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	<title>KoopTech &#187; Medien</title>
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		<title>Engagement ist nicht selbstverst&#228;ndlich</title>
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		<pubDate>Fri, 23 Sep 2011 16:48:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christiane Schulzki-Haddouti</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Nachruf]]></category>

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		<description><![CDATA[Auf einem kleinen Zettel habe ich mir notiert, was mir in meinen Nachgedanken zu Robin Meyer-Lucht in den Sinn kam:
Knotenpunkt &#38; &#220;bersetzung, Wissenschaft &#38; Praxis, Energie &#38; Aufmerksamkeit, Inspiration &#38; Utopie
Er fiel mir als erstes in den Monaten vor ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auf einem kleinen Zettel habe ich mir notiert, was mir in meinen Nachgedanken zu <a href="http://carta.info/autor/robin_meyer-lucht/">Robin Meyer-Lucht</a> in den Sinn kam:</p>
<blockquote><p>Knotenpunkt &amp; &#220;bersetzung, Wissenschaft &amp; Praxis, Energie &amp; Aufmerksamkeit, Inspiration &amp; Utopie</p></blockquote>
<p>Er fiel mir als erstes in den Monaten vor der Carta-Gr&#252;ndung auf. Immer wieder erschienen kluge Texte und Interviews mit ihm &#252;ber den digitalen Medienwandel, in denen er die Knackpunkte der Entwicklung klar benannte. Damals googelte ich seinen Namen und stie&#223; nur auf eine recht d&#252;rre Website seines &#8220;Berlin Institutes&#8221;. Heute ist das ganz, ganz anders.</p>
<p>Irgendwann googelte ich wieder, da ich irgendwie erwartete, dass er mindestens ein eigenes Blog starten w&#252;rde &#8211; und siehe da: Eine halbfertige Homepage kam mir entgegen &#8211; mit dem etwas wahnwitzigen, weil so umfassenden Namen &#8220;Carta&#8221;. Ich schrieb eine kleine <a href="http://blog.kooptech.de/2008/10/robin-meyer-lucht-startet-politik-blog/">Notiz</a>.</p>
<p>In den darauf folgenden Tagen wollte ich ein Interview mit ihm machen. Wir telefonierten, ich versuchte mitzuschreiben und gab auf. Einerseits durfte ich vieles nicht aufschreiben, weil es noch in &#220;berlegung war, oder weil es eine Einsch&#228;tzung war, die er so dann nicht gedruckt lesen wollte. Andererseits interessierte er sich lebhaft f&#252;r die Erfahrungen, die ich mit KoopTech gemacht hatte.</p>
<p>Ich empfahl ihm Rivva als Resonanztool und die VG-Wort-Z&#228;hlpixel als kleine Einnahmenquelle. Zeigte mich jedoch sehr skeptisch, was seine Refinanzierungspl&#228;ne durch Werbung anbelangte. Auch warnte ich davor, wie zeitraubend so ein Blog sein kann und dass er die damit verbundene Arbeit nicht untersch&#228;tzen d&#252;rfe. Das eine nahm er interessiert auf, das andere ignorierte er wohlweislich. Dar&#252;ber bin ich ihm recht dankbar.</p>
<p>Eine angedachte gr&#252;ndliche Analyse des deutschen Verwertungssystem haben wir &#252;brigens nicht einmal im Ansatz geschafft. Er wollte nicht reformieren, sondern das System von Grund auf neu denken.</p>
<p>Ein paar Wochen sp&#228;ter, als Carta richtig durchstartete, gratulierte ich ihm zu seinem Erfolg &#8211; und merkte an, dass ich es sehr sch&#228;tzte, mit wieviel Aufwand er sein Gruppenblog betrieb. In seiner Antwort erw&#228;hnte er nur bescheiden, dass er ja inzwischen einen Redaktionsassistenten habe, der viel Arbeit &#252;bernehme. Und nahm mir gleich einen Crosspost ab. Meine Bemerkung, dass der Assistent ja nicht alles machen k&#246;nne, blieb unkommentiert.</p>
<p>Ich habe den Verdacht, dass nur wenige wissen, wie viel Arbeit und wie viel Energie mit einem solchen Projekt verkn&#252;pft sind. Es erfordert eine st&#228;ndige Aufmerksamkeit f&#252;r die Publikationen rundherum, nicht nur im Netz, sondern auch in den einschl&#228;gigen Fachzeitschriften. Es verlangt Fingerspitzengef&#252;hl und Geduld, die Autoren zu gewinnen, die Texte zu &#252;berarbeiten. Und immer wieder auf neue Artikel hin anzusprechen. Und schlie&#223;lich Energie und Leidenschaft, um die Debatten anzuschieben und zu begleiten, st&#228;ndig pr&#228;sent zu sein. Daneben ist nicht viel anderes noch m&#246;glich.</p>
<p>Er agierte dabei immer auch als Knotenpunkt, als Br&#252;ckenbauer zwischen der akademischen Welt und der journalistischen Praxis, in der er selbst Learning-by-doing die ersten Erfahrungen sammelte. Indem er wissenschaftliche Aufs&#228;tze vom Papier befreite, um sie in sein Debattenforum zu &#252;berf&#252;hren, schuf er f&#252;r die Medienwissenschaft eine sehr lebendige &#214;ffentlichkeit. Er zeigte, was m&#246;glich ist, wenn man eine Fach&#246;ffentlichkeit engagiert pflegt &#8211; und gezielt Meinungen und Positionen aufeinander prallen l&#228;sst. Wie spannend die Diskussionen werden k&#246;nnen, und wie rasch sich neue, noch ungel&#246;ste Fragen ergeben.</p>
<p>Das Ende von Carta f&#252;hrte aber auch vor, dass so etwas nicht auf dem Engagement eines Einzelnen beruhen kann, sondern, wenn nicht von vielen, zumindest institutionell gest&#252;tzt werden sollte. Es ist jammerschade, dass Institutionen nicht von sich aus an Robin Meyer-Lucht herangetreten sind, um seine unabh&#228;ngige Arbeit zu unterst&#252;tzen.</p>
<p>Robin Meyer-Lucht hat gezeigt, wie viel man f&#252;r eine medien- und netzpolitisch interessierte &#214;ffentlichkeit in kurzer Zeit mit gro&#223;em Engagement, mit Energie und einer pers&#246;nlichen Utopie erreichen kann. Und er zeigte auch, welche L&#252;cken es noch gibt, wie vieles ungel&#246;st ist, und wo &#252;berall engagierte Menschen gebraucht werden, die als kompetente Br&#252;ckenbauer agieren.</p>
<p>Engagement ist nicht selbstverst&#228;ndlich, es ist immer ein Geschenk. Danke daf&#252;r!</p>
<p><em><a href="http://carta.info/40726/er-hat-einen-stein-ins-rollen-gebracht/">Gesammelte Nachrufe gibt es nat&#252;rlich bei Carta zu lesen.</a></em></p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://blog.kooptech.de/?flattrss_redirect&amp;id=4727&amp;md5=8e442a865dd6dd4adb8538945989d0c0" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blog.kooptech.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Trolldebatte aus Schweden</title>
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		<pubDate>Thu, 22 Sep 2011 12:13:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christiane Schulzki-Haddouti</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Debatte]]></category>
		<category><![CDATA[Zensur]]></category>

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		<description><![CDATA[In der SZ ist heute ein sehr interessanter Gastkommentar des schwedischen Journalisten Leo Lagercrantz zu lesen, der sich &#252;ber Jahre von einem wohl bekannten politischen Leitartikler zu einem enthusiastischen Online-Debatten-Initiierer entwickelte - und heute eine konsequente Kommentarzensur bef&#252;rwortet. Anders ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In der SZ ist heute ein sehr interessanter <a href="http://www.sueddeutsche.de/kultur/meinung-im-internet-vom-elend-der-nutzerkommentare-1.1147168">Gastkommentar des schwedischen Journalisten Leo Lagercrantz</a> zu lesen, der sich &#252;ber Jahre von einem wohl bekannten politischen Leitartikler zu einem enthusiastischen <a href="http://www.newsmill.se/">Online-Debatten-Initiierer</a> entwickelte &#8211; und heute eine konsequente Kommentarzensur bef&#252;rwortet. Anders sei n&#228;mlich frauenfeindlichen, rechtsradikalen Trollen nicht beizukommen, die ja nur mal etwas sagen d&#252;rfen wollen.</p>
<p>Lagercrantz sieht in dem &#8211; f&#252;r ihn offenkundigen &#8211; Versagen, im Netz eine gepflegte Diskussionslandschaft ohne gr&#246;&#223;ere Eingriffe in die Leserkommentare herzustellen, mit einen Grund daf&#252;r, dass rechtspopulistische Ideen zunehmend gesellschaftliche Akzeptanz erfahren. Der Oslo-Attent&#228;ter sei vermutlich der erste Troll gewesen, der zur Waffe gegriffen habe. Sein eher bitteres Fazit lautet daher:</p>
<blockquote><p>Pers&#246;nlich verst&#228;rkte das Massaker in Norwegen mein Gef&#252;hl, gescheitert zu sein. Nicht weil ich &#8220;zensierte&#8221;. Sondern weil ich es nicht fr&#252;her und entschlossener tat.</p></blockquote>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://blog.kooptech.de/?flattrss_redirect&amp;id=4721&amp;md5=eeee461244e045f20831eaf106ff31c8" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blog.kooptech.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Technopolitics</title>
		<link>http://blog.kooptech.de/2011/09/technopolitics/</link>
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		<pubDate>Wed, 21 Sep 2011 16:06:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Armin Medosch</dc:creator>
				<category><![CDATA[KoopTech empfiehlt]]></category>
		<category><![CDATA[Netzpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Tagung]]></category>

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		<description><![CDATA[In diesem Artikel wird zun&#228;chst das Projekt Technopolitics kurz vorgestellt, was als Hintergrundinformation zur bevorstehenden Veranstaltung Technopolitics@Codedcultures am 27. September in Wien dienen soll. Im zweiten Teil werden konkrete Inhalte der Veranstaltung angesprochen. Es geht darum, &#252;ber den Bildschirmrand ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In diesem Artikel wird zun&#228;chst das Projekt <em>Technopolitics</em> kurz vorgestellt, was als Hintergrundinformation zur bevorstehenden Veranstaltung <a href="http://www.codedcultures.net/post/technopolitics">Technopolitics@Codedcultures</a> am 27. September in Wien dienen soll. Im zweiten Teil werden konkrete Inhalte der Veranstaltung angesprochen. Es geht darum, &#252;ber den Bildschirmrand der Informationsgesellschaft hinauszusehen und zu verstehen, inwiefern die Informationsgesellschaft mit konkreten und materiellen Entwicklungen &#8211; wie etwa Energie- und Umweltproblematik &#8211; in Verbindung steht.</p>
<p><span id="more-4708"></span></p>
<p>Veranstaltungshinweis: <a title="http://www.thenextlayer.org/node/1370" href="http://www.thenextlayer.org/node/1370">http://www.thenextlayer.org/node/1370</a></p>
<p>Technoplitics ist ein praxisorientiertes Forschungsprojekt, das von Brian Holmes und dem Autor initiiert wurde. Es geht dabei darum, Prozesse der Autop&#228;dagogik anzusto&#223;en, die es erm&#246;glichen, einen theoretischen Rahmen und ein Vokabular zu erfinden, das komplexe Zusammenh&#228;nge der gegenw&#228;rtigen Entwicklungsprozesse greifbar macht. Mit Entwicklung meinen wir den geschichtlichen Fluss, die historischen Transformationen des menschlichen Bewusstseins, der Waren- und Geldstr&#246;me, der nat&#252;rlichen und kulturellen Ressourcen, der Energienutzung und der politischen Vorg&#228;nge, die diese Beziehungen regulieren (sollten). Als Autop&#228;dagogik werden Prozesse der selbstorganisierten Bildung verstanden, ohne Hierarchien zwischen  Vortragenden und Zuh&#246;renden und mit der Emanzipation der Beteiligten als vorrangiges Ziel.</p>
<p>Wir sehen uns heute vielfach in Zusammenh&#228;ngen, die wir als fremdbestimmt erfahren, in Prozessen, die jenseits unserer Einflussnahme zu liegen scheinen, so wie z.B. die vielzitierte Finanzkrise oder aber der technologische Wettlauf um Innovation, der Wettbewerb allgemein, die gesellschaftliche Entsolidarisierung, der Klimawandel, etc. Technopolitics versucht eine Art Do-It-Yourself Starterkit zur gesellschaftlichen Emanzipation zu produzieren, zur Selbsterm&#228;chtigung gegen&#252;ber der Fremdbestimmtheit. Mittelfristig arbeitet Technopolitics darauf hin, eine Website aufzubauen, die vielf&#228;ltige Ressourcen aufweist: eine Art Glossar oder Kategoriensystem, verbunden mit einer Online-Bibliografie und, falls verf&#252;gbar, auch gleich den Texten als PDF; dazu verschiedene visuelle Hilfsmittel, wie z.B. eine Timeline zum Thema Paradigmenwechsel und webbasierte Informationsgrafiken &#8211; selbstverst&#228;ndlich auch Diskussionsgruppen, Foren, Texte; ebenso wichtig ist die Bildung von Arbeitsgruppen, die sich In-Real-Life Treffen, um technopolitische Konzepte auszuarbeiten. Derzeit existieren eine Arbeitsgruppe in Wien und eine in Chicago.</p>
<p>Obwohl es in den populistischen Medien h&#228;ufig hei&#223;t, es werde zuviel oder &#8220;nur&#8221; geredet, ist unser Ausgangspunkt, dass zu wenig oder falsch geredet wird, denn nur selten h&#246;ren wir von den Dingen die wirklich z&#228;hlen. Als technopolitisch im abstrakten Sinn lassen sich jene Vorg&#228;nge beschreiben, bei denen es zu wechselseitigen &#220;berg&#228;ngen zwischen materiellen Bewegungen und geistigen oder sozialen Beziehungen kommt. Ein Beispiel ist das Urheberrecht. Es erscheint  v&#246;llig immateriell, ein reines gesellschaftliches Artefakt, und ist trotzdem von sehr materiellen, oder gar k&#246;rperlichen Auswirkungen, wenn es z.B. um Saatgut oder Pharmazeutika geht. Wir reden also von den neuen Technologien oder Technowissenschaften nicht nur als Produktionsfaktor sondern als soziale Beziehungen, wobei die Frage nach Recht und Unrecht nicht auf die angeblich &#8220;neutrale&#8221; Technikseite verlagert werden kann.</p>
<p>Unser Ausgangspunkt ist, dass es es Sinn macht, wenn man die gegenw&#228;rtigen Entwicklungsprozesse verstehen will, sich mit sogenannten techno-&#246;konomische Paradigmen zu besch&#228;ftigen. Neue techno-&#246;konomische Paradigmen entstehen gew&#246;hnlich im hegemonischen Zentrum des Weltsystems, in unserer &#196;ra ist (war) das die USA. Diese Paradigmen beruhen auf Clustern von technologischen Innovationen, die wiederum auf neuen Organisationsformen, neuen Arbeits- und Denkweisen fu&#223;en. Diese techno-sozialen Innovationen verschaffen der Hegemonialmacht einen wirtschaftlichen ebenso wie milit&#228;rischen Vorsprung. Die neuen Produktions- und Denkformen breiten sich radial vom Zentrum aus und werden kopiert oder imitiert, bis der Vorsprung geschrumpft ist und sich Konkurrenz erhebt. Durch den versch&#228;rften Wettbewerb erh&#246;hen sich die systemimmanenten Widerspr&#252;che, bis eine Situation entsteht, die innerhalb des existierenden techno-politischen Paradigmas nicht mehr gemeistert werden kann.</p>
<p>Ein neues Paradigma im Weltsystem kann aber nur dann entstehen, wenn eine Hegemonialmacht (oder auch ein hegemoniales System mehrerer M&#228;chte) in der Lage ist, systemrelevante Entscheidungen zu treffen. Dabei kann es sich nicht einfach um ein Diktat der m&#228;chtigsten Nationen handeln, sondern muss vern&#252;nftig erscheinen im Sinne einer &#8220;map&#8221; der &#8220;best practice&#8221;-Handlungsoptionen, die einer Mehrheit der Nationen als vern&#252;nftiger und gangbarer Weg erscheinen [frei nach Carlota Perez (2002)<a id="footnoteref1_x7zhdaq" class="see_footnote" title=" the dynamics of bubbles and golden ages. Cheltenham, UK" href="#footnote1_x7zhdaq">1</a> geklont mit Arrighi und Silver (1999)<a id="footnoteref2_3mf5mfd" class="see_footnote" title="Arrighi, Giovanni, Beverly J. Silver, and Iftikh&#196;r Ahmad. 1999. Chaos and governance in the modern world system. U of Minnesota Press.; Northampton, MA, USA" href="#footnote2_3mf5mfd">2</a>]. Sollte das nicht gelingen, entsteht eine Bifurkation, eine Krise der systemischen, hegemonialen Transformationen. Wir glauben, dass wir uns in einer solchen Krise befinden.</p>
<p>Technopolitics besch&#228;ftigt sich mit den beiden j&#252;ngsten Paradigmen, dem Fordismus und dem Informationszeitalter. Dahinter steht die Annahme, dass Paradigmen mit den sogenannten &#8220;langen Wellen&#8221; oder &#8220;Kondratiev-Zyklen&#8221; in Zusammenhang stehen, Perioden von wirtschaftlichen Auf- und Abschw&#252;ngen, die jeweils 25 Jahre, zusammen also 50 Jahre dauern. Die Periodisierung richtet sich dabei nicht nach dem Zeitpunkt der erstmaligen Einf&#252;hrung einer neuen Leittechnologie sondern ihrer breiten gesellschaftliche Wirksamkeit. D.h. dass also, obwohl Henry Fords Flie&#223;band 1913 eingeschaltet wurde, &#8220;begann&#8221; Fordismus in den USA eigentlich erst um 1938 und in Europa nach 1945.</p>
<p>Der Fordismus beruhte technologisch gesprochen auf einer Verbindung der  Massenproduktion von Konsumg&#252;tern (vor allem Autos, aber auch Haushaltsger&#228;te, etc.) mit billiger Energie (&#214;l, Atomstrom) und den modernen &#8220;Massen-Medien&#8221; wie Radio, Fernsehen, aber auch Massenillustrierte, sowie sozialen Organisationsformen wovon zu nennen w&#228;ren die international agierenden Gro&#223;įø±onzerne zun&#228;chst amerikanischen (dann auch japanisch, deutschen) Musters, und sozialpatnerschaftliche  Ausgleichsmechanismen und eine keynesianische Geld- und Wirtschaftspolitik. Dieses System geriet seit Mitte der 1970er Jahre zunehmend ins Wanken und wurde sp&#228;testens Mitte der 1990er Jahre durch die Informations- oder Netzwerkgesellschaft abgel&#246;st.</p>
<p>Anders als der Fordismus, der f&#252;r eine relativ stabile Phase des Wachstums sorgte (wobei allerdings bestimmte &#8220;Kosten&#8221; wie etwa Umweltsch&#228;den externalisiert bzw einfach nicht ber&#252;cksichtigt wurden und die Subalternit&#228;t gro&#223;er Teile der Menschheit kaum in Frage gestellt wurde) erwies sich das Informationszeitalter von Anfang an als nicht stabil. <strong>Der Aufstieg des Informationszeitalters war eng verbunden mit dem Aufstieg des Neoliberalismus und der Finanzm&#228;rkte. D.h. w&#228;hrend Computer, das Internet und Mobiltelefonie als die neuen Leittechnologien auch ein bestimmtes soziales und emanzipatorisches Potenzial versprachen, gekoppelt an neues Konsum- und Freizeitverhalten, kam es in den 1990er Jahren zum Durchbruch der neoliberalen Ideologien. </strong>Die Beseitigung gro&#223;er Teile des fordistischen Sozialstaates, die in den USA und Gro&#223;britannien bereits in den 1980er Jahren erfolgte, begann ernsthaft in Europa erst in den 1990er Jahren und h&#228;ufig unter Mitte-Links-Regierungen.</p>
<p>Unser Ausgangspunkt ist, dass wir uns nach wie vor im Informationszeitalter befinden, dessen Widerspr&#252;che und Dynamiken aber besser verstehen m&#252;ssen, um es &#252;berwinden zu k&#246;nnen. D<strong>abei geht es insbesondere darum, die Mythen des Informationszeitalters zu dekonstruieren und deren ideologischen, neoliberalen Gehalt sichtbar zu machen. Auf der anderen Seite wird das Informationszeitalter nicht rein negativ verstanden. Unter der neoliberalen Oberfl&#228;che existieren tats&#228;chlich emanzipatorische Ans&#228;tze, die allerdings permanent an ihrer Entfaltung behindert werden. Um ein Beispiel zu geben, die Praktiken der Freien Software, aber auch in einem erweiterten Zusammenhang das Informations-Commons, also die informationellen Gemeing&#252;ter, wozu Wissen aber auch Kultur und Bildung z&#228;hlen, b&#246;ten einen Ansatz zur &#220;berwindung der allgemeinen Krisensituation. </strong>Um aber nicht gleich aus der Dekonstruktion eines alten Mythos einen neuen zu machen, muss hinzugef&#252;gt werden, dass dieses &#8220;Commons&#8221; nicht zum Fetisch werden darf, zu einem mit Aberglauben behafteten Ding. <strong>Das Commons darf nicht als verdinglichtes Etwas gesehen werden sondern als in jedem Moment neu erzeugt durch die Arbeit von Menschen mit ihren Laptops und Wifi-Knoten, die Energie und Nahrung brauchen, Platz zum Wohnen und Luft zum Atmen.</strong></p>
<p>Einer der best&#228;ndigsten Mythen des Informationszeitalters war jener  von der Immaterialit&#228;t der Information. Durch die neuen Medien, Computer und Netze w&#252;rden R&#228;ume verschwinden, zusammenklappen und sich als virtuelle Informationsr&#228;ume neu entfalten. Die wichtigste Aufgabe w&#228;re dann die Gestaltung des Interface, das unmittelbaren Zugang ohne Zeitverz&#246;gerung zu sozialen Interaktionen oder Konsum- und Freizeitvergn&#252;gen liefert. <strong>Dass aber hinter jedem Smartphone eine Produktionskette steckt, wobei das Coltan aus B&#252;rgerkriegszonen in Afrika kommt, die seltenen Erden aus China und die billige propriet&#228;re Software aus dem Programmierer-Sweatshop in Bangalore, solche Zusammenh&#228;nge erfahren erst in j&#252;ngerer Vergangenheit mehr Aufmerksamkeit.</strong></p>
<p>Der Technopolitics-Abend im Rahmen von Coded Cultures am 27. September in der Urania ab 19.00 Uhr besch&#228;ftigt sich vorrangig mit Themen, die jenseits der screenbasierten Interfaces liegen. In einem ersten Teil werden durch aufgenommene Statements und Life-Vortr&#228;ge einige Schl&#252;sselzonen des neoliberalen Informationskapitalismus unter die Lupe genommen.</p>
<ul>
<li>Der amerikanische Kulturkritiker und Aktivist <a href="http://brianholmes.wordpress.com/">Brian Holmes</a> betreibt schon seit einigen Jahren das Projekt<em> Continental Drift</em>. Ausgangspunkt ist, dass es Sinn macht, neuralgische Punkte des informationellen Kapitalismus vor Ort aufzusuchen. Die letzte<em> Continental Drift </em>f&#252;hrte Holmes und Freunde in die argentinische Pampa. Dort werden gerade die traditionellen Rinderbarone von einer neuen Sorte &#8220;Landwirt&#8221; abgel&#246;st: Hedge-Fonds von den Finanzm&#228;rkten, die in gigantischem Ausma&#223; mit Boden und landwirtschaftlichen Produkten wie gentechnisch ver&#228;ndertem Soya spekulieren. Brian&#8217;s Vortrag wird als aufgezeichnete Slideshow &#252;bermittelt.</li>
<li>Der in Z&#252;rich lehrende Commons-Theoretiker <a href="http://felix.openflows.com/html/left.html">Felix Stalder</a> erkl&#228;rt in einem kurzem, aufgezichnetem Statement, was am informationsgest&#252;tztem Neoliberalsmus falsch ist und warum das Commons einen m&#246;glichen Ausweg zur &#220;berwindung der &#8220;Zombie-Ideologien&#8221; bietet.</li>
<li><a href="http://www.krisis.org/navi/christian-lauk">Christian Lauk</a>, der am Institut f&#252;r Sozial&#246;kologie in Wien forscht, besch&#228;ftigt sich mit Energieregimen in Zusammenhang mit Gesellschaftsformen. Seine These, sehr verknappt gesprochen lautet, dass wir dem Ende des Zeitalters der fossilen Energien in die Augen sehen m&#252;ssen, die L&#246;sung der Energiekrise aber auch auf neuen, freiwilligen Vergesellschaftsformen beruhen muss, um nicht autorit&#228;re Z&#252;ge zu erhalten.</li>
<li>Der Londoner Romanautor und kapitalismuskritische Essayist <a href="http://www.codedcultures.net/post/john-barker">John Barker</a> berichtet von den j&#252;ngsten Entwicklungen in der Textil- und Modeindsutrie. Im Zentrum stehen dabei Praktiken rund um global betriebenes &#8220;Sourcing&#8221; ebenso wie die raschen Wechsel des Diktats der Mode in den Metropolen und was beides mit Informationstechnologien zu tun hat.</li>
</ul>
<p>Gerahmt werden diese Beitr&#228;ge durch eine Einf&#252;hrung und Moderation des Autors sowie durch audiovisuelle Kurzbeitr&#228;ge von <a href="http://www.manuluksch.com/">Manu Luksch</a>, <a href="http://www.transmediale.de/de/matsuko-yokokoji-de">Matsuko Yokokoji </a>and <a href="http://www.medienkunstnetz.de/kuenstler/graham-harwood/biografie/">Graham Harwood</a>, Deptford TV / <a href="http://errrrrrrrror.bitnik.org/">Mediengruppe Bitnik </a>und<a href="http://www.lucasbambozzi.net/"> Lucas Bambozzi</a>. Diese K&#252;nstlerInnen stehen exemplarisch f&#252;r kritische Praktiken mit neuen Medien, die auf humorvolle und poetische Weise zum &#8220;kreativen Widerstand&#8221; anregen. Mit ihren Projekten nutzen sie in Jiu-Jitsu-Taktik die Energie des Gegners, um diesen flach auf den Bauch fallen zu lassen.</p>
<p>In einem zweiten Teil diskutieren Konrad Becker, <a href="http://www.codedcultures.net/post/beate-firlinger">Beate Firlinger</a>, <a href="http://www.codedcultures.net/post/christian-lauk">Christian Lauk</a>, <a href="http://www.codedcultures.net/post/alexander-nikolic">Alex Nikolic</a> undĀ <a href="http://www.codedcultures.net/post/axel-stockburger">Axel Stockburger</a> gemeinsam mit dem Publikum, wie der neoliberale Informationskapitalismus &#252;berwunden werden kann.</p>
<blockquote><p>Technopolitics@codedcultures: Break On Through!</p>
<p>Tuesday, 27th of September, Urania, Mittlerer Saal, 19:00 &#8211; 23:00 CET</p>
<p>http://codedcultures.org/post/technopolitics</p>
<p>Ank&#252;ndigung in englischer Sprache: <a title="http://www.thenextlayer.org/node/1370" href="http://www.thenextlayer.org/node/1370">http://www.thenextlayer.org/node/1370</a></p>
<p>Ank&#252;ndigung auf Facebook: <a title="http://www.facebook.com/event.php?eid=203225323077019" href="http://www.facebook.com/event.php?eid=203225323077019">http://www.facebook.com/event.php?eid=203225323077019</a></p></blockquote>
<p><span style="font-family: Georgia, 'Bitstream Charter', serif; font-size: 16px; line-height: 24px;"><a id="footnote1_x7zhdaq" class="footnote" href="#footnoteref1_x7zhdaq">1.</a> Perez, Carlota. 2002. Technological revolutions and financial capitalāÆ: the dynamics of bubbles and golden ages. Cheltenham, UK</span><br />
<span style="font-family: Georgia, 'Bitstream Charter', serif; font-size: 16px; line-height: 24px;"><a id="footnote2_3mf5mfd" class="footnote" href="#footnoteref2_3mf5mfd">2.</a> Arrighi, Giovanni, Beverly J. Silver, and Iftikhar Ahmad. 1999. Chaos and governance in the modern world system. U of Minnesota Press.; Northampton, MA, USA</span></p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://blog.kooptech.de/?flattrss_redirect&amp;id=4708&amp;md5=afaf7a6ac540d02ec3ebcfac526bddf4" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blog.kooptech.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Facebook macht kindisch</title>
		<link>http://blog.kooptech.de/2011/09/facebook-macht-kindisch/</link>
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		<pubDate>Mon, 12 Sep 2011 07:22:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Gisiger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook]]></category>

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		<description><![CDATA[In der Psychologie bezeichnet "Projektion" einen Abwehrmechanismus, bei dem eigene innere Konflikte auf andere Menschen oder Objekte &#252;bertragen werden. Dass gerade Facebook als prominenteste, weil am h&#228;ufigsten genutzte Social Media Plattform ein passendes Objekt f&#252;r solche Projektionen darstellt, kann ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="imgLeft_nb alignleft" src="http://www.wortgefecht.net/img/fb_like.jpg" alt="Facebook Like" width="150" height="129" />In der Psychologie bezeichnet <a title="Projektion - Wikipedia DE" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Projektion_(Psychoanalyse)">&#8220;Projektion&#8221; einen Abwehrmechanismus</a>, bei dem eigene innere Konflikte auf andere Menschen oder Objekte &#252;bertragen werden. Dass gerade Facebook als prominenteste, weil am h&#228;ufigsten genutzte Social Media Plattform ein passendes Objekt f&#252;r solche Projektionen darstellt, kann nicht erstaunen: jugendliche Facebook-Nutzer konsumieren &#246;fter Drogen, Eltern vergessen auf Facebook ihre Vorbildfunktion, Facebook macht uns zu Kindern, &#8220;schluss machen&#8221; via Facebook ist in Mode. Ein Kuriosit&#228;tenkabinett.</p>
<h4><strong>Facebook und Drogenkonsum</strong></h4>
<p>Eine Studie an der US-amerikanischen Columbia-University <a title="USA Today: Teen drinking, smoking higher among Facebook users" href="http://yourlife.usatoday.com/parenting-family/teen-ya/story/2011-08-26/Teen-drinking-smoking-higher-among-Facebook-users/50147832/1">besagt, dass Teenager, die soziale Netzwerke nutzen, h&#228;ufiger trinken, rauchen und illegale Substanzen konsumieren</a> als ihre Online-abstinenten Altersgenossen. Angeblich rauchen jugendliche Facebook-Nutzer f&#252;nf Mal h&#228;ufiger, trinken drei Mal h&#228;ufiger Alkohol und kiffen doppelt so oft wie internet-abstinente Jugendliche. Als Grund daf&#252;r f&#252;hrt die Studie an, dass Jugendliche auf Facebook und Co. deutlich h&#228;ufiger Fotos von betrunkenen oder anderweitig beeintr&#228;chtigten Altersgenossen sehen.</p>
<p>Kritiker werfen der Studie u.a. vor, dass die Autoren andere Faktoren nicht ber&#252;cksichtigt haben. Es liege der Verdacht nahe, dass es einen versteckten Faktor gibt, der zu der Korrelation zwischen Drogenkonsum und Social-Media-Verwendung f&#252;hrt.</p>
<h4><strong>Eltern werden bei Facebook wieder zu Teenagern</strong></h4>
<p>Laut der University of Guelph in Kanada <a title="PhysOrg: Just like teens, parents get personal on Facebook" href="http://www.physorg.com/news/2011-07-teens-parents-personal-facebook.html">h&#228;ngen Eltern bei Facebook ihr Verantwortungsbewusstsein und ihre Rolle als Vorbilder gerne an den Nagel</a>. Im Social Web verhalten sie sich vielmehr wie ihre eigenen Kinder. Ihr Online-Verhalten unterscheidet sich dabei kaum von dem des eigenen Nachwuchses und unterliegt den Erkenntnissen nach den gleichen psychologischen Faktoren. Auf Facebook teilen sie nicht nur pers&#246;nliche Informationen genauso freiz&#252;gig wie ihre Nachkommen, sondern auch die m&#246;glichen Konsequenzen dieses Tuns ist ihnen sogar weniger bewusst als j&#252;ngeren Usern.</p>
<h4><strong>Facebook macht kindisch</strong></h4>
<p>In die selbe Kerbe haut auch Susan Greenfield, Hirnforscherin der Oxford University. <a title="The Guardian: Facebook and Bebo risk 'infantilising' the human mind" href="http://www.guardian.co.uk/uk/2009/feb/24/social-networking-site-changing-childrens-brains">Facebook habe eine Generation von Selbst-Besessenen geschaffen</a>, die nur zu kurzen Momenten der Aufmerksamkeit f&#228;hig sind und wie Kleinkinder st&#228;ndig R&#252;ckmeldung einfordern. Statusmeldungen &#252;ber die eigenen Fr&#252;hst&#252;cksgewohnheiten etc. erinnern laut Greenfield stark an ein kleines Kind, das von der Mutter die R&#252;ckversicherung verlangt: &#8220;Schau Mama, was ich gerade mache!&#8221; Grundlage dieser Infantilisierung seien existenzielle Probleme der Nutzer, ist Greenfield &#252;berzeugt.</p>
<p>Bedenklich sei die Situation deshalb, da das auf Klicks und Kontakte ausgerichtete Leben ebenso wie exzessives Computerspielen das Gehirn neu &#8220;verkabeln&#8221;. Speziell Jugendliche h&#228;tten immer h&#228;ufiger ein Problem damit, beim Gespr&#228;ch den Blickkontakt zu halten oder die Stimme und K&#246;rpersprache des Gegen&#252;bers richtig zu deuten. Die langen Online-Zeiten f&#246;rderten &#8211; Autisten gleich &#8211; einen R&#252;ckgang der Empathief&#228;higkeit.</p>
<h4><strong>&#8220;Schluss machen&#8221; via Facebook in Mode</strong></h4>
<p>Die Boston Public Health Commission sah sich j&#252;ngst gar <a title="NYT: Teaching Kids How to Break Up Nicely" href="http://www.nytimes.com/2011/08/07/magazine/teaching-kids-how-to-break-up-nicely.html">gen&#246;tigt, eine Diskussionrunde mit High-School-Sch&#252;lern dar&#252;ber zu organisieren</a>, wie man am besten eine Beziehung auf Facebook beendet und wie man das anstellt, ohne weiterhin st&#228;ndig die Fotos des Ex-Partners sehen zu m&#252;ssen.</p>
<p>Sch&#246;n, dass wir keine gr&#246;sseren Probleme zu l&#246;sen haben &#8230;</p>
<p><em><a href="http://www.wortgefecht.net/social-media/das-facebook-kuriositaetenkabinett/">Crosspost</a></em></p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://blog.kooptech.de/?flattrss_redirect&amp;id=4699&amp;md5=36d9dbba36085b300a09f6d73c45f334" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blog.kooptech.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Datenjournalismus: Entwicklung der Leichtathletik-Rekorde</title>
		<link>http://blog.kooptech.de/2011/09/datenjournalismus-entwicklung-der-leichtathletik-rekorde/</link>
		<comments>http://blog.kooptech.de/2011/09/datenjournalismus-entwicklung-der-leichtathletik-rekorde/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 06 Sep 2011 10:59:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Drepper</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Datenjournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>

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		<description><![CDATA[

Sogar Usain Bolts j&#252;ngster Rekord ist schon drin: Mehr als 2000 Weltrekorde hat der Finne Jens Finn&#228;s ā super Name f&#252;r einen Finnen ā f&#252;r sein Projekt verarbeitet und ich finde, es hat sich gelohnt. Finn&#228;s hat alle Leichtathletik-Weltrekorde ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg02.met.vgwort.de/na/46e72fef77c047da9c4efc1005f4eac5" alt="" width="1" height="1" /><br />
<iframe src="http://www.youtube.com/embed/rQfZMwdOVkM" frameborder="0" width="450" height="275"></iframe><br />
Sogar Usain Bolts j&#252;ngster Rekord ist schon drin: Mehr als 2000 Weltrekorde hat der Finne Jens Finn&#228;s ā super Name f&#252;r einen Finnen ā f&#252;r sein Projekt verarbeitet und ich finde, es hat sich gelohnt. Finn&#228;s hat alle Leichtathletik-Weltrekorde fast aller Disziplinen handlich visualisiert.</p>
<div id="attachment_1652" class="wp-caption alignright" style="width: 460px;">
<p><a href="http://www.danieldrepper.de/wp-content/uploads/2011/09/Screenshot-Weltrekorde-Datenjournalismus.jpg"><img class="size-full wp-image-1652" title="Die Weltrekord-Entwicklung im Vergleich. Hier: 100 Meter und 10000 Meter der M&#228;nner. / screenshot von jensfinnas.com/dataist/wr_progression/" src="http://www.danieldrepper.de/wp-content/uploads/2011/09/Screenshot-Weltrekorde-Datenjournalismus.jpg" alt="Die Weltrekord-Entwicklung im Vergleich. Hier: 100 Meter und 10000 Meter der M&#228;nner. / screenshot von jensfinnas.com/dataist/wr_progression/" width="450" height="230" /></a></p>
<p class="wp-caption-text">Die Weltrekord-Entwicklung im Vergleich. Hier: 100 Meter und 10000 Meter der M&#228;nner. / screenshot von jensfinnas.com/dataist/wr_progression/</p>
</div>
<p>Mit Ausnahme von Marathon und Gehen hat Finn&#228;s <a title="Die Visualisierung von Jens Finn&#228;s" href="http://jensfinnas.com/dataist/wr_progression/" target="_blank">in seiner Anwendung</a> alle Weltrekorde aufgenommen <em>(auf meine Nachfrage hin will Finn&#228;s die beiden vielleicht noch aufnehmen)</em>. Das veranschaulicht die Entwicklung der Weltrekorde sehr gut, man kann Disziplinen vergleichen oder die Ver&#228;nderungen bei Frauen und M&#228;nnern.</p>
<p>In seinem Blog erkl&#228;rt Finn&#228;s, <a title="Lebenslauf von Finn&#228;s - allerdings auf finnisch" href="http://jensfinnas.com/?page_id=61" target="_blank">27 Jahre und aus Helsinki</a>, wie er die Daten verarbeitet hat. Finn&#228;s kopierte die Daten aus dem 2009 zur WM in Berlin erschinenen Statistik-Handbuch der IAAF (hier als pdf) und versuchte sie bei Excel in Form zu bringen. Alle seit 2009 neu erzielten Weltrekorde trug Finn&#228;s nach, auch die Jamaikaner am vergangenen Sonntag.</p>
<p>Finn&#228;s erkl&#228;rt auch, mit welchen Programmen er die Daten visualisiert. F&#252;r mich als Datenjournalismus-Anf&#228;nger ist das Fachchinesisch, <a title="Finn&#228;s erkl&#228;rt sein Vorgehen im Blog" href="http://dataist.wordpress.com/2011/09/05/interactive-athletics-world-record-progression/#comment-103" target="_blank">aber es h&#246;rt sich an</a>, als k&#246;nne man sich vergleichsweise schnell einfinden.</p>
<p>Datenjournalismus an sich ist super. Auch wenn Finn&#228;s Vergleich erstmal nur eine Spielerei mit Weltrekorden ist, es lassen sich auch viele andere gute Sachen machen. Wer mehr wissen will, ist bei <a title="Blog von Datenjournalist Lorenz  Matzat" href="http://www.datenjournalist.de/" target="_blank">Lorenz Matzat</a> oder <a title="Blog zu Open Data von Christiane Schulzki-Haddouti" href="http://blog.kooptech.de/" target="_blank">Christiane Schulzki-Haddouti</a> gut aufgehoben.</p>
<p>Der Sport ist f&#252;r Datanerds eine tolle Spielwiese. Im Gegensatz zu brisanten Daten bei harten Recherchen sind Zahlen und Fakten im Sport sehr leicht zug&#228;nglich. Die New York Times hat das 2008 <a title="Webseite der Weltrekordvergleiche der New York Times" href="http://www.nytimes.com/interactive/2008/08/16/sports/olympics/20080816_world_records.html" target="_blank">mit einem Vergleich der Rekordentwicklung</a> schon einmal vorgemacht. Dort sind nicht nur einige Leichtathletik-Rekorde, sondern auch ausgew&#228;hlte Disziplinen im Schwimmen, Radsport, Schie&#223;en und Gewichtheben aufgearbeitet. <em>(Den Link dazu habe ich bei Finn&#228;s gefunden)</em></p>
<p><strong>Und was ist mit Doping? </strong></p>
<p>Achja: āDie Frage ist, ob man daraus Doping lesen kannā ā Das war die erste Frage, die ich bei Facebook als Reaktion auf den Link zu Finn&#228;sā Visualisierung bekam. Und auch bei Finn&#228;s fragt ein Leser, ob die Anzahl der Doping-Tests mit der Entwicklung korreliert. Die Daten laden zu Spekulationen ein. Einige wissenschaftliche Anhaltspunkte bietet das Buch āDoping im Spitzensportā von Andreas Singler und Gerhard Treutlein aus dem Jahr 2000, dass es <a title="Das Buch bei Google Books" href="http://books.google.de/books?id=PNY6d5YEv7MC&amp;pg=PA316&amp;lpg=PA316&amp;dq=%22doping+im+Spitzensport%22+singler+treutlein&amp;source=bl&amp;ots=eX5ijDRNwX&amp;sig=F4TywPLRn7z9NMsCuVJNTJMF320&amp;hl=de&amp;ei=ac1lTub9AuTi4QS2gsGjCg&amp;sa=X&amp;oi=book_result&amp;ct=result&amp;resnum=1&amp;ved=0CBkQ6AEwAA#v=onepage&amp;q&amp;f=false" target="_blank">kostenlos bei Google Books</a> zu lesen gibt.</p>
<p>Singler und Treutlein befassen sich in ihrem Buch unter anderem mit dem Einfluss von Doping auf die Leistungsentwicklung. Sie schreiben, dass āDoping und Dopingkontrollen zwar nicht die einzigen, aber sp&#228;testens seit den 60er Jahren wesentlichen Ursachen von Leistungsentwicklungen warenā. Einige Punkte:</p>
<ul>
<li>die st&#228;rkste Leistungsentwicklung in der Leichtathletik war in den fr&#252;hen Siebziger Jahren. āSie fiel bei den Frauen st&#228;rker aus als bei den M&#228;nnern, weshalb eine Beschleunigung durch Anabolikadoping anzunehmen istā (Seite 52)</li>
<li>besonders auff&#228;llig ist laut Singler/Treutlein, wenn in einer ganzen Disziplingruppe wie den W&#252;rfen eine gleichzeitige Entwicklung einsetzt. In den USA habe dies Ender 1950er Jahre stattgefunden, was etwa mit der Einf&#252;hrung des fast ausschlie&#223;lich verwendeten Anabolikums Dianabol zusammenf&#228;llt (Seite 85/90)</li>
<li>āIn verschiedenen Disziplinen (ā¦) sind viele Leistungsentwicklungen im betrachteten Zeitraum (ca. 1960-1990) atypisch (ā¦). Leistungsaufschw&#252;nge k&#246;nnen zumindest zum Teil auch auf Doping, Leistungseinbr&#252;che wie nach 1989/1990 auf die Effektivierung der Dopingbek&#228;mpfung zur&#252;ckgef&#252;hrt werden.ā (Seite 80)</li>
<li>die Leistungseinbr&#252;che um 1990 wurden in Jahren danach laut Singler/Treutlein wieder nach oben korrigiert, was f&#252;r die verst&#228;rkte Verwendung von Epo und Wachstumshormonen spreche. Ein Beispiel ist der Ausdauersport: Die Entwicklung der Langstreckenweltrekorde war nach der Verbreitung von Eop in den 1990er Jahren besonders krass. (u.a. Seite 30)</li>
</ul>
<blockquote><p><strong>Das Fazit von Singler/Treutlein:</strong> āLeistungsentwicklungen k&#246;nnen, wie gezeigt wurde, erste Aufschl&#252;sse vermitteln, die auf Doping (ā¦) hinweisen. (ā¦) F&#252;r den DDR-Leistungssport kann der Zusammenhang zwischen Doping und Leistungsentwicklung recht deutlich nachgewiesen werden. F&#252;r andere L&#228;nder ist der Zusammenhang weniger deutlich, zumal auch entsprechende Dokumente fehlen. (ā¦) Sowohl &#252;berragende Einzelleistungen als auch gro&#223;e Leistungsverbesserungen auf breiter Ebene sind meist eindeutig durch solche Formen der Manipulation erkl&#228;rbar. (ā¦) Bestimmte Leistungsentwicklungen auf Doping zur&#252;ckzuf&#252;hren, bleibt jedoch weiterhin problematisch, und dies umso mehr, je individueller solche Zuw&#228;chse zu Stande gekommen sind.ā</p></blockquote>
<p>Das Buch von Singler/Treutlein kann ich nur empfehlen, dort finden sich zahlreiche spannende Infos und Interpretationen zu Doping im Spitzensport.</p>
<p><em>Aufmerksam geworden bin ich auf die Seite von Finn&#228;s &#252;brigens durch den <a title="Link zum Twitter-Account von zeitonlinesport" href="http://twitter.com/#!/zeitonlinesport" target="_blank">Twitter-Account der Sportredaktion von Zeit-Online</a>.</em></p>
<p><em><a href="http://www.danieldrepper.de/entwicklung-leichtathletik-weltrekorde-datenjournalismus/">Crosspost</a></em></p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://blog.kooptech.de/?flattrss_redirect&amp;id=4682&amp;md5=9d22cefb130d95d4a940154f79d05d18" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blog.kooptech.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Wohin meine Flattr-Einnahmen flossen &#8230;</title>
		<link>http://blog.kooptech.de/2011/09/wohin-meine-flattr-einnahmen-flossen/</link>
		<comments>http://blog.kooptech.de/2011/09/wohin-meine-flattr-einnahmen-flossen/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 02 Sep 2011 18:23:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christiane Schulzki-Haddouti</dc:creator>
				<category><![CDATA[KoopTech empfiehlt]]></category>
		<category><![CDATA[Flattr]]></category>
		<category><![CDATA[KoopTech]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich habe in dieser Woche erstmals nach rund einem Jahr mein Flattr-Konto ger&#228;umt - 120 Euro konnte ich abheben. Und habe dabei tats&#228;chlich eine Einzelspende &#252;ber 20 Euro entdeckt. Vielen Dank an den anonymen Spender - und die vielen ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe in dieser Woche erstmals nach rund einem Jahr mein Flattr-Konto ger&#228;umt &#8211; 120 Euro konnte ich abheben. Und habe dabei tats&#228;chlich eine Einzelspende &#252;ber 20 Euro entdeckt. Vielen Dank an den anonymen Spender &#8211; und die vielen kleinen Anerkennungsklicks!Ā Die Einnahmen decken auf jeden Fall meine j&#228;hrlichen Serverkosten. Ich konnte mir aber auch noch weitere Dinge leisten: Neben ein paar Schachteln Whittard-Tee einige antiquarische B&#252;cher von Morus.</p>
<p>Morus ist <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Richard_Lewinsohn">Richard Lewinsohn</a>, ein Autor, der von den 20er Jahren bis in die 60er Jahre auf drei Kontinenten erfolgreich publizistisch aktiv war. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hersch_Fischler">Hersch Fischler</a> hat mich an ihn erinnert &#8211; und besorgt habe ich mir nun <em>Die Umschichtung der europ&#228;ischen Verm&#246;gen</em>, Berlin 1925,Ā <em>Sinn und Unsinn der B&#246;rse</em>, Berlin 1933 (laut Fischler bis heute die beste B&#246;rsen-Analyse) und eines seiner sp&#228;ten polyglotten Werke, n&#228;mlichĀ <em>Die Enth&#252;llung der Zukunft</em>, Hamburg 1958 (k&#246;nnte in Hinblick auf diverse Preemptive Policing-Techniken interessant sein, die zurzeit erprobt werden).</p>
<p>Lewinsohn war zun&#228;chst Wirtschaftsjournalist und galt als derart gut, dass seine Artikel auch in amerikanischen Zeitungen gedruckt wurden. Als Emigrant schrieb er sp&#228;ter auch f&#252;r franz&#246;sische und brasilianische Zeitungen &#8211; wobei er in Brasilien zum Regierungsberater aufstieg. Mir f&#228;llt im Moment kein deutschsprachiger Journalist ein, der in der heutigen Zeit in diesem Ma&#223;e auf beiden Seiten des Atlantiks brillieren k&#246;nnte. In n&#228;chster Zeit werden wir hier Lewinsohn jedenfalls etwas n&#228;her vorstellen.</p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://blog.kooptech.de/?flattrss_redirect&amp;id=4667&amp;md5=9062d9e26b2882298ac13f0229261875" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blog.kooptech.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Analysetool f&#252;r Media Bias</title>
		<link>http://blog.kooptech.de/2011/09/analysetool-fur-media-bias/</link>
		<comments>http://blog.kooptech.de/2011/09/analysetool-fur-media-bias/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 01 Sep 2011 06:28:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Gisiger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[VernachlĆ¤ssigung]]></category>
		<category><![CDATA[Werkzeug]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein grosser Anteil an der Kritik, die am Online-Journalismus ge&#252;bt wird, bezieht sich auf die - wieĀ diese Studie hier zum Beispiel belegt - wenig ausgewogene Berichterstattung, den sog.Ā Ā Media Bias. Gerade News-Aggregatoren wie das viel gescholtene Google News k&#246;nnten aber ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein grosser Anteil an der Kritik, die am Online-Journalismus ge&#252;bt wird, bezieht sich auf die &#8211; wieĀ <a title="Non-Profit-Journalismus ist mehrheitlich Meinungsjournalismus" href="http://www.wortgefecht.net/journalismus/non-profit-journalismus-ist-mehrheitlich-meinungsjournalismus/">diese Studie hier zum Beispiel belegt</a> &#8211; wenig ausgewogene Berichterstattung, den sog.Ā Ā <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Media%20bias">Media Bias</a>. Gerade News-Aggregatoren wie das viel gescholtene Google News k&#246;nnten aber mit technischen Mitteln f&#252;r mehr Ausgewogenheit bei der Darstellung von journalistischen Online-Inhalten sorgen. Wie man im modernen Medien-Wirrwarr von verschiedenen Positionen, Parteien oder Interessensgruppen mehr Klarheit schaffen k&#246;nnte, daran arbeiten Wissenschafter des Korea Advanced Institute of Science and Technology (<a title="KAIST" href="http://www.kaist.edu/edu.html">KAIST</a>).</p>
<p>Mit Hilfe eines Analyse-Tools werden Zeitungsartikel automatisch auf die zentralen darin vorkommenden Personen, Organisationen und Standpunkte durchleuchtet. Mit der Analyse sollen sogar die komplexen Beziehungen der Protagonisten durchleuchtet werden.</p>
<h4>Ganzheitliches Verst&#228;ndnis von Nachrichtenthemen</h4>
<p>Die Software durchforstet beliebige Zeitungsartikel zun&#228;chst nach etwaigen direkten und indirekten Zitate. Werden entsprechende Textpassagen gefunden, werden sowohl der daf&#252;r verantwortliche Zitatgeber als auch andere eventuell angesprochene Personen bzw. Parteien identifiziert. Gleichzeitig wird auch &#252;berpr&#252;ft, ob die getroffenen Aussagen positive oder negative Formulierungen verwenden. Die gewonnen Erkenntnisse dienen dann dazu, sowohl die zwei Hauptprotagonisten zu ermitteln, die im Artikel zu Wort kommen, als auch deren Beziehung zueinander zu entschl&#252;sseln.</p>
<p>Der Ansatz erinnert etwas an den PageRank von Google &#8211; wobei hier allerdings nicht Webseiten aufgrund von ein- und ausgehenden Links, sondern aufgrund der vielschichtigen Beziehungen einzelner Akteure geordnet werden.</p>
<p>Die Software hat erste Tests mit koreanischen Artikeln erfolgreich bestanden,Ā <a title="New Scientist: Article analyser tells you what newspapers really think" href="http://www.newscientist.com/article/dn20622-article-analyser-tells-you-what-newspapers-really-think.html">wie derĀ <em>New Scientist</em> berichtete</a>. Sie wurde mit insgesamt 250 Nachrichtenartikeln gef&#252;ttert, die 14 verschiedene Themen behandeln, wobei offenbar in 70 Prozent der F&#228;lle die beiden Hauptakteure der Kontroversen identifiziert werden konnten. Als Beispiel nennt hier derĀ <em>New Scientist</em> denĀ <a title="BBC: How South Korean ship was sunk" href="http://www.bbc.co.uk/news/10130909">Zwischenfall von 2010</a>, als das s&#252;dkoreanische Kriegsschiff Cheonan versenkt wurde. In der Analyse wurden die beiden Staaten Nord- und S&#252;dkorea korrekt als Hauptakteure identifiziert.</p>
<p><em><a href="http://www.wortgefecht.net/journalismus/mit-technik-gegen-den-media-bias">Crosspost</a></em></p>
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		<title>Z&#228;hlpixel melden</title>
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		<pubDate>Wed, 31 Aug 2011 11:48:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christiane Schulzki-Haddouti</dc:creator>
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		<category><![CDATA[VG Wort]]></category>

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			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute in meinem Kalender: Letzter Termin, um bei der VG Wort Z&#228;hlpixel zu melden. Weitersagen.</p>
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		<title>Tracking-Karte f&#252;r Hurrikan Irene</title>
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		<pubDate>Mon, 29 Aug 2011 12:07:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christiane Schulzki-Haddouti</dc:creator>
				<category><![CDATA[KoopTech empfiehlt]]></category>
		<category><![CDATA[Datenjournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Infografik]]></category>
		<category><![CDATA[Wetter]]></category>

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		<description><![CDATA[
Die New York Times verfolgt Hurrikan Irene mit Echtzeitdaten.
via]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.nytimes.com/projects/hurricanes/index.html/"><img src="http://blog.kooptech.de/wp-content/uploads/2011/08/Hurricane-Irene-NYT.png" alt="" title="Hurricane-Irene-NYT" width="650" height="556" class="alignleft size-full wp-image-4626" /></a><br />
Die New York Times verfolgt Hurrikan Irene mit Echtzeitdaten.<br />
<a href="http://www.scoop.it/t/journalisme-graphique">via</a></p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://blog.kooptech.de/?flattrss_redirect&amp;id=4625&amp;md5=727d4d17ed15b80d804a4a4fd74bacff" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blog.kooptech.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Killing Roads &#8211; Verkehrsmeldungen mal anders</title>
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		<pubDate>Fri, 26 Aug 2011 23:32:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jule Roesch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Zivilgesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Datenjournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Open Data]]></category>

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		<description><![CDATA[T&#246;dliche Routine

Norwegens Stra&#223;en sind t&#252;ckisch. Auf den ersten Blick erscheinen sie harmlos, so malerisch, wie sie sich zwischen Fjorden und Bergen hindurchschl&#228;ngeln. Das t&#228;uscht. Viele Autofahrer untersch&#228;tzen den kurvigen Stra&#223;enverlauf, fahren zu schnell oder verlieren die Konzentration, wenn ihnen ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>T&#246;dliche Routine</strong></p>
<p>Norwegens Stra&#223;en sind t&#252;ckisch. Auf den ersten Blick erscheinen sie harmlos, so malerisch, wie sie sich zwischen Fjorden und Bergen hindurchschl&#228;ngeln. Das t&#228;uscht. Viele Autofahrer untersch&#228;tzen den kurvigen Stra&#223;enverlauf, fahren zu schnell oder verlieren die Konzentration, wenn ihnen kilometerlang kein Verkehr entgegenkommt. Meldungen &#252;ber Unf&#228;lle, bei denen Menschen schwer verletzt oder gar get&#246;tet wurden, sind an der Tagesordnung.</p>
<p>Auch die norwegische Tageszeitung āBergens Tidendeā, die vor allem in Norwegens zweitgr&#246;&#223;ter Stadt Bergen gelesen wird, ver&#246;ffentlichte t&#228;glich diese Hiobsbotschaften. Die Auflage betr&#228;gt 83.086 St&#252;ck, die Klickzahlen waren m&#228;&#223;ig. F&#252;r viele Leser geh&#246;rten die Unfallmeldungen zum Fr&#252;hst&#252;ck. Man dachte nicht weiter dar&#252;ber nach.</p>
<p><strong>Lokaljournalismus auf neuem Level</strong></p>
<p>Das brachte die Berger Journalisten auf eine Idee. Kann man, fragten sie sich, die Geschichte von Verkehrsunf&#228;llen neu erz&#228;hlen und den Lokaljournalismus auf ein neues Level heben? Sie starteten ein Projekt, gaben ihm den rei&#223;erischen Namen <a href="http://images.bt.no/iframes/veiene/fullskjermInt.html?null">āKilling roadsā</a>, stellten es 2010 online. Pl&#246;tzlich stieg die Anzahl der Webbesucher dramatisch: 500 000 Unique Users verzeichnetĀ <a href="http://www.bt.no">http://www.bt.no</a> mittlerweile. Eine beachtliche Zahl f&#252;r eine Stadt mit 260 000 Einwohnern.</p>
<p><a href="http://blog.kooptech.de/2011/08/killing-roads-verkehrsmeldungen-mal-anders/killing-roads/" rel="attachment wp-att-4621"><img src="http://blog.kooptech.de/wp-content/uploads/2011/08/Killing-Roads.png" alt="" title="Killing-Roads" width="650" height="357" class="alignleft size-full wp-image-4621" /></a></p>
<p>Mit āKilling roadsā stiegen die Journalisten vom āBergens Tidendeā tiefer in das Thema Verkehrsunf&#228;lle ein. Sie wollten zeigen, wie es auf den schmalen und verwinkelten Stra&#223;en zu Unf&#228;llen kommt. Das Problem war nur: Woher konnten sie die Daten beschaffen?</p>
<p>Sie wandten sich an das norwegische Verkehrsamt und bestanden auf das Informationsfreiheitsgesetz, das vergleichbar b&#252;rokratische Hindernisse aufweist wie das deutsche. Den Unterschied beschreibt der in Norwegen lebende Walter Heise, der gegen Deutschland wegen fehlender Informationsfreiheit bei den Vereinten Nationen klagt: āWenn in Norwegen eine Beh&#246;rde eine Einsicht verweigert, muss sie die Klage entgegennehmen. Meistens gibt derjenige Beamte schon im Vorfeld nach &#8211; denn eine Verweigerung muss er begr&#252;nden, mit Einsicht ist die Sache erledigt. Das Entscheidende ist: In Norwegen gibt es ein kostenloses Klagesystem, das funktioniert. Im Falle einer Verweigerung k&#246;nnen B&#252;rger auch den B&#252;rgerbeauftragten beziehungsweise Ombudsmann anrufen. Er kontaktiert dann den betreffenden Beamten. Oft nimmt dieser dann die Weigerung zur&#252;ck und man erh&#228;lt die Einsicht.ā</p>
<p><strong>Zusammenarbeit mit Programmierern</strong></p>
<p>Das Verkehrsamt gew&#228;hrte den Journalisten Einsicht in eine Datenbank mit allen Verkehrsunf&#228;llen im Land von 2000 bis 2010. Sie stellte sich als Goldmine heraus: 11400 Unf&#228;lle waren in einer Excel-Tabelle verpackt, inklusive exakter Position des Unfalls und Informationen &#252;ber Anzahl der Get&#246;teten, Verletzten, Schwere der Verletzungen, Fahrbahnbeschaffung, Autotyp oder Geschwindigkeitsbegrenzung.</p>
<p>Nun begann der eigentliche Datenjournalismus mit der Frage, wie man diese Informationen am sinnvollsten darstellt. Die Journalisten holten Programmierer ins Boot und ordneten in einem ersten Schritt die Unf&#228;lle auf einer gro&#223;en Google Map an.</p>
<p>Guter Journalismus dreht sich um Menschen. Deswegen suchten die Redakteure Verwandte der Opfer, baten um Fotos und interviewten sie &#252;ber ihre Erfahrungen auf den Stra&#223;en. Daraus entwickelte sich eine gro&#223;e Karte mit individuellen Geschichten, die ohne erhobenen Zeigefinger aufzeigt, wie gef&#228;hrlich Norwegens Stra&#223;en sein k&#246;nnen.</p>
<p><strong>Fazit</strong></p>
<p>Ich bin der norwegischen Sprache nicht m&#228;chtig und musste mich auf mehr oder weniger exakte &#220;bersetzungen verlassen. Das erschwerte f&#252;r mich die Navigation, f&#228;llt aber weniger ins Gewicht: Ich geh&#246;re schlie&#223;lich als Nicht-Norwegerin nicht zur Zielgruppe.</p>
<p>F&#252;r Bewohner des Landes allerdings ist āKilling Roadsā eindringlicher als alle Zahlen &#252;ber Unfallopfer es je sein k&#246;nnen. Sie k&#246;nnen ihren Arbeitsweg betrachten, die Strecke zum Supermarkt, zu Freunden, die vermeintlich bekannte Urlaubsroute ā und anhand von gr&#252;nen und roten Ballons sofort sehen, wer schwer verletzt wurde oder t&#246;dlich verungl&#252;ckte. Das wirkt.</p>
<p>Besonders hilfreich ist die Karte mit den Leserkommentaren. Hier k&#246;nnen User selbst vor un&#252;bersichtlichen oder schwierigen Stellen warnen, an denen sie einen Unfall oder eine brenzlige Situation erlebt haben.</p>
<p>Bedenken habe ich jedoch, was die Fotos der Opfer angeht. Ich habe diese Information aus einem Artikel &#252;ber das Projekt; selbst habe ich noch keine gefunden, mir aber auch nicht alle 11400 Eintr&#228;ge angesehen. Prinzipiell halte ich das jedoch f&#252;r problematisch. Muss man Fotos ver&#246;ffentlichen, um auf Gefahren hinzuweisen? Ich denke, dass auch ein anonymer 18-J&#228;hriger, der auf dem Nachhauseweg sein Leben gelassen hat, schlimm genug ist.</p>
<p>Es bleibt zu hoffen, dass āKilling Roadsā nicht nur f&#252;r mehr Klickzahlen beim āBergens Tidendeā gesorgt hat, sondern auch der norwegischen Polizei einen Ansto&#223; gab, mehr Kontrollen durchzuf&#252;hren.</p>
<p><em>Der Artikel entstand im Rahmen eines Seminars zu Daten-Journalimus an der Hochschule Darmstadt. DozentĀ <a href="http://blog.kooptech.de/author/christian-kreutz/">Christian Kreutz</a>.</em></p>
<p><iframe width="560" height="345" src="http://www.youtube.com/embed/L2ME3M4ciLs" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://blog.kooptech.de/?flattrss_redirect&amp;id=4619&amp;md5=b853f9e56e1594d89bcdab091185134b" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blog.kooptech.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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