere im (Online-)Journalismus und meine Studie zu "Kooperativen Technologien" befragt. <a href="http://blog.kooptech.de/2009/04/ueber-den-wandel-in-der-medienbranche-interview-fuer-die-blogpiloten/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://blog.kooptech.de/wp-content/themes/mimbo2.2/images/Blogpiloten-g.png" alt="Blogpiloten" align="left" style="margin: 10px;" /><br />
Steffen B&#252;ffel hat mich f&#252;r die <a href="http://www.blogpiloten.de">Blogpiloten</a> nach dem Wandel der Medienbranche, die Misere im Online-Journalismus und meine Studie zu &#8220;Kooperativen Technologien&#8221; <a href="http://www.blogpiloten.de/2009/04/23/interview-ich-vermisse-das-nachhaken-im-journalismus/">befragt</a>. Und ich kann hiermit ank&#252;ndigen, dass er seine guten, etwas kniffligen Fragen nun wiederum f&#252;r mich beantworten darf. Bin schon auf seine Antworten gespannt!</p>
<p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Scienceblogs vermarktet Volltextfeed</title>
		<link>http://blog.kooptech.de/2009/04/scienceblogs-volltextfeed/</link>
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		<pubDate>Wed, 15 Apr 2009 20:11:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christiane Schulzki-Haddouti</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Blogs]]></category>
		<category><![CDATA[RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Verlage]]></category>
		<category><![CDATA[Werbung]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftskommunikation]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.kooptech.de/?p=883</guid>
		<description><![CDATA[Scienceblogs steigt vom derzeit gek&#252;rzten Feedmodell auf einen Komplettfeed um, der vermarktet wird. Ich sprach &#252;ber Erfahrungen in den letzten 15 Monaten und Hintergr&#252;nde der neuen Vermarktungsstrategie mit den Scienceblog-Projektleiterin Manon Littek und Scienceblog-Teammitglied Marc Scheloske. <a href="http://blog.kooptech.de/2009/04/scienceblogs-volltextfeed/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>
<br>Beitr�ge zu verwandten Themen:<ol>
<li><a href='http://blog.kooptech.de/2008/07/scienceblogsde-beeindruckt-mit-nachhaltigem-wachstum/' rel='bookmark' title='Scienceblogs.de beeindruckt mit nachhaltigem Wachstum'>Scienceblogs.de beeindruckt mit nachhaltigem Wachstum</a></li>
</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://www.scienceblogs.de/">Scienceblogs</a> steigt vom derzeit gek&#252;rzten Feedmodell auf einen Komplettfeed mit Banner-Werbung um. Ich sprach mit Scienceblog-Projektleiterin Manon Littek und Scienceblog-Teammitglied Marc Scheloske &#252;berdie Erfahrungen in den letzten 15 Monaten und Hintergr&#252;nde der neuen Vermarktungsstrategie.</strong></p>
<p><img style="margin: 10px;" src="http://blog.kooptech.de/wp-content/themes/mimbo2.2/images/Scienceblogs-team-g.png" alt="Das Scienceblogs-Team (v.l.): Marc Scheloske, Manon Littek, Jessica Ricc" align="left" /><em></em></p>
<p></p>
<p><em>Das Scienceblogs-Team (v.l.):<br />
Marc Scheloske, Manon Littek, Jessica Ricc</em></p>
<p><strong><br />
</strong></p>
<p></p>
<p></p>
<p><em>Christiane Schulzki-Haddouti:Wie verlief aus Ihrer Sicht die Entwicklung von <a href="http://www.scienceblogs.de/">Scienceblogs </a>im letzten Jahr?</em></p>
<p>Marc Scheloske: Nach 15 Monaten Scienceblogs.de k&#246;nnen wir ein wirklich positives Zwischenfazit ziehen: die Besucherzahlen steigen von Monat zu Monat. Die Wachstumsrate liegt knapp &#252;ber 10%, was uns auch f&#252;r die n&#228;chsten Monate optimistisch stimmt.</p>
<p>Noch erfreulicher ist die Entwicklung, was die Diskussion in den einzelnen wissenschaftlichen Blogs betrifft, die unter dem ScienceBlogs-Dach versammelt sind. Inzwischen haben wir die kritische Masse an Lesern &#252;berschritten, so dass wir genau die lebendigen Diskussionen haben, die wir uns zum Start gew&#252;nscht haben. Aktuell erh&#228;lt jeder einzelne Artikel rund 16 Kommentare. Es gibt nat&#252;rlich Beitr&#228;ge, bei denen es letztlich bei 3-4 Kommentaren bleibt, andererseits kommen manche Artikel auf 500 oder 600 Kommentare.</p>
<p>Hier merken wir, dass Blogs eben doch ein wunderbar geeignetes Format sind, um gerade wissenschaftliche Themen einem interessierten Publikum nahezubringen. Und ich pers&#246;nlich bin regelm&#228;&#223;ig begeistert, wie auch der h&#228;ufig angemahnte interdisziplin&#228;re Dialog auf Scienceblogs stattfindet. Wo sonst diskutieren Klimaforscher mit Politikwissenschaftlern und Geologen &#252;ber dieselben Themen und tauschen ihre Argumente aus?</p>
<p><em>Warum haben Sie sich zu diesem, f&#252;r einen Verlag noch sehr ungew&#246;hnlichen Schritt des Volltext-Feeds entschieden?</em></p>
<p>Manon Littek: F&#252;r Scienceblogs war immer klar, dass wir neue Konzepte ausprobieren wollen und offen f&#252;r Web2.0-Modelle sind. Und das bedeutet auch, dass wir uns bewu&#223;t vom alten Denken der klassischen Nachrichtenportale absetzen. Dort wurde bislang kaum begriffen, welche Chancen im Onlinebereich liegen und welches Potential die Vernetzung bietet. Wer heute seine eigene Website als Insel sieht, hat die Zeichen der Zeit einfach nicht verstanden.</p>
<p>F&#252;r Scienceblogs ist &#8211; im Gegensatz dazu &#8211; die Verlinkung auf spannende externe Inhalte eine Selbstverst&#228;ndlichkeit. Zugleich haben wir in den letzten Monaten immer mehr Anfragen erhalten, ob wir unsere Artikel nicht vollst&#228;ndig als RSS-Feed anbieten k&#246;nnen. Nun wollen wir diesem Wunsch der Scienceblogs-User nachkommen und eben alle Blogartikel komplett im Feed lesbar machen.</p>
<p>Auch dieser Schritt ist f&#252;r uns ein Zeichen der Souver&#228;nit&#228;t: Unsere wissenschaftlichen Autoren schreiben kompetente, authentische Texte. Wieso sollten wir diesen hochwertigen Content also nicht auch f&#252;r die RSS-Abonnenten zu 100% nutzbar machen?</p>
<p><em>Man k&#246;nnte ja nun annehmen, dass nicht mehr so viele Besucher auf die Website kommen?</em></p>
<p>Manon Littek: Wirkliche Sorgen, dass wir durch diesen Schritt Besucher auf unserer Homepage verlieren, haben wir nicht: unsere Stammleser kommen dennoch auf die Seite, um sich dort an den Diskussionen zu beteiligen und zu kommentieren.Und ehrlicherweise wurde unsere Entscheidung f&#252;r die Umstellung auf einen kompletten Feed dadurch erleichert, dass wir hier k&#252;nftig einen Werbebanner schalten werden.</p>
<div class="im">
<p><em>Wie konnten Sie den Kunden gewinnen, in Volltext-Feeds zu werben?</em></div>
<p>Manon Littek:Derzeit haben wir rund 3.000 Abonnenten des RSS-Feeds. Das sind nat&#252;rlich die wirklichen Fans unserer Website und gleichzeitig besonders technik- und webaffine Nutzer. Das hei&#223;t gleichzeitig auch, dass es sich hier um eine spannende Zielgruppe handelt. Bei uns sind das &#8211; wie wir durch eine Nutzerbefragung wissen &#8211; zu Zweidrittel Akademiker mit &#252;berdurchschnittlich hohem Einkommen. Und diese Gruppe der RSS-Abonnenten ist durch andere Werbeformate kaum mehr erreichbar.</p>
<p>Wie gesagt: es war der Wunsch der RSS-Abonnenten, dass wir unsere Inhalte komplett im Feed lesbar machen. Damit bietet der Scienceblogs-Feed nun tats&#228;chlich einen handfesten Mehrwert; egal ob in den g&#228;ngigen RSS-Readern oder per Mobile-Applications k&#246;nnen nun die Scienceblogs-Texte abgerufen werden &#8211; und der Werbepartner wird hier exklusiv mit einem Banner platziert. Dieses Sponsoring erlaubt uns das Anbieten des kompletten Feeds und wir denken, dass diese Tatsache durch unsere Leser honoriert wird.</p>
<div class="im">
<p><em>Wie wird das abgerechnet? Welche Statistikgr&#246;&#223;en nutzen Sie als Nachweis &#8211; oder l&#228;uft das pauschal?</em></div>
<p>Manon Littek: Wir haben zum Start einen Pauschalpreis vorgesehen. Zu einem monatlichen Festbetrag k&#246;nnen interessierte Werbepartner als Sponsoren des Scienceblogs-RSS-Feed auftreten. Es w&#228;ren nat&#252;rlich auch andere Modelle denkbar, aber die monatliche L&#246;sung ist in unseren Augen mit dem geringsten Aufwand umsetzbar und zugleich transparent: wir hatten im letzten Monat rund 350 Artikel und etwa 3.000 Abonnenten. Wieviele Kundenkontakte das ausmacht, kann sich jeder leicht ausrechnen.</p>
<p><em>Welche Erfahrungen konnten Sie als PortalbetreiberInnen in Zusammenarbeit mit Ihren AutorInnen bis jetzt machen?</em></p>
<p>Marc Scheloske:Unsere Autoren sind &#8211; mit wenigen Ausnahmen &#8211; hauptberufliche Wissenschaftler. Das hei&#223;t, dass die Artikel f&#252;r Scienceblogs nebenbei entstehen: am Feierabend, in der Laborpause, am Wochenende. Scienceblogs lebt von diesem bemerkenswerten Engagement unserer Autoren. Die Leidenschaft der Blogger, ihre Begeisterung f&#252;r Wissenschaft und die Begeisterung an der Wissenschaftskommunikation sind unser Kapital.</p>
<p>Deshalb ist f&#252;r uns auch absolut wichtig, dass sich die Blogger bei Scienceblogs wohl f&#252;hlen. Wir haben ein internes Forum, in dem sich die Blogger austauschen und diskutieren und neue Formate werden ebenfalls dort entwickelt. Insofern ist das Forum &#8211; glaube ich &#8211; durchaus ein identit&#228;tsstiftendes Moment: unsere Autoren begreifen sich dadurch st&#228;rker als Teil der Scienceblogs-Community und merken, dass uns ihre Meinung wichtig ist.</p>
<p>Viele wichtige Entscheidungen &#8211; wie etwa die aktuelle Umstellung des Feeds auf einen Komplett-Feed &#8211; werden gemeinsam mit unseren Bloggern getroffen. Oft greifen wir deren Anregungen auf und versuchen sie umzusetzen oder wir diskutieren &#252;ber Ideen, ob sie sich verwirklichen lassen. Scienceblogs ist in diesem Sinne ein Gemeinschaftsprojekt der Blogger und des Scienceblogs-Teams.</p>
<p><em>Wie werden Sie das Angebot in Zukunft weiterentwickeln?</em></p>
<p>Marc Scheloske:Aktuell gibt es bei uns 35 einzelne Blogs. Themenschwerpunkte sind Astronomie und Raumfahrt, Biologie und Physik, sowie &#214;kologie und Klimaforschung. In anderen Themenbereichen haben wir noch Nachholbedarf. Wir werden unser Blogangebot in den n&#228;chsten Monaten weiter ausbauen, allerdings mit Augenma&#223;.</p>
<p>Wir bekommen regelm&#228;&#223;ig Anfragen von Autoren, die gerne bei Scienceblogs schreiben w&#252;rden. Hier sind wir ehrlicherweise sehr w&#228;hlerisch. Die Blogger m&#252;ssen einfach zu uns passen. Deshalb sprechen wir gezielt geeignete Autoren an und f&#252;hren Gespr&#228;che, ob ein l&#228;ngerfristiges Engagement bei Scienceblogs in Frage kommt.</p>
<p>Dabei ist tats&#228;chlich der Faktor &#8220;Leidenschaft&#8221; sehr entscheidend: ein wissenschaftlicher Blog ist zeit- und arbeitsintensiv &#8211; daf&#252;r m&#252;ssen also Blog- und Wissenschaftsbegeisterung zusammenkommen, bevor ein neuer vielversprechender Scienceblogs an den Start geht.</p>
<p><br>Beitr�ge zu verwandten Themen:<ol>
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</ol></p><p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>&#220;ber Domain-Name-(Un-)Sicherheiten &#8211; Interview mit Lutz Donnerhacke</title>
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		<pubDate>Tue, 17 Mar 2009 15:12:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christiane Schulzki-Haddouti</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[ICANN]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Internet-Provider]]></category>
		<category><![CDATA[Sicherheit]]></category>
		<category><![CDATA[Zivilgesellschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Vom 1. bis 6. M&#228;rz fand in Mexiko eine ICANN-Tagung statt, zu der die Organisation erstmals auch Internetnutzer f&#252;r einen “ersten Weltgipfel” geladen hatten. Lutz Donnerhacke besuchte die Tagung und setzte sich als Leiter der Arbeitsgruppe "DNS Sicherheit" prim&#228;r ... <a href="http://blog.kooptech.de/2009/03/765/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>
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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://mex.icann.org/"><strong>Vom 1. bis 6. M&#228;rz fand in Mexiko eine ICANN-Tagung statt</strong></a><strong>, zu der die Organisation erstmals auch Internetnutzer f&#252;r einen “ersten Weltgipfel” geladen hatten. Lutz Donnerhacke besuchte die Tagung und setzte sich als Leiter der Arbeitsgruppe &#8220;DNS Sicherheit&#8221; prim&#228;r f&#252;r mehr Sicherheit ein.</strong></p>
<p><em>Christiane Schulzki-Haddouti: Was war aus Deiner Sicht der wichtigste Punkt auf der Tagung?</em></p>
<p><img style="margin: 10px;" src="http://wwwneu.iks-jena.de/var/plain_site/storage/images/beratung/ansprechpartner/lutz-donnerhacke/404-4-ger-DE/Lutz-Donnerhacke_large.png" alt="Lutz Donnerhacke" align="left" />Lutz Donnerhacke: *seufz* Es ist schwer aus den vielen Themen nur eins auszuw&#228;hlen. Deswegen m&#246;chte ich den Hut wechseln und drei Standpunkte einnehmen: Auf dem Meeting ist der hervorstechendste Punkt, endlich internationalisierte Domain-Namen einzuf&#252;hren. &#8220;Fast Track&#8221; ist mittlerweile ein Schimpfwort. Es ist in den meisten L&#228;ndern der Welt ein Problem, lateinsche Buchstaben benutzen zu m&#252;ssen.</p>
<p>F&#252;r AtLarge mu&#223; ich meiner Ersch&#252;tterung Ausdruck verleihen, da&#223; ICANN in den Finanzpl&#228;nen die Nutzerbeteiligung gar nicht mehr erw&#228;hnt. Wir hoffen, da&#223; es sich hier um gro&#223;es Missverst&#228;ndnis handelt. Die Endnutzerbeteiligung hat nicht das Geld die Reisen, die Telefonkonferenzen und die &#220;bersetzungen selbst zu bezahlen. Mit dem Verlust von AtLarge w&#252;rde ICANN eine reine Industrievertretung und h&#228;tte nicht mehr das Recht f&#252;r das Internet Entscheidungen zu treffen.</p>
<p>Als Leiter der Arbeitsgruppe &#8220;DNS Sicherheit&#8221; m&#246;chte ich hervorheben, da&#223; die Vertr&#228;ge der Registries und Registrare dahingehend ge&#228;ndert werden m&#252;ssen, da&#223; der Einsatz von <a href="http://www.dnssec.net/">DNSSEC </a>f&#252;r die Domaineigner &#252;berhaupt m&#246;glich wird.</p>
<p><em>Warum konnte der Datenschutz f&#252;r Domain-Inhaber (Whois) bislang nicht verbessert werden Die Musikindustrie ist hier ja ein starker Stakeholder.</em></p>
<p>Whois hat eine klare Aufgabe: die schnelle Kl&#228;rung technischer Probleme. Es ist nicht notwendig, Informationen im Whois zu speichern, die nichts mit dem technischen Betrieb zu tun haben. Die Strafverfolgungsbeh&#246;rden haben eigene Wege, rechtlich verantwortliche Personen ausfindig zu machen, sie benutzen Whois nur aus Bequemlichkeit. Wie die Rechteverwerter Ihre Anspr&#252;che durchsetzen, kann nicht das Problem der Nutzer sein. Eine entsprechende Erkl&#228;rung wurde von der Arbeitsgruppe &#8220;<a href="http://mex.icann.org/node/2739">WHOIS: It’s Better to Burn out than Fade Away</a>&#8221; auf dem AtLarge Summit verabschiedet.</p>
<p><em>Wie wichtig ist das Thema IT-Sicherheit?</em></p>
<p>Die <a href="http://www.atlarge.icann.org/files/atlarge/correspondence-05mar09-en.pdf">Erkl&#228;rung der Arbeitsgruppe &#8220;DNS Security&#8221;</a> hat ungew&#246;hnlich viel Aussehen erregt. Wir wurden von fast allen Interessengruppen direkt angesprochen um einzelne Punkte zu diskutieren. Die gesamte ICANN-Veranstaltung ist durchdrungen vom Thema DNSSEC. Selbst Themen wie ein DNSSEC-Logo die Au&#223;endarstellung beeinflussen wird, werden bis zum Board diskutiert. Man merkt, da&#223; es vorw&#228;rts geht und der Prozess verwertbare Ergebnisse abwirft.</p>
<p>Das Hauptproblem an unseren Forderungen ist, dass f&#252;r deren vollst&#228;ndige Umsetzung Vertr&#228;ge zwischen ICANN und den L&#228;nderdomainverwaltern n&#246;tig w&#228;ren. F&#252;r die unvollst&#228;ndige Umsetzung, die praktisch vollkommen ausreichend w&#228;re, ist das aber nicht von Belang.</p>
<p>Eine andere Frage ist die nach der Durchgriffsberechtigung auf Registrare, also die Firmen, die Domains an Endkunden verkaufen, um diese zu einer ordentlichen Arbeit zu zwingen, denn korrekte Registrierungen sind abschreckend f&#252;r Kriminelle. Hier existieren zwar prinzipell Vertr&#228;ge, jedoch sind diese nicht ausreichend. Eine m&#246;gliche L&#246;sung w&#228;re ein Siegel f&#252;r korrekt arbeitende Firmen, um wettbewerblichen Druck zu erzeugen. Allerdings ist dieser Vorschlag schon nicht mehrheitsf&#228;hig.</p>
<p><em>Wie k&#246;nnte die Zivilgesellschaft wieder st&#228;rker in ICANN integriert werden? Welche realistischen Optionen gibt es?</em></p>
<p>Es steht zur Debatte, AtLarge einen oder mehrere Direktoren zuzusprechen. Ein anderer Vorschlag besteht darin, <a href="http://www.icann.org/en/committees/alac/">ALAC</a> den gleichen Status zuzugestehen wie <a href="http://gac.icann.org/web/index.shtml">GAC</a>: Das Board mu&#223; begr&#252;nden, warum es einen Vorschlag ablehnt oder ignoriert. Wie sich das entwickelt, ist f&#252;r mich offen. Beide Vorschl&#228;ge haben ihre Vor- und Nachteile.</p>
<p><em>Bald soll ja IPv6 eingef&#252;hrt werden, das aber nur aufw&#228;rts kompatibel sein wird. Es wird bef&#252;rchtet, dass sich das Internet daraufhin trennt. Wie kann man sich das als Nutzer konkret vorstellen? Was steht auf dem Spiel, wenn der &#220;bergang nicht nahtlos erfolgen kann?</em></p>
<p>Jede Bef&#252;rchtung in Richtung einer Teilung sind technisch und politisch<br />
unbegr&#252;ndet. IPv6 ist bereits integraler Bestandteil des Internets. Es ist schlicht Infrastruktur, die jeder ISP standardm&#228;&#223;ig bereitzustellen hat. Je l&#228;nger ein ISP mit der Einf&#252;hrung wartet, desto teuer wird es f&#252;r ihn. Kunden k&#246;nnen jederzeit &#252;ber Migrationstechniken wie <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Teredo">Teredo</a> IPv6 benutzen.</p>
<p><em>Danke, Lutz.</em></p>
<p><a href="http://www.spreadshirt.de/affiliate/1198586"><img src="http://advertising.spreadomat.net/affiliate/dach/468x60_2.gif" alt="" /></a></p>
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</ol></p><p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Ist Mitsprache bei ICANN m&#246;glich? &#8211; Interview mit Jeanette Hofmann</title>
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		<pubDate>Fri, 06 Mar 2009 08:07:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christiane Schulzki-Haddouti</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Freiwillige]]></category>
		<category><![CDATA[ICANN]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Research]]></category>
		<category><![CDATA[Zivilgesellschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Politikwissenschaftlerin Jeanette Hofmann kennt die oberste Internetbeh&#246;rde ICANN aus der Westentasche - kandidierte sie doch selbst in den im Jahr 2000 ersten weltweit organisierten freien Internetwahlen f&#252;r den freien Direktoratsposten - nicht zuletzt um aus n&#228;chster N&#228;he Organisations- ... <a href="http://blog.kooptech.de/2009/03/zivilgesellschaft-und-icann-interview-mit-jeanette-hofmann/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>
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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Seit 2001 wird das Direktorium der obersten Internetbeh&#246;rde ICANN nicht mehr &#252;ber freie Wahlen bestimmt. &#196;nderungen k&#246;nnte es jedoch geben, da ab Herbst 2009 der Vertrag von ICANN mit dem US-Handelsministerium ausl&#228;uft. </strong><a href="http://mex.icann.org/"><strong>Vom 1. bis 6. M&#228;rz findet in Mexiko eine ICANN-Tagung statt</strong></a><strong>, zu der die Organisation erstmals auch Internetnutzer f&#252;r einen &#8220;ersten Weltgipfel&#8221; geladen hat.</strong></p>
<p>Die Politikwissenschaftlerin Jeanette Hofmann kennt die oberste Internetbeh&#246;rde<a href="http://www.icann.org/">ICANN</a>aus der Westentasche -<a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,89936,00.html">kandidierte sie doch selbst in den im Jahr 2000 ersten weltweit organisierten freien Internetwahlen f&#252;r den freien Direktoratsposten</a>- nicht zuletzt um aus n&#228;chster N&#228;he Organisations- und Meinungsfindungsprozesse zwischen privaten und staatlichen Stellen aus n&#228;chster N&#228;he<a href="http://duplox.wzb.eu/people/jeanette/texte/intergov.html">kennenzulernen</a>.Anlass f&#252;r ein Gespr&#228;ch f&#252;r <a href="http://duplox.wzb.eu/people/jeanette/index.shtml">Jeanette Hoffmann</a>.</p>
<p><img style="margin: 10px;" src="http://blog.kooptech.de/wp-content/themes/mimbo2.2/images/Jeanette-Hofmann-g.png" alt="Jeanette Hofmann" width="255" align="left" /><em>Christiane Schulzki-Haddouti: Wie sch&#228;tzt du den aktuellen Diskussions- und Entwicklungsprozess sein? Und warum ist ICANN f&#252;r dich als Politikwissenschaftlerin so spannend?</em></p>
<p>Jeanette Hofmann: Also, das Thema Partizipation und Repr&#228;sentation liegt mir ja immer noch sehr am Herzen: Es ist alles anderes als leicht, jenseits staatlich verb&#252;rgerter Strukturen demokratische Beteiligungsformen einzurichten, die allen Betroffenen <em>ein wirksames Recht</em> zur Mitsprache anbieten. Dass sich ICANN seit seiner Gr&#252;ndung nun schon in der dritten gro&#223;en Reformrunde befindet, zeugt von diesen Schwierigkeiten.</p>
<p><em>Wie wichtig ist es, dass die Zivilgesellschaft tats&#228;chlich beteiligt wird? </em></p>
<p>Nach langem Ringen haben sich die Internetnutzer ihre eigenen Organisationsstrukturen innerhalb von ICANN schaffen k&#246;nnen, aber um welchen Preis? Individuelle Nutzer sind ausgeschlossen, nur Organisationen k&#246;nnen vollwertige Mitglieder werden. Ich bin deshalb im vergangenen Jahr von meinem Euralo-Posten<a href="http://www.atlarge.icann.org/node/1879"> zur&#252;ckgetreten</a> und zugleich aus <a href="http://www.euralo.org/">EURALO</a> ausgetreten. Da in <a href="http://www.atlarge.icann.org/en/">ALAC</a> und den regionalen Organisationen nur Organisationen vertreten sind, gibt es von innen heraus keine Bestrebungen, auch Individuen ein Mitsprachrecht einzur&#228;umen. Insofern reproduziert die Nutzerorganisation die Ausschlussmechanismen ihrer Mutterorganisation!</p>
<p>Sehr positiv werte ich bislang den Umbau der <a href="http://gnso.icann.org/">GNSO</a>. Es ist sehr gut, dass die alten verkrusteten Constituency-Strukturen aufgebrochen werden. ICANN hat den Anspruch, alle Regionen und Funktionen des Internet zu repr&#228;sentieren. Solch ein Anspruch ist nat&#252;rlich immer auslegungs- und operationalisierungsbed&#252;rftig. Praktisch k&#228;mpft ICANN noch immer mit der Ausgangskoalition von Interessen, die in den Gr&#252;ndungstagen von ICANN besonders stark waren: ein handvoll amerikanischer Hightech-Unternehmen und die Lobby der Markenrechtsinteressen. Bislang hat es mehrere Versuche gegeben, mehr Gruppen in die GNSO zu integrieren und die starren Vertretungsstrukturen aufzul&#246;sen, zumal sich diese gerne wechselseitig blockieren und politische Ma&#223;nahmen eher verhindert als bef&#246;rdert haben. Nun wird ein neuer Versuch unternommen &#8211; und das ist gut. Die Landschaft des Internet hat sich n&#228;mlich ver&#228;ndert. Ein Beispiel daf&#252;r sind die Initiativen f&#252;r die Einf&#252;hrung von <a href="http://citytld.com/">city-TLDs</a>. Die wollen nun auch gerne mitsprechen.</p>
<p>Das Problem, dass trotz aller Reformen bestehen bleibt, ist die Machtasymmetrie zwischen Freiwilligen und ICANN-Mitarbeitern. Die <em>Hauptamtlichen</em>, wie das bei den Gewerkschaften hie&#223;, haben immer Informationsvorspr&#252;nge und immer eine &#8220;hidden agenda&#8221;, gegen die die volunteers schlechterdings nicht ankommen. Alle Bestrebungen ICANNs, die eigene Transparenz und Rechenschaftspflichtigkeit zu erh&#246;hen, scheitert an diesem Ungleichgewicht. Aus diesem Grunde stehe ich einer vollst&#228;ndigen Privatisierung von ICANN ohne externe Aufsicht sehr skeptisch gegen&#252;ber.</p>
<p><em>Was w&#228;re deine Pr&#228;ferenz? ICANN unter UNO-Aufsicht bzw. als UNO-Beh&#246;rde, wie es beispielsweise China fordert? Oder ICANN privat plus ein internationales Aufsichtsgremium, wie es die EU pr&#228;feriert?</em></p>
<p>Nat&#252;rlich zweitere Option.</p>
<p><em>K&#246;nntest du kurz erkl&#228;ren, was gut, was schlecht an diesen Modellen w&#228;re?</em></p>
<p>Im Rahmen des Weltgipfels hat sich gezeigt, dass fast alle Probleme, die das Internet heute plagen, nur durch eine konstruktive Zusammenarbeit verschiedener Gruppen oder stakehoder in den Griff zu kriegen sind. Das <em><a href="http://www.intgovforum.org/cms/">Internet Governance Forum</a></em> beschreitet ja einen Weg in diese Richtung. Die auf viele verschiedene Schultern verteilte Kompetenz sollte sich auch in den Aufsichtsstrukturen f&#252;r ICANN widerspiegeln.</p>
<p>Pers&#246;nlich habe ich nichts dagegen, Entscheidungskompetenzen, die wichtige &#8220;normative G&#252;ter&#8221; wie Rechtsstaatlichkeit, soziale Wohlfahrt, nationale Sicherheit bei demokratisch legitimierten, staatlichen bzw. zwischenstaatlichen Organisationen zu belassen.</p>
<p>L&#228;nder wie China argumentieren, dass die Verwaltung des Internet ebenfalls in staatliche bzw. zwischenstaatliche Verantwortung geh&#246;rt.</p>
<p>Diese Auffassung teile ich nicht, schon weil es au&#223;erhalb nationalstaatlich verfasster Gesellschaften keine demokratischen Verfahren und Organisationen gibt. Wenn L&#228;nder wie Russland und China sich zu Fragen der informationellen Selbstbestimmung und freien Meinungs&#228;u&#223;erung im Internet &#228;u&#223;ern, dann ist es gut, wenn zivilgesellschaftliche Organisationen sich ebenfalls zu Wort melden k&#246;nnen.</p>
<p>&#8220;Internetgovernance&#8221;-Strukturen hat immer etwas Experimentelles angehaftet. Dabei geht es um neue Formen der Selbstregulierung und akteurs&#252;bergreifenden Kooperation. Ich sehe nicht, warum man das nicht auch in den Bereich der Aufsichtsfunktionen &#252;bertragen kann.</p>
<p><em>Wie k&#246;nnen Diskursprozesse effektiv organisiert werden?</em></p>
<p>Das Internet Governance Forum hat bewu&#223;t R&#252;ckkopplungsschleifen eingebaut, so dass Teilnehmer ihre Erfahrungen und Eindr&#252;cke mit dem Veranstaltungsformat &#252;bermitteln k&#246;nnen. Diese schlagen sich dann in der Tagungsstruktur des folgenden Jahres nieder. Nach drei Jahren reiner Diskussion hat sich gegen Ende der letzten Tagung Unzufriedenheit gezeigt. Die Teilnehmer wollen Fortschritte sehen und zu Vereinbarungen gelangen.</p>
<p>Im Rahmen eines offenen, globalen Forums, zu dem jede hingehen kann, ist  es allerdings nicht ganz einfach, die Bedingungen f&#252;r eine st&#228;rkere Ergebnisorientierung zu schaffen. Hinzu kommt, dass das Mandat des IGF bindende Entscheidungen explizit ausschlie&#223;t.</p>
<p>Ein erster Versuch wird nun in diesem Jahr darin bestehen, die Veranstaltungsformate am Reife- und Konsensgrad der jeweiligen Themen auszurichten. In den Bereichen, in denen die &#220;bereinstimmungen hoch und die Meinungsunterschiede marginal sind, werden &#8220;round tables&#8221; ausprobiert, um die Aushandlung von Vereinbarungen zu bef&#246;rdern. Auf diese Weise k&#246;nnte es bald zu &#8220;decisions _at_ the IGF&#8221; (Entscheidungen beim IGF anstatt zu Entscheidungen des IGF kommen.)</p>
<p>Auch dar&#252;ber hinaus experimentiert das IGF mit neuen Diskussionsformen, um das Publikum st&#228;rker einzubinden. Dabei gilt jedoch immer, dass sich Regierungen, Wirtschaft und Zivilgesellschaft auf gleicher Augenh&#246;he begegnen. Gemessen daran, dass das IGF eine Veranstaltung der UN ist, wird das &#8220;Multi-Stakeholder&#8221; Prinzip sehr weitreichend ausgelegt. In diesem Sinne k&#246;nnte sich das IGF zum Modell auch f&#252;r andere Politikbereiche entwickeln.</p>
<p><em>Jeanette, Danke f&#252;r das interessante Gespr&#228;ch!</em></p>
<p><a href="http://www.spreadshirt.de/affiliate/1198586"><img src="http://advertising.spreadomat.net/affiliate/dach/468x60_2.gif"></A></p>
<p><br>Beitr�ge zu verwandten Themen:<ol>
<li><a href='http://blog.kooptech.de/2009/03/765/' rel='bookmark' title='&#220;ber Domain-Name-(Un-)Sicherheiten &#8211; Interview mit Lutz Donnerhacke'>&#220;ber Domain-Name-(Un-)Sicherheiten &#8211; Interview mit Lutz Donnerhacke</a></li>
</ol></p><p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Wikipedia und die VG Wort &#8211; Interview mit Mathias Schindler von Wikimedia</title>
		<link>http://blog.kooptech.de/2009/03/wikipedia-und-die-vg-wort-interview-mit-mathias-schindler-von-wikimedia/</link>
		<comments>http://blog.kooptech.de/2009/03/wikipedia-und-die-vg-wort-interview-mit-mathias-schindler-von-wikimedia/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 02 Mar 2009 08:29:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christiane Schulzki-Haddouti</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Creative Commons]]></category>
		<category><![CDATA[Recht]]></category>
		<category><![CDATA[Schlagwort hinzufgen]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>
		<category><![CDATA[VG Wort]]></category>
		<category><![CDATA[Verwertungsgesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wikipedia]]></category>

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		<description><![CDATA[Mathias Schindler ist seit 2003 Wikipedianer und arbeitet seit 2009 f&#252;r den Verein Wikimedia Deutschland als Projektmanager. Er ist unter anderem f&#252;r Content-Kooperationen wie beispielsweise die Zusammenarbeit mit dem Deutschen Bundesarchiv zust&#228;ndig und besch&#228;ftigt sich daher eingehend mit Urheberrechtsfragen. ... <a href="http://blog.kooptech.de/2009/03/wikipedia-und-die-vg-wort-interview-mit-mathias-schindler-von-wikimedia/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://www.mathias-schindler.de/"> Mathias Schindler</a> ist <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer:Mathias_Schindler">seit 2003 Wikipedianer</a> und arbeitet seit 2009 f&#252;r den Verein Wikimedia Deutschland als Projektmanager. Er ist unter anderem f&#252;r Content-Kooperationen wie beispielsweise die <a href="http://netzpolitik.org/2008/interview-kooperation-von-bundesarchiv-und-wikimedia/">Zusammenarbeit mit dem Deutschen Bundesarchiv</a> zust&#228;ndig und besch&#228;ftigt sich daher eingehend mit Urheberrechtsfragen. F&#252;r mich Anlass genug, um ihn &#252;ber das Verh&#228;ltnis von Wikipedia zur VG Wort zu befragen: K&#246;nnen Wikipedianer ihre Texte bei der VG Wort melden?</strong></p>
<p><img style="margin: 10px;" src="http://blog.kooptech.de/wp-content/themes/mimbo2.2/images/Schindler-g.png" alt="Mathias Schindler, Wikimedia" width="255" align="left" /><em>Christiane Schulzki-Haddouti: Wikipedia und Verwertungsgesellschaften – geht das zusammen? Die Wikipedia lizenziert ja alle Inhalte unter einer Open-Content-Lizenz.</em></p>
<p>Mathias Schindler: Der <a href="http://blog.kooptech.de/2008/07/vg-wort-und-der-pixelsegen/">Versuch</a>, Wikipedia dort zu registrieren, war ein logistisches Chaos. In der bisherigen Lesart bei&#223;t sich <a href="http://www.vgwort.de/metis.php">VG Wort/METIS</a> und die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:GNU_Free_Documentation_License">Gnu-Free-Documentation-Lizenz</a> (GFDL) nicht. Laut VG Wort wird auch f&#252;r frei lizenzierte Werke Geld an die Autoren ausgesch&#252;ttet – und bei kollaborativ erstellten Werken ist jeder Autor gleich anteilig berechtigt. Hinzu kommt das Problem des Wikis mit sich &#228;ndernden Inhalten. Formal w&#252;rde ab 10 Prozent &#196;nderung der Artikel als ein neuer Artikel gez&#228;hlt werden, was bei den Zugriffszahlen von Wikipedia in vielen F&#228;llen ausreichen w&#252;rde.</p>
<p><em>Wie w&#252;rde das konkret aussehen?</em></p>
<p>Ich habe 2004 den Artikel Barack Obama in der deutschen Wikipedia angelegt. Hier w&#252;rden sich bei der korrekten Anwendung der 10-Prozent-Regel nicht ein Artikel sondern gef&#252;hlte 400 Artikel ergeben. In allen w&#252;rde ich von der VG Wort weiterhin als Autor gef&#252;hrt werden.</p>
<p><em>Das w&#252;rde ja bedeuten, dass Wikipedia ruckzuck den Hauptteil der Aussch&#252;ttung einkassieren k&#246;nnte.</em></p>
<p>Mit korrekter Anwendung der klassischen Metis-Regeln h&#228;tte ich mir jetzt schon ein kleines Haus bauen k&#246;nnen.</p>
<p><em>Da lohnt sich ja die Autorenschaft richtig.</em></p>
<p>Genau, gemessen an den Zugriffszahlen und der Textmenge w&#228;re das vermutlich der gr&#246;&#223;ere Teil des Topfes. Was ja auch v&#246;llig okay ist, denn wir sind ja nun einmal eines der meistgelesenen und  inhaltsreichsten Onlinewerke. Aber Gl&#252;ck f&#252;r die restlichen Autoren: Metis l&#228;uft noch nicht bei uns. Es haben sich bislang auch nur ein paar Autoren individuell registriert. Z&#228;hlpixel haben wir derzeit noch nicht aktiv.</p>
<p><em>Ihr habt ja mit der VG Wort verhandelt – was ist dabei herausgekommen?</em></p>
<p>Mit der VG Wort h&#228;tten wir einen pauschalen Aufschlag f&#252;r jeden Artikel von 30 Prozent vereinbart und dann die 10-Prozent-Regel ignoriert. Das zumindest war der VG-Wort-Vorschlag. Als wir die Gespr&#228;che hatten, war das alles aber noch etwas komplexer. Von den damals 550.000 Artikeln oder so h&#228;tten 400.000 die Mindestanforderungen geschafft. Die Foundation hat das dann derzeit nicht weiter verfolgt, solange nicht innerhalb der deutschen Community ein Meinungsbildungsprozess l&#228;uft.</p>
<p><em>Das verstehe ich nicht. Sie kann doch die Verlagsrechte wahrnehmen.</em></p>
<p>Ein Problem ist die Frage, ob wir ein System wie die VG Wort unterst&#252;tzen wollen. Au&#223;erdem gibt es die noch ungel&#246;ste Frage, ob eine Teilnahme an Metis einer Unterst&#252;tzung gleichk&#228;me. Meine pers&#246;nliche Antwort ist a) unerheblich, b) nein.</p>
<p><em>Ich w&#252;rde darin keine Unterst&#252;tzung von Metis erkennen wollen, da das System doch staatsvertraglich geregelt ist. Es w&#228;re doch umgekehrt so, dass Metis die Wikpedia unterst&#252;tzen w&#252;rde.</em></p>
<p>Die Rechnung sieht anders aus: Computer, Drucker und Scanner sind in Deutschland etwa 20 Euro teurer wegen der VG Wort. Die Frage ist daher f&#252;r uns, wie viele Autoren wir weniger haben, weil die Ger&#228;te f&#252;r sie nicht bezahlbar sind. Aber ich finde diese Argumentationskette etwas nervend.</p>
<p><em>Nunja, es gibt ja auch Gebrauchtger&#228;te, die sich auch Menschen im Niedriglohnsektor leisten k&#246;nnten. Au&#223;erdem kann man das doch nicht an der digitalen Spaltung festmachen, da es f&#252;r diese ja einige Gr&#252;nde mehr gibt als nur die Anschaffungskosten f&#252;r ein Endger&#228;t. Das hat auch was mit Medienkompetenz zu tun, Alter, Geschlecht, Wohnort usw.</em></p>
<p>Wir werden aber mit der VG Wort demn&#228;chst noch einmal zu tun haben. Die VG Wort hat angek&#252;ndigt, so etwas wie die Sammelvertretung der Interessen gegen&#252;ber Google Booksearch zu &#252;bernehmen. Sie will darum entweder den Wahrnehmungsvertrag &#228;ndern oder behaupten, dass der bestehende Wahrnehmungsvertrag es erlaubt, im Namen der Autoren Google zu untersagen, die Werke in Google Booksearch zu lassen. In beiden F&#228;llen w&#228;re es mit dem Konzept von frei lizenzierten Werken unvereinbar.</p>
<p><em>Habt ihr schon mal die VG Wort gefragt, wie sie mit Creative-Commons-lizenzierten Inhalten umgeht?</em></p>
<p>Wir haben sie damals darauf angesprochen und sie sagen, dass sie davon nicht betroffen seien, weil es ja bei der VG Wort um Nutzungen au&#223;erhalb dessen geht, was CC-Lizenzen erlauben. Es geht also um Geld, das abf&#228;llt, wenn ich ein CC-Werk unter einen Fotokopierer lege oder in ein Schulbuch einbaue.</p>
<p><em>Also man kann CC-lizenzierte Werke ohne weiteres melden?</em></p>
<p>Theoretisch ja, so wie wir es bisher verstanden haben. Im Gegensatz zur GEMA.</p>
<p><em>Aber umgekehrt kann die VG Wort dann ja nicht solche Werke wiederum uneingeschr&#228;nkt nach au&#223;en vertreten?</em></p>
<p>Der Trick ist ja, dass man durchaus als Urheber der VG Wort Rechte &#252;bertragen kann von Werken, die man bereits unter einer CC-Lizenz ver&#246;ffentlicht hat. CC-Lizenzen sind einfache, keine exklusiven Rechte. Und die VG Wort will laut <a href="http://www.vgwort.de/files/wahrnehmungsvertrag_0508.pdf">Wahrnehmungsvertrag</a> auch keine exklusiven Rechte. Im Gegensatz zur GEMA werden die Rechte nicht pauschal mit der Anmeldung weiter gereicht, sondern nur konkret beim Anmelden der Texte.</p>
<p><em>Wenn ich nun <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/de/">by-nc-sa</a>-lizenzierte Texte melde, die von Google genutzt werden, d&#252;rfte die VG Wort nicht dagegen klagen.</em></p>
<p>Auf keinen Fall d&#252;rften sie es in deinem Namen Google untersagen.</p>
<p><em>Also m&#252;sste VG Wort anfangen zu differenzieren &#8211; aber das k&#246;nnen sie im Moment nicht, da sie ja gar nicht nach CC-Lizenzen fragen. Eine pauschale Abtretung ist jedenfalls f&#252;r diejenigen nicht m&#246;glich, die Non-Commercial-lizenzierte Texte gemeldet haben. Braucht die VG Wort dann f&#252;r die Google-Klage nochmal die ausdr&#252;ckliche Einwilligung der Autoren? </em></p>
<p>Meiner Ansicht nach braucht die VG Wort dazu noch mal das Okay des Urhebers. Und das darf  keine Werke betreffen, die eine weitere Nutzung zulassen. Solange Google CC-lizenzierte Werke lizenzkonform nutzt, ist das ja kein Problem.</p>
<p><em>Streng genommen d&#252;rfte Google bei Non-Commercial-Lizenzen keine Werbung schalten, oder?</em></p>
<p>Das ist eine offene Debatte. Creative Commons &#8220;meint&#8221; mit Non-Commercial vor allem das &#8220;Gib mir Geld, dann gebe ich dir Content&#8221;. Wenn der Content kostenlos zur Verf&#252;gung gestellt wird, darf laut CC auch Werbung am Rand stehen. Ansonsten w&#228;re das ja eine Einschr&#228;nkung der Nutzbarkeit des Inhalts auch auf einer inhaltlichen Ebene. Ich k&#246;nnte ja ein abgeleitetes Werk erstellen und mich daf&#252;r bezahlen lassen, alle zwei Abs&#228;tze in dem cc-nc-sa-Text werbliche Aussagen einzuf&#252;gen.</p>
<p><em>Ist das gerichtlich so best&#228;tigt?</em></p>
<p>In Australien gab es anderslautende Ansichten. Eine Mobilfunkfirma hat ein Non-Commercial-lizenziertes Bild f&#252;r eine Werbung genutzt &#8211; und dort gab es einen Aufschrei. Die Mobilfunkfirma hat ja kein Geld f&#252;r das Ansehen des Bildes verlangt, insofern &#8220;k&#246;nnte&#8221; man argumentieren, es sei nicht-kommerziell genutzt. Das widerspricht aber dem gesunden Empfinden derjenigen, die es unter Non-Commercial stellen. Ich glaube man hat sich in diesem Fall au&#223;ergerichtlich geeinigt. In Deutschland gibt es Urteile, ab wann eine Homepage als kommerziell anzusehen ist &#8211; und das beginnt sehr fr&#252;h, da muss gar keine Werbung drauf sein. Eine Journalistin, die auf ihrer Website erw&#228;hnt, dass man ihr Auftr&#228;ge f&#252;r Artikel erteilen kann, d&#252;rfte danach in Deutschland schon unter gewerblich fallen.</p>
<p><em>Mathias, Danke f&#252;r das spannende Gespr&#228;ch!</em></p>
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