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	<title>KoopTech &#187; Recht</title>
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		<title>Die neue Post und der Ex-Monopolist: Netzneutralit&#228;t und der &#246;ffentlich-rechtliche Rundfunk</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Jan 2012 01:06:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolf-Dieter Roth</dc:creator>
				<category><![CDATA[Recht]]></category>
		<category><![CDATA[ARD]]></category>
		<category><![CDATA[GEZ]]></category>
		<category><![CDATA[Netzneutralität]]></category>
		<category><![CDATA[Rundfunk]]></category>
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		<category><![CDATA[ZDF]]></category>

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		<description><![CDATA[Die sogenannte Netzneutralit&#228;t ist ein aktuell heftig umstrittener Diskussionspunkt zwischen den kommerziellen Anbietern von Internetzug&#228;ngen und Internetdiensten sowie den klassischen, idealistisch motivierten Onlinern, die abwertend auch als "Netzindianer" bezeichnet werden.

Es geht hier darum, ob neben denjenigen, die einen Internetzugang ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/0844964fbfc74fa5b3d224448f20bc07" alt="" width="1" height="1" />Die sogenannte <em>Netzneutralit&#228;t</em> ist ein aktuell heftig umstrittener Diskussionspunkt zwischen den kommerziellen Anbietern von Internetzug&#228;ngen und Internetdiensten sowie den klassischen, idealistisch motivierten Onlinern, die abwertend auch als &#8220;Netzindianer&#8221; bezeichnet werden.</p>
<p>Es geht hier darum, ob neben denjenigen, die einen Internetzugang beispielsweise der Telekom nutzen und dieser daf&#252;r ein Entgelt entrichten, auch die zur Kasse gebeten werden sollen, welche &#252;ber diesen dann abrufbare Inhalte anbieten.</p>
<p>F&#252;r einen idealistisch motivierten Onliner ist dieser Gedanke v&#246;llig absurd: Er stellt Inhalte, beispielsweise Beitr&#228;ge f&#252;r die Wikipedia, eine private Website oder dieses Blog hier sowie die dahinter stehende Serverstruktur kostenlos zur Verf&#252;gung, um der Allgemeinheit zu helfen. Er verlangt also nichts f&#252;r seine Dienste &#8211; wieso sollte er nun auch noch jemand anders etwas bezahlen, um diese Inhalte weiter anbieten zu d&#252;rfen?</p>
<p>Kabelgesellschaften sind jedoch schon seit Jahren darin ge&#252;bt, auf beiden Seiten abkassieren zu wollen: Der Kabelkunde, also der Fernsehzuschauer, hat eine monatliche Geb&#252;hr zu zahlen &#8211; im Gegensatz zum Satellitenkunden, der, abgesehen von Pay-TV und den HD-Angeboten einiger kommerzieller Stationen, nur seine monatlichen Rundfunkgeb&#252;hren zu zahlen hat. Doch auf Seite der Fernsehsender wollen die Kabelgesellschaften als sogenannte Einspeisungsverg&#252;tung <a href="http://www.hifi-forum.de/viewthread-124-3605.html" target="_blank">ebenfalls Geld sehen</a>, weil die Sender so ihre Reichweite erh&#246;hen und der Kabelanbieter nach seiner Ansicht ihnen dazu seine Infrastruktur zur Verf&#252;gung stellt wie ein Sendernetzwerk.</p>
<p>Man kann das Ganze nat&#252;rlich auch genau umgekehrt auffassen: Das Angebot der Kabelgesellschaft wird durch das Einspeisen m&#246;glichst vieler Programme &#252;berhaupt erst interessant! Ein Anbieter, der nur RTL, RTL II und Super RTL im Portfolio hat, d&#252;rfte nicht viele Kunden gewinnen. Also m&#252;&#223;te eigentlich doch eher die Kabelgesellschaft den Sendern etwas zahlen, um deren Programm &#252;bernehmen zu d&#252;rfen?</p>
<p>&#196;hnliche Diskussionen gibt es nun beim Internetzugang. Hier geht es jedoch eher um eine Schnellstra&#223;e f&#252;r kommerzielle Anbieter, um eine Priorisierung einzelner Angebote gegen&#252;ber anderen.</p>
<p><span id="more-4793"></span></p>
<p>Zun&#228;chst sind im Internet alle gleich: Datenpakete werden unabh&#228;ngig von Absender und Empf&#228;nger alle mit gleicher Wichtigkeit &#252;bertragen. Aus technischen Gr&#252;nden sind in der Praxis manche Verbindungen doch gegen&#252;ber anderen bevorzugt, beispielsweise weil Absender und Empf&#228;nger der Daten &#252;ber dasselbe Backbone angebunden sind oder ein Router im Netz mit bestimmten Paketgr&#246;&#223;en einfach besser zurechtkommt. Teils wird es auch heute bereits bewu&#223;t gemacht, so priorisiert eine Fritz-Box aus dem angeschlossenen Heimnetz gelieferte oder angeforderte VoIP-Daten, um eine bessere Sprachqualit&#228;t bei der Internettelefonie zu erreichen. Tut dies allerdings bereits der Provider, behandelt er IP-Dienste unterschiedlich, priorisiert er Video gegen&#252;ber E-Mail oder bremst er Torrent-Downloads aus, beginnt es kritisch zu werden.</p>
<p>Noch fragw&#252;rdiger ist es, einzelne Unternehmen zu bevorzugen, wenn sie daf&#252;r eine zus&#228;tzliche Geb&#252;hr entrichten sollen: Nat&#252;rlich kann ein Provider von diesen Einnahmen dann eine &#8220;Direktleitung&#8221; zu Youtube anmieten, doch l&#228;uft der Dienst dann nur bei einem Anbieter schneller und das ganze l&#228;uft sehr schnell auf &#8220;Schutzgelderpressung&#8221; heraus: Zahl &#8211; oder verliere Deine Kunden. Denn statt die Anbindung zu dem zahlenden Anbieter auszubauen, wird der Provider stattdessen die Verbindung zu allen anderen Angeboten k&#252;nstlich verlangsamen.</p>
<p>F&#252;r den Anbieter ist dieses Gesch&#228;ftsmodell daher nur ein &#196;rgernis, falls er kein Geld zu verschenken hat. F&#252;r den Providerkunden ist es ebenfalls schlecht, wenn er auf einen nicht priorisierten Inhalteanbieter zugreifen m&#246;chte. Trotz aller <a href="http://echtesnetz.de/" target="_blank">Initiativen, diese Zust&#228;nde zu verhindern</a>, schaut <a href="http://www.heise.de/ct/artikel/Private-Zollschranken-1399239.html" target="_blank">es jedoch bereits kritisch aus</a>: Wer zahlt, schafft an, so ist dies nun mal in unserem Wirtschaftssystem.</p>
<p>Den &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten missf&#228;llt diese &#8220;Wegelagerei&#8221;. Eigentlich erstaunlich, wo sie ja oft genug betonen, mehr Geld zu haben und am l&#228;ngeren Hebel zu sitzen, um sich via Finanzmacht durchzusetzen. Sei es bei der Radio-Versorgung, zu der der ARD-Vorsitzende Fritz Pleitgen 2001 t&#246;nte, man habe genug Geb&#252;hren-Gelder, um auf unbegrenzte Zeit mit 100-kW-Sendern auf UKW weitermachen, ein Umstieg auf DAB k&#228;me nur den kommerziellen Sendern zugute und sei daher nicht mehr zu bef&#252;rworten, oder bei dem Vorgehen im Internet, wo man &#252;ber die gr&#246;&#223;ere finanzielle Macht sogar die zweitgr&#246;&#223;te Investmentbank der Welt dazu zwang, die den Kunden bekannte E-Mail- und Webadressen <a href="http://www.heise.de/tp/artikel/23/23291/1.html" target="_blank">aufzugeben</a> &#8211; f&#252;r eine Bank eine Peinlichkeit ohnegleichen. Nicht ohne Grund tr&#228;gt der &#8220;<a href="http://www.daserste.de/ratgeber-internet/" target="_blank">ARD Ratgeber Internet</a>&#8221; den Untertitel &#8220;<a href="http://amzn.to/xijhcH" target="_blank">Wir stukturieren das Internet neu</a>&#8221; &#8211; dieses Ziel haben sich einige Mitarbeiter von ARD und ZDF wortw&#246;rtlich gesetzt.</p>
<p>Auch heute ist <a href="http://blog.beck.de/2011/11/30/welches-namensrecht-wiegt-schwerer-starkoch-schuhbeck-im-domainstreit-mit-religionslehrer" target="_blank">die Folge</a>, da&#223; f&#252;r das &#246;ffentlich-rechtliche Fernsehen t&#228;tige C-Promis den wenigen verbliebenen <em>Netzindianern</em> ihre Adressen <a href="http://schuhbeck.cc/kommentar/" target="_blank">wegklagen</a> wollen. Begr&#252;ndung: Man wolle das Internet schlie&#223;lich &#8220;richtig&#8221;, also <a href="http://www.schuhbeck.de" target="_blank">kommerziell nutzen</a>, der andere dagegen nur &#8211; unkommerziell und damit in unserem aktuellen rechtlichen Wertesystem nicht sch&#252;tzenswert &#8211; f&#252;r <a href="http://www.schuhbeck.com" target="_blank">die Familie (E-Mail) und die Schule (Website)</a>. Dass das Internet und besonders das WWW urspr&#252;nglich im akademischen Bereich entstanden, und die Verfassung die Familie unter besonderen Schutz stellt, wird hierbei geflissentlich ignoriert &#8211; einer Wettbewerbskammer sind derartige Aspekte egal und ein Familiengericht wird nicht &#252;ber Domainstreitigkeiten urteilen.</p>
<p>Abgesehen von diesen Entgleisungen einzelner Fernsehleute <a href="http://www.ard.de/intern/standpunkte/-/id=2009364/property=download/nid=8236/1q7iedn/Positionspapier+Netzneutralit%C3%A4t.pdf" target="_blank">bef&#252;rworten ARD &amp; ZDF</a> den offenen, gleichberechtigten Zugang zum Internet. Es geht ihnen dabei allerdings vor allem um den ungest&#246;rten <a href="http://www.wdr.de/unternehmen/gremien/rundfunkrat/pdf/resolution/Stellungnahme_WDR_RR_TKGNovelle_Netzneutralitaet_151211.pdf">Zugriff auf ihre Angebote</a>, um das Internet als <a href="http://www.wuv.de/nachrichten/medien/ard_netzneutralitaet_ist_von_grosser_relevanz">Tr&#228;germedium f&#252;r Rundfunk</a>, und sie haben ganz richtig erkannt, dass sie aus einer bezahlten Sonderl&#246;sung keine realen Vorteile ziehen w&#252;rden, weil sie dann nur bei einigen, wenigen Providern besser zug&#228;nglich w&#228;ren, wenn &#252;berhaupt.</p>
<p>Doch wird bei der ganzen Diskussion vergessen, da&#223; der Zugang zum Internet eben gerade dank ARD &amp; ZDF ohnehin nicht mehr ohne Zusatzkosten m&#246;glich ist: <a href="http://www.heise.de/tp/artikel/22/22640/1.html" target="_blank">Seit 2007</a> werden mit dem Besitz eines Computers oder internetf&#228;higen Telefons in Deutschland <a href="http://www.heise.de/tp/artikel/20/20115/1.html" target="_blank">Rundfunkgeb&#252;hren f&#228;llig</a>! Es ist also bereits <em>vor</em> der Zahlung an den Provider, der einem die reale Infrastruktur zum Zugriff auf das Internet zur Verf&#252;gung stellt, eine Zahlung an die GEZ f&#228;llig. Ein symbolisches, doch h&#246;chst reelles Entgelt daf&#252;r, da&#223; man die &#246;ffentlich-rechtlichen Sender auch &#252;ber den Computer nutzen k&#246;nnte, auch wenn man diesen zu ganz anderen Zwecken angeschafft hat.</p>
<p>Wer keine Rundfunkgeb&#252;hren zahlt, obwohl er einen Computer oder ein Handy mit Internetzugriff besitzt, begeht eine Ordnungswidrigkeit und riskiert zwar keine Abschaltung seines Providerzugangs, ein Pf&#228;nden des betreffenden Computers durch den Gerichtsvollzieher <a href="http://netzwertig.com/2007/12/12/laufen-schwarzsurfer-gefahr-ihren-pc-abgeben-zu-muessen/" target="_blank">kann jedoch durchaus die Folge sein</a>. Dies droht auch und gerade bei beruflicher Nutzung des Computers, eine privat bereits gezahlte Rundfunkgeb&#252;hr entbindet hier nicht von dieser zweiten Zahlung. Gerichtlich erk&#228;mpfte Ausnahme: Der beruflich genutzte Computer steht in der Privatwohnung.</p>
<p>Somit hat der &#246;ffentlich-rechtliche Rundfunk zwar vor einiger Zeit das Rundfunkmonopol aufgegeben. Mit dem erst durch Zahlung einer Rundfunkgeb&#252;hr legalen Zugriff auf das Internet, das ja mittlerweile auch f&#252;r Telefonie genutzt wird und das sogar zur Abgabe einer Steuererkl&#228;rung unumg&#228;nglich geworden ist, hat er sich jedoch die komplette Kontrolle &#252;ber die Telekommunikation gesichert: Man muss heute nicht mehr der Deutschen Bundespost zahlen, um einen Anschluss zu erhalten: statt der Telekom sind Kabel Deutschland oder Arcor eine m&#246;gliche Alternative. Man muss aber auf jeden Fall der GEZ zahlen, wenn man die heutige Post &#8211; E-Mail &#8211; nutzen will. Dies wird auch die kommende Haushaltsgeb&#252;hr nicht &#228;ndern &#8211; auch diese deckt die berufliche Internetnutzung nicht mit ab.</p>
<p>ARD &amp; ZDF m&#252;ssen und werden also voraussichtlich keine zus&#228;tzlichen Entgelte entrichten, um ihre Inhalte im Internet anzubieten. Wohl aber alle anderen, egal, ob sie selbst Inhalte anbieten oder nur konsumieren wollen, ob sie mit Freunden chatten, mailen oder telefonieren wollen. Es handelt sich l&#228;ngst um keine Rundfunk-Geb&#252;hr mehr, sondern vielmehr um eine zus&#228;tzliche Internet-Zugangs-Geb&#252;hr, eine Telekommunikations-Abgabe f&#252;r alle mit Wohn- oder Firmensitz in Deutschland. Die mag in vielen F&#228;llen bereits durch ein vorhandenes Radio f&#228;llig geworden sein und dann keine Zusatzkosten verursachen, doch sie ist eine Zugangsschranke zum Netz der Netze und kann bei verteilten Standorten &#8211; beispielsweise bei <a href="http://heise.de/-175358">mehreren Webservern in unterschiedlichen Rechenzentren des Unternehmens</a> &#8211; die Hostingkosten von Websites deutlich erh&#246;hen.</p>
<p>Also das genaue Gegenteil dessen, was mit der Netzneutralit&#228;t erreicht werden soll: Provider geben mitunter sogar kostenlos Zugang, sonst auch f&#252;r wenige € im Monat oder nach &#8220;Verbrauch&#8221;, ARD &amp; ZDF jedoch nicht. Hier wird momentan eine Radiogeb&#252;hr, ab 2013 eine Haushaltsabgabe bzw. Unternehmensabgabe f&#228;llig. F&#252;r mich ist dies das genaue Gegenteil einer Netzneutralit&#228;t, wenn speziell f&#252;r einen von hunderttausend Internet-Diensteanbietern eine solche spezielle Zusatzgeb&#252;hr abzudr&#252;cken ist, die nicht einmal davon abh&#228;ngt, ob man &#252;berhaupt Interesse daran hat, Radio beispielsweise &#252;ber eine teure Mobilfunkverbindung zu h&#246;ren, statt &#252;ber das regul&#228;re Rundfunksignal, das &#252;ber die Rundfunkgeb&#252;hr bereits bezahlt ist.</p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://blog.kooptech.de/?flattrss_redirect&amp;id=4793&amp;md5=04908d1d368c592284d28122490f4863" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blog.kooptech.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Wie werden E-Books bei der VG Wort verg&#252;tet?</title>
		<link>http://blog.kooptech.de/2011/11/wie-werden-e-books-bei-der-vg-wort-vergutet/</link>
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		<pubDate>Thu, 10 Nov 2011 13:57:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolf-Dieter Roth</dc:creator>
				<category><![CDATA[Recht]]></category>
		<category><![CDATA[E-Book]]></category>
		<category><![CDATA[VG Wort]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine h&#228;ufig gestellte Frage. Doch v&#246;llig falsch gestellt. Die Antwort lautet n&#228;mlich: &#220;berhaupt nicht!

F&#252;r die VG Bild-Kunst gilt dasselbe: Auch hier gibt es nichts f&#252;r E-Books.

Hat man dort die Zeichen der Zeit verschlafen?

Nein, dass es f&#252;r E-Books keine Verg&#252;tungen ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine h&#228;ufig gestellte Frage. Doch v&#246;llig falsch gestellt. Die Antwort lautet n&#228;mlich: <em>&#220;berhaupt nicht!</em></p>
<p>F&#252;r die VG Bild-Kunst gilt dasselbe: Auch hier gibt es nichts f&#252;r E-Books.</p>
<p>Hat man dort die Zeichen der Zeit verschlafen?</p>
<p>Nein, dass es f&#252;r E-Books keine Verg&#252;tungen gibt, gar keine geben kann, liegt in der Natur der Sache: Autoren, die sich bei der <a href="http://www.vgwort.de" target="_blank">VG Wort</a> bzw. (als Fotograf oder eigene Fotos und Grafiken zu Artikeln zuliefernder Textautor) bei der <a href="http://www.bildkunst.de" target="_blank">VG Bild-Kunst</a> registriert haben, bekommen von diesen ja nicht etwa Aussch&#252;ttungen, weil sie so nette Menschen sind oder ihre Texte bzw. Bilder so einzigartig sind.</p>
<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/864d92a5c4344f06b549581564a30125" width="1" height="1" alt="" />Die Aufgabe der Verwertungsgesellschaften ist es vielmehr, f&#252;r die Autoren die Zweitverwertungsrechte aus Kopien einzutreiben. Es ist also zun&#228;chst nicht der erneute Druck eines Werkes gemeint oder der Verkauf an weitere Medien, sondern die Zweitverwertung eines Artikels als Fotokopie, abgespeicherte Website etc., f&#252;r die ein Autor ja normalerweise nichts erh&#228;lt – im Gegensatz zur Erstverwertung (hoffentlich), der Lieferung an den Verlag, oder seiner eigenen Zweitverwertung erfolgreicher Beitr&#228;ge.</p>
<p><strong>Wenn es keine Kopien gibt, kann es auch keine Kopierabgabe geben</strong></p>
<p>Damit hier &#252;berhaupt zu verteilende Einnahmen entstehen, gibt es die Abgaben auf Fotokopierer, CD-Rohlinge oder Drucker, &#252;ber die auch viele Kollegen nichtsahnend schimpfen.</p>
<p>Doch nicht nur zu verteilende Einnahmen sind Voraussetzung f&#252;r die M&#246;glichkeit der Verwertungsgesellschaften, etwas an die Autoren auszusch&#252;tten. Ebenso zwingend notwendig ist es, dass Kopien der Werke &#252;berhaupt m&#246;glich sind.</p>
<p>W&#228;hrend dies bei Druckwerken und Websites unvermeidlich ist, verh&#228;lt es sich bei E-Books anders: Diese haben in der professionell verkauften Variante (Kindle, Epub etc.) heute &#252;blicherweise einen Kopierschutz, ein Digital Rights Management (DRM).</p>
<p>Und wo es keine Kopie f&#252;r nichtzahlende Dritte gibt, kann nat&#252;rlich auch keine Kopierabgabe an die Autoren verteilt werden!</p>
<p>Zwar gibt es auch E-Books ohne DRM, doch landen diese sehr schnell auf russischen Tauschb&#246;rsen und werden seitens der Verlage daher normalerweise nicht angeboten.<br />
Sollten sich doch noch E-Book-Formate ohne DRM am Markt durchsetzen, w&#252;rden die Verwertungsgesellschaften auch eine Verg&#252;tung einf&#252;hren. Aktuell ist dies jedoch nicht zu erwarten.</p>
<p><strong>Heft-CDs sind ein weiteres, unabh&#228;ngig verg&#252;tungsf&#228;higes Medium</strong></p>
<p>Doch es gibt ein anderes, im Gegensatz zur Website meist &#252;bersehenes elektronisches Medium, das tats&#228;chlich sowohl bei VG Wort als auch VG Bild-Kunst zus&#228;tzlich gemeldet werden kann: Die „Heft-CD“. Texte oder Bilder, die ein Autor zu dieser zuliefert, sind selbstverst&#228;ndlich meldef&#228;hig. Und dies gilt f&#252;r eine CD-ROM mit eigenst&#228;ndigen Inhalten oder Erg&#228;nzungen zu den gedruckten Beitr&#228;gen ebenso wie f&#252;r eine „Jahrgangs-CD“, die ein 1:1-Archiv aller Beitr&#228;ge des Printmediums aufweist.</p>
<p>Es spielt dabei f&#252;r die Verg&#252;tungsf&#228;higkeit keine Rolle, ob diese CD-ROM dem Heft kostenlos beiliegt, als „Plus-Abo“ Aufpreis kostet, prinzipiell nur Abonnenten als „Jahresgabe“ zugeschickt wird oder auch ganz unabh&#228;ngig vom Heft verkauft wird.</p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://blog.kooptech.de/?flattrss_redirect&amp;id=4771&amp;md5=8eb8a88aa42cb483a904c1bfcdf239c4" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blog.kooptech.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Scraping: Ist das Kopieren von Daten aus dem Netz erlaubt?</title>
		<link>http://blog.kooptech.de/2011/09/scraping-ist-das-kopieren-von-daten-aus-dem-netz-erlaubt/</link>
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		<pubDate>Thu, 08 Sep 2011 08:23:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Hoely</dc:creator>
				<category><![CDATA[Recht]]></category>
		<category><![CDATA[Datenjournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Open Data]]></category>
		<category><![CDATA[Scraping]]></category>

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		<description><![CDATA[Warum wir dringend eine Regulierung f&#252;r Scraper brauchen. ‘Scrapers’ Dig Deep for Data on Web – „Scraper“ graben tief f&#252;r Daten im Web – so lautet der Titel eines englischsprachigen Artikels auf der Webseite des Wall Street Journal (WSJ). ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Warum wir dringend eine Regulierung f&#252;r Scraper brauchen. </strong><a href="http://online.wsj.com/article/SB10001424052748703358504575544381288117888.html">‘Scrapers’ Dig Deep for Data on Web</a> – „Scraper“ graben tief f&#252;r Daten im Web – so lautet der Titel eines englischsprachigen Artikels auf der Webseite des <em>Wall Street Journal (WSJ)</em>. Auf rund 14.000 Zeichen beschreiben die Autoren Julia Angwin und Steve Stecklow den boomenden Datenhandel und die damit verbundenen Konflikte.</p>
<p>Mit „scraping“ ist das <em>Kopieren von Daten aus dem Netz</em> gemeint. „Screen scraping“ etwa bezeichnet das <em>automatische Auslesen von Webseiten</em>. Doch was bedeutet das, warum ist das so wichtig und was ist so bedenklich daran?</p>
<p><strong>Zun&#228;chst einmal zur wirtschaftlichen Bedeutung von Scraping:</strong> Das aufstrebende Gesch&#228;ft von Scraping im Internet bildet eine Grundlage f&#252;r einen rasch wachsenden Datenhandel. <em>Marketers</em> gab 7,8 Milliarden US-Dollar f&#252;r Online-und Offline-Daten im Jahr 2009 aus, berichtete die New Yorker Unternehmensberatung Winterberry Group LLC. Die Ausgaben f&#252;r den Kauf von Daten aus dem Internet sollen sich von 410 Millionen US-Dollar im Jahr 2009 auf 840 Millionen US-Dollar im Jahr 2012 verdoppeln. <em>(Freie &#220;bersetzung aus dem WSJ-Artikel)</em></p>
<p>Damit ist die &#246;konomische Relevanz schon einmal gegeben. Doch was bedeutet das in der Praxis? Derzeit schie&#223;en Datenunternehmen wie Pilze aus dem Boden und betreiben den florierenden Handel mit umfangreichen Datens&#228;tzen. Dass manche dabei in einem ungesunden Ma&#223;e &#252;ber sich hinaus wachsen, ist die Folge von fehlenden juristischen Restriktionen.</p>
<p><strong>Das Kopieren von Daten im Internet ist n&#228;mlich nach wie vor eine juristische Grauzone,</strong> weshalb derzeit munter gescrapt wird, was zu holen ist. Leider machen einige Scraper auch vor gesch&#252;tzten R&#228;umen wie privaten Foren keinen Halt. So wurde im vergangenen Jahr etwa das Forum von PatientsLikeMe.com gescrapt – von niemand geringerem als dem weltweit agierenden Marktforschungsunternehmen Nielsen.</p>
<div id="attachment_7173" class="wp-caption alignleft" style="width: 250px;">
<p><img class="size-medium wp-image-7173 " title="PatientsLikeMe: Ist Scraping okay? (Bild: patientslikeme.com)" src="http://juiced.de/blog/wp-content/uploads/2011/06/patientslikeme-240x182.png" alt="Ein Screenshot der Webseite von PatientsLikeMe (Bild: patientslikeme.com)" width="240" height="182" /></p>
<p class="wp-caption-text">PatientsLikeMe: Das Forum wurde von Nielsen Company gescrapt (Bild: patientslikeme.com)</p>
</div>
<p>Nielsen Companys Aktivit&#228;ten flogen nur kurze Zeit sp&#228;ter auf. Das niederl&#228;ndische Marktforschungsunternehmen hatte es zu diesem Zeitpunkt jedoch bereits geschafft, etliche Forenbeitr&#228;ge zu hochsensiblen Themen wie <em>manisch-depressiver Erkrankung</em> oder <em>emotional instabile Pers&#246;nlichkeitsst&#246;rung</em> zu kopieren. Aus ihrer Datenbank seien die Daten nun leider nicht mehr l&#246;schbar, hie&#223; es.</p>
<p>Immerhin beteuerte das Unternehmen, in Zukunft keine Daten mehr von gesch&#252;tzten R&#228;umen im Internet scrapen zu wollen. Aber was ist mit den zahlreichen anderen Unternehmen? Nielsen Company ist mit seiner Vorgehensweise sicher kein Einzelfall. Doch verbindliche Richtlinien oder einen Ethikkodex gibt es bislang genauso wenig wie regulierende Gesetze.</p>
<p><strong>Wie begr&#252;nden Unternehmen solche Vorgehensweisen &#252;berhaupt? </strong>Dazu drei Argumente aus dem WSJ-Artikel:</p>
<ol>
<li>Viele Scraper und Datenh&#228;ndler argumentieren, wenn diese Informationen online verf&#252;gbar sind, sei es ein faires Spiel – ganz egal wie pers&#246;nlich.</li>
<li>„Diese Daten sind da drau&#223;en“, sagt Herr Adler [Datenschutzbeauftragter von <em>Intelius</em>, eine f&#252;hrende Webseite f&#252;r bezahlte Personensuchen, Anm.]. „Wenn wir die Daten nicht zu den Nutzern bringen, wird es jemand anderes tun.“</li>
<li>Scraper (…) sagen, was sie tun sei nichts anderes als was eine Privatperson tut, wenn sie Informationen online sammelt – sie t&#228;ten es lediglich in viel gr&#246;&#223;erem Ma&#223;stab.</li>
</ol>
<p>Reicht das aus, um einfach ungefragt Daten von Webseiten zu kopieren; um sie – <em>im Falle von Unternehmen</em> – anschlie&#223;end weiterzuverkaufen? Legitimieren diese Argumente solche Vorgehensweisen wie die von Nielsen Company?</p>
<p><strong>Dass auch im Internet nichts wirklich kostenlos ist</strong> und Nutzer dort mit ihren Daten zahlen, d&#252;rfte den meisten mittlerweile hoffentlich klar sein. Aber dann sollten sie im Falle eines Datenverkaufs auch wenigstens genauso deutlich vorher darauf hingewiesen werden wie es bei Amazon und Co. mit der Auskunft der Gesamtsumme am Ende der virtuellen Kasse &#252;blich ist. Und nein, ein versteckter Hinweis in schwer verst&#228;ndlichen Datenschutzrichtlinien – die im Falle <a href="http://juiced.de/blog/facebook-unser-schicksal/6391/">Facebooks</a> l&#228;nger als die Verfassung der Vereinigten Staaten sind – reicht da beileibe nicht aus.</p>
<p><em>Der Artikel entstand im Rahmen eines Seminars zu Daten-Journalimus an der Hochschule Darmstadt. Dozent <a href="http://blog.kooptech.de/author/christian-kreutz/">Christian Kreutz</a>.</em></p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://blog.kooptech.de/?flattrss_redirect&amp;id=4694&amp;md5=6739a11c4a76e2a1d423a05a015773ac" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blog.kooptech.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Facebook und der Doppelklick-Empfehlungsknopf</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Sep 2011 06:20:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Josef Dietl</dc:creator>
				<category><![CDATA[Recht]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook]]></category>
		<category><![CDATA[Like-Button]]></category>

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		<description><![CDATA[Situation:
Das Verwenden von Facebook-Funktionalit&#228;ten (Like-Knopf, das Panel der Freunde, …) in der eigenen Webseite f&#252;hrt dazu, da&#223; jeder Aufruf der Webseite Daten an Facebook in die USA schickt – egal ob der Surfer Facebook-Mitglied ist oder nicht, egal ob ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><b>Situation:</b><br />
Das Verwenden von Facebook-Funktionalit&#228;ten (Like-Knopf, das Panel der Freunde, …) in der eigenen Webseite f&#252;hrt dazu, da&#223; jeder Aufruf der Webseite Daten an Facebook in die USA schickt – egal ob der Surfer Facebook-Mitglied ist oder nicht, egal ob er/sie angemeldet ist oder nicht. Wahrscheinlich sind diese Daten personenbezogen (*), sollten also unter den Datenschutz fallen. Analoges gilt f&#252;r Google Analytics und Googles neues “+1″. Heise bietet das alles auch f&#252;r Twitter an, doch ich denke das hat eher Gr&#252;nde der einheitlichen Bedienung.</p>
<p>(*) Mit “wahrscheinlich” meine ich: Im <a href="https://www.facebook.com/help/?faq=186325668085084">Facebook Hilfebereich zum Thema</a> steht beispielsweise &#252;ber diese Daten: “… Wir speichern diese Daten f&#252;r einen Zeitraum von 90 Tagen. Danach kombinieren wir diese Daten mit den Daten anderer Personen in einer Art und Weise, die keinen R&#252;ckschluss auf dich pers&#246;nlich zul&#228;sst …” – umgekehrt scheinen in den ersten 90 Tagen solche R&#252;ckschl&#252;sse m&#246;glich zu sein.<br />
<b>Komplikation:</b><br />
Die Rechtslage ist in der Diskussion, es gibt in Deutschland keine abschlie&#223;ende richterliche Entscheidung zum Thema, also in diesem Sinne Rechtsunsicherheit. Als Laie formuliert: Die Datenschutz-Vorschriften verlangen eine explizite Genehmigung zur Verarbeitung personenbezogener Daten, insbesondere zum Export aus der EU heraus, z.B. mit einem Pop-Up. Da europ&#228;ische Beamte (bspw. die deutschen Datenschutzbeauftragten) an Facebook nicht `rankommen, treten die Datensch&#252;tzer mehr und mehr an die Webseitenbetreiber heran, die solche Facebook-Features verwenden.  Die meisten Webseiten-Betreiber gehen der Diskussion so gut wie m&#246;glich aus dem Weg. Wer will schon so eine Stellvertreterdiskussion bis zum BGH/BVerfG (wer auch immer da zust&#228;ndig ist) durchfechten???<br />
<b>Potenzielle L&#246;sung:</b><br />
Der f&#252;r seine Computer-Kompetenz bekannte Heise-Verlag hat unter dem Projektnamen “<a href="http://www.heise.de/ct/artikel/2-Klicks-fuer-mehr-Datenschutz-1333879.html">2 Klicks f&#252;r mehr Datenschutz</a>” eine L&#246;sung erstellt, mit der wenigstens der Gef&#228;llt-mir-Knopf (und Twitter und Google “+1″) keine Daten beim Laden der Seite an Facebook schickt, sondern erst nachdem der Anwender den Knopf aktiviert indem er ihn einmal klickt. Das eigentliche “Gef&#228;llt mir” passiert erst, wenn der Knopf noch einmal geklickt wird. Die Lage wird in einem Tooltip auf dem inaktiven Knopf erkl&#228;rt, d.h. ein Text taucht auf, wenn die Maus &#252;ber dem Knopf ruht.</p>
<p>Das wirkt auf mich wie ein vern&#252;nftiger Kompromiss. Facebook hat sich kurz dagegen gestr&#228;ubt und ist scheinbar inzwischen halbwegs mit der L&#246;sung einverstanden.</p>
<p>Jedenfalls bietet Heise den Code inzwischen unter der &#220;berschrift “<a href="http://www.heise.de/extras/socialshareprivacy/">jQuery Plug-In socialshareprivacy – Dokumentation</a>” unter einer Open-Source-Lizenz an.</p>
<p>[Nachtrag: Auch als WordPress Plugin erh&#228;ltlich: <a href="http://blog.ppfeufer.de/wordpress-plugin-2-click-social-media-buttons/">http://blog.ppfeufer.de/wordpress-plugin-2-click-social-media-buttons/</a> ]<br />
<hb>Kommentar:<br />
Es wird h&#246;chste Zeit, da&#223; die USA die “OECD Guidelines on the Protection of Privacy and Transborder Data Flows of Personal Data” ratifizieren und in nationales Recht umsetzen. Die gibt’s ja erst seit 1980. Dann h&#228;tten wir viele dieser Diskussionen nicht. Alternativ dazu k&#246;nnten sie die “<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Safe_Harbor">Safe-Harbour</a>“-Regeln durchsetzen (gibt’s seit 2000).  Ich kenn’ die <a href="http://blog.kooptech.de/2010/01/facebook-gegen-die-eu/">Diskussion</a> schon l&#228;nger.</p>
<p>Ich interpretiere auch Facebooks z&#246;gerliche Zustimmung zu der L&#246;sung nicht als Committment zu den Europ&#228;ischen Bestimmungen.</p>
<p><em><a href="http://www.digitaler-heimwerker.de/2011/09/facebook-und-der-doppelklick-empfehlungsknopf/">Crosspost</a></em></hb></p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://blog.kooptech.de/?flattrss_redirect&amp;id=4686&amp;md5=fe1e82312347ab4872ae09a4bbec9e19" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blog.kooptech.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Kulturwertmark oder Wie kriegt man den ganzen K&#228;se?</title>
		<link>http://blog.kooptech.de/2011/05/kulturwertmark-oder-wie-kriegt-man-den-ganzen-kase/</link>
		<comments>http://blog.kooptech.de/2011/05/kulturwertmark-oder-wie-kriegt-man-den-ganzen-kase/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 04 May 2011 08:04:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Silke Helfrich</dc:creator>
				<category><![CDATA[Recht]]></category>
		<category><![CDATA[Allmende]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kulturflatrate]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>
		<category><![CDATA[VG Wort]]></category>

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		<description><![CDATA[Wovon sollen K&#252;nstler und Kreative im Kopierzeitalter leben? Manchmal frage ich mich, ob diese Frage ironisch gemeint ist. Ich meine, wovon sollen sie denn jetzt leben?
„Wir wissen verh&#228;ltnism&#228;&#223;ig genau, was freiberufliche K&#252;nstlerinnen und K&#252;nstler verdienen.  im Durchschnitt  im ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wovon sollen K&#252;nstler und Kreative im Kopierzeitalter leben? Manchmal frage ich mich, ob diese Frage ironisch gemeint ist. Ich meine, <strong>wovon sollen sie denn jetzt leben?</strong></p>
<blockquote><p>„Wir wissen verh&#228;ltnism&#228;&#223;ig genau, was freiberufliche K&#252;nstlerinnen und K&#252;nstler verdienen. [...] im Durchschnitt [...] im Jahr ungef&#228;hr knapp 13.000 Euro.“[<a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/computer/1447037/">via</a>]</p></blockquote>
<p>Yep, so isses. Und manche haben Kinder und zahlen Miete. &#196;u&#223;erungen wie jene von Martin M. Kr&#252;ger vom <a href="http://www.google.com/search?client=ubuntu&amp;channel=fs&amp;q=Deutscher+Musikrat&amp;ie=utf-8&amp;oe=utf-8" target="_blank">Deutschen Musikrat</a>, es d&#252;rfe</p>
<blockquote><p>„keine Kompromisse geben: Kreativit&#228;t als grundlegender Rohstoff der Gesellschaft muss in ad&#228;quater, das hei&#223;t keinesfalls neuen Beschr&#228;nkungen unterworfener Verg&#252;tung geistigen Eigentums ihr &#196;quivalent finden“ [<a href="http://www.faz.net/s/Rub475F682E3FC24868A8A5276D4FB916D7/Doc~E2063D438A336434FBE8D48129A3F4D3E~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">via</a>],</p></blockquote>
<p>kann ich nur als Ironie interpretieren, um sie nicht als Hohn empfinden zu m&#252;ssen. Er will damit tats&#228;chlich das Gegenw&#228;rtige verteidigen… weil sich etwas Neues am Horizont abzeichnet. Das Neue hat einen schwerstf&#228;lligen Namen. Doch eben weil ich auf die Frage, wovon die K&#252;nstler und Kreativen <em>jetzt</em> leben sollen, keine sinnvolle Antwort wei&#223; (Tantiemen sind es eher selten), nehme ich den neuen Vorschlag des <a href="http://www.ccc.de/" target="_blank">Chaos Computer Clubs (CCC)</a> ernst. Der CCC ist die gr&#246;&#223;te Europ&#228;ische Hackervereinigung, und will</p>
<blockquote><p>„der festgefahrenen Diskussion um die zuk&#252;nftige Gestaltung einer gerechten Bezahlung f&#252;r Kreative neues Leben einhauchen.“</p></blockquote>
<p>Beatmungsvehikel soll die <a href="http://www.ccc.de/de/updates/2011/kulturwertmark" target="_blank">Kulturwertmark</a> werden, eine Art Micropayment-System. Sie Wertmark soll es dem Einzelnen unkompliziert erm&#246;glichen, … die K&#252;nstlerin oder den K&#252;nstler seiner Wahl per Mausclick zu honorieren. Mit beispielsweise 5 Euro pro Monat Pauschalabgabe, die jeder Teilnehmer des Systems frei verteilen kann.</p>
<blockquote><p>„Als Ausgleich stehen die Werke <strong>nach einigen Jahren</strong> oder <strong>nach Erreichen einer bestimmten Kulturwertmark-Auszahlsumme</strong> jedem zur nicht-kommerziellen Nutzung zur Verf&#252;gung.“ (Herv. S.H.)</p></blockquote>
<p>Eine neue Marktdynamik sei f&#252;r eine breite Akzeptanz n&#246;tig, so der CCC. Mehr noch: man brauche m&#246;glichst viel Marktdynamik, damit das System ins Laufen komme.</p>
<p>Bemerkenswert ist nun die parallele Zielsetzung des CCC, die da lautet, die Wissenallmende zu sch&#252;tzen und zu erweitern. Wenn ich den Club richtig verstehe, sei dabei „eine neue Marktdynamik“ kein Hindernis, sehr wohl aber eine Beh&#246;rde wie sie etwa bei der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kulturflatrate" target="_blank">Kulturflatrate</a> n&#246;tig w&#228;re. Es stimmt, der Unterschied zwischen einer staatlichen Beh&#246;rde, die das ganze Verfahren kontrolliert (wie etwa <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Verwertungsgesellschaft" target="_blank">die Verwertungsgesellschaften</a>) und einer unabh&#228;ngigen Stiftung, in der auch die Nutzerinnen und Nutzer verteten sind (wie vom CCC vorgeschlagen) ist gewaltig. <strong>Er ist prinzipieller Natur!</strong> Der Unterschied zwischen einer staatlich kontrollierten Presse und einer staatlich gew&#228;hrten und gesch&#252;tzten unabh&#228;ngigen Presse ist auch nicht klein (dies zu den Kritikern, die den CCC f&#252;r seine „staatsobrigkeitsfixierten und r&#252;ckw&#228;rtsgewandten“ Vorschl&#228;ge bashen.) Deshalb ist es nachvollziehbar, wenn der CCC sich als technologische und institutionelle Infrastruktur eine Plattform vorstellt, die von</p>
<blockquote><p>„einer Stiftung als <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Open_Source" target="_blank">Open-Source</a>-Software realisiert wird, [...] so da&#223; sie in Zukunft auch in anderen L&#228;ndern verwendet und weiterentwickelt werden kann.“</p></blockquote>
<p>Das gibt ein paar Punkte in Sachen Unabh&#228;ngigkeit, Transparenz und Flexibilit&#228;t (und Kopfsch&#252;tteln f&#252;r das <a href="http://carta.info/40027/haste-ma-ne-kulturwertmark/" target="_blank">Kleinreden dieses Unterschieds </a>auf Carta und in anderen Blogs).</p>
<p>Die eigentlich spannende Frage aber ist: Sind die beiden Ziele – systematische Entlohnung der Kreativen und Pflege der Wissenallmende – &#252;berhaupt miteinander vereinbart werden? Folgen sie nicht unterschiedlichen Logiken?</p>
<p>Zentral scheinen mir hier zwei Punkte, einerseits die <strong>deutliche Verk&#252;rzung der Schutzfristen des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Urheberrecht" target="_blank">Urheberrechts</a></strong> (mithin ein erheblicher Eingriff in eben dieses und ein dicker Brocken, der in der Umsetzung der Idee aus dem Weg ger&#228;umt werden m&#252;sste. Das w&#228;re nicht wenig.) Andererseits die Idee,</p>
<blockquote><p>„dass die durch die Wertmarkenvergabe erzielten ‘Honorare’ nach oben gedeckelt werden sollen. Ist eine festgelegte Summe erreicht, steht das Werk ab sofort allen Nutzern frei zur Verf&#252;gung“, wie Wolfgang Michal <a href="http://carta.info/40027/haste-ma-ne-kulturwertmark/" target="_blank">auf Carta</a> schreibt.</p></blockquote>
<p>In anderen Worten: Sobald die Ernte eingefahren ist, wird das Werk frei lizensiert oder <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gemeinfreiheit" target="_blank">gemeinfrei</a>. Das sei</p>
<blockquote><p>„das Grundst&#252;rzende am CCC-Konzept,“ so Michal.</p></blockquote>
<p>Hier steht die Idee der Festlegung von Obergrenzen im Raum. Das erinnert an die  CO2-Emissionsobergrenzen beim <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Emissionsrechtehandel" target="_blank">Emissionsrechtehandel</a>. Fatal daran ist Folgendes: Solche Obergrenzen werden in Verbindung mit Marktmacht oder Marktmechanismen (etwa der M&#246;glichkeit, die Emissionsrechte auf dem Markt zu handeln), so l&#246;chrig wie ein Schweizer K&#228;se. Es ist eben dieser <a href="http://www.conserio.at/cap/" target="_blank">Cap</a>, ein klassisches Finanzmarktinstrument, der in der rauen Umgebung „dynamischer M&#228;rkte“ schon oft versagt hat. Das beredtste Beispiel daf&#252;r sind die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Fangquote" target="_blank">Fangquoten in der Fischerei</a>. Nein – kann man entgegen halten – das muss nicht sein! Richtig. Aber es <em>ist</em> so.</p>
<p>Und wenn man wie der Chaos Computer Club „einen riesigen neuen Markt mit garantiertem Mindestvolumen“ verspricht, muss man damit rechnen, dass auf diesem Markt all das geschieht, was wir sonst so von M&#228;rkten kennen.</p>
<p>Stein des Ansto&#223;es, so <a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/computer/1447037/" target="_blank">vermutet auch Jan R&#228;hm vom Deutschlandfunk</a>, wird also die Frage der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gemeinfreiheit" target="_blank">Gemeinfreiheit</a> werden, und f&#252;rchtet „eine Enteignung von K&#252;nstler“. Nun, Herr R&#228;hm, was haben wir denn jetzt – wo fast alle Kreativen ihre Rechte EXKLUSIV an die Verwerter abtreten?</p>
<p>Und dennoch stimmt es, Stein des Ansto&#223;es wird die Frage der Gemeinfreiheit sein. Denn wo es Grenzen gibt, gibt es Territorialk&#228;mpfe. K&#228;mpfe um Grenzverschiebungen. Wo also liegt die Grenze? Wer legt sie fest? Und wenn sie einmal festgelegt ist: Wer verhindert dann auf welche Weise, dass die wirtschaftlich M&#228;chtigeren (also jene, die von der freiwilligen, unkomplizierten Honorierung am meisten profitieren) sie nicht zu ihren Gunsten verschieben wollen? Wer verhindert, dass der von der Kulturwertmark gef&#252;tterte Markt sich nicht wieder in die Gemeinfreiheit hinein- und der Wissensallmende den Sauerstoff abgr&#228;bt, so wie wir das aus der Geschichte des Urheberrechts kennen? Da gab es auch am Anfang nur ein paar Jahre individuelle Verwertungsrechte. Ich glaub’ es waren <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_des_Urheberrechts#18._und_19._Jahrhundert" target="_blank">eingangs 14</a>. Inzwischen sind wir bei 70 Jahren, in manchen L&#228;ndern gar bei 100 Jahren nach dem Tod des Urhebers (der seine Rechte zumeist vollst&#228;ndig an die Rechteverwerter abgetreten hat).</p>
<p>Das Konzept des CCC hat viel Inspirierendes und ich freue mich auf weiterf&#252;hrende Diskussionen. <a href="http://www.kubieziel.de/blog/" target="_blank">Wir </a>sind gerade dabei, <a href="http://waste.informatik.hu-berlin.de/46halbe/" target="_blank">Constanze Kurz</a> vom CCC nach Jena einzuladen. Das w&#228;re eine Gelegenheit</p>
<p>Die Frage, der ich dabei nachgehen m&#246;chte lautet: <strong>Wie kriegt man den ganzen K&#228;se? Ohne L&#246;cher.</strong></p>
<p>Weitere Links:</p>
<ul>
<li>Zum <a href="http://ccc.de/system/uploads/65/original/kulturwertmark-neu.pdf" target="_blank">Konzept</a> der Kulturwertmark</li>
<li>Matthias Spielkamp von irights.Info findet das Konzept <a href="http://detektor.fm/kultur/kulturwertmark-bezahlen-was-gefaellt/" target="_blank">grunds&#228;tzlich gut</a>. Spielkamp erkl&#228;rt auch nochmal den Unterschied zwischen Kulturflatrate und Kulturwertmark.</li>
<li>Bei Heise <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/CCC-Kulturwertmark-zur-Entlohnung-Kreativer-1232545.html" target="_blank">sch&#246;n zusammengefasst</a>.</li>
<li>Lesenswerte <a href="http://www.netzpolitik.org/2011/ccc-prasentiert-die-kulturwertmark/" target="_blank">Diskussion auf Netzpolitik</a></li>
<li>Und Thomas Thiel <a href="http://www.faz.net/s/Rub475F682E3FC24868A8A5276D4FB916D7/Doc~E2063D438A336434FBE8D48129A3F4D3E~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">schreibt in der Faz</a>, der Vorschlag sei „&#252;berlegenswert aber zwiesp&#228;ltig“ (allerdings gibt er daf&#252;r andere Gr&#252;nde an als der Commonsblog <img src="http://s2.wp.com/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif?m=1245369384g" alt=":-)" /> )</li>
</ul>
<p><a href="http://commonsblog.wordpress.com/2011/05/04/kulturwertmark-oder-wie-kriegt-man-den-ganzen-kase/"><em>Crosspost</em></a></p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://blog.kooptech.de/?flattrss_redirect&amp;id=4494&amp;md5=e76ed0585bc8562d6ffda1ea6d7db352" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blog.kooptech.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>8 Vorschl&#228;ge zur St&#228;rkung der &#214;ffentlichkeit</title>
		<link>http://blog.kooptech.de/2011/03/8-vorschlage-zur-starkung-der-offentlichkeit/</link>
		<comments>http://blog.kooptech.de/2011/03/8-vorschlage-zur-starkung-der-offentlichkeit/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 14 Mar 2011 08:55:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christiane Schulzki-Haddouti</dc:creator>
				<category><![CDATA[Recht]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Grüne]]></category>
		<category><![CDATA[Vortrag]]></category>
		<category><![CDATA[Öffentlichkeit]]></category>

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		<description><![CDATA[Am gestrigen Sonntag konnte ich auf dem Gr&#252;nen Demokratiekongress in Mainz ein f&#252;nfmin&#252;tiges "Schlaglicht" auf den Zustand unserer Demokratie werfen. Hier mein Text, an den ich mich strikt gehalten habe - 5 Minuten sind n&#228;mlich eine wirkliche Herausforderung f&#252;r ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg02.met.vgwort.de/na/ca372bdf6c6bbe14bf614da69cac39" alt="" width="1" height="1" /><em>Am gestrigen Sonntag konnte ich auf dem <a href="http://www.gruene.de/einzelansicht/artikel/demokratiekongress-in-mainz.html">Gr&#252;nen Demokratiekongress in Mainz</a> ein f&#252;nfmin&#252;tiges &#8220;Schlaglicht&#8221; auf den Zustand unserer Demokratie werfen. Hier mein Text, an den ich mich strikt gehalten habe &#8211; 5 Minuten sind n&#228;mlich eine wirkliche Herausforderung f&#252;r so ein Thema! Und einige Links, die ich nicht erw&#228;hnen konnte.</em></p>
<p>F&#252;r mich ist die &#214;ffentlichkeit f&#252;r die Demokratie so notwendig wie Sauerstoff. &#214;ffentlichkeit &#252;bt in jeder Gesellschaft eine wichtige Kontrollfunktion aus. Wer damit rechnen muss, dass das, was er tut, &#246;ffentlich wird, wird vor unethischen Handlungen oder gar Rechtsbr&#252;chen eher zur&#252;ckschrecken.<img class="alignright" src="http://www.gruene.de/uploads/tx_templavoila/demokratiekongress_hn.png" alt="" width="225" height="265" /></p>
<p>Nat&#252;rlich ist es ein Zeichen staatlicher Macht, wenn Geheimnisse bewahrt werden. Vor allem in Sicherheitsfragen wird die Wahrung von Geheimnissen allgemein akzeptiert. Milit&#228;rische Fragen werden gerne geheim gehalten, ebenso nachrichtendienstliche und polizeiliche. Auch die Atomindustrie geh&#246;rt zu den Bereichen, die das Geheimnis sch&#228;tzt und Rechenschaftspflichten scheut. Das Informationsfreiheitsgesetz kennt eine lange Ausnahmeliste. Die Finanzierung der Parteien sowie die Nebeneinnahmen von Bundestagsabgeordneten werden nicht ausreichend offen gelegt. Es gibt noch zahlreiche weitere Beispiele.</p>
<p>Mit Begeisterung habe ich Ihren <a href="http://www.gruene.de/einzelansicht/artikel/demokratiedebatte-zum-demokratiekongress.html">Entwurf f&#252;r den Abschlusstext des Zukunftsforums</a> gelesen. Sie schlagen hier eine ganze Reihe von Transparenzregeln und -pflichten vor. Deutlich wird, dass die &#214;ffentlichkeit damit Kontroll- und Pr&#228;ventionsfunktionen aus&#252;ben soll. Lassen Sie mich hier weitere Punkte vorstellen:</p>
<ol>
<li>Es darf nicht sein, dass wir die Revolution in Tunesien, &#196;gypten und anderen Staaten <a href="http://www.taz.de/1/debatte/kommentar/artikel/1/arabische-revolution/">bejubeln</a>, die durch neue Kommunikationsr&#228;ume im Internet wesentlich unterst&#252;tzt wurden, aber dass gleichzeitig <a href="http://fm4.orf.at/stories/1678054/">deutsche Unternehmen</a> &#220;berwachungs- und Sperrtechnologien an diese L&#228;nder liefern d&#252;rfen. <a href="http://schulzki-haddouti.de/?p=348">Das Grundrecht auf Kommunikation</a> verlangt eine &#196;chtung dieser Technologien als demokratiefeindlicher Instrumente.</li>
<li>Die Internetsperren in diesen L&#228;ndern haben gezeigt, wie wichtig der Zugang zum Netz ist. Dieser darf <a href="http://www.lewinski.eu/">nicht diskriminiert</a> werden. Eine <a href="http://www.e-fi.de/fileadmin/Pressemitteilungen/Presseinformation_EFI_Plaedoyer_Offenes_Internet.pdf">klare gesetzliche Definition von Netzneutralit&#228;t</a> ist hierf&#252;r die Voraussetzung, die wir noch nicht haben.</li>
<li>Die USA, Israel, Frankreich, Russland, China und andere Staaten<a href="http://schulzki-haddouti.de/?p=384"> entwickeln seit Jahren</a> Mittel f&#252;r die informationelle Kriegsf&#252;hrung. Sp&#228;testens der Trojaner Stuxnet hat gezeigt, dass diese Entwicklung unkontrolliert aus dem Ruder gelaufen ist. Angriffe auf kritische Infrastrukturen gef&#228;hrden Menschenleben. Es ist dringend notwendig, hier <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/31/31797/1.html">internationale Kontroll- und Abr&#252;stungsmechanismen</a> zu finden.</li>
<li>Zivilgesellschaftliche Medien, die jetzt in Nordafrika eine so gro&#223;e Rolle spielen, k&#246;nnen gezielt gef&#246;rdert werden. Das machen beispielsweise die Niederlande mit ihrem Programm „<a href="http://www.digitalepioniers.nl/">Digitale Pioniere</a>“. <a href="http://www.bmbf.de/pubRD/innovationsverhalten_sw-entwicklungsunternehmen.pdf">Kleinsten und kleinen Organisationen</a> wird nicht nur eine Anschubfinanzierung, sondern auch eine Beratung und Vernetzung geboten. Damit k&#246;nnen auch <a href="http://creativecommons.org/">Qualit&#228;tsstandards</a> gesetzt werden. Ein solches F&#246;rderprogramm gibt es hier nicht.</li>
<li>Datenschutz ist eine Frage der Kontrolle &#252;ber die eigenen Daten. Die Speicherung von <a href="http://sensenetworks.com/">personenbeziehbaren Daten</a> bei <a href=" http://julius01.de/warum-das-netz-bei-uns-keine-revolution-macht">Unternehmen</a> und Organisationen muss st&#228;rker reguliert und <a href="http://schulzki-haddouti.de/?p=388">effizienter kontrolliert</a> werden. <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Privacy-enhancing_technologies">Techniken, die die informationelle Selbstkontrolle erm&#246;glichen</a>, m&#252;ssen<a href="http://anon.inf.tu-dresden.de/"> aktiv gef&#246;rdert</a> werden.</li>
<li>Das <a href="http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/16/118/1611851.pdf">Informationsfreiheitsgesetz</a> muss nachgebessert werden. Es darf nicht sein, dass fast nach Gutd&#252;nken m&#246;glicherweise kritische Informationen zur&#252;ckgehalten werden. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Informationsfreiheitsgesetz#Ausnahmen">Der Schutz von Betriebs- und Gesch&#228;ftsgeheimnissen</a> muss gegen&#252;ber &#246;ffentlichen Interessen abgewogen werden. Alle freigegebenen Informationen m&#252;ssen im Netz als Open Data ver&#246;ffentlicht werden. Die Geb&#252;hren m&#252;ssen reduziert werden, eine zentrale Antragstelle k&#246;nnte vielen B&#252;rgern einen langen Irrweg durch die Institutionen ersparen.</li>
<li>Informationen, die mit &#246;ffentlichen Mitteln erstellt werden und die keine personenbezogenen Daten erhalten, sollen in maschinenlesbaren Formaten zur Verf&#252;gung gestellt werden. Die <a href="http://opendata-network.org/">Open-Data</a>-Bewegung hat in den USA und Gro&#223;britannien zahlreiche<a href="http://wheredoesmymoneygo.org/"> innovative</a> Anwendungen <a href="http://mmm.verdi.de/archiv/2010/03/titelthema-datenjournalismus/spannende-recherche-im-netz">erm&#246;glicht</a>. Eine <a href="http://www.slideshare.net/opendata/open-data-network-warum-eine-freie-gesellschaft-offene-daten-braucht">Privatisierung &#246;ffentlicher Daten</a>, wie sie heute &#252;blich ist, darf kein Hinderungsgrund sein. Deutschland muss innovative Leistungen erm&#246;glichen und nicht – siehe <a href="http://leistungsschutzrecht.info/">Leistungsschutzrecht</a> &#8211; alte Leistungen sch&#252;tzen.</li>
<li>Menschen, die auf Missst&#228;nde in Organisationen und Unternehmen hinweisen, m&#252;ssen gesch&#252;tzt werden. <a href="http://mmm.verdi.de/archiv/2008/06-07/kolumne/alarmpfiff">Bis heute gibt es keinen gesetzlichen Whistleblower-Schutz in Deutschland.</a> Die Gr&#252;nen d&#252;rfen sich mit ihren Vorschl&#228;gen nicht um eine <a href="http://www.whistleblower-net.de/blog/2011/02/26/gruene-schliessen-sich-beim-whistleblowerschutz-horst-seehofer-an/">Anschlussf&#228;higkeit an die Thesen der CSU</a> bem&#252;hen, sondern sollten sich lieber an positiven Beispielen aus dem Ausland wie beispielsweise <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Public_Interest_Disclosure_Act_1998">Gro&#223;britannien</a> und Vorschl&#228;gen <a href="http://www.whistleblower-net.de/content/view/85/78/lang,de/">der</a> <a href="http://whistleblower-net.de/pdf/WBNW_Stellungnahme_SPD.pdf">Zivilgesellschaft </a><a href="http://www.whistleblower-netzwerk.de/EU_Gruenbuch.pdf">wie</a> von <a href="http://www.transparency.de/Hinweisgeber.60.0.html">Transparency International</a> orientieren. Zu starke Verschwiegenheitspflichten, wie wir sie heute haben, sch&#252;tzen letztendlich Rechtsbr&#252;che. Auch sollten Personen und Organisationen, die journalistisch arbeiten und sich der &#214;ffentlichkeit verpflichtet f&#252;hlen, <a href="  http://cyberlaw.org.uk/2010/12/21/un-special-rapporteuroas-statement-on-wikileaks/">dieselben Schutzrechte</a> <a href="http://www.whistleblower-net.de/blog/2010/12/22/un-und-oas-sonderbeauftragte-fuer-meinungsfreiheit-zu-wikileaks/">genie&#223;en</a> wie Journalisten.</li>
</ol>
<p>F&#252;r mich steht fest: Demokratie ohne &#214;ffentlichkeit ist nicht m&#246;glich. Wenn wir die Demokratie st&#228;rken wollen, m&#252;ssen wir die &#214;ffentlichkeit st&#228;rken.</p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://blog.kooptech.de/?flattrss_redirect&amp;id=4360&amp;md5=af962a6ec43ae866b9de6c1a492fac01" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blog.kooptech.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Ich will ein Recht auf Internet!</title>
		<link>http://blog.kooptech.de/2010/12/ich-will-ein-recht-auf-internet/</link>
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		<pubDate>Wed, 15 Dec 2010 18:52:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Josef Dietl</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Recht]]></category>
		<category><![CDATA[Informationsfreiheit]]></category>

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		<description><![CDATA[Wir sollten ein Recht auf Internet diskutieren. Das Recht f&#252;r jeden, im Internet zu lesen und zu ver&#246;ffentlichen. <a href="http://blog.kooptech.de/2010/12/ich-will-ein-recht-auf-internet/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vielleicht h&#228;tten wir diese Diskussion schon viel fr&#252;her f&#252;hren sollen, zum Beispiel als wir vor 15 Jahren <a href="http://www.fitug.de/">FITUG</a> gr&#252;ndeten.Vielleicht w&#228;re die Zeit damals nicht reif gewesen. F&#252;r die Insider waren die Themen damals schon klar, doch sie waren praktisch nicht kommunizierbar.</p>
<p>Heute ist vieles anders, das Internet ist ein fester Teil der Gesellschaft.</p>
<p>Stattdessen diskutieren wir weltweit Einschr&#228;nkungen des Internet. USA: Wikileaks und Amazon&#8217;s EC. Deutschland: Jugendmedienschutzstaatsvertrag (JMStV). Frankreich: HADOPI. Kanada: Linkhaftung. Diese Themen sind in diesen L&#228;ndern gerade aktuell &#8211; und jedes dieser Themen hat in jedem anderen Land aus genau dem gleichen Grund auch schon f&#252;r Aufruhr gesorgt.</p>
<p>Vor 15 Jahren haben wir uns in das etwas unbeholfene Argument der &#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Rezipientenfreiheit">Rezipientenfreiheit</a>&#8221; gefl&#252;chtet. Unter anderem der Fall Wikileaks/Amazon zeigt, da&#223; das Recht der Rezipientenfreiheit zu wenig ist. Artikel mit den Hintergrundinformationen gibt&#8217;s z.B. hier bei Kooptech (&#8220;<a href="http://blog.kooptech.de/2010/12/informationsmonopole-vs-offenes-netz/">Informationsmonopole vs. offenes Netz</a>&#8220;) oder auch bei GigaOm (&#8220;<a href="http://gigaom.com/2010/12/14/amazon-wikileaks-and-the-need-for-an-open-cloud/">Amazon, WikiLeaks and the Need for an Open Cloud</a>&#8220;).</p>
<p>Beide unterst&#252;tzen den Gedanken einer staatenlosen Institution, des &#8220;Offenen Netzes&#8221; &#8211; doch das ist eine technische L&#246;sung f&#252;r ein gesellschaftliches Problem, das ist nicht genug. Ich w&#252;nsche mir eine Pflicht f&#252;r &#8220;die Branche&#8221;, da&#223; sie mich und jeden von uns hosten und gleichberechtigt konnektieren <em>m&#252;ssen</em>, solange nicht ein Richter das Gegenteil entschieden hat. Mit anderen Worten:</p>
<p><strong>Ich will ein Recht auf Internet</strong></p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://blog.kooptech.de/?flattrss_redirect&amp;id=4081&amp;md5=2cf933bdd1993e2f603033d0baa4b4a8" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blog.kooptech.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Gegen das Leistungsschutzrecht: 5 Fragen an Till Kreutzer</title>
		<link>http://blog.kooptech.de/2010/12/leistungsschutzrecht-5-fragen-an-till-kreutzer/</link>
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		<pubDate>Mon, 13 Dec 2010 08:00:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christiane Schulzki-Haddouti</dc:creator>
				<category><![CDATA[KoopTech empfiehlt]]></category>
		<category><![CDATA[Recht]]></category>
		<category><![CDATA[Leistungsschutzrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Verlage]]></category>

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		<description><![CDATA[Heute geht unter www.leistungsschutzrecht.info die "Initiative gegen ein Leistungsschutzrecht (IGEL)" an den Start. <a href="http://blog.kooptech.de/2010/12/leistungsschutzrecht-5-fragen-an-till-kreutzer/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>
<br>Beitr�ge zu verwandten Themen:<ol>
<li><a href='http://blog.kooptech.de/2010/06/verleger-wollen-auch-satzteile-schuetzen-lassen/' rel='bookmark' title='Verleger wollen auch Satzteile sch&#252;tzen lassen'>Verleger wollen auch Satzteile sch&#252;tzen lassen</a></li>
</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg02.met.vgwort.de/na/a6acfe7b2622195d4d0fa30ba728f0" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p><a rel="attachment wp-att-4051" href="http://blog.kooptech.de/2010/12/leistungsschutzrecht-5-fragen-an-till-kreutzer/banner-igel-220x220px/"><img class="size-full wp-image-4051 alignleft" style="margin: 10px;" title="banner-igel-220x220px" src="http://blog.kooptech.de/wp-content/uploads/2010/12/banner-igel-220x220px.png" alt="" width="220" height="220" /></a>Heute geht unter<a href="http://www.leistungsschutzrecht.info/" target="_blank">www.leistungsschutzrecht.info</a> die &#8220;Initiative gegen ein Leistungsschutzrecht (IGEL)&#8221; an den Start.Das Portal versteht sich &#8220;als Informationsportal um den Sachstand aufzuarbeiten und bestehende Argumente zusammenzufassen und neue zu liefern, warum dieses Leistungsschutzrecht aus politischen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und rechtsdogmatischen Gr&#252;nden nicht zu halten sein wird&#8221;.</p>
<p>Die Initiative wurde von Till Kreutzer ins Leben gerufen. Bei der Umsetzung und in der Redaktion unterst&#252;tzen ihn Philipp Otto und John Weitzmann. Anlass f&#252;r f&#252;nf Fragen an Till Kreutzer zum Leistungsschutzrecht:</p>
<p><em>Christiane Schulzki-Haddouti: Eine Frage f&#252;r all diejenigen, die die Diskussion nicht ganz nachvollziehen k&#246;nnen: Welchen Nutzen soll das Leistungsschutzrecht bringen?</em></p>
<p>Till Kreutzer: Das Leistungsschutzrecht soll den Verlegern neue Einnahmen bescheren. Burda-Vorstand Robert Schweizer spricht von einem &#8220;gesetzlichen Paid Content&#8221;. Zahlen sollen einerseits die Nutzer von &#8220;Snippets&#8221;, also kurzen Textausz&#252;gen, wie &#220;berschriften oder einzelne S&#228;tze. Dies richtet sich vor allem gegen Suchmaschinen oder News-Aggregatoren wie Google News. Zum anderen sollen alle &#8220;gewerblichen Nutzer&#8221; zahlen, die die frei und kostenlos zug&#228;nglichen Verlags-Webseiten nutzen. Das w&#252;rde nicht nur die ganze deutsche Wirtschaft, sondern auch alle Freiberufler, wie freie Journalisten, Rechtsanw&#228;lte oder &#196;rzte sowie im Zweifel auch die &#246;ffentliche Hand treffen.</p>
<p><em>Verfolgen die Verlage eine Art Salamitaktik mit ihrer j&#252;ngsten, eigentlich rechtlich bereits abgedeckten Forderung, dass dann gezahlt werden muss, wenn Online-Inhalte zu gewerblichen Zwecken vervielf&#228;ltigt, verbreitet oder &#246;ffentlich zug&#228;nglich gemacht werden? Sind weitere Forderungen zu erwarten?</em></p>
<p>Was eigentlich genau gefordert wird, ist noch immer unklar. Anfangs hie&#223; es immer, dass gezahlt werden soll, wenn Online-Artikel gelesen werden. Sp&#228;ter hie&#223; es dann, das solle nur gelten, wenn sie vervielf&#228;ltigt, verbreitet und &#246;ffentlich zug&#228;nglich gemacht werden. W&#252;rde sich das Leistungsschutzrecht auf letzteres beschr&#228;nken, w&#228;re es v&#246;llig sinnlos. Denn hierf&#252;r k&#246;nnen die Verlage auch schon heute Geld verlangen, solche Handlungen erlauben oder verbieten. Dies erm&#246;glichen die urheberrechtlichen Nutzungsrechte, die sie sich von den Journalisten einr&#228;umen lassen.</p>
<p><em>Wem schadet das Leistungsschutzrecht?</em></p>
<p>Allen au&#223;er den Verlegern. Freie Journalisten werden im Zweifel nicht mehr ohne weiteres &#252;ber die Rechte an ihren Inhalten verf&#252;gen k&#246;nnen, weil das Leistungsschutzrecht ihre Urheberrechte &#8220;&#252;berlagert&#8221;. Au&#223;erdem m&#252;ssen sie als &#8220;gewerbliche Nutzer&#8221; im Zweifel zahlen, wenn sie &#8211; was f&#252;r Journalisten nat&#252;rlich unvermeidlich ist &#8211; Verlagsangebote nutzen. Zudem wird die gesamte deutsche Wirtschaft mit einer Art Quersubventionierung belastet. Wenn das Leistungsschutzrecht tats&#228;chlich kleinste Textausschnitte erfasst und damit monopolisiert, schadet es der gesamten Gesellschaft. Denn hierdurch w&#252;rde der freie Umgang mit der Sprache, der f&#252;r die Meinungs-, Presse-, Wissenschafts- und Rundfunkfreiheit elementar ist, erheblich eingeschr&#228;nkt.</p>
<p><em>Freiberufliche Journalisten sollen pauschal f&#252;r die etwaige Nutzung von redaktionellen Inhalten zahlen, Redakteure in Verlagen hingegen nicht, wenn sie die redaktionellen Inhalte anderer nutzen. Sind solche Unterschiede nicht diskriminierend?</em></p>
<p>Nat&#252;rlich sind sie das. Ich kann mir auch nicht vorstellen, wie solche Unterscheidungen gesetzlich umgesetzt werden sollen.</p>
<p><em>K&#252;nftig soll auch f&#252;r Snippets bezahlt werden, also kleine Ausschnitte. Doch deren Nutzung ist nach WIPO doch erlaubt. Verst&#246;&#223;t dieses Ansinnen nicht gegen internationale Vertr&#228;ge?</em></p>
<p>Bislang sind solche Ausschnitte nicht gesch&#252;tzt. Das ist ja eines der haupts&#228;chlichen Bedenken gegen&#252;ber dem Leistungsschutzrecht. Das Leistungsschutzrecht &#8211; je nachdem wie es ausgestaltet wird &#8211; kann durchaus gegen internationale Regelungen, etwa die Europ&#228;ische Menschenrechtskonvention oder auch die deutsche Verfassung versto&#223;en. Bei gravierenden Eingriffen in die Kommunikationsfreiheiten w&#228;re das durchaus denkbar.</p>
<p><br>Beitr�ge zu verwandten Themen:<ol>
<li><a href='http://blog.kooptech.de/2010/06/verleger-wollen-auch-satzteile-schuetzen-lassen/' rel='bookmark' title='Verleger wollen auch Satzteile sch&#252;tzen lassen'>Verleger wollen auch Satzteile sch&#252;tzen lassen</a></li>
</ol></p><p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://blog.kooptech.de/?flattrss_redirect&amp;id=4050&amp;md5=d74786843a7c6a212b234572c8932f0d" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blog.kooptech.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Grundwissen Patente am Beispiel eines Apple-Patentes</title>
		<link>http://blog.kooptech.de/2010/09/grundwissen-patente-am-beispiel-eines-apple-patentes/</link>
		<comments>http://blog.kooptech.de/2010/09/grundwissen-patente-am-beispiel-eines-apple-patentes/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 14 Sep 2010 17:23:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Josef Dietl</dc:creator>
				<category><![CDATA[Recht]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.kooptech.de/?p=3365</guid>
		<description><![CDATA[Ein paar Hintergrundinformationen zum aktuellen Spiegel-Online-Artikel "�berwachungsideen - Apple patentiert das Spy-Phone". <a href="http://blog.kooptech.de/2010/09/grundwissen-patente-am-beispiel-eines-apple-patentes/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein paar Hintergrundinformationen zum aktuellen Spiegel-Online-Artikel “<a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,713258,00.html" target="_blank">&#220;berwachungsideen – Apple patentiert das Spy-Phone</a>“:</p>
<p>Das Thema “<strong>Einbruchserkennung durch Verhaltensanalyse</strong>” ist seit den sp&#228;ten 90ern ein halbwegs verbreitetes Forschungsthema in der Computer-Sicherheit. Damals hatte ich spannende Diskussionen mit einer Spezialistin, die anhand der Leerzeichen- und Tastenanschlagsgewohnheiten beim Schreiben Nutzer identifizieren konnte. Das Einsatzgebiet damals war etwa das gleiche wie das des beschriebenen Apple-Patents: Missbrauch entdecken und Alarm schlagen, zum Beispiel f&#252;r den Fall, da&#223; ein Server gehackt wurde und die Muster nicht zu den autorisierten Nutzern passten. Damals wurden im Verdachtsfall eben Logfile-Eintr&#228;ge produziert.</p>
<p>Das Thema Patent: Ich erkl&#228;re zun&#228;chst aus dem Ged&#228;chtnis, was ein Patent ist, und wie es “funktioniert”. Ich bin kein Jurist, im “Ernstfall” bitte unbedingt einen Profi um Rat fragen. Ich bin “nur” Miterfinder bei etwa drei Dutzend Patenten und habe mich wohl oder &#252;bel mit dem entsprechenden Papierkrieg mehrfach besch&#228;ftigt (bitte keine Kommentare zu Software-Patenten…). Die relevanten Punkte erkl&#228;rt auch der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Patent" target="_blank">Wikipedia-Artikel zum Stichwort “Patent”</a> ganz gut.</p>
<p>Die Kurzform: Im Prinzip schreibt der Kollege bei Spiegel-Online dar&#252;ber, da&#223; die Patentschrift so geschrieben ist, wie eine Patentschrift eben geschrieben wird</p>
<ul>
<li>Bei einem Patent geht es um eine Erfindung. Sinn der Sache ist, die Verwendung der Erfindung durch “Dritte” einzuschr&#228;nken bzw. an Lizenzzahlungen zu kn&#252;pfen. Irgendwann einmal war die Idee dahinter ungef&#228;hr folgende: Wenn der Staat dem Erfinder erm&#246;glicht, Geld zu verdienen, <em>obwohl</em> er seine Erfindung ver&#246;ffentlicht, bekommt die Gesellschaft daf&#252;r einen Schatz an ver&#246;ffentlichtem Wissen, auf dem alle aufbauen k&#246;nnen. Da&#223; diese Idee inzwischen bestenfalls in den Hintergrund getreten ist, ist wohl nichts Neues.</li>
<li>Ein Patent besteht – &#252;blicherweise – aus einer Beschreibung der Erfindung, die so pr&#228;zise sein mu&#223;, da&#223; ein Fachmann damit die Erfindung nachbauen oder ausf&#252;hren kann (urspr&#252;nglich: Damit die Gesellschaft davon Nutzen hat), und einer Serie von<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Claim_(patent)" target="_blank">“Patent Claims” (leider nur bei der englischen Wikipedia)</a>.</li>
<li>Patentinhaber versuchen also normalerweise, ihr Patent so breit wie m&#246;glich und m&#246;glichst wasserdicht zu formulieren. Da ein Patent nicht grunds&#228;tzlich auf die konkrete Verwendung einer Erfindung beschr&#228;nkt ist, sondern auch abgeleitete Erfindungen, zum Beispiel erweiterte Einsatzszenarien mitabdecken kann, gibt es hier ein weites Bet&#228;tigungsfeld. Ger&#252;chteweise gab es schon Patentanw&#228;lte, die pro Seite bezahlt wurden <img src="http://blog.kooptech.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif" alt=":-)" /> . Es scheint &#252;blich zu sein, da&#223; diejenigen Einsatzfelder, die sozusagen noch nicht fertig erfunden, aber schon angedacht sind, regelm&#228;&#223;ig in den Patentschriften genannt werden, um im Falle eines Patent-Disputes leichter argumentieren zu k&#246;nnen. Um jedem Versuch einer Einschr&#228;nkung des Wirkungsbereiches des Patentes aus dem Weg zu gehen, strotzen die Texte &#252;blicherweise (und auch hier) von Formulierungen wie “zum Beispiel”.</li>
</ul>
<p>Zur&#252;ck zum Spiegel-Online-Artikel – der Einfachheit halber mit Link auf die <a href="http://www.pat2pdf.org/patents/pat20100207721.pdf" target="_blank">Patentschrift</a>. &#220;brigens, die Patentschrift ist seit vier Monaten (n&#228;mlich dem 19. April) &#246;ffentlich. Ein Schelm, wer jetzt ans Sommerloch denkt. Es ist auch nicht verwunderlich, da&#223; Firmen juristische Dokumente nicht kommentieren. M&#246;glicherweise tauchen solche Kommentare sp&#228;ter wieder im Gerichtssaal auf…</p>
<ul>
<li>Die Patentschrift beschreibt einen Haufen von M&#246;glichkeiten, woran man potenziell erkennen k&#246;nnte, ob der aktuelle Nutzer berechtigt ist oder nicht. Mein Laienblick sagt mir: Da ist nichts Bahnbrechendes dabei.</li>
<li>Die Patentschrift beschreibt einen Haufen von M&#246;glichkeiten, was man tun k&#246;nnte, wen ein unberechtigter Nutzer entdeckt wird. Mein Laienblick sagt mir auch hier: Kaum etwas Besonderes.</li>
</ul>
<p>Selbstverst&#228;ndlich enth&#228;lt die Patentschrift eine w&#252;ste Kombination von Dingen, die<em>irgendjemand</em> machen k&#246;nnte. Welche dieser Mechanismen Apple tats&#228;chlich realisieren will und welche sich Apple nur pr&#228;ventiv sch&#252;tzen lassen will, steht auf einem anderen Blatt. Auch solche Details sollte man in einer ver&#246;ffentlichten Patentschrift grunds&#228;tzlich nicht erwarten.</p>
<p>Ich bin mit dem Kollegen bei Spiegel Online einig: Von den genannten M&#246;glichkeiten ist kaum eine wirklich neu. Bestenfalls neu ist die Kombination. Dar&#252;ber hinaus finde ich es nicht “neu”, da&#223; die Sensoren immer mitlaufen – es handelt sich dabei eher um eine unbedarfte, aufgeschriebene Annahme unserer Zeit: Das GPS in meinem Handy l&#228;uft nur, wenn ich das will. Da stellt sich die Frage: Wie kommen wir denn auf diese Idee? Das “restliche” Handy ist doch auch immer an…</p>
<p>Was ich mir in einer Patentschrift wie dieser w&#252;nschen w&#252;rde:</p>
<ul>
<li>Wie funktioniert Gesichtserkennung? Stimmerkennung? usw.</li>
<li>Wir funktioniert die tats&#228;chliche Zuordnung “autorisiert” / “nicht autorisiert”?</li>
<li>Wie geht so eine “Alarmanlage” mit Irrt&#252;mern um?</li>
</ul>
<p>Zu diesem letzten Punkt: Praktisch w&#252;rde so ein System sicher irrt&#252;mlich “Einbrecher” identifizieren, und f&#228;lschlich “korrekte Benutzer”. Das Feintuning der daf&#252;r verantwortlichen Einstellungen und damit die Zuverl&#228;ssigkeit ist einer der zentralen Punkte, an denen so eine Alarmanlage sinnvoll oder bl&#246;dsinnig wird.</p>
<p>Man k&#246;nnte das Patent theoretisch auch so beurteilen: Apple investiert in Computersicherheit. Wie so oft sind die beschriebenen Methoden an sich wertneutral, sie k&#246;nnen sowohl zum Nutzen als auch zum Schaden  der Anwender eingesetzt werden. Doch &#252;ber das Einsatzfeld schweigt sich eine Patentschrift notwendigerweise aus. Eine Patentschrift ist kein Strategiepapier, und eine Patentschrift ist &#252;brigens auch kein Ethikaufsatz.</p>
<p>Last but not least: Selbstverst&#228;ndlich spricht dieser Patentantrag nicht &#252;ber Mechanismen zum Datenschutz. Das w&#228;re die n&#228;chste Erfindung und das n&#228;chste Patent.</p>
<hr />
<p>Dieser Artikel ist von einem Amateur und Laien geschrieben. Bei Fragen zu Patenten wenden Sie sich bitte an einen Profi Ihrer Wahl.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>3 Konsequenzen aus der Flattr-Nutzung</title>
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		<pubDate>Fri, 18 Jun 2010 08:07:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christiane Schulzki-Haddouti</dc:creator>
				<category><![CDATA[Recht]]></category>
		<category><![CDATA[Creative Commons]]></category>
		<category><![CDATA[Flattr]]></category>

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		<description><![CDATA[Reto Mantz weist in seinem Blog auf die rechtlichen Implikationen der Flattr-Nutzung hin. Grunds&#228;tzlich wird das Bloggen damit als kommerzielle bzw. gesch&#228;ftsm&#228;&#223;ige T&#228;tigkeit eingesch&#228;tzt.  Daraus ergeben sich drei Konsequenzen. <a href="http://blog.kooptech.de/2010/06/3-konsequenzen-aus-der-flattr-nutzung/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Reto Mantz weist<a href="http://www.retosphere.de/offenenetze/2010/06/16/flattr-und-andere-zahlungsdienste-in-blogs-rechtliche-implikationen/" target="_blank">in seinem Blog</a> auf die rechtlichen Implikationen der Flattr-Nutzung hin. Grunds&#228;tzlich wird das Bloggen damit als kommerzielle bzw. gesch&#228;ftsm&#228;&#223;ige T&#228;tigkeit eingesch&#228;tzt. Daraus ergeben sich drei Konsequenzen:</p>
<ol>
<li>Impressumspflicht nach<a title=" 5 TMG: Allgemeine Informationspflichten" href="http://dejure.org/gesetze/TMG/5.html"> 5 TMG</a>,</li>
<li>Creative-Commons-Lizenzen mit NC (non-commercial) k&#246;nnen nicht verwendet werden bzw. die Urheber m&#252;ssen vor der Genehmigung um Einwilligung gebeten werden. Verwendet werden d&#252;rfen aber nat&#252;rlich Inhalte mit einfache BY-Lizenzen,</li>
<li>die Einnahmen m&#252;ssen in der Steuererkl&#228;rung als Einnahmen angegeben werden.</li>
</ol>
<p><a href="http://www.internet-law.de/2010/06/rechtliche-probleme-der-benutzung-von-flattr-in-blogs.html">via</a></p>
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