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	<title>KoopTech &#187; Organisation</title>
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	<description>spreading inspiration for change</description>
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		<title>E-Government, quo vadis?</title>
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		<pubDate>Fri, 02 Sep 2011 06:56:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Ksoll</dc:creator>
				<category><![CDATA[Organisation]]></category>
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		<description><![CDATA[Vom E-Business zum E-Government

 

 

1999 beobachtete der damalige CEO von General Electric Jack Welsh seine Kinder, wie sie im Internet surften. Er kannte das alles nicht. Kurz darauf drehte er den Konzern auf das E-Business, in dem er ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Vom E-Business zum E-Government<a href="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/07/Rathaus-Bad-Iburg.jpg"><img class="size-medium wp-image-68 alignright" title="Rathaus Bad Iburg" src="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/07/Rathaus-Bad-Iburg-279x300.jpg" alt="" width="237" height="255" /></a></strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p>1999 beobachtete der damalige CEO von General Electric Jack Welsh seine Kinder, wie sie im Internet surften. Er kannte das alles nicht. Kurz darauf drehte er den Konzern auf das <strong>E-Business</strong>, in dem er eine umfassende Initiative startete. Alle Business Leader bekamen Ziele, an deren Erreichung ihr Gehalt gekn&#252;pft war. Eine Mail ging an alle Mitarbeiter: “We are late!” Aber dann verk&#252;ndete er, dass das E-Business bei GE ausbrechen w&#252;rde und die Top f&#252;nf Priorit&#228;ten seien: E-Business, E-Business, E-Business, E-Business und Six-Sigma. Und so geschah es.</p>
<p>Kurz darauf brach auch in Deutschland das <strong>E-Government</strong> aus. Salopp formuliert: die Nutzung des Internets auch durch den Staat. 1998 hatten wir uns ein Signaturgesetz geg&#246;nnt mit qualifizierten Signaturen – kurz Qual-Signatur – (mittels Signaturkarte statt fortgeschrittener Signaturen mit Software oder gar einfacher Signatur mittels Zeichenkette oder eingescannter Unterschrift, wie es <a href="http://www.out-law.com/page-6839">in England rechtskr&#228;ftig</a> der Usus ist). Schon 2002 kamen dann &#196;nderungen im Privatrecht (insbesondere <a href="http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__126a.html">§126a BGB</a>) und danach im &#214;ffentlichen Recht (insbesondere <a href="http://www.gesetze-im-internet.de/vwvfg/__3a.html">§3a VwVfG</a> mit Absatz 1: “Die &#220;bermittlung elektronischer Dokumente ist zul&#228;ssig, soweit der Empf&#228;nger hierf&#252;r einen Zugang er&#246;ffnet.”). Yeah!</p>
<p>Anders als im Rest Europas (z.B. UK), <a href="http://www.out-law.com/page-6839">wo man nur seinen Namen unter die E-Mail</a> schreiben braucht, damit es gilt, verlagerten wir das Problem der eigenh&#228;ndigen Unterschrift aus dem Rechtssystem in ein technisches System hinein (Chip-Karte, Zertifikat, Trustcenter, G&#252;ltigkeitspr&#252;fung des Zertifikats usw.). Und schon ging es los und die Republik wurde mit Leuchtt&#252;rmen zugepflastert:</p>
<ul>
<li>Signaturb&#252;ndnis,</li>
<li>JobCard (sp&#228;ter ELENA, Zur Sammlung von Arbeitgeberentgeltbescheinigungen),</li>
<li><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Elektronische_Gesundheitskarte">Gesundheitskarte</a> (war zum 1.1.2006 an alle gesetzlich Krankenversicherten geplant),</li>
<li>zentrales, bundesweites Melderegister f&#252;r die Finanzbeh&#246;rden f&#252;r Finanzzwecke, dezentrale, &#246;rtliche Melderegister f&#252;r die Meldebeh&#246;rden, B&#252;rger und Wirtschaft,</li>
<li>f&#252;r die Kommunikation unter Maschinen wurde <a href="http://www.osci.de">OSCI</a> (Online Services Computer Interface definiert) analog zum HBCI (Homebanking Computer Interface) entwickelt und erfolgreich eingef&#252;hrt.</li>
</ul>
<p>Und es wurde gemacht und getan und alle waren begeistert. Das Bundeswirtschaftsministerium nahm 45 Mio. DM in die Hand, um in drei St&#228;dten (Bremen, Esslingen, Erlangen) b&#252;rgernahe Anwendungen f&#252;r Signaturkarten im Projekt <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Media@Komm">MEDIA@komm</a> zu entwickeln. Es fanden j&#228;hrliche <a href="http://www.egovernment-wettbewerb.de/">E-Governmentwettbewerbe</a> statt. <a href="http://www.isprat.net/">ISPRAT</a> (Interdisziplin&#228;re Studien zu Politik, Recht, Administration und Technologie) wurde als gemeinn&#252;tziger Verein gegr&#252;ndet. <a href="http://www.egovernment-computing.de/">Zeitungen</a> wurden gegr&#252;ndet.</p>
<p><strong>Leuchturmprojekte</strong></p>
<p>Viele Leuchtt&#252;rme wurden errichtet, die uns Licht geben:<strong><a href="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/07/Wasserturm-Langeoog1.jpg"><img class="size-medium wp-image-65 alignright" title="Wasserturm Langeoog" src="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/07/Wasserturm-Langeoog1-230x300.jpg" alt="" width="224" height="293" /></a></strong><strong> </strong><strong> </strong></p>
<ul>
<li>Mit <a href="http://www.vemags.de/">VEMAGS</a> ist es ein Kinderspiel geworden, Genehmigungen f&#252;<strong> </strong>r ei<strong> </strong>nen Gro&#223;raum- oder Schwertransport bundesweit zu bekommen.</li>
<li>Mit <a href="http://www.d115.de/">115 </a>kann man wie mit der Telefonnummer 110 (Polizei) oder 112 (Feuerwehr) (fast) &#252;berall in der Republik einen Anschluss finden (“Hier werden Sie geholfen!”). Aber auch f&#252;r Flatrate-Kunden kostet es <strong></strong>nun Geld, was fr&#252;her bei direktem Anruf im Rathaus kostenlos war. Wenigstens sind jetzt viele Kommunen einheitlich erreichbar.</li>
<li>Ein gelungenes Beispiel ist auch <a href="https://www.elster.de/">ELSTER</a> von der Finanzverwaltung. Man kann ohne Signatur seine Steuern anmelden, sei es aus einem elektronischen Formular der Finanzbeh&#246;rden oder aus der Steueroptimierungssoftware von ALDI (or equivalent). Elster war in der Einkommenssteuer so erfolgreich, dass es auch f&#252;r die Umsatzsteuervoranmeldung f&#252;r Unternehmen Pflicht werden konnte.</li>
</ul>
<p>Bei der Einf&#252;hrung des §126a BGB zur Elektronischen Form hatte man einen Fehler gemacht: wurde ein Dokument oder eine E-Mail qualifiziert signiert, entfaltete es Rechtskraft, ohne dass der Empf&#228;nger in der Lage sein musste, diese nicht standardisierte Form verarbeiten zu k&#246;nnen. Bei der Einf&#252;hrung des §3a VwVfG f&#252;hrte man daher ein, dass der Empf&#228;nger den “<strong>Zugang er&#246;ffnen</strong>” muss und die Formate bekannt gibt, die er verstehen kann. Die Verwaltungen fanden alle diesen Paragrafen und schon hie&#223; es fl&#228;chendeckend in der Republik in den Impressi:</p>
<blockquote><p>Die  Stadtverwaltung XYZ weist hiermit explizit darauf hin, dass sie zur  Zeit noch keinen elektronischen Zugang gem. § 3a, Absatz 1 VwVfG er&#246;ffnet hat.</p></blockquote>
<p>In Klartext hei&#223;t das: Wir wollen keine rechtsverbindliche Kommunikation &#252;ber das Internet. Schreib uns auf Papier oder komm vorbei. Bis zum Ende 2009, als die EU-Dienstleistungsrichtlinie kam, h&#228;tte man sagen k&#246;nnen: “Schade, Chance verpasst!”</p>
<p style="text-align: left;">Aber Leuchtturmprojekte alleine reichen nich<a href="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/07/HafenHamburg.jpg"><img class="size-medium wp-image-83 alignright" title="Hafen Hamburg" src="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/07/HafenHamburg-300x161.jpg" alt="" width="194" height="104" /></a>t aus. F&#252;r bl&#252;hende Landschaften zur See braucht man auch Schiffe, H&#228;fen, Seeleute, Fracht und Passagiere (siehe Hamburg <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/St._Pauli-Landungsbr%C3%BCcken">St.-Pauli-Landungsbr&#252;cken</a>).</p>
<p><strong>EU-Dienstleistungsrichtlinie</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong></strong></p>
<p>Mit dem 28.12.2009 waren die Kommunen mit der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/EU-Dienstleistungsrichtlinie">EU-Dienstleistungsrichtlinie </a>dann <strong>verpflichtet</strong>, EU-Ausl&#228;ndern Informationen &#252;ber Pflichten bei unternehmerischer T&#228;tigkeit im Inland online anzubieten (auch &#252;ber einen einheitlichen Ansprechpartner, der die Verwaltungen entsetzte, weil sie pl&#246;tzlich einem Bewerber an einer Stelle sagen mussten, was dieser alles zu tun hat, wo man fr&#252;her sich in der tayloristischen Zerfaserung jeder Verantwortung entziehen konnte) und rechtsverbindlich &#252;ber das Internet zu kommunizieren (Antr&#228;ge, Bescheide). Besonders bedrohlich schien den Beh&#246;rden, dass ein Antrag als genehmigt gilt, wenn in gesetzter Zeit kein Bescheid erfolgt (Genehmigungsfiktion, Art. 13 EU-DLR).</p>
<p>Man machte wieder gro&#223;e Leuchtt&#252;rme, gab Millionen aus f&#252;r Vorgangsbearbeitung und Wissensmanagement (vorher musste der Unternehmer alleine herausbekommen, was er alles machen muss). Der Kommunikation &#252;ber das Internet entzog man sich aber perfide: man machte wieder die qualifizierte Signatur und den §3a VwVfG verbindlich und hatte Ruhe. Der weltber&#252;hmte und seid Homer besungene <strong>Friseur in Lissabon</strong> hat in Portugal keine M&#246;glichkeit, Signaturkarten und Leseger&#228;te nach dem preu&#223;ischen Ritus zu bekommen. Er kommt also vorbei oder schreibt auf Papier oder geht gleich nach England, wo ein einfacher Namenszug unter der Mail als Signatur reicht. So wie die Polen nach England gingen, als wir ihnen als Arbeitnehmer in der ersten Zeit nach dem EU-Beitritt die Freiz&#252;gigkeit versagten. Noch perfider war, dass viele Kommunen die EU-Dienstleistungsrichtlinie in diesem Teil &#252;berhaupt nicht implementierten.</p>
<p>Der <a href="http://www.it-planungsrat.de/SharedDocs/Downloads/DE/Projekte/Abgeschlossene_Projekte/Abschlussbericht_DLR.pdf?__blob=publicationFile">Abschlussbericht</a> von Deutschland-Online (jetzt <a href="http://www.it-planungsrat.de">IT-Planungsrat</a>) zur Einf&#252;hrung der EU-Dienstleistungsrichtlinie beschreibt zu Recht viele tolle, grosse Ergebnisse: XEUDLR-Standard, Prozessregister, F&#246;deratives Informationsmanagement usw. Aber das wesentliche Ergebnis, dass der portugiesische Friseur und alle anderen ausl&#228;ndischen Dienstleister (wegen der Qualsignatur) nicht von zu Hause aus ihr Gewerbe in Deutschland anmelden k&#246;nnen, umschifft er elegant mit Verweis auf andere Ebenen. Bei den Hippies, und Alt-68ern, den Morgenlandfahrern und Hermann-Hesse-Lesern war der Begriff  <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Nirwana">Nirwana</a> stets positiv besetzt. Bei den n&#252;chternen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hanse">Hanseaten</a> aus L&#252;beck sollte man das nicht ohne weiteres immer voraussetzen.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Wo viel Licht ist, ist starker Schatten</strong></p>
<p>(<a href="http://de.wikisource.org/wiki/G%C3%B6tz_von_Berlichingen_mit_der_eisernen_Hand">Goethe, G&#246;tz von Berlichingen, 1. Akt</a>)</p>
<p>Es tummeln sich in dem Schatten der kreisenden Leuchtturmlichtkegel einige merkw&#252;rdigen Schattengespenster:</p>
<ul>
<li>2011 war f&#252;r das E-Government in Deutschland kein gutes Jahr. <a href="http://www.personalausweisportal.de">Der neue Personalausweis (nPA)</a> hat nach Monaten immer noch keinen Anbieter f&#252;r Qual-Signaturen und es  gibt keine zertifizierten Leseger&#228;te. Apple-User und Linux-User bleiben weiterhin  ausgeschlossen, Windows-User mussten anfangs warten, bis die unsichere  Software repariert wurde.</li>
<li>Der Sonder-E-Mail-Dienst <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/De-Mail">DE-Mail</a> soll f&#252;r die zuverl&#228;ssige &#220;bermittlung von staatstragenden Dokumenten  sein wie Steuerbescheiden oder Arztgutachten. Aber anders als normale  Mail wird nur die &#220;bertragung verschl&#252;sselt, nicht aber die Mail selbst.</li>
<li>Bei der <strong>Melderegisterauskunft</strong> hatten wir auch sch&#246;ne Leuchtt&#252;rme. Au&#223;er bei der Finanzverwaltung: die hat sich abgekoppelt von der &#196;sthetik dezentraler Melderegister mit wundersch&#246;nen Ratespielen (brauche ich Qual-Signatur, Kreditkarte, User/Passwort, Vorkasse zur Auskunft?) und hat sich einfach ein bundesweites Register mit Meldedaten wie in &#214;sterreich gebaut hat. Bei der <strong>Online</strong>-Melderegisterauskunft in Berlin heisst es: “Die Beantwortung Ihrer Anfrage erfolgt per Post und <strong>dauert derzeit ca. 4 Wochen</strong> ab Geb&#252;hreneingang (Vorkasse per &#220;berweisung).” Yeah, E-Government wie der Blitz! Im B&#252;rgeramt dauert das mit k&#246;rperlicher Pr&#228;senz eine Stunde statt vier Wochen online. Gemessen.</li>
<li>Auskunft aus der <strong>Verkehrss&#252;nderkartei</strong> (so steht es als Keyword im Homepagequelltext) beim <a href="http://www.kba.de">Kraftfahrtbundesamt</a> in Flensburg gibt es mit dem nPA (neuer Personalausweis) online. Dazu hei&#223;t es dort: “Derzeit erfolgt die Auskunft <strong>ausschlie&#223;lich schriftlich per Post</strong>.”  Um auch ganz klar zum Ausdruck zu bringen, dass E-Government nicht gew&#252;nscht ist hei&#223;t es weiter: “Wer mit seinem g&#252;ltigen Ausweisdokument bei unserem <a title="Service vor Ort" href="http://www.kba.de/cln_032/nn_125476/DE/Punktsystem/ServiceVorOrt/service__vor__ort__inhalt.html" target="_self">“Service vor Ort”</a> die Auskunft beantragt, bekommt sie direkt ausgeh&#228;ndigt.”</li>
<li>Die GDI (<a href="http://www.gdi-de.org/">Geodateninitiative</a>) der Landvermesser qu&#228;lt sich bottom up und versucht einheitliche Geodaten f&#252;r das ganze Land zur Verf&#252;gung zu stellen. Aber die Anwendungen sind langsam, die Preise f&#252;r die Geodaten teuer und man ist weit davon entfernt, Anwendungen mit Geodaten schnell, einfach und preiswert zu erstellen, wie es top down m&#246;glich ist mit Google Maps oder Microsoft Bing Maps und au&#223;erhalb des Staates g&#228;ngige Praxis ist. Selbst begeisternde <a href="http://www.egovernment-computing.de/projekte/articles/325048">Fahrrad-Wanderkarten</a> in Bayern mit gpx-Format, GSM und spezieller  Hardware machen den Mangel f&#252;r tumbe Smartphone-User nicht wett.</li>
<li>Das elektronische Entgeltnachweis-Verfahren <strong><a href="http://www.das-elena-verfahren.de/">ELENA</a> </strong>(fr&#252;her Jobcard, angeblich wegen datenschutzrechtlicher Probleme, die in den 10 Jahren Entwicklungszeit so wohl nicht nicht gefunden worden waren.</li>
<li>Die <a href="http://www.bundesfinanzministerium.de/DE/Wirtschaft__und__Verwaltung/Steuern/Veroeffentlichungen__zu__Steuerarten/Umsatzsteuer/003.html">elektronische &#220;bermittlung von Rechnungen</a>, die nach dem Umsatzsteuergesetz zum Vorsteuerabzug berechtigen, soll nach dem Steuervereinfachungsgesetz 2011, das erst mal aus anderen Gr&#252;nden im Bundesrat gescheitert ist, nun doch auch ohne Qual-Signatur g&#252;ltig sein.</li>
</ul>
<p><strong>Cloud-Computing</strong></p>
<p>Schon schwappt aus den USA die n&#228;chste Welle: Cloud-Computing. W&#228;hrend wir uns Gedanken machen, das aus Datenschutz- und Sicherheitsgr&#252;nden die Nutzung von Cloud-Computing eigentlich unm&#246;glich ist, nutzt die Bundesregierung in den USA um Geld zu sparen, massiv Cloud-Computing. Unter <a href="http://www.apps.gov">apps.go</a>v bietet die General Service Administration (GSA) einen Online-Shop an, auf dem Beh&#246;rden die Nutzung von “Business Apps”, “Productivity Apps”, “Cloud IT Services” und “Social Media Apps” an. F&#252;r ein paar Dollar per User und Monat kann sich eine Beh&#246;rde die Nutzung der “Productivity Apps” von Microsoft (Exchange), IBM Lotus oder Google Apps mieten. In den USA sagt man, dass Cloud-Computing hilft, <a href="http://www.egovernment-computing.de/systems/articles/324013/">800 von den 2.000 US-Bundesrechenzentren zu schlie&#223;e</a>n weil Ressourcen effizienter genutzt werden.</p>
<p>Geburtsurkunden, Sterbeurkunden, Heiratsurkunden sowie Scheidungsurkunden kann man z.B. in den USA online bestellen und mit Kreditkarte bezahlen.  Die private Firma <a href="http://www.vitalchek.com/">VitalCheck</a> bietet diesen Service zentral f&#252;r alle Bundesstaaten an. Eine Geburtsurkunde aus Manhattan, New York City kostet 15 $ f&#252;r die Beh&#246;rde zuz&#252;glich 8,30 $ f&#252;r VitalCheck und wird in 24 h bearbeitet. &#196;hnliche Gesch&#228;ftsmodelle f&#252;r privat erbrachte Beh&#246;rdenservices gibt es zahlreich in den USA (Insider erinnern sich, wie lange wir <a href="http://www.texas.gov">Texas-Online</a> besungen haben, um auch in Deutschland voran zu kommen). Und bei uns? Vier Wochen elektronisch!</p>
<p><strong>Wie gehts nun weiter ?</strong></p>
<p>So richtig kommen wir nicht weiter. Der Staat hat bei weitem nicht das  Nutzungsniveau des Internets erreicht wie die Wirtschaft. Unternehmen wie Amazon oder  eBay verarbeiten Milliardenums&#228;tze im Internet, ohne sich wie der  deutsche Staat im &#220;berma&#223; gesch&#228;ftsverhindernd abzusichern.</p>
<p>Es ist ja auch nicht alles schlecht. Die &#246;ffentlichen Rechenzentren oder IT-Dienstleister sind in ihrer Technik auf der H&#246;he der Zeit, sie konsolidieren sich, konzentrieren sich. Machen Aufgabenteilung (“Einer f&#252;r alle”). Doch in der Einfachheit der Anwendung sind wir Jahre hinter den USA zur&#252;ck. Die Qual-Signatur hat uns Jahre zur&#252;ckgeworfen und letztlich versagt.</p>
<p>Doch man kann den Staat nicht (durch gut gemeinte Ratschl&#228;ge) von au&#223;en steuern.  Man kann ihn h&#246;chstens irritieren, wie die systemische Organisationsberatung seit Jahren wei&#223; (siehe <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Niklas_Luhmann">Niklas Luhmann</a>, der Jurist und Soziologe war). Der amerikanische Wissenschaftler Francis Fukuyama ist mit seinem unterkomplexen Command-and-Control-Ansatz empirisch im Irak 2003 gescheitert, als er leichtfertig als politischer Rechtsau&#223;en meinte, man k&#246;nnen einen “failed state” von au&#223;en einfach aufrichten. Er hat es mittlerweile eingesehen.</p>
<p>Irritiert ist schon jetzt der B&#252;rger. Mutet man ihm weiter zu, dass er von seinem Staat gegen&#252;ber B&#252;rgern anderer Staaten weiterhin benachteiligt wird, dann wird er vielleicht zum entt&#228;uschten Wutb&#252;rger, wie wir schon in den Verwaltungsverfahren zu Stuttgart21, dem Berliner Flughafen oder gar dem Zugangserschwerungsgesetz sehen konnten. Oder er wendet sich entsetzt von seinem Staat ab. Bei dem Zugangserschwerungsgesetz sagten &#252;ber 150.000 B&#252;rger in einer <a href="https://epetitionen.bundestag.de/index.php">Online-Petition</a>, dass sie nicht damit einverstanden seien, dass Kinderpornografie nur leicht umgehbar gesperrt werde (wozu das gesamte deutsche Internet h&#228;tte st&#228;ndig &#252;berwachte werden m&#252;ssen) statt den Dreck einfach vollst&#228;ndig von der Servern zu l&#246;schen (ohne st&#228;ndige, verdachtsunabh&#228;ngige &#220;berwachung aller Internetbenutzer).</p>
<p>Nun muss der Staat selber handeln. Er muss sich in Ruhe &#252;berlegen, was gut gelaufen ist, was nicht. Er wird sich bei Nachbarn und Freunden umsehen m&#252;ssen. Er wird sich erreichbare Zeile setzen m&#252;ssen. Oder er muss kapitulieren und sagen. ich kann nicht als deutscher Staat so sein wie die Wirtschaft weltweit und andere Staaten wie USA. Dann soll er aber den B&#252;rgern nicht weiter Hoffnung machen. Experimentiert wurde genug. Jetzt muss geliefert werden.</p>
<p>Franz-Reinhard Habbel, Sprecher des Deutschen St&#228;dte- und Gemeindebunds meint in seinem <a href="http://www.egovernment-computing.de/inhalte/webcasts/downloads/14999/">Webcast vom 24.11.2010</a>, in dem er als Mitglied des <a href="http://www.it-planungsrat.de">IT Planungsrates</a> die nationale E-Government-Strategie erl&#228;utert, dass wir schneller werden m&#252;ssen. Wenn gute Projekte wie 115 (das als 311 in den 200er Jahren erfolgreich in New York City eingef&#252;hrt wurde und nun als erfolgreiche Werbeplattform f&#252;r &#246;ffentliche Projekte eingesetzt wird) oder der <a href="http://maerker.brandenburg.de/">Maerker in Brandenburg</a> (den es seit Jahren in Gro&#223;britannien gibt) Jahre brauchen, um vom angloamerikanischen E-Government zu uns &#252;bertragen werden, dann sind wir zu langsam.</p>
<p>Man kann erg&#228;nzen, dass wir zwar ein (auch notwendiges) <a href="http://www.it-planungsrat.de/DE/Projekte/Steuerungsprojekte/NationalesWaffenregister/nationalesWaffenregister.html ">Nationales Waffenregister</a> gebaut bekommen, aber bei der Errichtung einer zentralen Online-Bewerbung und -Verteilung f&#252;r Studienpl&#228;tze (in Jahren, wo wir erheblichen Ansturm durch die Umstellung der G8-Jahrg&#228;nge und Wegfall der Wehrpflicht f&#252;r M&#228;nner haben!) oder bei der Verteilung der F&#246;rdermittel f&#252;r Hartz4-Schulkinder versagen (siehe hierzu auch Br&#252;ggemeier 2010: <a title="Permanent Link to B&#252;rokratie-Gau beim Bildungspaket – Verwaltungsvollzug als E-Government-freie Zone" rel="bookmark" href="http://www.government2020.de/blog/?p=871">B&#252;rokratie-Gau beim Bildungspaket – Verwaltungsvollzug als E-Government-freie Zone</a>. Hier fragt man sich, wo der Punkt ist, ab dem man sich f&#252;r seine Landsleute sch&#228;men muss.</p>
<p>Ein letztes Beispiel: die Online-Abfrage des Melderegisters mit vierw&#246;chiger Bearbeitungsdauer ist eine Frechheit. Warum schafft es die Verwaltung nicht (wie die Wirtschaft seit Jahrzehnten es handhabt) Bezahlung auch &#252;ber Kreditkarte zu implementieren? Wer eine Kreditkarte hat, muss ein Bankkonto haben. Wer ein Bankkonto hat, muss seinen Personalausweis vorlegen. Wenn wir im Melderegister Vorkasse mit &#220;berweisung implementieren, dann haben wir ein <strong>gesetzgeberisches Problem, kein IT-Problem</strong>. Im Haushaltsrecht aber muss der Abzug f&#252;r den Kreditkartenoperateur bei Geb&#252;hren erm&#246;glicht werden (das wissen wir seit Jahrzehnten, aber nicht &#252;berall wurde es gemacht). Im Melderecht muss jemand eine Rechtspr&#252;fung machen und sehen, dass bei der Bankkontoer&#246;ffnung ein Personalausweis vorgelegen hat. Statt nicht funktionsf&#228;hige, wenig verbreitete L&#246;sungen in nationalem Alleingang an der internationalen Entwicklung vorbei zu fordern, um der Reform des Rechts zu fl&#252;chten.</p>
<p>Was wir nun brauchen, sind <strong>Massenanwendungen</strong> wie bei Deutschen Bahn AG, Google, eBay und Amazon, damit der deutsche B&#252;rger mit seinem Staat so gl&#252;cklich ist wie mit seiner Wirtschaft.  Damit das E-Government genauso wird wie das E-Business. “We are late!” als Anfang einer vorw&#228;rts gerichteten Entwicklung. Der fr&#252;here Bundespr&#228;sident Johannes Rau &#252;berschrieb seine Regierungserkl&#228;rung als nordrheinwestf&#228;lischer Ministerpr&#228;sident 1980 richtungsweisend: <strong>Mut zur Zukunft</strong>!</p>
<p><a href="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/07/Strandkorb-Langeoog.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-89" title="Strandkorb Langeoog" src="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/07/Strandkorb-Langeoog.jpg" alt="" width="618" height="408" /></a></p>
<p><a href="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/2011/08/02/e-government-quo-vadis/">Crosspost</a></p>
<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/d173c1d0b346434c923402eb544ae010" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://blog.kooptech.de/?flattrss_redirect&amp;id=4660&amp;md5=008f9456815628b63af0f40215e48366" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blog.kooptech.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Mit mehr Haushaltstransparenz aus der Krise</title>
		<link>http://blog.kooptech.de/2011/08/doppik/</link>
		<comments>http://blog.kooptech.de/2011/08/doppik/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 31 Aug 2011 06:02:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Ksoll</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Doppik  (Doppelte Buchf&#252;hrung in Konten) nennt man es im &#246;ffentlichen Dienst, wenn man von kaufm&#228;nnischer Buchf&#252;hrung spricht. F&#252;r Insider im &#246;ffentlichen Dienst ist das seit Jahren ein hei&#223; diskutiertes Thema. Outsider kennen das Problem meist nicht. Wie kam es ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/15197b784d4942b3b780fa97d8d2fefb" alt="" width="1" height="1" />Doppik  (Doppelte Buchf&#252;hrung in Konten) nennt man es im &#246;ffentlichen Dienst, wenn man von kaufm&#228;nnischer Buchf&#252;hrung spricht. F&#252;r Insider im &#246;ffentlichen Dienst ist das seit Jahren ein hei&#223; diskutiertes Thema. Outsider kennen das Problem meist nicht. Wie kam es dazu? Was ist das Problem? Wie konnte das passieren?</p>
<p><em>Sehen wir es uns die historische Entwicklung an. Sehen wir uns an, wie der Staat pr&#228;zise f&#252;r Unternehmen aller Gr&#246;&#223;e bundeseinheitlich Vorgaben der Rechnungslegung machen kann. Wundern wir uns gemeinsam, welch grauenhaftes Schuhwerk der Schuster tr&#228;gt. Schauen wir uns an, wie man es auch besser machen kann. Und machen wir einen Vorschlag, um voranzukommen bei der Transparenz, die wir brauchen, um unsere Schulden endlich in den Griff zu bekommen.</em></p>
<h3><strong>Historische Entwicklung</strong></h3>
<p>Man geht heute davon aus, dass die Urspr&#252;nge der globalisierten Weltwirtschaft im fruchtbaren Zweistromland zwischen Euphrat und Tigris in Mesopotamien liegen in der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Obed-Zeit">Obed-Zeit</a> von 5500-3500 vor Chr. Es gelang den fruchtbaren Boden so effizient zu bewirtschaften, dass man nicht mehr kleinagrarisch von der Hand in den Mund lebte (wie zur gleichen Zeit die germanischen St&#228;mmen, die in den W&#228;ldern auf den B&#228;umen hockten und von Wotan und seiner Vielweiberei tr&#228;umten), sondern &#220;berschuss erwirtschaftete. Der &#220;berschuss, dass man mehr Menschen ern&#228;hren konnte, als man zur Erzeugung der Ern&#228;hrung brauchte, f&#252;hrte zur funktionalen Differenzierung. Man schuf sich einen von der Feldarbeit befreiten K&#246;nig, Soldaten (die das durchsetzten) und Beamte, die das verwalteten. Auf Tontafeln hielt man fest, wie viel Ernteertrag der Bauer erwirtschaftete, um daraus die Steuern zu berechnen. Viel hat sich daran nicht ge&#228;ndert.<a href="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/08/Ratings-wikipedia.jpg"><br />
</a></p>
<p>Die fruchtbaren Getreidesorten verbreiteten sich &#252;berall im <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Fruchtbarer_Halbmond">fruchtbaren Halbmond</a> von Mesopotamien (heute Irak), Syrien, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ph%C3%B6nizien">Ph&#246;nizien</a>, Pal&#228;stina bis hin nach &#196;gypten. Also deckungsgleich mit dem Gebiet der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_Israels">Nomadenst&#228;mmen aus Ur</a>, die ihre Wander-Erlebnisse (Ur, Babylon, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Garten_Eden">Garten Eden</a>, Berg <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ararat">Ararat</a>,  Sinai, &#196;gypten) im Alten Testament zusammenfassten und heute in Pal&#228;stina siedeln.</p>
<p>Hier im Morgenland finden wir die Wurzeln der abendl&#228;ndischen Kultur. In &#196;gypten finden wir dann auch folgerichtig die Tontafeln durch Papyrus abgel&#246;st. Alexandria in &#196;gypten mit der weltber&#252;hmten antiken Bibliothek wie auch Ph&#246;nizien, deren weltber&#252;hmten H&#228;ndler Karthago gr&#252;ndeten, waren auch deshalb so wichtig, weil hier die <a href="http://www.amazon.com/Splendid-Exchange-Trade-Shaped-World/dp/0871139790">Handelsrouten der Kamelkarawanen</a> endeten, die westlich und &#246;stlich an der arabischen Halbinsel entlang gingen und das Mittelmeer mit dem fernen Osten (Indien und China) verband, wenn man nicht &#252;ber Land die Seidenstra&#223;e nach China nutzen wollte.</p>
<p>Griechenland und Rom seien hier f&#252;r unsere Zwecke &#252;bersprungen und gleich zu Venedig gegangen. Im Hochmittelalter buhlten Genua und Venedig um die Vorherrschaft im Mittelmeer. Als die Kreuzritter im <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Vierter_Kreuzzug">vierten Kreuzzug</a> ihre Schulden f&#252;r die &#220;berfahrt nach &#196;gypten nicht zahlen konnten, lenkten die Venezianer sie von &#196;gypten weg und brachten sie &#252;ber Byzanz ins gelobte Land. Allerdings mussten sie f&#252;r die &#220;berfahrt milit&#228;rische Dienstleistungen erbringen, so dass Venedig das &#246;stliche Mittelmeer beherrschte.</p>
<p>Der Venezianer <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Marco_Polo">Marco Polo</a> (1254-1324) geh&#246;rte <a href="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/08/Marco_Polo_traveling.jpg"><img class="alignleft" title="Marco_Polo_traveling" src="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/08/Marco_Polo_traveling.jpg" alt="" width="384" height="240" /></a>noch zu den klassischen Kaufleuten, die mit Ware von Marktflecken zu Marktflecken wanderten und dort tauschten. Allerdings  brachten seine Nachrichten als Fernh&#228;ndler aus China, in das er &#252;ber die Seidenstrasse hinkam und &#252;ber Indien und Arabien wieder zur&#252;ck, die H&#228;ndler in Venedig in Verz&#252;ckung. Der Trieb (heute w&#252;rde man sagen Gier) waren so gro&#223;, dass noch der Genuese Columbus auf der Suche nach dem direkten Seeweg nach China in Marco Polos Beschreibung Rat suchte.</p>
<p>Oberitalien mit Genua, Florenz und insbesondere Venedig hatten immense Bedeutung f&#252;r die Entwicklung des globalen Handels: Einerseits beherrschte man (bis zur Entdeckung Amerikas) die Seewege im Mittelmeer (und &#252;ber Arabien bis nach China), andererseits fand das oberitalienische Tuch (bis zum verst&#228;rkten Markteintritt der Engl&#228;nder) Absatz n&#246;rdlich der Alpen, insbesondere &#252;ber das Handelszentrum in Br&#252;gge.</p>
<p><a href="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/08/Cosimodemedicitheolder.jpg"><img class="alignright" title="Cosimodemedicitheolder" src="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/08/Cosimodemedicitheolder.jpg" alt="Cosimo de Medici" width="178" height="251" /></a>Die Gesch&#228;fte wurden so intensiv, dass die Kaufleute sesshaft wurden, f&#252;r den Fernhandel Kontore gr&#252;ndeten, wo ihre Mitarbeiter vor Ort t&#228;tig waren und sich ein globalisierter, bargeldloser Zahlungsverkehr entwickelte. Aus manchen Kaufleuten wurden dann Bankiers. So finden wir die &#228;ltesten doppelten Buchf&#252;hrung von Kaufleuten in Genua und Venedig im 13. Jahrhundert. Aus Florenz sind uns die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Medici">Medici</a> (siehe Bild mit Cosimo de’ Medici), Bardi und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Peruzzi_%28Handelsgesellschaft%29">P</a><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Peruzzi_%28Handelsgesellschaft%29">eruzzi</a> bekannt. Die Peruzzi gingen 1343 bankrott als Eduard III. den ersten Staatsbankrott hinlegte, aber seine Kredite f&#252;r die Finanzierung des 100-j&#228;hrigen Kriegs nicht bedienen konnte. Die Medici dagegen hielten sich einige hundert Jahre als Kaufleute und Bankiers und schenkten der Nachwelt als M&#228;zene pr&#228;chtige Kunstwerke, die heute den Kern des Tourismusgesch&#228;ftes in Florenz ausmachen.</p>
<p>Die Gesch&#228;fte der Kaufleute w&#252;rden immer volumin&#246;ser und langwieriger. Finanzierungen von Handelsexpeditionen erstreckten sich &#252;ber mehrere Jahre (Perioden), das dass die daraus resultierenden Risiken auch in der Buchf&#252;hrung abgebildet werden mussten. Wie die Risiken aussahen, hat William Shakespeare sehr sch&#246;n in seiner Kom&#246;die “The Merchant of Venice” (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Kaufmann_von_Venedig">Der Kaufmann von Venedig</a>) im Konflikt Shylock versus Antonio beschrieben. Wie die kaufm&#228;nnische Buchf&#252;hrung dazu aussah, hat der Florentiner <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Luca_Pacioli">Luca Pacioli</a> (im Bild links), ein Freund Leonardo da Vincis, 1494 in seiner “<a href="http://www.amazon.de/Abhandlung-%C3%BCber-die-Buchhaltung-1494/dp/379101188X/ref=sr_1_1?s=books&amp;ie=UTF8&amp;qid=1313259838&amp;sr=1-1">Abhandlung &#252;ber die Buchhaltung</a>“ erkl&#228;rt.<a href="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/08/Luca_Pacioli.jpeg"><img class="alignleft" title="Luca_Pacioli" src="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/08/Luca_Pacioli.jpeg" alt="" width="289" height="240" /></a> Pacioli war nicht der Erfinder der venezianischen Buchf&#252;hrung, aber er bettete sie in ein mathematisches Lehrbuch, so dass sie noch mehr Verbreitung fand. Siehe wikipedia: “Das Buch enth&#228;lt die erste geschlossene Darstellung der „Venezianischen Methode“ (<a title="Doppelte Buchf&#252;hrung" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Doppelte_Buchf%C3%BChrung">doppelte Buchf&#252;hrung</a>), wie sie zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich von den Venezianern und <a title="Medici" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Medici">Medici</a> verwendet wurde.”</p>
<p>Man sagt, dass der in Venedig ausgebildete Hauptbuchhalter des Augsburger <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Fugger">Fuggerhauses</a>, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Matth%C3%A4us_Schwarz">Matth&#228;us Schwarz,</a> die doppelte Buchf&#252;hrung nach Deutschland brachte, wo die Fugger 1511 die erste Bilanz vorlegten. Sie breitete sich auch in der deutschen Hanse aus. Preu&#223;en fand sie so gut, dass man sie 1794 ins Allgemeine Preu&#223;ische Landrecht &#252;bernahm und die zur Pflicht f&#252;r Kaufleute machte. Bei der Modernisierung des Aktienrechts 1884 sie wurde dann im Handelsgesetzbuch auch &#252;bernommen. 1891 wurde dann die doppelte Buchf&#252;hrung im Einkommenssteuergesetz die Steuererkl&#228;rung mit der Handelsbilanz gekoppelt. Und so sieht die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Buchf%C3%BChrung">Buchf&#252;hrung</a> im Wesentlichen noch heute aus.</p>
<h3><strong>Der Jahresabschluss nach dem Handelsgesetzbuch (HGB)</strong></h3>
<p>Das Grundprinzip der doppelten Buchf&#252;hrung ist nach der Erstellung der Er&#246;ffnungsbilanz jeden Buchungssatz zun&#228;chst im Journal zu erfassen und immer zwei Konten zu ber&#252;hren (Soll und Haben). Aus dem Journal geht es dann ggf. &#252;ber Nebenb&#252;cher (Material, Personal, Kasse, usw.) in das Hauptbuch, das am Ende der Periode abgeschlossen wird.</p>
<p>Die folgende Abbildung zeigt die harmonische &#196;sthetik, wie sie die venezianische Buchf&#252;hrung auch in das preu&#223;ische Handelsgesetzbuch eingef&#252;hrt hat. Im Jahresabschluss finden wir Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung (kurz GuV oder G+V). In der Bilanz sehen wir rechts, wo das Kapital herkommt, links wie es verwendet wird. Von oben nach unten &#228;ndert sich die Fristigkeit oder Liquidit&#228;t: langfristiges steht oben (Immobilien oder Eigenkapital), kurzfristiges unten (Kassenbestand oder kurzfristige Kredite). Die Bilanz muss immer ausgeglichen sein<strong>, </strong>also links und rechts der gleiche Saldo sein.</p>
<p><a href="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/08/Jahresabschluss-HGB.jpg"><img title="Jahresabschluss-HGB" src="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/08/Jahresabschluss-HGB.jpg" alt="" width="580" height="645" /></a></p>
<p>&#220;ber die Gewinn- und Verlustrechnung ver&#228;ndern wir die Bilanz in der laufenden Periode. Abwertungen des Anlageverm&#246;gens gehen als Abschreibungen in den Aufwand, der Gewinn (Verlust) vergr&#246;&#223;ert (verkleinert) das Eigenkapital. So sieht man auf einen Blick, wie von Periode zu Periode gewirtschaftet wurde. Hier findet der &#246;ffentliche Dienst tausend Ausfl&#252;chte, warum das bei ihm nicht geht, was bei Unternehmen geht:</p>
<p>Er sei nicht Gewinn orientiert. Am Gewinn oder Verlust sieht man, ob das Eigenkapital (vom &#246;ffentlich Dienst mit spitzen Fingern “Nettoposition” genannt) gr&#246;&#223;er oder kleiner wird.</p>
<p>Er k&#246;nne sein Verm&#246;gen nicht bewerten, da es auf dem Markt nicht liquidiert werden k&#246;nne und er habe kein Eigenkapital. Eigentlich auch kein Problem. Bei der Er&#246;ffnungsbilanz bewertet man das Verm&#246;gen (irgendwie), zieht davon ab die Verbindlichkeiten und hat das Eigenkapital. Wehe wenn es negativ ist. Mutige Politiker trauen sich das, wie Roland Koch in Hessen, der <a href="http://www.hessen.de/irj/HMdF_Internet?rid=HMdF_15/HMdF_Internet/nav/2ed/2ed407ff-da17-0c21-f012-f31e2389e481,,,,11111111-2222-3333-4444-100000005002%26_ic_seluCon=67a70eca-86dd-0521-79cd-aae2389e4818%26shownav=false.htm&amp;uid=2ed407ff-da17-0c21-f012-f31e2389e481&amp;shownav=false">2009 mit 58 Mrd € negativem Eigenkapital</a> er&#246;ffnete. Damit wird man leben m&#252;ssen.</p>
<p>Man sieht bei dem Fremdkapital auch Pensionsverpflichtungen, wenn man sie nicht an eine externe Pensionskasse ausgelagert hat. Haben Sie schon mal auf einen Blick die Verschuldung des Bundes inklusive seiner Pensionsverpflichtungen gesehen? Ich will ein weiteres Beispiel eine mutigen Mannes geben, das die Dimensionen der Pensionsproblematik zeigt. Arnold Schwarzenegger zeigte <a href="http://online.wsj.com/article/SB10001424052748703447004575449813071709510.html">in einem Artikel f&#252;r das Wall Street Journal</a>, dass die Pensionsverpflichtungen des Staates Kaliforniens mit den aktuellen Randbedingungen nicht bezahlbar sind.</p>
<p><a href="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/08/Schwarzenegger.jpg"><img title="Schwarzenegger" src="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/08/Schwarzenegger.jpg" alt="" width="489" height="347" /></a></p>
<p>Das dramatische Anschwellen der Pensionslasten liegt in Kalifornien daran, dass bislang Pensionsversprechungen in fester H&#246;he gemacht werden unabh&#228;ngig von den Einzahlungen, w&#228;hrend in Deutschland die Umlagerentenversicherung (Pay-as-you-go) nur das auszahlt, was aktuell auch hereinkommt. Ein normaler Industriebetrieb weist solche Pensionsrisiken in den Pensionsr&#252;ckstellungen auch f&#252;r die n&#228;chsten 10 und 20 Jahre aus. W&#252;ssten Sie, in welchem Werk Sie nachsehen m&#252;ssten, wenn Sie wissen wollen, wie sich die Pensionslasten der Bundesbeamten in den n&#228;chsten 10 Jahren entwickeln? Haben Sie schon mal eine Bundeskanzlerin oder einen Ministerpr&#228;sidenten im Handelsblatt schreiben gesehen, dass es so mit den Pensionszusagen f&#252;r unsere Beamte nicht weiter gehen kann, weil das nicht finanzierbar ist und man das jetzt &#228;ndern wird?</p>
<p>Erstellt man eine Bilanz und eine GuV (und nach IFRS noch zus&#228;tzlich eine Cash-Flowrechnung), dann ist das das externe Rechnungswesen. In der Wirtschaft wird das von einem Wirtschaftspr&#252;fer mit &#246;ffentlichem Glauben testiert (oder nicht). Das ist seit dem Mittelalter so. Die Bilanzen sind dann einerseits Grundlage f&#252;r die Kreditw&#252;rdigkeit (Bonit&#228;t) bei Banken und anderen Gl&#228;ubigern. Entweder wird man extern gerated (wie zum Beispiel die Bundesverwaltung der USA 2011 in der Kreditw&#252;rdigkeit von Standrad &amp; Poors herabgestuft wurde) oder die Banken raten intern wegen Basel II (oder III), da von der Kreditw&#252;rdigkeit ihrer Kunden die Zinsen f&#252;r Kredit der Banken bei der Bundesbank abh&#228;ngen (also beim Buchgeld drucken oder Geldmengen erweitern). Zudem freuen sich die Aktion&#228;re oder Gesellschafter, wenn eine saubere Buchf&#252;hrung ihnen Gewinne zeigen, die dann ausgesch&#252;ttet werden k&#246;nnen oder investiert werden k&#246;nnen. Als Dritter verl&#228;sst sich auch der Staat auf die Bilanz. Mit ein paar kleinen &#196;nderungen wird der Jahresabschluss dann als Bemessensgrundlage f&#252;r die Kapitalertragssteuer und die Gewerbesteuer (f&#252;r die Kommunen ganz wichtig) genommen.</p>
<p>Nun ist das Aufstellen eines testierten Jahresabschlusses eine Menge Arbeit. F&#252;r die Ver&#246;ffentlichungspflicht aber hat der Gesetzgeber im Handelsgesetzbuch HGB klare Gr&#246;&#223;enklassen definiert, an denen sich die Berichtspflicht orientiert. Grunds&#228;tzlich gilt: ganz gro&#223;e m&#252;ssen viel erkl&#228;ren, um ihre Eigner und Gl&#228;ubiger zu sch&#252;tzen (in Deutschland legt man mehr Wert auf den Schutz der Gl&#228;ubiger, im anglomerikanischen Erlebnisraum mehr auf die Eigent&#252;mer, da dort das Aktienwesen viel verbreiteter ist als Finanzierungsquelle statt Krediten) . Bei kleineren Unternehmen muss man allerdings aufpassen, dass man nicht gegen den Datenschutz verst&#246;&#223;t, weil man personenbezogene Daten des Eigent&#252;mers ver&#246;ffentlicht. Deshalb m&#252;ssen diese weniger zeigen. Die Gr&#246;&#223;enklassen nach §267 HGB zeigt die folgende Abbildung:</p>
<p><a href="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/08/Groessenklassen.jpg"><img title="Groessenklassen" src="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/08/Groessenklassen.jpg" alt="" width="480" height="184" /></a></p>
<p>Ganz kleine mit weniger als 500.000 € Jahresumsatz und weniger als 50.000 € &#220;berschuss l&#228;sst man au&#223;en vor und sagt zur Steuerfestsetzung reicht eine <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Einnahmen%C3%BCberschussrechnung">Einnahme-/&#220;berschussrechnung (E&#220;R)</a>. Man erfasst Einnahmen und Ausgaben einer Periode, holt sich aus einem Anlagespiegel noch Abschreibungen und schon liegt der &#220;berschuss fest.</p>
<p>Je kleiner also ein Unternehmen ist, desto weniger muss es der &#214;ffentlichkeit zeigen. Vor ein paar Jahren hat der Gesetzgeber nun etwas v&#246;llig faszinierendes gemacht, was man neudeutsch Open Data nennen w&#252;rde. Die Unternehmen sind nicht nur verpflichtet, ihre Jahresabschl&#252;sse im Registergericht zu hinterlegen. Sie m&#252;ssen sie elektronisch ver&#246;ffentlichen. Kleine Kapitalgesellschaften nur die Bilanz, gro&#223;e auch die GuV und den Lagebericht.  Und das sch&#246;nste ist: jedermann kann sie kostenlos im elektronischen Bundesanzeiger nachlesen, der vom Bundesjustizministerium herausgegeben wird:<a href="https://www.ebundesanzeiger.de/">Elektronischer Bundesanzeiger</a>. Hier kann sich jeder schlau machen und bedienen, wenn er z.B. Bilanzbenchmarks durchf&#252;hren will, um zusehen, wer effizienter und effektiver arbeitet. Ein Wunderwerk von Normenklarheit und Transparenz.</p>
<p>Hier ist als Beispiel ein Ausschnitt aus dem Jahresabschluss der Deutschen Telekom AG (entnommen aus dem <a href="https://www.ebundesanzeiger.de/">elektronischen Bundesanzeiger</a>). Die Aufstellung erfolgt nicht nach HGB sondern nach IFRS (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/IFRS">International Financial Reporting Standards</a>), also kurzfristige Positionen zuerst, langfristige sp&#228;ter.</p>
<p><a href="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/08/Telekom13.jpg"><img title="Telekom1" src="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/08/Telekom13.jpg" alt="" width="650" /></a></p>
<p><a href="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/08/Telekom1a1.jpg"><img title="Telekom1a" src="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/08/Telekom1a1.jpg" alt="" width="650" /></a></p>
<p>In der GuV sieht man, dass 2010 bei 62 Mrd. € Umsatz fast 1 Mrd. € Ertragssteuern gezahlt wurden (bezogen auf den Bund als gro&#223;em Eigent&#252;mer ein In-Sich-Gesch&#228;ft <img src="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif" alt=":-)" /> .</p>
<p><a href="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/08/Telekom22.jpg"><img title="Telekom2" src="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/08/Telekom22.jpg" alt="" width="650" /></a><br />
Auch wird im Jahresabschluss 2010 der Deutschen Telekom AG eine Kapitalflussrechnung (Cashflow-Statement) gezeigt</p>
<p><a href="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/08/Telekom3.jpg"><img title="Telekom3" src="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/08/Telekom3.jpg" alt="" width="650" /></a></p>
<p>Man sieht, dass man auch bei einem gro&#223;en Konzern mit 250.000 Mitarbeitern sein finanzielles Ergebnis in kaufm&#228;nnischer Buchf&#252;hrung ordentlich darstellen kann.</p>
<h3><strong>E-Bilanz</strong></h3>
<p>Und weil das so sch&#246;n funktioniert mit dem Abschluss nach dem HGB f&#252;r alle gleich und mit <a href="https://www.elster.de/">ELSTER</a> f&#252;r die Einkommensteuer und die Umsatzsteuervoranmeldung, hat der Staat gesagt, da setzt ich ich noch einen drauf: seid so nett und schickt mir Eure Bilanzen elektronisch: <a href="http://www.bundesfinanzministerium.de/DE/Wirtschaft__und__Verwaltung/Steuern/001-e-Bilanz.html">E-Bilanz</a>. Damit ich die Steuerfestsetzungen mit IT unterst&#252;tzen kann und alle Bilanzen in ein Datawarehouse packen kann, um auff&#228;llige Besonderheiten automatisch ermitteln zu lassen. Finde ich toll. B&#252;rokratieabbau und Chance zur Effizienzerh&#246;hung. Sogar ohne Qualsignatur.  Manche sagen, dass mit den Abweichungen vom HGB und dem elektronischen Anschluss an alle Finanzbuchhaltungen der Wirtschaft ein Milliardenaufwand entsteht (siehe heise: <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Wirtschaft-wettert-gegen-Einfuehrung-der-E-Bilanz-1325333.html">Wirtschaft wettert gegen Einf&#252;hrung der E-Bilanz</a>). Wieder andere sagen, dass die zus&#228;tzliche Datenerhebung ein erheblicher B&#252;rokratieaufbau (<a href="http://www.muenchen.ihk.de/mike/WirUeberUns/Anhaenge/IHK-Position-E-Bilanz-Maerz-2011.pdf">178 Pflichtfelder statt 23</a>) darestelle und ein Totalr&#252;ckzug wie bei <a href="http://www.das-elena-verfahren.de/">ELENA</a> drohen k&#246;nnte. Aber der Ansatz, standardisierte Verfahren bundeseinheitlich elektronisch abzuwickeln, ist m.E. der richtige.</p>
<p>Nun k&#246;nnte man denken, der Staat wei&#223; als Gesetzgeber exakt, wie man ordentlich kaufm&#228;nnische Buchf&#252;hrung erbringt, Rechnung legt und Transparenz schafft. Man k&#246;nnte denken, dann schauen wird dort nach, was er mit unseren Steuern gemacht hat, wo wir Eigent&#252;mer und Kunde zugleich sind. Weit gefehlt. Sehr weit gefehlt.</p>
<h3><strong>Kameralistik</strong></h3>
<p>Der Begriff <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kameralistik">Kameralistik</a> leitet sich ab von der Kammer, in der die Schatztruhe steht. Auch der Schatzmeister (englisch Treasurer) und der K&#228;mmerer haben ihren Namen daher. Die kameralistische Buchf&#252;hrung wurde erst nach der kaufm&#228;nnischen entwickelt. Sie zeigte sich erstmals 1762 durch den &#246;sterreichischen Hofrat Puechberg.</p>
<p>Der Haushalt besteht aus einem Verwaltungshaushalt (Einnahmen und Ausgaben) und einem Verm&#246;genshaushalt (Verm&#246;gen und Schulden). Wesentlicher Unterschied zur kaufm&#228;nnischen Buchf&#252;hrung ist, dass Ein- und Auszahlungen nicht periodengerecht abgegrenzt werden (z.B. gehen bei der kaufm&#228;nnischen Buchf&#252;hrungen Auszahlungen f&#252;r eine Leistung, die in der n&#228;chsten Periode erbracht werden, als Aufwand in die n&#228;chste Periode nicht in die aktuelle). Auch wird der Ressourcenverbrauch  nicht periodengerecht abgebildet (z.B. werden Abschreibungen (Minderung des Verm&#246;genswertes)  nur im Verm&#246;genshaushalt abgebildet, w&#228;hrend der ordentliche Kaufmann sie auch Aufwendung in der GuV zeigt). Der Staat f&#252;hrt seine B&#252;cher also wie der Unternehmer, der wegen seiner geringen Ums&#228;tze nur eine <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Einnahmen%C3%BCberschussrechnung">Einnahme&#252;berschussrechnun (E&#220;R)</a> durchf&#252;hrt. Fr&#252;her gab es daf&#252;r die Bezeichnung Minderkaufmann im HGB:</p>
<blockquote><p>§ 4  Minderkaufmann</p>
<p>(1) Die Vorschriften &#252;ber die Firmen, die Handelsb&#252;cher und die Prokura finden keine Anwendung auf Personen, deren Gewerbebetrieb nach Art oder Umfang einen in kaufm&#228;nnischer Weise eingerichteten Gesch&#228;ftsbetrieb nicht erfordert.</p></blockquote>
<p>Der Minderkaufmann ist im HGB ersatzlos gestrichen worden, aber der Staat f&#252;hrt sein B&#252;cher noch wie selbiger.</p>
<p>W&#228;hrend der Kaufmann sein externes Rechnungswesen nur im Nachhinein offenbaren und je nach Gr&#246;&#223;e testieren muss und er zur Budgetierung nicht verpflichtet ist, steht bei der &#246;ffentlichen Hand der Haushaltsplan im Vordergrund. Lustvoll wird der Haushalt aufgestellt und &#252;ber die H&#246;he der Neuverschuldung im politischen Raum gestritten. In den USA ist es im Bundesbudget &#252;blich, dass nur 50% der Ausgaben durch Einnahmen gedeckt sind, der Rest wird durch neue Schulden bezahlt. Das f&#252;hrte nun zur Abwertung der Kreditw&#252;rdigkeit von AAA auf AA- (siehe <a href="http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/:us-schuldendebakel-s-p-wird-usa-das-aaa-jahrelang-verweigern/60088694.html">Financial Times Deutschland</a> “S&amp;P wird USA das “AAA” jahrelang verweigern. Die Ratingagentur erwartet f&#252;r eine bessere Bonit&#228;tsbewertung eine sinkende Schuldenlast bis 2021″) und damit zur Verteuerung von Zinsen. In Deutschland ist die Kreditw&#252;rdigkeit noch hoch, die Zinsen niedrig, also wird noch lustig weiterverschuldet.</p>
<p>Der Haushaltsplan wird in Kapiteln und Titeln mit hoher Detailtiefe aufgestellt  und man verliert die &#220;bersicht, wie die Verschuldung steigt und welche Pensionslasten man sich durch die Auszahlungen einhandelt (in einem Land mit abnehmender Bev&#246;lkerung steigende Pensionslasten und Schulden aufzub&#252;rden ist katastrophal). Der Haushaltsvollzug ist dann weniger interessant, es sei denn, die neuen Schulden reichen immer noch nicht aus, um die Ausgaben zu decken, dann kommt es zu Nachtragshaushalten. Die Haushaltsrechnung wird nicht von allen Gebietsk&#246;rperschaften in ein zentrales Register gemeldet wie bei dem elektronischen Bundesanzeiger f&#252;r alle Unternehmen der Wirtschaft (ohne “Minderkaufleute”). Man muss sie verstreut &#252;ber die ganze Republik &#252;ber alle Ebenen (Bund, L&#228;nder, Kommunen) suchen. Dennoch findet man sie manchmal auch elektronsich wie hier am Beispiel des <a href="http://www.bundesfinanzministerium.de/nn_28274/DE/Wirtschaft__und__Verwaltung/Finanz__und__Wirtschaftspolitik/Bundeshaushalt/Haushalts-und-Vermoegensrechnung/Haushaltsrechnung_202010,templateId=raw,property=publicationFile.pdf">Bundes f&#252;r 2010 (Seite2)</a> gezeigt wird:</p>
<h3><a href="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/08/Bund2010.jpg"><img title="Bund2010" src="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/08/Bund2010.jpg" alt="" width="641" height="340" /></a></h3>
<p>Schnell ist zu erkennen, dass die Neuverschuldung 36 Mrd. € geringer ausgefallen ist als vom Finanzminister geplant, aber 10 Mrd. € mehr als 2009. Und f&#252;r 11,4% der Ausgaben hat der Bund keine Einnahmen sondern leiht sich Geld. Im Gegenteil. Ende 2009 beschloss er, leistungslos den Hoteleigent&#252;mern jedes Jahr eine Milliarde € zu schenken durch Herabsetzung der Mehrwertsteuer f&#252;r einen Teil des Umsatzes diese Betriebe.</p>
<p>Weiter unten erf&#228;hrt man dann, dass f&#252;r das Verteidigungsministerium 32 Mrd. € und f&#252;r die Bundesschuld 34 Mrd. € ausgegeben wurden. Man erf&#228;hrt nicht, wie das Verteidigungsministerium eine Umstrukturierung ohne Bedrohungsanalyse machen konnte, wie kritisch reflektiert wird, dass die Bundeswehr seit 10 Jahren sieglos in Afghanistan ist oder warum immer noch Panzer in der L&#252;neburger Heide fahren, obwohl die nur in Saudi-Arabien zur Bek&#228;mpfung von B&#252;rgern gebraucht werden. Man erf&#228;hrt nur, wie die Abweichung von Ist zu Soll sich entwickelt hat. Nicht ausgewiesen wird aber wie in der einfachen Bilanz des HGBs, wie sich Schulden und Pensionslasten entwickelt habenim Vergleich zu Vorperiode. Eine Konzernbilanz, in der auch alle Beteiligungen des Bundes konsolidiert w&#228;ren, gibt es auch nicht. Aber man erf&#228;hrt in gro&#223;er Detailtiefe auf fast 1.500 Seiten spannende Dinge wie z.B. dass die Pensionszahlungen an ehemalige Bedienstete der Deutschen Z&#252;ndwaren-Monopolgesellschaft 26.251,09 € weniger ausmachten als geplant.</p>
<p>Zusammenfassend kann man sagen, dass dieses Rechenwerk nicht geeignet ist, um dem Eigent&#252;mer (dem B&#252;rger) Rechenschaft &#252;ber wesentliche Ergebnisse der T&#228;tigkeit zu geben oder dem Gl&#228;ubiger Aussichten &#252;ber die Kreditw&#252;rdigkeit zu geben. Zum Steuern eignet sich das Rechenwerk auch nicht, da wesentliche Dinge fehlen (wie die Entwicklung der Verschuldung). Gerade noch erkennbar ist, dass es auch 2010 nicht gelungen ist, eine Trendumkehr in Richtung Schuldenbremse oder gar ausgeglichenen Haushalt zu erwirken, sondern im Gegenteil die Verschuldung beschleunigt stiegt.</p>
<h3><strong>Neues Steuerungsmodell (NSM) / New Public Management (NPM)</strong></h3>
<p>In den 1980er Jahren schwappten neoliberale Reformwellen durch den angloamerikanischen Raum. Reagan und Thatchter wollten die ausufernde Staatsverschuldung eind&#228;mmen und die Steuern (insbesondere f&#252;r die Reichen) senken. Dem Taylorismus und der Weber’schen B&#252;rokratisierung setzten sie eine Verschlankung des Staates, eine Privatisierung von Staatst&#228;tigkeiten (Bahnen und Busse, Post, Telekommunikation, Wasser, Strom, M&#252;ll<strong>, </strong>usw.) und eine &#196;nderung des Managementstils entgegen. Clinton und Blair setzten das fort, in einigen anderen L&#228;ndern setzte man darauf auf wie der Schweiz oder Neuseeland. Das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/New_Public_Management">New Public Management</a> in Neuseeland wurde auch Vorbild f&#252;r das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Neues_Steuerungsmodell">Neue Steuerungsmodell</a> (NSM) in Deutschland.</p>
<p>Bis auf die Umverteilung von unten nach oben scheiterten fast alle Reformbem&#252;hungen: die &#246;ffentliche Infrastruktur verrottet (Unf&#228;lle im Schienenverkehr um London, in New Orleans brechen die Deiche), die Gesundheitswesen sind weiter reformbed&#252;rftig, die &#246;ffentliche Verschuldung ist rasant gestiegen  (auch durch enthemmte Kriege von Reagan, Thatcher, Clinton, Blair). Allein beim Managementstil hat es leichte &#196;nderungen ergeben.</p>
<p>F&#246;rdert die Kameralistik einen Hang zum reinen Liquidit&#228;tsmanagement, so zeigt die Doppik besser den tats&#228;chlichen Ressourcenverbrauch. Aber anstatt einfach das Jahrhunderte lang bew&#228;hrte Rechnungswesen des HGBs auch anzuwenden und wie die Wirtschaft darauf basierend einen Budgetierungsprozess zu f&#252;hren, erbastelte man sich kunstvolle theoretische L&#246;sungen, die nirgends auf der Welt Evidenz gezeigt hatten (im Gesundsheitswesen ist es v&#246;llig undenkbar, unbewiesene Medizin ohne Evidenz einzusetzen und von den Versicherten bezahlen zu lassen, aber in der Politik geht das). So wurde das externe Rechnungswesen um ein internes Rechnungswesen erg&#228;nzt. Man baute eine nicht standardisierte KLR (Kosten- und Leistungsrechnung) und setzte daraus abgeleitete Produkte auf. Also zum Beispiel als Produkt: ein Kitaplatz f&#252;r einen Monat, 1 km Stra&#223;e oder die Betreuung eines Gefangenen im Knast f&#252;r ein Jahr. Dann glaubte man, dass kamerale Haushaltspolitiker, die vorher in den Mysterien der Kapitel und Titel der Ein- und Auszahlungen wie ein Minderkaufmann gepokert hatten, nun rational w&#252;rden und der Verwaltung vorgeben w&#252;rden, welche Produkte sie zu produzieren h&#228;tte und welche Ressourcen daf&#252;r insgesamt eingesetzt werden d&#252;rften. Das ging f&#252;rchterlich in die Hose.</p>
<p>Mittlerweile gibt es Gutachten oder Meinungen, die sagen, dass die Einf&#252;hrung des NSM/NPM keine Verbesserung gebracht hat, sondern eine Aufbl&#228;hung der B&#252;rokratie ohne die zugeh&#246;rigen Effizienzgewinne (<a href="http://www.sowi.rub.de/mam/content/regionalpolitik/evaluation_kommunaler_verwaltungsmodernisierung.pdf">Bogumil</a>, <a href="http://homepage.ruhr-uni-bochum.de/joerg.bogumil/Downloads/Tagung/TagungSept04Hoerrmann.pdf">H&#246;rrmann</a>).</p>
<p>Manche Kritiker sagen, dass die Gr&#252;nde f&#252;r das Scheitern daran l&#228;gen, dass der Staat nun mal die Zielsetzung h&#228;tte, sich am Gemeinwohl zu orientieren statt am Gewinn wie die Wirtschaft. Das mag dem Zweck dienen, erkl&#228;rt aber nicht die Unf&#228;higkeit, bew&#228;hrte Werkzeuge zu benutzen. Der Staat nutzt auch die gleichen Fahrzeuge, Computer, Wasserversorgungen, Immobilien wie die Wirtschaft. Warum soll ein Rechnungsstil f&#252;r das Gemeinwohl anders aussehen? Kameralistik verhindert &#220;berschuldung nicht besser als Doppik. Selbst die neoliberalen, angloamerikanischen  Vorreiter mussten Abstufungen bei den Ratings von AAA auf AA- hinnehmen (z.B. USA oder Stadt Mailton in Neuseeland). Aber nicht wegen der Doppik, sondern wegen der Beteiligung an beutelosen Kriegen auf Schulden.</p>
<p>Die Governance-Struktur der gro&#223;en Entit&#228;ten ist nicht anders als die des Staates: Cer Aktion&#228;re-Hauptversammlung-Vorstand ist nicht weit entfernt von der B&#252;rger-Parlament-Regierung.</p>
<p>Die Ursachen f&#252;r die mangelhafte Umsetzungsf&#228;higkeit m&#252;ssen also woanders liegen.</p>
<h3><strong>Chaos in Bund, Land und Gemeinden<br />
</strong></h3>
<p>Erinnern wir uns daran, dass das HGB f&#252;r alle Kaufleute im gesamten Bundesgebiet gleich gilt. Nun k&#246;nnte man meinen, dass der selbe Gesetzgeber mit dessen f&#246;deralen Strukturen dieses HGB entstanden ist, auch f&#252;r sich selbst &#228;hnliche Strukturen aufsetzt, weil sie sich bew&#228;hrt haben. Wie aber sieht es aus?</p>
<p>Die Innenminister der L&#228;nder f&#252;hren in den Bundesl&#228;ndern die Kommunalaufsicht.  Am 21.11.2003 beschloss die Innenministerkonferenz, die Kameralistik um die Doppik zu erg&#228;nzen. Neben dem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Haushaltsgrunds%C3%A4tzegesetz">Haushaltsgrunds&#228;tzegesetz</a> wurden die Gemeindeordnungen ge&#228;ndert, um f&#252;r die &#246;ffentlichen Verwaltungen mehr Kostentransparenz, Kostenvorteile und effizienteres Arbeiten zu erzielen. Bis sp&#228;testens 2012 sollte die Umstellung abgeschlossen sein. So hei&#223;t es im <a href="http://www.gesetze-im-internet.de/hgrg/__1a.html">Haushaltsgrunds&#228;tzegesetz</a>:</p>
<blockquote><p>§ 1a Haushaltswirtschaft</p>
<p>(1) Die Haushaltswirtschaft kann in ihrem Rechnungswesen im Rahmen der folgenden Vorschriften kameral oder nach den Grunds&#228;tzen der staatlichen doppelten Buchf&#252;hrung nach § 7a (staatliche Doppik) gestaltet werden. Die Aufstellung, Bewirtschaftung und Rechnungslegung des Haushalts kann gegliedert nach Titeln, Konten oder Produktstrukturen (Produkthaushalt) erfolgen.</p></blockquote>
<p>Hier wurde der Grundstein f&#252;r das Chaos gelegt. Einige Bundesl&#228;nder f&#252;hrten ihre Kommunen stringent zur Doppik, z.B. NRW mit dem Neuen Kommunalen Finanzwesen. Andere gaben den Rechnungsstil f&#252;r ihre Kommunen frei (Bayern, Th&#252;ringen). Andere sagten, bis 2016 reicht auch (Baden-W&#252;rttemberg). Man muss es sich auf der Zunge zergehen lassen und solch ein Chaos in der Wirtschaft sich vorstellen: Daimler in Stuttgart legt kameral Rechnung, Evonik in Essen nach HGB und Otto in Hamburg vielleicht nur nach US-GAAP? Und es gibt keine zentrale Stelle, wo man alle Jahresabschl&#252;sse der Kommunen online nachlesen kann wie im E-Bundesanzeiger?</p>
<p>Auch auf L&#228;nderebene herrscht Chaos: Hamburg und Hessen legen kaufm&#228;nnisch Rechnung und hatten den Mut, ein erhebliches negatives Eigenkapital in der Er&#246;ffnungsbilanz auszuweisen. Dagegen sieht Berlin seit langem keinen Anlass, auf die Kameralistik zu verzichten (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Thilo_Sarrazin">Sarrazin</a>), weder f&#252;r das Land, noch f&#252;r die kommunalen Bezirke. Schlimmer noch: in Berlin war man nach Angaben des Rechnungshofes nicht mal in der Lage, kameral richtig zu buchen, sondern griff in die unterliegende Datenbank der Haushaltsanwendung ein, um <a href="http://www.berlin.de/imperia/md/content/rechnungshof2/jahresbericht2002.pdf">Buchungen zu “korrigieren”</a> . NRW m&#252;ht sich ab und schleppt sich seit Jahren mit EPOS herum.</p>
<p>Beim Bund weigert man sich, eine Doppik einzuf&#252;hren. Das Projekt Modernisierung des Haushalts- und Rechnungswesens – <a href="http://www.bundesfinanzministerium.de/nn_4314/DE/Wirtschaft__und__Verwaltung/Finanz__und__Wirtschaftspolitik/Projekt-MHR/node.html?__nnn=true">MHR</a> sieht keinen Nutzen, dass Staat und Wirtschaft gleich Rechnung legen. ” (Siehe auch: Volker Oerter: “<a href="http://www.government2020.de/blog/?p=219">Reformflaute im Bundestag? Stillstand beim Projekt „MHR“</a>“.) Die positiven Beispiele von Post, Telekom und Bahn, die von kameraler auf kaufm&#228;nnische Buchf&#252;hrung umgestellt haben, beeindrucken nicht.</p>
<p>So sah dann 2008 der chaotische Flickenteppich ungef&#228;hr so aus:</p>
<p><a href="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/08/Reformstand20081.jpg"><img title="Reformstand2008" src="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/08/Reformstand20081.jpg" alt="" width="650" /></a>Detaillierter, aktueller  und nach L&#228;ndern und Kommunen differenzierter ist der Flickenteppich auf <a href="http://www.haushaltssteuerung.de/dokumente/auf-einen-blick-haushaltsreformen-in-deutschland.pdf">Haushaltssteuerung.de</a> dargestellt.</p>
<p>Zusammenfassend kann man feststellen, dass in Bund, L&#228;ndern und Gemeinden ein Wirrwarr vorn Rechnungsstilen herrscht. Anders als in der Wirtschaft entzieht man sich systematisch der Vergleichbarkeit, verhindert man aktiv Transparenz, in dem man es unterl&#228;sst, die Berichte des Wirtschaftens mit Steuergeldern zentral zu hinterlegen wie es die Wirtschaft im elektronischen Bundesanzeiger tut.</p>
<h3><strong>Wir k&#246;nnen auch anders</strong></h3>
<p>Die Freie und Hansestadt Hamburg zeigt, das es auch anders geht. Zum 1.1.2006 wurde eine <a href="http://www.hamburg.de/geschaeftsberichte/23796/start-eb-2006.html">Er&#246;ffnungsbilanz</a> vorgelegt und <a href="http://www.hamburg.de/geschaeftsberichte/23794/start.html">seither kaufm&#228;nnisch Rechnung</a> gelegt. Seit <a href="http://www.hamburg.de/860992/start.html">2007</a> wird auch eine Konzernbilanz ver&#246;ffentlicht. Werfen wir einen Blick in den <a href="http://www.hamburg.de/contentblob/2620718/data/geschaeftsbericht-2009.pdf">Gesch&#228;ftsbericht 2009</a>:</p>
<p><a href="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/08/Hamburg-GuV1.jpg"><img title="Hamburg-GuV1" src="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/08/Hamburg-GuV1.jpg" alt="" width="520" height="508" /></a><a href="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/08/Hamburg-GuV2.jpg"><img title="Hamburg-GuV2" src="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/08/Hamburg-GuV2.jpg" alt="" width="516" height="291" /></a></p>
<p>Was sagen uns die Zahlen aus der GuV? Zun&#228;chst einmal hat Hamburg 2009 ein Konzernbilanzergebnis von -3,376 Mrd. € bei 15,3 Mrd € Ertr&#228;gen.  F&#252;r die Abschreibungen von 1,5 Mrd € m&#252;sste eigentlich investiert werden, um den Wert der Anlagen zu erhalten, was nach Auskunft des Hamburger Rechnungshofes zu wenig geschieht (siehe: “<a href="http://www.welt.de/print/die_welt/hamburg/article13529583/Rechnungshof-Stadt-droht-zu-verfallen.html">Rechnungshof: Stadt droht zu verfallen</a>“). Aber 1,2 Mrd. € werden f&#252;r Zinsen aufgewendet. Das ist grauenhaft. Aber es kommt in der Bilanz noch schlimmer.</p>
<p><a href="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/08/Hamburg-Passiv.jpg"><img title="Hamburg-Passiv" src="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/08/Hamburg-Passiv.jpg" alt="" width="606" height="456" /></a></p>
<p><a href="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/08/Hamburg-Passiv.jpg"></a>Das Eigenkapital, das bei der Er&#246;ffnungsbilanz im Januar 2006 des Kernunternehmens noch 35 Mrd. € betrug ist vollst&#228;ndig aufgezehrt (da keine Einlagen von “Aktion&#228;ren” oder “Gesellschaftern” geleistet wurde, wurde in der Er&#246;ffnungsbilanz das Eigenkapital als Saldo von Verm&#246;gen abz&#252;glich Sonderposten, R&#252;ckstellungen und Verbindlichkeiten mit 4 Mrd. € errechnet, bei der ersten Konzernbilanz 2007 betrug es 2,7 Mrd. €). Die Pensionsr&#252;ckstellungen betragen auch schon 20 Mrd. €.</p>
<p>Nun waren die Jahre 2008 und 2009 wegen der Weltfinanzkrise gerade f&#252;r Kommunen katastrophal. Dennoch sind die Strukturen der Bilanz und der GuV schrecklich und man sieht ohne viel Detailkenntnisse, dass hier was ge&#228;ndert werden muss. Es ist dem Hamburger Senat hoch anzurechnen, dass er in hanseatischer Kaufmannstradition die Zahlen klar und wahr auf den Tisch legt und nicht den B&#252;rger mit 1.500 Seiten Papier kameral den Blick vernebelt. In 2010 und 2011 hat sich die Situation wegen der guten Wirtschaftslage wieder etwas entspannt.</p>
<p>Die Hamburger sagen von sich, dass sie von der Gr&#246;&#223;e her wie ein mittlerer DAX-Konzern sind. Vergleicht man die Zahlen mit denen der Telekom AG oben sieht man, dass die Gr&#246;&#223;enordnungen stimmen.</p>
<h3><strong>Erbarmen, die Hessen kommen!</strong></h3>
<p>Zum 1.1.2009 hat das <a href="http://www.hessen.de/irj/HMdF_Internet?cid=6bc7b48a4eb023087732b0bd03627609">Bundesland Hessen eine Er&#246;ffnungsbilanz</a> vorgelegt. Roland Koch hatte den Mut, 58 Mrd. € negatives Eigenkapital auszuweisen. Begr&#252;ndet wird die hohe negative Differenz von Verm&#246;gen zu Kapital u.a. damit, dass sich die Investitionen in Bildung beim Land durch den Personalaufwand nicht aktivieren lassen (w&#228;hrend Kommunen ihre Schulen im Verm&#246;gen f&#252;hren). So sind denn auch die R&#252;ckstellungen f&#252;r Pensionen mit 40 Mrd. € in &#228;hnlicher Gr&#246;&#223;enordnung wie die Verbindlichkeiten mit 42 Mrd. €.<strong> </strong></p>
<p>Die <a href="http://www.hessen.de/irj/servlet/prt/portal/prtroot/slimp.CMReader/HMdF_15/HMdF_Internet/med/739/73970eca-86dd-0521-79cd-aae2389e4818,22222222-2222-2222-2222-222222222222,true">Einf&#252;hrung der Doppik</a> ist in Hessen sehr umfassend (was auch zu einem Einf&#252;hrungsaufwand von &#252;ber 250 Mio € gef&#252;hrt hat). Es wird nicht nur f&#252;r das gesamte Land eine Bilanz erstellt , sondern jedes Ressort macht einen eigenen Abschluss, was das Land dann konsolidiert. Bereinigt wurden bei der Einf&#252;hrung auch Unstimmigkeiten im kameralen Haushalt wie die Tatsache, dass die Ausweisungen in den IT-Titeln nur die H&#228;lfte des gesamten IT-Umsatzes des landeseigenen IT-Dienstleisters auswiesen und der Rest irgendwo im Haushalt versteckt war. Im dpooischen Konzernrechnunsgwesen geht diese Intransparenz nicht mehr.<strong> </strong></p>
<p>Die Zahlen zeigen, dass Hessen immer noch nicht aus der Verschuldungsfalle heraus ist, aber man hat nun das Instrumentarium, um Eigent&#252;mern (B&#252;rgern) und Gl&#228;ubigern die Verh&#228;ltnisse klar darzulegen. Im August 2011 hat Hessen erneut eine <a href="http://www.hmdf.hessen.de/irj/HMdF_Internet?rid=HMdF_15/HMdF_Internet/nav/836/8363e869-0668-a01a-3b21-7197ccf4e69f,da729731-6a1d-131f-012f-31e2389e4818,,,11111111-2222-3333-4444-100000005004%26_ic_uCon_zentral=da729731-6a1d-131f-012f-31e2389e4818.htm&amp;uid=8363e869-0668-a01a-3b21-7197ccf4e69f">Anleihe aufgelegt</a> und bekommt wegen des S&amp;P Ratings von AA ertr&#228;gliche Konditionen von 3% Zinsen durchgesetzt, anders als zum Beispiel Spanien.<strong><br />
</strong></p>
<h3><strong>Ein Wort zu Ratings</strong></h3>
<p>Hier soll noch kurz auf Ratings eingegangen werden. Die Bonit&#228;t von Schuldnern muss gemessen werden. Banken m&#252;ssen ihre Gl&#228;ubiger nach <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Basel_II">Basel II</a> raten, weil von der Bonit&#228;t der Schuldner die Kosten f&#252;r die Kredite bei der Refinanzierung der Banken bei den Zentralbanken (also der Gelddruckpresse) abh&#228;ngt. Dieses interne Rating der Banken kann auch extern erfolgen. Dazu gibt es private Ratingagenturen. Diese sind umstritten, zumal auch Ratinganpassungen Krisen versch&#228;rfen k&#246;nnen. Aber die internationalen Gesetzgeber haben nicht mal die Finanzkrise 2008 dazu genutzt, wenigstens f&#252;r die staatlichen Schuldner gesetzliche Ratingverfahren zu etablieren. Also muss man, so lange der Staat Nachtw&#228;chter spielt und keinen weckt, mit den M&#228;ngeln der privaten Ratingagenturen leben.</p>
<p>Die Ratings sind wie Schulnoten. Bei gute Noten zahlt man wenig Zinsen, bei schlechten, kann es passieren, dass einem keiner Geld leiht. Die gro&#223;en Agenturen haben unterschiedliche Noten, lassen sich aber ineinander &#252;berf&#252;hren, wie die Tabelle aus <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ratingagentur">Wikipedia</a> zeigt:</p>
<p><a href="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/08/Ratings-wikipedia1.jpg"><img title="Ratings-wikipedia" src="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/08/Ratings-wikipedia1.jpg" alt="" width="650" /></a></p>
<p>Nun sollte man die einzelnen Ratings nicht &#252;berbewerten. Schlimm aber ist der Trend. In den gro&#223;en L&#228;ndern des Westens bekommen wir demographische Probleme (abnehmende Bev&#246;lkerung) und wir schaffen es nicht, den Trend zu brechen, die Staatsverschuldung steigen zu lassen, die immer weniger Menschen mit haupts&#228;chlich Mehrwert- und Einkommenssteuer zu bezahlen haben. Dementsprechend wurde nach dem Haushaltszirkus, den Obama mit seinen beiden Kammern veranstaltet hat, das Rating von AAA auf AA- herabgesetzt. Japan ist schon auf Aa3 gesunken. Griechenland ist auf Junk-Level (Schrott). Bund und Berlin haben noch AAA, aber Hamburg (AA-) und Hessen (AA) haben Federn gelassen. Hier sieht der B&#252;rger in drei Buchstaben, wie mit seinem Geld gewirtschaftet wird. Und das ist keine lokale Besonderheit, sondern ein Trend in der westlichen Gesellschaft.</p>
<p>Manche Leute (z.B. der <a href="http://www.deweles.de/files/mathematik.pdf">Wirtschaftsmathematiker J&#252;rgen Kremer</a>) sagen, dass wir unser gesamtes Wachstum daf&#252;r verbrauchen, die steigende Zinslast f&#252;r unsere Staatsverschuldung zu tragen, sodass f&#252;r Reallohnsteigerungen keine Masse mehr bleibt. Die Verschuldung ist also aktive Umverteilungspolitik, die, wie man in den USA sieht, auch nicht funktioniert. Hier ist also Handlungsbedarf.</p>
<h3><strong>Ein Wort zur technischen Umsetzung</strong></h3>
<p>Ein Blick auf die technische Umsetzung wirft einen erhellenden Blick auf die Verschwendung von Steuergeldern. Steuerberater, die die Buchf&#252;hrung f&#252;r Mandaten &#252;bernehmen, stehen vor dem Problem, dass ein Teil der Mandatschaft eine kaufm&#228;nnische Buchf&#252;hrung braucht, w&#228;hrend ein anderer Teil mit der trivialeren Einnahme-&#220;berschussrechnung (E&#220;R) auskommt, also kameral bucht. Steuerberater l&#246;sen das dadurch, dass sie grunds&#228;tzlich kaufm&#228;nnisch buchen mit einem angemessenen Kontenrahmen (z.B. SKR03 oder SKR04 der <a href="http://www.datev.de/">DATEV</a>) und auf Knopfdruck zum Schluss die E&#220;R ausdrucken und die notwendigen Umsatzsteuervoranmeldungen elektronisch zu den Finanzbeh&#246;rden &#252;bermitteln. Die Software dazu ist preisg&#252;nstige Standardsoftware, die in tausenden von Unternehmen eingesetzt wird.</p>
<p>So sehen es auch die gro&#223;en Finanzbuchhaltungen f&#252;r die &#246;ffentliche Hand vor. SAP bucht unten im System immer kaufm&#228;nnisch (R/3-FI) und zeigt die Ergebnisse in einem Zusatzmodul bei Bedarf in einer Branchenl&#246;sung (<a href="http://www.sap.com/germany/industries/publicsector/featuresfunctions/key_rechnung.epx">IS-PS</a>) auch kameral &#8211; gegen kleinen Zusatzaufwand auch von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Bei der <a href="http://www.mach.de/tl_files/pdf/unternehmen/Produktfolder-Allgemein.pdf">MACH AG</a> hei&#223;t es: &#8220;Kameralistik und Doppik k&#246;nnen bei einmaliger Belegerfassung parallel und ohne technische oder funktionale Br&#252;che betrieben werden.” Ebenso ist es bei Unit4Agresso mit den Produkt <a href="http://www.unit4agresso.de/produkte/profiskal">ProFiskal </a>und <a href="http://www.unit4agresso.de/produkte/kirp">KIRP</a>.</p>
<p>H&#228;ufig wird erw&#228;hnt, dass nicht der R&#252;ckblick im Vordergrund st&#252;nde, sondern die Budgetierung. Offenbar nimmt man an, dass Siemens oder GE ihre Konzerne ohne Planung und Budgetierung fahren w&#252;rden.</p>
<h3><strong>Geht es noch (weiter)?</strong></h3>
<p>Eine Frage, die nun im Raum steht, ist, ob der Staat sich weiter die Bl&#246;&#223;e gibt, dass er einerseits einheitlich fl&#228;chendeckend f&#252;r Eigent&#252;mer, Gl&#228;ubiger, Steuerbeh&#246;rden und interessierte &#214;ffentlichkeit eine kaufm&#228;nnische Buchf&#252;hrung nach dem HGB durchsetzt und es nicht schafft, f&#252;r sich selbst ebenso klar und wahr zu handeln und sich hinter Scheindiskussionen versteckt. Volker Oerter nennt es die “<a href="http://www.government2020.de/blog/?p=827">Kraft des Aussitzens</a>“. M&#246;glicherweise aber steckt mehr dahinter, als einfach nur der b&#246;se Wille, sich nicht &#228;ndern zu wollen und unendliche Schulden intransparent bis zum Staatsbankrott wie Eduard III ohne R&#252;cksicht auf Verluste und ohne R&#252;cksicht auf die Nachfahren aufzut&#252;rmen. M&#246;glicherweise steckt auch systematische Reformunf&#228;higkeit dahinter.</p>
<p>Wir haben in mehreren Bereichen ein &#228;hnliches Muster: Der Leidensdruck ist hoch genug, wir wollen etwas neu machen, wir wollen es besonders gut, besonders deutsch machen und packen uns so voll, dass wir bei der Umsetzung zusammenbrechen. So war es im <a href="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/2011/08/02/e-government-quo-vadis/">E-Government</a>: wir wollten es anders als andere Staaten mit Hardware (Signaturkarten, neuem Personalausweis, usw.) besonders gut machen und scheiterten. Wir schaffen es nicht einmal, unserer Wirtschaft ein zentrales, bundesweites <a href="http://zmr.bmi.gv.at/">Melderegister wie in &#214;sterreich</a> zur Verf&#252;gung zu stellen, damit wir Post bei falscher Adresse nachschicken k&#246;nnen. In Berlin dauert die Auskunft offline im B&#252;rgerb&#252;ro eine Stunde, aber <a href="http://www.berlin.de/labo/einwohnerwesen/dienstleistungen/privatauskunft.php">online acht Woche</a>n (!). Und es gibt nicht mal ein schlechtes Gewissen, das &#246;ffentlich zu gestehen.</p>
<p>Bei E-Health sind wir &#228;hnlich grandios gescheitert. Wieder stand eine Chipkarte im Vordergrund (die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gesundheitskarte">Gesundheitskarte</a>, die zum 1.1.2006 eingef&#252;hrt werden sollte). Und wieder ist nichts draus geworden. F&#252;nf Jahre nach dem Termin gibt es den Fl&#228;chen-Rollout der Karte noch nicht und selbst die nur denkbaren (nicht mal realisierten) Anwendungen sind auf Pipifax zusammengeschrumpft (Adresspflege f&#252;r die Krankenkassen durch einen Mediziner).</p>
<p>Es scheint eher, dass wir Probleme mit dem Projektmanagement haben. Vielleicht w&#228;re es ratsamer, kleinere, &#252;berschaubarere, lieferbare Schritte zu planen und dann erst den n&#228;chsten zu machen, wenn der vorige gelungen ist. Vielleicht w&#228;re es f&#252;r die Doppik sinnvoller, dass der Staat endlich auch wie die Wirtschaft in kaufm&#228;nnischer Buchf&#252;hrung darstellt und wenn wir dann in zehn Jahren sehen &#8211;  wenn das alle haben -, wie sich Pensionsverpflichtungen und Schulden bei sinkender Bev&#246;lkerung entwickeln, dann k&#246;nnen wir eine Kosten- und Leistungsrechnung andenken, vielleicht auch mal schauen, ob jemand bewiesen hat, dass man mit Produkten steuern kann. Aber andersherum, das Pferd von hinten aufz&#228;umen, geht mit unserer Verwaltung nicht. Und mit anderen normalen Menschen auch nicht. Oder k&#246;nnen Sie sich vorstellen, wir geben per Gesetz die Buchhaltungsstile f&#252;r die Wirtschaft frei und fordern nur eine KLR und der Unternehmer solle aufstellen, wie teuer seine Produkte seien?</p>
<h3><strong>Ausblick</strong></h3>
<p>Vielleicht w&#228;re es ein erster Schritt, wenn wir offen zugeben w&#252;rden, dass die Konzepte der Neoliberalen a la Reagan, Thatcher und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Chicago_Boys">Chikago-Boys</a> gescheitert sind (mit den Ergebnissen: zu hohe Staatsverschuldung, zu geringes Wachstum, zu hohe Arbeitslosigkeit) und die bisher empirisch nicht gesicherten Steuerungsmodelle zu komplex sind, um gelebt werden zu k&#246;nnen und zu wenig Besserung bringen.</p>
<p>Es gibt ja einzelne Projekte, die versuchen Transparenz zu schaffen. Die Bertelsmann-Stiftung m&#252;ht sich mit dem <a href="http://www.doppikvergleich.de/">Doppikvergleich</a> wenigstens zu verstehen, was von Kommune zu Kommune anders ist und von Land zu Land. Andreas Burth hat auf seinem Server <a href="http://www.haushaltssteuerung.de/">Haushaltssteuerung.de</a> Links zu vielen <a href="http://www.haushaltssteuerung.de/jahresabschluesse-doppik.html">doppischen Jahresabschl&#252;ssen</a> von Gebietsk&#246;rperschaften gesammelt. Und die KGSt hat auch angefangen zu versuchen, mit <a href="http://www.kgst.de/themen/finanzmanagement/betriebswirtschaftliche-instrumente-und-methoden/benchmarking-und-interkommunale-vergleiche.dot">Benchmarks</a> Transparenz zu schaffen.</p>
<p>Aber was h&#228;lt uns denn davon ab, einfach mal wie die Wirtschaft alle Jahresabschl&#252;sse elektronisch auf einen Haufen werfen? Bund, L&#228;nder und Gemeinden, kameral oder doppisch? Jedes Jahr ab in den <a href="https://www.ebundesanzeiger.de/">elektronischen Bundesanzeiger</a> damit. Dann h&#228;tte man auch ein erstes, billige Projekt f&#252;r die <a href="http://blog.zeit.de/open-data/">Open-Data-Welle</a> (siehe z.B. <a href="http://www.government2020.de/blog/?p=698">Herbert Kubicek</a> oder <a href="http://www.gov20.de/raus-aus-der-betaphase-offenes-regieren-und-verwalten-in-deutschland/">Konstantin von Notz</a>), die gerade durch die Szene schwappt. Wir h&#228;tten mit <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Open_Data">Open Data</a> einen ersten Schritt zu mehr Transparenz. Der B&#252;rger w&#252;sste, was mit seinen Steuern geschehen ist und kann es mit anderen vergleichen. Kleine Br&#246;tchen backen statt gro&#223;er Leuchtt&#252;rme mit Strohfeuer? Einfach so tun, als ob Geld ausgeben und Schulden machen in Staat und Wirtschaft &#228;hnlich seien?</p>
<p>Wie hie&#223; es bei der IBM unter T.J. Watson immer so sch&#246;n? “Think!”</p>
<p>Wer Ideen hat, kann sie einfach als Kommentar eingeben oder mir per Mail schicken: <a href="mailto:wk@wolfgang-ksoll.de">wk@wolfgang-ksoll.de</a>.</p>
<p><em><a href="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/2011/08/29/doppik/">Crosspost</a></em></p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://blog.kooptech.de/?flattrss_redirect&amp;id=4641&amp;md5=22a39ade730b7687d60ebfd2263bf773" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blog.kooptech.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Howard Rheingolds Wissens-Workflow</title>
		<link>http://blog.kooptech.de/2010/10/howard-rheingolds-wissens-workflow/</link>
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		<pubDate>Tue, 12 Oct 2010 15:22:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christiane Schulzki-Haddouti</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lernen]]></category>
		<category><![CDATA[Organisation]]></category>
		<category><![CDATA[Kollaboration]]></category>
		<category><![CDATA[Wissensmanagement]]></category>

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		<description><![CDATA[Howard Rheingold beschreibt mit Screenr seinen Wissens-Workflow. <a href="http://blog.kooptech.de/2010/10/howard-rheingolds-wissens-workflow/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Howard Rheingold beschreibt mit <a href="http://screenr.com/rNl">Screenr</a> seinen Wissens-Workflow: Wie er sein twitter-Netzwerk als Radar verwendet um Inhalte zu finden, wie er mit <a href="http://www.diigo.com/">diigo</a>, <a href="http://www.delicious.com/">delicious</a> und <a href="http://www.devon-technologies.com/products/devonthink/">DevonThink Pro</a> diese filtert und kuratiert, um sie mit <a href="http://scrivener.en.softonic.com/mac">Scrivener</a> in Wissen zu verwandeln.</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="560" height="345" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="flashvars" value="i=115656" /><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="src" value="http://screenr.com/Content/assets/screenr_1116090935.swf" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="560" height="345" src="http://screenr.com/Content/assets/screenr_1116090935.swf" allowfullscreen="true" flashvars="i=115656"></embed></object></p>
<p><a href="http://howardrheingold.posterous.com/screencast-5-min-of-my-workflow-filtering-cur">via</a></p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://blog.kooptech.de/?flattrss_redirect&amp;id=3810&amp;md5=7e7eadb24aa00fe73eec6008ef8aff35" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blog.kooptech.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Bundesbeh&#246;rden nutzen unsichere Webmail-Adressen</title>
		<link>http://blog.kooptech.de/2010/05/verwaltung-nutzt-unsichere-webmail-adressen/</link>
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		<pubDate>Fri, 14 May 2010 16:18:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicolas Kayser-Bril</dc:creator>
				<category><![CDATA[Organisation]]></category>
		<category><![CDATA[Datenjournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Google]]></category>
		<category><![CDATA[Sicherheit]]></category>
		<category><![CDATA[Verwaltung]]></category>

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		<description><![CDATA[Interesse an Insider-Informationen &#252;ber den deutschen diplomatischen Dienst? Konsul Klaus K. etwa nutzt seine private Hotmail-Mailbox als berufliche Adresse. Wer Zugang zu seinem Mails m&#246;chte, muss nur auf der Hotmail-Website auf "Kennwort vergessen" klicken und die &#252;beraus schwere Frage ... <a href="http://blog.kooptech.de/2010/05/verwaltung-nutzt-unsichere-webmail-adressen/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Interesse an Insider-Informationen &#252;ber den deutschen diplomatischen Dienst? Konsul Klaus K. etwa nutzt seine private Hotmail-Mailbox als berufliche Adresse. Wer Zugang zu seinem Mails m&#246;chte, muss nur auf der Hotmail-Website auf &#8220;Kennwort vergessen&#8221; klicken und die &#252;beraus schwere Frage zu beantworten, wer sein liebster Romanheld ist. Gut m&#246;glich, dass man diese Antwort aber auch auf seinem Facebook-Profil nachlesen kann.</strong></p>
<p>Tausende Beamte benutzen regelm&#228;&#223;ig Web-basierte Emailanbieter f&#252;r berufliche Zwecke. Obwohl die meisten wissen, wie sie ihre Daten&#252;bertragung sichern sollten, machen es die frapierenden Sicherheitsl&#252;cken bei Hotmail und Yahoo! Mail f&#252;r Hacker leicht, in die Mailboxen einzudringen.<br />
Beide Email-Dienste erlauben es dem User sein Passwort nur &#252;ber eine &#8220;Sicherheitsfrage&#8221; zu erneuern. Die Auswahl an Fragen ist meistens oberfl&#228;chlich und reicht von &#8220;Was war ihr High-Schoolmaskottchen?&#8221; bis hin zu &#8220;Wie ist der M&#228;dchenname ihrer Mutter?&#8221;. Nachforschungen haben ergeben, wie einfach es ist, die Antworten zu erraten.??</p>
<p><a href="http://blog.kooptech.de/wp-content/uploads/2010/05/Sicherheitsfrage.png"><img class="alignleft size-full wp-image-3065" title="Sicherheitsfrage" src="http://blog.kooptech.de/wp-content/uploads/2010/05/Sicherheitsfrage.png" alt="" width="633" height="431" /></a></p>
<h4>Wenn Palin, Twitter und Abgeordnete zu Hackeropfern werden</h4>
<p>Britische Nachforschungen haben ergeben, dass die Chancen eines Hackers bei 1 zu 84 stehen, durch Wahrscheinlichkeitsrechnungen in drei Anl&#228;ufen die Antwort auf eine namensbasierte Frage zu finden. Will man den M&#228;dchennamen der Mutter einer koreanischen Userin herausfinden, hat man eine 40%-Chance, es mit Kim, Lee oder Park zu erreichen.<br />
Es ist kinderleicht die Antwort auf die so genannten &#8220;Sicherheitsfragen&#8221; zu erraten. Diese Methode wird von Hackern bevorzugt &#8211; gleich nach dem Phishing. <a href="http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/0,1518,692388,00.html">Sarah Palin</a> und <a href="http://www.focus.de/digital/internet/hacker-twitter-mit-geduld-geknackt_aid_493168.html">Twitter</a> sind die bekanntesten Opfer der Sicherheits-fragen-Methode. Im letzten M&#228;rz wurde den Inhalt der Mailboxen zweier franz&#246;sischer Abgeordneten ver&#246;ffentlicht nachdem ein Hacker die Heimatst&#228;dte ihrer Mutter herausfand.</p>
<h4>200 Webmail-Adressen auf bund.de</h4>
<p>Wir verf&#252;gen &#252;ber ein <a href="http://windowonthemedia.com/webmails/?lg=de">Tool</a>, das es uns erlaubt, die Gr&#246;&#223;e des Problems innerhalb der Verwaltung abzusch&#228;tzen. W&#228;hrend manche sich mit handgemachten freiheitsraubenden Gesetzen behelfen &#8211; um einen erfundenen Cyberkrieg gegen China, Russland oder Iran vorzubereiten &#8211; benutzen tausende Beamte immer noch Webmails, die zu schwach gesichert sind.</p>
<p>Einige der offiziellen Websites geben relativ h&#228;ufig Web-basierte Emailadressen an. Betroffen sind Beamte bis in die h&#246;chste F&#252;hrungsebene. In dem folgenden Bild kann man sehen, dass einige deutsche Websites zahlreiche solche Adressen angeben. Ein Crackers Traum!</p>
<p><img src="http://docs.google.com/File?id=ddt2pw93_74djt29tgm_b" alt="" /></p>
<p>Dass so viele Emailadressen registriert sind kann daran liegen, dass User in Foren oft ihre Mailadressen angeben. Es handelt sich zweifelsohne um eine Sicherheitsl&#252;cke, doch sie ist f&#252;r die Regierung nicht unbedingt bedrohlich. <span>Au&#223;erdem sollte man ber&#252;cksichtigen, dass dieses Ergebnis von Google ver&#246;ffentlicht wurde, das nicht unbedingt immer exakte Suchergebnisse anzeigt. Die Mailadressen wurden pro Website gez&#228;hlt, die mindestens eine Mailadresse hosten. (<a id="ui2e" title="Link zum Spreadsheet" href="http://spreadsheets.google.com/ccc?key=0Aj910EQuus3bdDdrbGdEUWwweUt6b1B4U3FzSWFjVlE&amp;hl=en">Link zum Spreadsheet</a>)</span></p>
<p><em>&#220;berzeugen Sie sich selbst! Tippen Sie einfach mal </em><a href="http://windowonthemedia.com/webmails/?lg=de"><em>hier</em></a><em> den Namen einer Beh&#246;rde aus Frankreich, Deutchland oder den USA ein und sehen Sie wieviele Web-basierte Adressen rauskommen.</em></p>
<p>Selbstverst&#228;ndlich betreffen solchen Sicherheitsl&#252;cken nicht nur diejenigen, deren Mailboxen tats&#228;chlich gehackt wurden. Sobald eine Mailbox gekapert wurde, hat der Hacker einen Zugang zu allen Kontakten des Opfers. Das bedeutet, dass an dessen Kontakte auch Schadsoftware versenden kann, ohne die Aufmerksamkeit der Opfer direkt auf sich zu lenken. M&#246;glicherweise wurde so auch bereits Malware an hochrangige Beamte verschickt. Auf diese Weise ist etwa auch die ber&#252;hmte<a href="http://www.focus.de/digital/internet/hacker-twitter-mit-geduld-geknackt_aid_493168.html">Twitter-Attacke</a> gelungen.</p>
<p>Die L&#246;sungen liegen auf der Hand: Sinnvoll w&#228;re zuerst ein Emailanbieter, der sich beim Passwort-Check nicht nur auf Sicherheitsfragen verl&#228;sst. Ein gutes Passwort tut sein &#220;briges f&#252;r die Sicherheit. Doch in der Praxis sieht das noch immer anders aus &#8211; wie &#252;brigens auch ein <a href="http://owni.fr/2010/05/14/55-000-webmails-piratables-sur-les-sites-gouv-fr/">Test in Frankreich</a> gezeigt hat. Dort waren &#252;brigens wesentlich mehr Beamte betroffen als in Deutschland!</p>
<p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
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		<title>Forderung an EU-Rat: Vertraut Euren Forschern!</title>
		<link>http://blog.kooptech.de/2010/03/forderung-eu-forschungsprojekte-einfacher-verwalten/</link>
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		<pubDate>Tue, 09 Mar 2010 14:37:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christiane Schulzki-Haddouti</dc:creator>
				<category><![CDATA[Organisation]]></category>
		<category><![CDATA[EU]]></category>
		<category><![CDATA[Research]]></category>
		<category><![CDATA[Vertrauen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.kooptech.de/?p=2575</guid>
		<description><![CDATA[Es gibt eine h&#252;bsche Initiative zur Vereinfachung des Verwaltungsaufwands von EU-Forschungsprojekten. <a href="http://blog.kooptech.de/2010/03/forderung-eu-forschungsprojekte-einfacher-verwalten/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>
<br>Beitr�ge zu verwandten Themen:<ol>
<li><a href='http://blog.kooptech.de/2010/11/wie-programmiert-man-forschung-und-entwicklung/' rel='bookmark' title='Wie &#8220;programmiert&#8221; man Forschung und Entwicklung?'>Wie &#8220;programmiert&#8221; man Forschung und Entwicklung?</a></li>
</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt eine h&#252;bsche<a href="http://www.trust-researchers.eu/"> Initiative zur Vereinfachung des Verwaltungsaufwands von EU-Forschungsprojekten</a> &#8211; denn Forscher sollten sich ja nicht schwerpunktm&#228;&#223;ig mit Antr&#228;gen, Projektmanagement, Evaluierungen und der Berichterstattung &#252;ber die eigenen Projekte befassen:</p>
<blockquote><p>&#8220;The funding of European research should be based on trust and responsible partnering. Today researchers in Europe face a lot of red tape and cumbersome financial regulations. We are not against rules.  But we need to simplify.<br />
Those who have signed this declaration ask the European Council of Ministers and the Parliament to simplify the administrative procedures and the financial provisions of European research funding.&#8221;</p>
<p>If you would like to support this declaration as well, you can sign it at <a href="http://www.trust-researchers.eu/">http://www.trust-researchers.eu/</a> , which just takes 2 minutes of your valuable time. I hope this can move things ahead towards a science funding system that supports more science and less administration.</p></blockquote>
<p><br>Beitr�ge zu verwandten Themen:<ol>
<li><a href='http://blog.kooptech.de/2010/11/wie-programmiert-man-forschung-und-entwicklung/' rel='bookmark' title='Wie &#8220;programmiert&#8221; man Forschung und Entwicklung?'>Wie &#8220;programmiert&#8221; man Forschung und Entwicklung?</a></li>
</ol></p><p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Wikis im Unternehmen: Das Fallbeispiel IBM</title>
		<link>http://blog.kooptech.de/2010/03/wikis-im-unternehmen-das-fallbeispiel-ibm/</link>
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		<pubDate>Wed, 03 Mar 2010 21:13:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christiane Schulzki-Haddouti</dc:creator>
				<category><![CDATA[Organisation]]></category>
		<category><![CDATA[Fallbeispiel]]></category>
		<category><![CDATA[Unternehmen]]></category>
		<category><![CDATA[Wiki]]></category>
		<category><![CDATA[Wissensmanagement]]></category>

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		<description><![CDATA[F&#252;r das Aufsetzen von allgemeinen Wikis nutzen die Mitarbeiter bereits seit Jahren das firmeninterne „WikiCentral“, &#252;ber das sie Wikis f&#252;r geschlossene Benutzergruppen einrichten k&#246;nnen. Mittlerweile wurden &#252;ber 12.000 Wikis eingerichtet.  <a href="http://blog.kooptech.de/2010/03/wikis-im-unternehmen-das-fallbeispiel-ibm/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>
<br>Beitr�ge zu verwandten Themen:<ol>
<li><a href='http://blog.kooptech.de/2008/05/32-gegenargumente-zu-8-argumenten-gegen-den-einsatz-von-wikis/' rel='bookmark' title='32+ Gegenargumente gegen 8+ Argumente gegen den Einsatz von Wikis'>32+ Gegenargumente gegen 8+ Argumente gegen den Einsatz von Wikis</a></li>
<li><a href='http://blog.kooptech.de/2010/02/wikis-im-unternehmen-das-fallbeispiel-fraport-ag/' rel='bookmark' title='Wikis im Unternehmen: Das Fallbeispiel Fraport AG'>Wikis im Unternehmen: Das Fallbeispiel Fraport AG</a></li>
<li><a href='http://blog.kooptech.de/2010/02/wikis-im-unternehmen-das-fallbeispiel-deutsche-werkstaetten-hellerau/' rel='bookmark' title='Wikis im Unternehmen: Das Fallbeispiel Deutsche Werkst&#228;tten Hellerau'>Wikis im Unternehmen: Das Fallbeispiel Deutsche Werkst&#228;tten Hellerau</a></li>
</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hinsichtlich des Einsatzes kooperativer Technologien zur Unterst&#252;tzung von Teams werden verschiedene Services je nach Bedarf zu Templates zusammengef&#252;gt. So werden etwa Team-orientierte Dokumenten-Libraries etwa zusammen mit Team-Blogs, Team-Wiki, Team-Kalender parallel eingesetzt.</p>
<p>F&#252;r das Aufsetzen von allgemeinen Wikis nutzen die Mitarbeiter bereits seit Jahren das firmeninterne „WikiCentral“, &#252;ber das sie Wikis f&#252;r geschlossene Benutzergruppen einrichten k&#246;nnen. Mittlerweile wurden &#252;ber 12.000 Wikis eingerichtet. T&#228;glich greifen durchschnittlich 72.600 Mitarbeiter auf &#252;ber 170.000 Wiki-Seiten zu. Die Wikis sind teilweise als Projektdatenbank, oftmals aber auch nur als ein komplexes Dokument, das im Team erstellt wurde, anzusehen. Insbesondere die Dokumentwikis werden nach Abschluss schnell archiviert.</p>
<p>Zus&#228;tzlich zu WikiCentral nutzt IBM Wiki-Software seit Anfang 2007 f&#252;r ein Firmenglossar namens „Bluepedia“ auf Basis der Software der Firma Confluence. Bluepedia enth&#228;lt internes Know-How wie Handb&#252;cher und Produktinformationen, auf die etwa Vertriebsmitarbeiter und Service-Techniker mobil zugreifen k&#246;nnen.</p>
<p>Bluepedia wurde urspr&#252;nglich mit einem zehnk&#246;pfigen Wiki-Team gestartet, das w&#228;hrend einer viermonatigen Vorbereitungszeit eine intuitiv zu bedienende Startseite erstellte, ein Hilfesystem, Artikel-Vorlagen sowie ein zentrales Themenportal, das einen „Artikel der Woche“ besonders hervorhebt. Das Team suchte au&#223;erdem Mentoren f&#252;r verschiedene Themen, die diese in sinnvolle Untergruppen aufteilen sollten. &#220;ber Mund-zu-Mund-Propaganda wurden viele Mitarbeiter auf das Wiki aufmerksam, die unter anderem an der Abstimmung f&#252;r eine Bezeichnung f&#252;r dieses Firmenwiki teilnahmen. Kurz nach der offiziellen Er&#246;ffnung schrieben bereits zahlreiche Mitarbeiter ihre ersten Beitr&#228;ge. Bereits nach knapp zwei Monaten hatten knapp 1.000 Autoren mehr als 3.700 deutsch- und 2.700 englischsprachige Eintr&#228;ge erstellt.</p>
<p><em><a href="http://www.innovationsanalysen.de/de/download/KoopTech.pdf">Das Fallbeispiel ist der KoopTech-Studie entnommen<img id="snap_com_shot_link_icon" src="http://i.ixnp.com/images/v6.20.1/t.gif" alt="" /><img id="snap_com_shot_link_icon" src="http://i.ixnp.com/images/v6.21/t.gif" alt="" /></a>.</em><br />
AP7MEHREQU5Y</p>
<p><br>Beitr�ge zu verwandten Themen:<ol>
<li><a href='http://blog.kooptech.de/2008/05/32-gegenargumente-zu-8-argumenten-gegen-den-einsatz-von-wikis/' rel='bookmark' title='32+ Gegenargumente gegen 8+ Argumente gegen den Einsatz von Wikis'>32+ Gegenargumente gegen 8+ Argumente gegen den Einsatz von Wikis</a></li>
<li><a href='http://blog.kooptech.de/2010/02/wikis-im-unternehmen-das-fallbeispiel-fraport-ag/' rel='bookmark' title='Wikis im Unternehmen: Das Fallbeispiel Fraport AG'>Wikis im Unternehmen: Das Fallbeispiel Fraport AG</a></li>
<li><a href='http://blog.kooptech.de/2010/02/wikis-im-unternehmen-das-fallbeispiel-deutsche-werkstaetten-hellerau/' rel='bookmark' title='Wikis im Unternehmen: Das Fallbeispiel Deutsche Werkst&#228;tten Hellerau'>Wikis im Unternehmen: Das Fallbeispiel Deutsche Werkst&#228;tten Hellerau</a></li>
</ol></p><p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Das Wissen der Welt. Gut organisiert.</title>
		<link>http://blog.kooptech.de/2010/03/2491/</link>
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		<pubDate>Tue, 02 Mar 2010 08:58:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nikolaus Huss</dc:creator>
				<category><![CDATA[Organisation]]></category>
		<category><![CDATA[GoogleBooks]]></category>
		<category><![CDATA[Suchmaschine]]></category>
		<category><![CDATA[Wissensmanagement]]></category>

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		<description><![CDATA[Ulrich Johannes Schneider, Leiter der Universit&#228;tsbibliothek Leipzig beschreibt eine fast klassische Konstellation der globalisierten Moderne: Die &#220;bernahme &#246;ffentlicher Aufgaben durch private Institutionen. Wie sehen die Perspektiven aus? <a href="http://blog.kooptech.de/2010/03/2491/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ulrich Johannes Schneider, Leiter der Universit&#228;tsbibliothek Leipzig hat in einem bemerkenswerten </strong><a title="Ulrich Johannes Schneider zum Wissen der Welt" href="http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/498945" target="_blank"><strong>Beitrag in der S&#252;ddeutschen Zeitung Anfang M&#228;rz</strong></a><strong> eine fast klassische Konstellation der globalisierten Moderne beschrieben: Die &#220;bernahme &#246;ffentlicher Aufgaben durch private Institutionen. Viele der beschriebenen Entwicklungen finden sich auch bei anderen Projekten &#8211; Stichwort Suchmaschinen &#8211; wieder. Perspektiven in Zeiten einer Epochenwende.</strong></p>
<p>Auf einen Nenner gebracht: Den politischen Bem&#252;hungen von Bibliotheken, dem Google Books Projekt etwas entgegen zu setzen, folgt keinerlei ad&#228;quate Implementierung. Auf diesen Nenner k&#246;nnte man die Situation bringen. Das gilt sowohl f&#252;r das digitale Bibliotheksprojekt, das, folgen wir Wilhelm, so vor sich hin stottert, das gilt auch f&#252;r die Frage, inwieweit &#246;ffentlich organisierte und finanzierte Suchmaschinen Google oder anderen &#246;konomisch definierten Projekten Paroli bieten k&#246;nnten.</p>
<p>They can’t! Zumindest nicht in dieser Situation. Weil Strategie und Handeln immer bedeutet, handlungsf&#228;hig zu sein. Und das ganz schnell.</p>
<p>Schneiders Beitrag beschreibt ein weiteres Ph&#228;nomen: Die &#220;berorganisiertheit von Fach&#246;ffentlichkeiten oder -lobbys. &#220;ber die tats&#228;chlichen Gr&#252;nde will ich aufgrund Nichtwissens schweigen. Aber eines steht fest: Es fehlt dem Bibliothekswesen tats&#228;chlich nicht an Institutionen, im Gegenteil, es fehlt ihm an F&#252;hrungsfiguren, denen es gelingt, die Desorganisation von Kleinstk&#246;nigreichen im gro&#223;en Reich des Wissens zu &#252;berwinden. Man ahnt, was auf so einen Artikel folgt: Nestbeschmutzungsvorw&#252;rfe, Ausgrenzung, Schmollen in Kleingruppen, passsenderweise (Herr Schneider hat den Zeitpunkt kurz vor dem Leipziger Bibliothekskongress schlau gew&#228;hlt) an Tischchen am Rande des Leipziger Kongresses, wo man, fast eine Woche lang &#252;ber die Probleme des Bibliothekswesens und -wahrscheinlich- auch &#252;ber den Untergang des wissenden Abendlandes memorieren kann.</p>
<p>Rettet die Bibliotheken, ist der &#246;ffentliche Schrei. Dabei geht der zweite Halbsatz unter: vor sich selbst. Rettet den deutschen Hang zur Vereinsmeierei, neudeutsch getarnt als Vernetzung, vor massiver Selbst&#252;bersch&#228;tzung und komplettem Realit&#228;tsverlust (dies, k&#246;nnte man den Bibliothekaren mitteilen, ist kein Bibliotheksproblem, sondern das Problem der Bibliotheken ist ein deutscher Virus, der durch die politisch infizierten &#214;ffentlichkeiten wandert). Beispiele: Politiker reden nur mit Politikern. Und lassen sich von unterbezahlten Journalisten dabei applaudieren. Verleger reden nur mit Verlegern. Und fordern von der Politik Leistungsschutzrechte. Aber das Leistungschutzrecht kann, wie die Abwrackpr&#228;mie, nur den Untergang der deutschen Verlagslandschaft vers&#252;ssen, retten kann er sie nicht. Wenn junge Menschen keine Zeitungen mehr lesen, wird auch das Leistungsschutzrecht nichts retten. Da scheinen mir Verleger wie Dumont, der sich daran macht, Redaktionen zusammenzulegen, um einen Skaleneffekt bei Erhaltung der zentralen Leistungen, n&#228;mlich redaktioneller Qualit&#228;t, geltend zu machen, der richtigere Weg. Auch wenn er schmerzhaft ist. Und er bedarf journalistischer F&#252;hrungsfiguren, die diesen schmerzhaften Weg auch gehen k&#246;nnen.</p>
<p>Will hei&#223;en: Die Verleger k&#246;nnen ihr Gesch&#228;ft nur retten, wenn sie ihr Gech&#228;ftsmodell neu definieren. Und die Bibliotheken sich, das hei&#223;t, einen Teil ihrer Arbeitspl&#228;tze nur retten, wenn sie ihre Rolle im global digital ratrace neu definieren. Und zwar unter Beachtung ihrer Langsamkeit, die einerseits naturgegeben ist, weil Abstimmung Zeit braucht, aber auch beschleunigbar ist, weil die &#220;berzahl von Gremien sehr wohl reduzierbar ist.</p>
<p>Dazu erfordert es im ersten Schritt einen radikalen, &#246;ffentlichen Mahner. Das hat Herr Schneider getan. Dazu braucht es aber im zweiten Schritt eine ganze Menge mutiger Menschen, die jetzt nicht das alte Schmoll-Spiel weiter spielen, sondern daran gehen, sich und ihren Bereich kritisch und ehrlich anzusehen, gegen&#252;ber der Handlungsf&#228;higkeit globaler Gro&#223;konzerne realistisch einzusch&#228;tzen und gemeinsam (oder eben nur als Teil per Mehrheitsbeschluss) voran zu gehen.</p>
<p>Meine politische Erfahrung sagt: Zwischen Recht haben und Recht bekommen liegt ein tiefer Abgrund. Wenn man der deutschen Kuschel-Mentalit&#228;t folgt, ist dieser nicht zu &#252;berwinden. Wenn es aber darum geht, im Interesse der Wissensgesellschaft eine Perspektive zu entwickeln, wird sich eine L&#246;sung finden, den Netzbeschmutzer als Mahner zu begreifen. Yes, we can! Let’s face the facts!</p>
<p>P.S. F&#252;r alle, die nicht wissen, wie die Bibliotheken organisiert sind, gibt es eine Website, die auch das erkl&#228;rt. Weil es erkl&#228;rungsbed&#252;rftig ist:<a href="http://www.bibliotheksportal.de/hauptmenue/bibliotheken/bibliotheken-in-deutschland/verbaende-und-einrichtungen/">http://www.bibliotheksportal.de/hauptmenue/bibliotheken/bibliotheken-in-deutschland/verbaende-und-einrichtungen/</a></p>
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		<title>Wikis im Unternehmen: Das Fallbeispiel Fraport AG</title>
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		<pubDate>Sun, 21 Feb 2010 19:57:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christiane Schulzki-Haddouti</dc:creator>
				<category><![CDATA[Organisation]]></category>
		<category><![CDATA[Fallbeispiel]]></category>
		<category><![CDATA[Unternehmen]]></category>
		<category><![CDATA[Wiki]]></category>
		<category><![CDATA[Wissensmanagement]]></category>

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		<description><![CDATA[Seit Oktober 2006 gibt es bei der Fraport AG ein unternehmens&#246;ffentliches Wiki, das hei&#223;t, alle Mitarbeiter k&#246;nnen es lesen und nutzen. Vor der Einf&#252;hrung hatte der unternehmensinterne Newsletter „Wissensmanagement“ unter 1.100 Abonnenten eine Umfrage angestellt. Als ein Ergebnis unter ... <a href="http://blog.kooptech.de/2010/02/wikis-im-unternehmen-das-fallbeispiel-fraport-ag/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>
<br>Beitr�ge zu verwandten Themen:<ol>
<li><a href='http://blog.kooptech.de/2010/02/wikis-im-unternehmen-das-fallbeispiel-deutsche-werkstaetten-hellerau/' rel='bookmark' title='Wikis im Unternehmen: Das Fallbeispiel Deutsche Werkst&#228;tten Hellerau'>Wikis im Unternehmen: Das Fallbeispiel Deutsche Werkst&#228;tten Hellerau</a></li>
<li><a href='http://blog.kooptech.de/2010/03/wikis-im-unternehmen-das-fallbeispiel-ibm/' rel='bookmark' title='Wikis im Unternehmen: Das Fallbeispiel IBM'>Wikis im Unternehmen: Das Fallbeispiel IBM</a></li>
</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg02.met.vgwort.de/na/93adc79ec212d594844ea2330b41ad" alt="" width="1" height="1" /><strong>Seit Oktober 2006 gibt es bei der Fraport AG ein unternehmens&#246;ffentliches Wiki, das hei&#223;t, alle Mitarbeiter k&#246;nnen es lesen und nutzen. Vor der Einf&#252;hrung hatte der unternehmensinterne Newsletter „Wissensmanagement“ unter 1.100 Abonnenten eine Umfrage angestellt. Als ein Ergebnis unter anderen w&#252;nschten sich 45 Prozent der Befragten ein Unternehmenswiki.</strong></p>
<h4>Vorbereitung</h4>
<p>Die Fraport-eigene IT-Entwicklungsabteilung mit sieben Mitarbeitern pr&#252;fte zun&#228;chst verschiedene Wiki-Engines. Sie entschied sich schlie&#223;lich f&#252;r MediaWiki, da viele Mitarbeiter bereits Erfahrungen mit Wikipedia gesammelt hatten, das ebenfalls auf MediaWiki aufsetzt. „Der Anfangsaufwand bei der Anpassung ist nicht zu untersch&#228;tzen“, sagt Helmut Sins. Die Entwicklungsabteilung nahm folgende Ver&#228;nderungen vor:</p>
<ul>
<li>Das Aussehen des Wikis wurde entsprechend dem Fraport-Corporate Design angepasst. Die IT-Abteilung entwickelte ein eigenes Wiki-Logo, das sie je nach Jahreszeiten und Feiertagen &#228;ndert. Damit will sie, so Helmut Sins, einen „spielerischen Trieb reinbringen“. Die Mitarbeiter zeigten sich begeistert. Sins: „Die Leute haben sich stark identifiziert. Wichtig ist uns, dass es sich wie Fraport-Anwendung anf&#252;hlt.“</li>
<li>Ein WYSIWYG-Editor wurde nicht implementiert.</li>
<li>Mehrere Erweiterungen wurden eingef&#252;gt: So wurde beispielsweise ein Kategorien-Baum sowie eine Kategorienliste eingef&#252;gt.</li>
<li>Jeder User kann einen beliebigen Namen im Wiki verwenden.</li>
<li>45 Prozent der Nutzer verwendeten dennoch ihren echten Namen bzw. ihre Personalnummer. Au&#223;erdem wurden eine Tag-Cloud und ein Syntax-Highlighting erm&#246;glicht.</li>
<li>Das Wiki wurde in f&#252;nf Portale unterteilt.</li>
<li>Auf der Startseite gibt es eine Einleitung, die erkl&#228;rt, wie man sich zur Wiki-Schulung anmelden kann. Dort werden auch neue Artikel, k&#252;rzlich aktualisierte Artikel und die Top-5-Artikel angezeigt.</li>
<li>Au&#223;erdem kann der Benutzer &#252;ber eine Funktion „Neuen Artikel anlegen“ ausw&#228;hlen, ob er ein leeres Template oder das Template f&#252;r einen Standard-Artikel verwenden will, das bereits mit Titel, Literatur und Weblinks vorstrukturiert ist.</li>
</ul>
<p><a href="http://blog.kooptech.de/wp-content/uploads/2010/02/Fraport-Skywiki-1.png"><img class="alignleft size-full wp-image-2394" title="Fraport-Skywiki-1" src="http://blog.kooptech.de/wp-content/uploads/2010/02/Fraport-Skywiki-1.png" alt="" width="650" /></a></p>
<p><a title="Bild:Skywiki.png" href="http://kooptech.journalismus-darmstadt.de/index.php/Bild:Skywiki.png"></a></p>
<p><strong>Abbildung: Die Startseite des Skywiki der Fraport AG (Screenshot: H. Sins, Fraport AG)</strong></p>
<h4>Einf&#252;hrung</h4>
<p>Die Einf&#252;hrung erfolgte reibungslos &#8211; Sins „hatte mehr Widerst&#228;nde erwartet.“ Die IT-Entwicklungsabteilung war an den Abteilungsleiter mit der Idee herangetreten, der sich sofort begeistert gezeigt hatte &#8211; „sonst w&#228;re es schwierig gewesen“, meint Sins. Au&#223;erdem gab es auch seitens der F&#252;hrungskr&#228;fte „&#252;berhaupt keine Widerst&#228;nde“.</p>
<p>Zun&#228;chst bildete eine Administrationsgruppe aus f&#252;nf Mitarbeitern aus den Abteilungen Personalabteilung, Unternehmenskommunikation, Wissensmanagement und IT den Nukleus. Die Entwicklung eines Wikis sprach sich sehr schnell herum. Binnen drei Monate meldeten sich 42 neue Autoren. Innerhalb eines halben Jahres entstanden so die ersten 530 Artikel. Nur die Autoren konnten in dieser Zeit mit ihren Einzelberechtigungen Wiki-Beitr&#228;ge lesen und ver&#228;ndern.</p>
<p>Als das Wiki unternehmensweit frei geschaltet wurde, war das Interesse sehr gro&#223;. Die Anzahl der Autoren stieg innerhalb von wenigen Wochen &#252;ber 300. Au&#223;erdem werden monatlich Mitarbeiter geschult. Die Nutzer finden die Beitr&#228;ge meist &#252;ber die Suche, nur wenige navigieren sich durch das Wiki &#252;ber die Kategorien. Zurzeit l&#228;uft eine Umfrage unter den Mitarbeitern, um Verbesserungspotentiale zu erkennen.</p>
<h4>Inhalte</h4>
<p>Hinsichtlich der Inhalte zeigen die Mitarbeiter trotz Pseudonymen eine „ungeheuer gro&#223;e Disziplin“, berichtet Sins. „Wir hatten mehr Unsinn erwartet und waren angenehm &#252;berrascht.“ „Wildwuchs“ gab es bis auf einen einzigen Artikel &#252;ber Bruce Springsteen keinen. Der wurde nicht gel&#246;scht und der Nutzer bedankte sich mit weiteren, mehr sachbezogenen Beitr&#228;gen.</p>
<p>Die Artikel drehen sich rund um Themen des Luftverkehrs, behandeln Technik, stellen Projekte vor, sammeln Tipps und Tricks. Unter anderem enth&#228;lt das Wiki inzwischen</p>
<ul>
<li>8000 Airport-Begriffe in Deutsch/Englisch,</li>
<li>bereichsspezifische Glossare,</li>
<li>Beschreibungen von Arbeitsabl&#228;ufen,</li>
<li>Projektbeschreibungen,</li>
<li>bebilderte L&#228;nderberichte und Flughafen-Beschreibungen, Informationen zur Flughafeninfrastruktur, Airline-Portraits.</li>
<li>Tipps und Tricks: Wie verwendet man am effektivsten Outlook, Google oder Excel f&#252;r die t&#228;glichen Arbeiten?</li>
<li>Beschreibungen aller in der Fraport AG eingesetzten Informationssysteme,</li>
<li>Portraits der Tochterfirmen und</li>
<li>Informationen rund um Personalfragen.</li>
</ul>
<p>Grunds&#228;tzlich gilt: Informationen, die bereits im Intranet stehen, kommen nicht ins Wiki, ebenso wenig Wikipedia-Artikel. PDF-Dateien und Office-Dokumente d&#252;rfen in Erg&#228;nzung zu den Artikeln ins Wiki hochgeladen werden. Dabei ersetzt das Wiki nicht das hauseigene Dokumentenmanagementsystem.</p>
<p>Es gibt eine Redaktionsgruppe, die sich w&#246;chentlich trifft. Sie bespricht anstehende Aufr&#228;umarbeiten wie die Aufl&#246;sung von Kategorieb&#228;umen, Neuzuordnungen und Weiterentwicklungen des Wikis. Die Gruppe achtet darauf, dass sich Strukturen bilden. Grunds&#228;tzlich werden erstmal keine Artikel gel&#246;scht &#8211; ausformulierte Verhaltensrichtlinien &#228;hnlich wie bei IBM gibt es bei Fraport noch nicht.</p>
<p>Die Redaktionsgruppe versucht immer wieder neue Anreize f&#252;rs Mitmachen zu setzen:</p>
<p>Sie w&#228;hlt monatlich die besten Artikel aus, die dann einen Button „exzellenter Artikel“ erhalten, der mit einem Wikinger-Logo versehen ist. Diese Artikel werden au&#223;erdem in der Flughafenzeitschrift vorgestellt.</p>
<p>Um in der Tag-Cloud zu erscheinen, m&#252;ssen die Mitarbeiter mindestens f&#252;nf Artikel zu einem Stichwort schreiben.</p>
<p>Die Redaktion spricht Know-How-Tr&#228;ger zu bestimmten Themen an, etwa um ein Projekt vorzustellen oder um einen Artikel zu korrigieren, &#252;ber dessen Richtigkeit sich die Redaktion im Unklaren ist.</p>
<p><a title="Bild:Skywikinger.png" href="http://kooptech.journalismus-darmstadt.de/index.php/Bild:Skywikinger.png"></a></p>
<p><a href="http://blog.kooptech.de/wp-content/uploads/2010/02/Fraport-Skywikinger-g.png"><img class="alignleft size-full wp-image-2395" title="Fraport-Skywikinger-g" src="http://blog.kooptech.de/wp-content/uploads/2010/02/Fraport-Skywikinger-g.png" alt="" width="543" height="236" /></a></p>
<p><strong>Abbildung: Die Skywikinger als Logo f&#252;r aktive Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen (Screenshot: H. Sins, Fraport AG)</strong></p>
<p>Gleichwohl gibt es nur geringen &#196;nderungsbedarf, etwa im Fall von Tippfehlern. Auch Diskussionen gibt es wenig. Ab und zu werden Artikel aktualisiert. Diesen Umgang mit Beitr&#228;gen von anderen Autoren schildert Sins als „Bruch in der Unternehmenskultur&#8221;: „Man kann selber korrigieren, anstatt nur andere zu kritisieren,“ so Sins. „Besserwisser haben hier keine Chance“. Kritik seitens des Managements gab es bislang keine.</p>
<h4>Folgen</h4>
<p>Inzwischen haben bereits einzelne Abteilungen Bedarf an einem eigenen Wiki angemeldet. So gibt es bereits ein Wiki f&#252;r die Software-Entwickler, um Code abzulegen und Fachb&#252;cher zu speichern. Auch die Revisionsabteilung will ein eigenes f&#252;r kollaboratives Arbeiten.</p>
<p><em><a href="http://www.innovationsanalysen.de/de/download/KoopTech.pdf">Das Fallbeispiel ist der KoopTech-Studie entnommen<img id="snap_com_shot_link_icon" src="http://i.ixnp.com/images/v6.20.1/t.gif" alt="" /></a>.</em></p>
<p><br>Beitr�ge zu verwandten Themen:<ol>
<li><a href='http://blog.kooptech.de/2010/02/wikis-im-unternehmen-das-fallbeispiel-deutsche-werkstaetten-hellerau/' rel='bookmark' title='Wikis im Unternehmen: Das Fallbeispiel Deutsche Werkst&#228;tten Hellerau'>Wikis im Unternehmen: Das Fallbeispiel Deutsche Werkst&#228;tten Hellerau</a></li>
<li><a href='http://blog.kooptech.de/2010/03/wikis-im-unternehmen-das-fallbeispiel-ibm/' rel='bookmark' title='Wikis im Unternehmen: Das Fallbeispiel IBM'>Wikis im Unternehmen: Das Fallbeispiel IBM</a></li>
</ol></p><p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
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		<title>Wikis im Unternehmen: Das Fallbeispiel Deutsche Werkst&#228;tten Hellerau</title>
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		<pubDate>Sat, 20 Feb 2010 15:21:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christiane Schulzki-Haddouti</dc:creator>
				<category><![CDATA[Organisation]]></category>
		<category><![CDATA[Fallbeispiel]]></category>
		<category><![CDATA[Unternehmen]]></category>
		<category><![CDATA[Wiki]]></category>
		<category><![CDATA[Wissensmanagement]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Deutschen Werkst&#228;tten Hellerau sind ein mittelst&#228;ndisches Unternehmen in Dresden mit 150 Mitarbeitern, das weltweit individuelle L&#246;sungen f&#252;r den Innenausbau von Villen, Vorstandsetagen und Luxus-Yachten anbietet. Um zu verhindern, dass jedes Projekt „das Rad neu erfindet“, f&#252;hrte die Gesch&#228;ftsf&#252;hrung ... <a href="http://blog.kooptech.de/2010/02/wikis-im-unternehmen-das-fallbeispiel-deutsche-werkstaetten-hellerau/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>
<br>Beitr�ge zu verwandten Themen:<ol>
<li><a href='http://blog.kooptech.de/2008/05/32-gegenargumente-zu-8-argumenten-gegen-den-einsatz-von-wikis/' rel='bookmark' title='32+ Gegenargumente gegen 8+ Argumente gegen den Einsatz von Wikis'>32+ Gegenargumente gegen 8+ Argumente gegen den Einsatz von Wikis</a></li>
<li><a href='http://blog.kooptech.de/2010/03/wikis-im-unternehmen-das-fallbeispiel-ibm/' rel='bookmark' title='Wikis im Unternehmen: Das Fallbeispiel IBM'>Wikis im Unternehmen: Das Fallbeispiel IBM</a></li>
<li><a href='http://blog.kooptech.de/2010/02/wikis-im-unternehmen-das-fallbeispiel-fraport-ag/' rel='bookmark' title='Wikis im Unternehmen: Das Fallbeispiel Fraport AG'>Wikis im Unternehmen: Das Fallbeispiel Fraport AG</a></li>
</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg02.met.vgwort.de/na/930a5871d4ac2e42c4f1f65672fc1e" width="1" height="1" alt=""><strong>Die <a href="http://www.dwh.de/">Deutschen Werkst&#228;tten Hellerau</a> </strong><strong>sind ein mittelst&#228;ndisches Unternehmen in Dresden mit 150 Mitarbeitern, das weltweit individuelle L&#246;sungen f&#252;r den Innenausbau von Villen, Vorstandsetagen und Luxus-Yachten anbietet. Um zu verhindern, dass jedes Projekt „das Rad neu erfindet“, f&#252;hrte die Gesch&#228;ftsf&#252;hrung 2006 ein firmeninternes Wiki ein. </strong></p>
<p>Das Ziel: Die Projekte, die unter hohem Zeit- und Kostendruck stehen, sollten voneinander lernen, die Mitarbeiter sollten ihre Erfahrungen untereinander austauschen und dokumentieren k&#246;nnen. Nach etwa einem Jahr gilt die Einf&#252;hrung im Unternehmen als gegl&#252;ckt.</p>
<p>Vorgestellt wurde das Wiki in einer Mitarbeiterversammlung und einer einst&#252;ndigen Schulung. Jeder Mitarbeiter legte mit Unterst&#252;tzung eines Wiki-Betreuers eine eigene Profilseite an. Dieser Betreuer k&#252;mmert sich ein bis zwei Tage pro Woche um das Wiki. Er hat die Aufgabe, „hinterherzufegen“, das hei&#223;t, er strukturiert und ordnet Artikel ein, pflegt Aktualisierungen. Er motiviert die Mitarbeiter, unterst&#252;tzt bei Fragen. Daneben gibt es ein Wiki-Team, das aus vier bis f&#252;nf Mitarbeitern verschiedener Bereiche besteht. Dieses Team setzt sich von Zeit zu Zeit zusammen, um zu &#252;berlegen, ob die Struktur des Wikis angepasst werden muss, oder ob besondere Ma&#223;nahmen erforderlich sind, um noch mehr Kollegen zur aktiven Nutzung zu motivieren.<br />
Um den Mitarbeitern einen &#252;berzeugenden Mehrwert zu geben, pflegte ein Praktikantenteam vor dem Start verschiedene &#8211; bis dahin in Papierform vorhandene – Informationen in das Wiki ein. Unter anderem einen Standard-Katalog f&#252;r die Innenausbaukonstruktionen, von dem es zehn Exemplare im Unternehmen gab und der bis dahin regelm&#228;&#223;ig aktualisiert wurde. Im Wiki wird er seither laufend auf den neuesten Stand gebracht und ist st&#228;ndig in Gebrauch.<br />
Der Gesch&#228;ftsf&#252;hrer lebt den Umgang mit dem Wiki vor: mehrmals im Monat berichtet er im Wiki &#252;ber aktuelle Ereignisse sowie k&#252;nftige Auftr&#228;ge. Seine Eintr&#228;ge sind die am meisten gelesenen Wiki-Artikel &#252;berhaupt. Das Wiki d&#252;rfen auch Praktikanten und freie Mitarbeiter nutzen, die f&#252;r die Deutschen Werkst&#228;tten t&#228;tig sind. Es gibt keine Bereiche, die den angestellten und freien Mitarbeitern nicht zug&#228;nglich sind. Auch die Mitarbeiter in der Produktion haben inzwischen &#252;ber Terminals einen einfachen Zugang zum Wiki. Rund 20 Prozent der Mitarbeiter haben nach einem Jahr etwas im Wiki geschrieben.<br />
F&#252;r auftauchende Probleme in Projekten werden L&#246;sungswege im Wiki per Text und Bild dokumentiert. Das Wiki enth&#228;lt einen Problem-L&#246;sungsteil und ist nach Themen- und Projektbereichen organisiert. Es enth&#228;lt au&#223;erdem ein FAQ, das von einem Wiki-Betreuer gepflegt wird. Im Ergebnis hat sich die unternehmensinterne Kommunikation verbessert.</p>
<p><em><a href="http://www.innovationsanalysen.de/de/download/KoopTech.pdf">Das Fallbeispiel ist der KoopTech-Studie entnommen</a>.</em></p>
<p><br>Beitr�ge zu verwandten Themen:<ol>
<li><a href='http://blog.kooptech.de/2008/05/32-gegenargumente-zu-8-argumenten-gegen-den-einsatz-von-wikis/' rel='bookmark' title='32+ Gegenargumente gegen 8+ Argumente gegen den Einsatz von Wikis'>32+ Gegenargumente gegen 8+ Argumente gegen den Einsatz von Wikis</a></li>
<li><a href='http://blog.kooptech.de/2010/03/wikis-im-unternehmen-das-fallbeispiel-ibm/' rel='bookmark' title='Wikis im Unternehmen: Das Fallbeispiel IBM'>Wikis im Unternehmen: Das Fallbeispiel IBM</a></li>
<li><a href='http://blog.kooptech.de/2010/02/wikis-im-unternehmen-das-fallbeispiel-fraport-ag/' rel='bookmark' title='Wikis im Unternehmen: Das Fallbeispiel Fraport AG'>Wikis im Unternehmen: Das Fallbeispiel Fraport AG</a></li>
</ol></p><p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
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		<title>7+ Tipps f&#252;r den Wahlkampf mit Social Media</title>
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		<pubDate>Sat, 14 Nov 2009 20:09:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christiane Schulzki-Haddouti</dc:creator>
				<category><![CDATA[Organisation]]></category>
		<category><![CDATA[Zivilgesellschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<description><![CDATA[An diesem Wochenende will die SPD einen Neustart wagen. Dabei will sie vor allem das zuletzt zerr&#252;ttete Verh&#228;ltnis zur  Basis in Ordnung bringen. Wie wenig die Kommunikation zwischen Basis und Kandidaten bzw. Basis und F&#252;hrung funktionierte war in ... <a href="http://blog.kooptech.de/2009/11/7-tipps-fuer-den-wahlkampf-mit-social-media/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg02.met.vgwort.de/na/8d638af609fb0dd3f8aa4c1049d247" alt="" width="1" height="1" /><strong>An diesem Wochenende will die SPD einen Neustart wagen. Dabei will sie vor allem das zuletzt zerr&#252;ttete Verh&#228;ltnis zur Basis in Ordnung bringen. Wie wenig die Kommunikation zwischen Basis und Kandidaten bzw. Basis und F&#252;hrung funktionierte war in diesem Jahr w&#228;hrend verschiedener Wahlk&#228;mpfe zu beobachten &#8211; insbesondere mit Hilfe von Twitter, das Kommunikationsstr&#228;nge gut dokumentiert.</strong></p>
<p>Alle Parteien lieferten sich dieses Jahr vor diversen Wahlterminen ein Wettrennen bei Twitter, Facebook oder Flickr &#8211; sch&#246;n dokumentiert bei <a href="http://www.wahl.de/">wahl.de</a>. Doch letztlich &#252;berzeugte meiner Ansicht nach dieser Online-Wahlkampf die W&#228;hler nicht wirklich, da die Kerneigenschaften von Social Media von vielen Politikern nicht wirklich umgesetzt wurden. Die Kommunikation kann n&#228;mlich in der Online-Welt beginnen, sie muss aber in der Offline-Welt enden &#8211; um dort wiederum in einer Feedbackschleife zur&#252;ck in die Online-Welt zu flie&#223;en. Doch meistens verharrte die Online-Kommunikation einfach online, weil sie belanglos war. Aus den Beobachtungen lassen sich 7+ Tipps formulieren, wie eine funktionierende Feedbackschleife aus Parteiperspektive tats&#228;chlich funktionieren kann &#8211; und das bedeutet nicht nur eine gute horizontale, sondern auch eine gute vertikale Kommunikation &#8211; in jeweils alle Richtungen. Autorit&#228;re Politikstile haben hier insofern keine Chance bzw. w&#252;rden den Einsatz von Social Media ad absurdum f&#252;hren. Hier meine 7+ Tipps, die im Wesentlich den Kandidaten als &#8220;Kommunikations-Hub&#8221; st&#228;rken &#8211; und sich daher f&#252;r fachlich wenig kompetente Kandidaten eher weniger eignen. Diese sollten besser auf die Kommunikationsstrategie &#8220;von oben&#8221; setzen.</p>
<h4>1. Tipp: Aufmerksamkeit schenken &#8211; und erzeugen</h4>
<p>Die Kandidaten spielen die zentrale Rolle: Sie sind vor Ort pr&#228;sent und mit zahlreichen Mulitplikatoren vernetzt. Sie sind daher in der Lage, Themen vor Ort aufzugreifen. Umgekehrt sollten sie europa-, bundes- oder landesweit relevante Themen auf regionale Ebene skalieren k&#246;nnen. Nur sie k&#246;nnen authentisch zeigen, dass sie sich um die Anliegen der Menschen ihrer Region k&#252;mmern, gleichzeitig verweisen sie durch die Art der Besetzung der Themen auf ihre fachliche Kompetenz. Dies ist enorm wichtig, weil eine Partei-Handschrift nicht bei allen Themen und in allen Regionen identisch sein kann. Lokale Feinheiten k&#246;nnen nur &#252;ber die lokalen Kandidaten differenziert und angemessen aufgefangen werden. Nat&#252;rlich spielt die Pers&#246;nlichkeit und Ausrichtung innerhalb eines Partei-Spektrums eine wichtige Rolle.  Die Medien verst&#228;rken die individuellen Aspekte von Glaubw&#252;rdigkeit, Authentizit&#228;t und Pers&#246;nlichkeit &#8211; je vielf&#228;ltiger und komplexer die Medienlandschaft wird, umso mehr k&#246;nnen &#8220;parteipolitische Faktoren&#8221; problemlos von anderen Personen bzw. Parteien jederzeit &#252;bernommen werden. Abweichungen von der &#8220;empfundenen Normlinie&#8221; der Partei sind daher als Pers&#246;nlichkeitsst&#228;rke des einzelnen Kandidaten zu begreifen und als Plus f&#252;r die Partei &#8211; die Differenzierung der Medienlandschaft verst&#228;rkt den Wunsch vieler B&#252;rger &#8220;eine Person in einer Partei&#8221; zu finden, die ihnen nahe steht.</p>
<h4>2. Tipp: Die notwendige Individualisierung eines parteipolitischen Profils kann besonders gut mit der gesamten Palette der klassischen und digitalen sozialen Medien bespielt werden.</h4>
<p>Unterst&#252;tzt werden daher sollte die Kommunikation der Kandidaten untereinander, auf Lokalebene mit den B&#252;rgern sowie mit der Partei &#252;ber einen vielf&#228;ltigen Einsatz von <strong>Social Media</strong>, die eine horizontale, vertikale wie bidirektionale Kommunikation erm&#246;glichen.  Dies bedeutet, dass Inhalte der Kandidaten &#252;ber</p>
<ul>
<li>verschiedene Formate wie Hintergrundtexte, kurze Erkl&#228;rtexte, Interviews sowie eine t&#228;gliche Blog- und Nachrichtenschau</li>
<li>verschiedene Kan&#228;le der Kandidaten wie pers&#246;nliche E-Mails, E-Mail-Newsletter, Blog-Beitr&#228;ge, die pers&#246;nliche Website, Foto- und Videoplattformen und Microbloggingdienste wie Twitter</li>
</ul>
<p>ver&#246;ffentlicht werden.</p>
<h4>3. Tipp: Kooperationen der Kandidaten untereinander unterst&#252;tzen</h4>
<p>Die Kandidaten k&#246;nnen ihre St&#228;rken nur im Zusammenspiel ausbauen. So sollten Inhalte einzelner Kandidaten wiederum von anderen Kandidaten aufgegriffen und weiter kommuniziert werden. Auf diese Weise unterst&#252;tzen sich die Kandidaten gegenseitig. Das Prinzip, dass Inhalte &#252;bernommen und verwendet werden k&#246;nnen, muss vorgelebt werden! So sollten Websites der Landesverb&#228;nde oder der Fraktion auf gute Inhalte hinweisen. Die gegenseitige Unterst&#252;tzung sollte m&#246;glichst flexibel erfolgen, da es sein kann, dass ein Kandidat die Themen des anderen nicht mittragen m&#246;chte. Die dahinter stehende Meinungsvielfalt sollte nicht nur toleriert, sondern auch als Mehrwert im Sinne eines breiten Meinungsspektrums empfunden werden. Ego-Wahlk&#228;mpfe m&#252;ssen aber vermieden werden. Kandidaten sollten insbesondere in schwachen Wahlkreisen gemeinsam mit Lokalpolitikern, aber auch mit anderen Kandidaten auftreten und bereits im Vorfeld die Vernetzung und Verlinkung von Fotos, Pressemitteilungen oder Wahlkampfanzeigen vereinbaren. Das &#220;bernehmen von Inhalten und Themen auf der eigenen Website, in den eigenen Informationsmaterialien sollte ausdr&#252;cklich unterst&#252;tzt werden. Dem W&#228;hler ist es n&#228;mlich egal, wo und bei wem er was liest, Hauptsache er erf&#228;hrt, welche Themen / Anliegen auf der Agenda stehen.</p>
<h4>4. Tipp: Themen kompetent aufbereiten und kommunizieren</h4>
<p>Der Wahlkampf sollte anhand von einer ganzen Themenbandbreite die Kompetenz der Partei anhand ihrer Kandidaten aufzeigen, die jeweils ausgesucht &#252;berregionale und regionale Themen betreuen. Das Netz der Kandidaten wiederum zeigt in seiner F&#252;lle die ganze Bandbreite des Engagements. Die W&#228;hler m&#252;ssen sp&#252;ren, dass hinter den gew&#228;hlten Slogans Themen stecken, die kompetent von einem oder mehreren Kandidaten betreut werden. Kompetenz vermittelt Vertrauen. Die vertretenen Themen m&#252;ssen einen Bezug zu den angesprochenen W&#228;hlern haben &#8211; sonst bleiben sie zu fern, zu abgehoben. Relevante Themen erzeugen Konversation. Optimal w&#228;re es, wenn man die Kommunikation  zu den B&#252;rgern transparent gestalten k&#246;nnte (offenes Blog, aktives Twittern). Dies erfordert jedoch eine sehr schnelle Kommunikation im Team, da der Kandidat unterwegs nicht alles im Blick haben kann. Im Online-Wahlkampf kann man etwa die Slogans mit entsprechenden Informationsseiten des Kandidaten verlinken, der hierzu das umfangreichste Informationsangebot liefert. In den letzten zwei Wochen lohnt sich Online-Werbung &#8211; sie sollte aber nicht nur Personen bewerben, sondern Themen, die diese Personen vertreten. Dabei kann auf die jeweiligen Themenbeitr&#228;ge verlinkt werden, die z.B. ein Video, eine ausformulierte Position, Hintergrundinfos und Links enthalten k&#246;nnen. Diese m&#252;ssen bis dahin erarbeitet und festgelegt sein, was einen zeitlichen Vorlauf von etwa sechs Wochen erfordert. Die Nutzung der Online-Medien bedeutet immer auch die Themen des Internet zu sehen. Ein Beispiel hierf&#252;r ist der &#252;berraschende Erfolg der schwedischen Piratenpartei im Europawahlkampf. Im Offline-Wahlkampf ist es dagegen wichtig, dass man auf Veranstaltungen zu bestimmten Themen personell Pr&#228;senz zeigt &#8211; mit Leuten, die am Thema arbeiten, mit Experten. Unterst&#252;tzt werden k&#246;nnen solche Veranstaltungen &#252;ber personen- oder themenbezogene Videoclips, die zuvor &#252;ber die Website und das Blog des Kandidaten ver&#246;ffentlicht wurden. Themenvielfalt: Themen m&#252;ssen kompetent dargestellt werden &#8211; lieber weniger Themen als zu viele Themen. Was hei&#223;t das?</p>
<ul>
<li>Themen m&#252;ssen aktuell sein.</li>
<li>Themen m&#252;ssen relevant sein, d.h. einen Bezug zur Zielgruppe des/der Kandidaten haben.</li>
<li>Themen m&#252;ssen bislang unbekannte Aspekte enthalten, was auch Recherche verlangt.</li>
<li>Themen m&#252;ssen die Kompetenz des Kandidaten widerspiegeln. Dies soll aber kein Ausschlusskriterium sein &#8211; andere Kandidaten sollen sich anschlie&#223;en d&#252;rfen &#8211; je mehr Stimmen, desto mehr Geh&#246;r.</li>
</ul>
<h4>5. Tipp: Gruppen vor Ort thematisch einbinden</h4>
<p>Gruppenspezifische Organisationen vor Ort m&#252;ssen thematisch st&#228;rker eingebunden werden &#8211; und auch fr&#252;hzeitig direkt zu bestimmten Themen angesprochen werden, damit sie &#252;berhaupt in der Lage sind, einen Kandidaten, der eine bestimmte gruppennahe Position vertritt, kompetent zu unterst&#252;tzen. Sie m&#252;ssen in der Lage sein, selbst zu diesen Themen Veranstaltungen zu organisieren. Diese Unterst&#252;tzung hilft allen, weil man sich vielleicht nicht in allen Aspekten versteht, aber durchaus bei bestimmten Themen eine Gemeinsamkeit hat. Umgekehrt ist es wichtig, dass der Kandidat auch Themen dieser Organisationen aufgreift. Gute Ideen m&#252;ssen Chancen haben geh&#246;rt zu werden! Und das muss sehr aktiv kommuniziert werden, damit jeder sich angesprochen f&#252;hlt, etwas beizutragen. Hierf&#252;r m&#252;ssen Moderationsprozesse gefunden werden, die den Beteiligten den Eindruck vermitteln, dass Ideen auch tats&#228;chlich gewollt sind. B&#252;rgerinitiativen sind ebenfalls starke Kommunikatoren, da meist enge Kontakte zur lokalen Presse bestehen. Wenn deren Ziele in das Konzept des Kandidaten passen und dieser sich solidarisieren bzw. auf das Geschehen an h&#246;herer Stelle Einfluss nehmen kann oder neue Aspekte zur L&#246;sung des Problems beitragen kann, sollte mindestens ein Informationsaustausch gepflegt werden. Das ausgepr&#228;gte Detailwissen dieser Initiativen kann in pers&#246;nlichen Gespr&#228;chen im Stra&#223;enwahlkampf verwendet werden. Dies bedeutet keineswegs, dass man sich das Anliegen zu eigen macht &#8211; aber man hat es wahrgenommen. Stichwort &#8220;Aufmerksamkeit&#8221;!</p>
<h4>6. Tipp: L&#252;cken besetzen</h4>
<p>Wahlkreise mit einer unterdurchschnittlichen Performance sollten gezielt besetzt werden. Keine Region darf aufgegeben werden. Insbesondere hier sollten lokale und regionale Themen aufgegriffen werden. Die Menschen m&#252;ssen merken, dass man um die Themen bzw. Probleme wei&#223; und sich um eine z&#252;gige Probleml&#246;sung bem&#252;ht.  Ohne eine gute Datenbank, die die wichtigsten regionalen Ansprechpartner erfasst, kann man L&#252;cken nicht erfassen und dann auch nicht richtig beantworten.</p>
<h4>7. Tipp: Jeder Kandidat braucht ein kleines, aber schlagkr&#228;ftiges Team</h4>
<p>Jeder Kandidat sollte ein Team von max. f&#252;nf professionellen Mitarbeiter haben, die ihn unterst&#252;tzen. Mehr sind aufgrund des erh&#246;hten Koordinationsaufwands nicht zu empfehlen &#8211; das Team muss n&#228;mlich vor allem schnell agieren k&#246;nnen. Zu den Aufgaben geh&#246;ren</p>
<ul>
<li>Terminkoordination &#8211; Vernetzung mit Ereignissen in der Region</li>
<li>dezentrale Unterst&#252;tzung</li>
<li>Informationen recherchieren</li>
<li>Informationen kompetent aufbereiten</li>
<li>Informationen ver&#246;ffentlichen &#8211; und dabei mehrfach verwerten und miteinander verzahnen</li>
</ul>
<p>Das Team muss die einzelnen Workflows analysieren, verbessern und dann konsequent anwenden. Jeder muss wahrnehmen k&#246;nnen, was der andere macht, wenn es seinen Arbeitsbereich ber&#252;hrt. Alles andere w&#228;re zu viel (E-Mails an alle) oder zu wenig.  F&#252;r die Bearbeitung von B&#252;rgeranfragen und Kandidatenwatchsites, aber auch Pressemitteilungen bietet sich etwa die Nutzung eines internen Wikis an. Damit kann viel Hin- und Hermailerei von verschiedenen Versionen vermieden werden. Au&#223;erdem kann auf Basis des Wikis auch ein &#246;ffentliches B&#252;rger-FAQ erarbeitet werden.  Fotos und Videos sollten zentral auf eine Plattform (z.B. Flickr, Youtube, Vimeo) hochgeladen werden, da hier jedes Teammitglied Zugriff zur weiteren Verarbeitung hat und die Plattform au&#223;erdem weitere Vernetzungm&#246;glichkeiten bieten. Das Team muss sehr fr&#252;h Verteiler f&#252;r bestimmte Themen erarbeiten &#8211; und muss &#252;ber eine Vielzahl von Kan&#228;len daf&#252;r sorgen, dass jeder sich den Kommunikationsweg ausw&#228;hlen kann, der ihm recht ist (RSS, RSS per Mail, E-Mail, Blog, Website). Schlie&#223;lich sollteeine bestimmte Blogsoftware empfohlen werden, weil sonst die zur Vernetzung wichtigen Trackbacks nicht funktionieren.</p>
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